Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB - Universität Bielefeld)
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Leitlinien für die universitäre Lehrerfort- und -weiterbildung
Vor dem Hintergrund der Qualitätsoffensive Lehrerbildung wurden an der Tübingen School of Education (TüSE) im Teilprojekt „Lehrerfort- und -weiterbildung“ bedarfsgerechte und wissenschaftlich fundierte Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte in Baden-Württemberg pilotiert. Auf dieser Basis und orientiert an erwachsenenpädagogischen Prinzipien wurden Leitlinien für die dritte Phase der Lehrerbildung an Universitäten entwickelt
Bedarfstransformationsprozesse als Ursache von Passungsproblemen zwischen Angebot und Nachfrage : Ergebnisse einer unternehmensinternen Prozessanalyse
In der wissenschaftlichen Weiterbildung kommt es trotz einer primär nachfrageorientiert ausgerichteten Angebotsentwicklung zu Passungsproblematiken zwischen Angebots- und Nachfrageseite. So kommen mitunter implementierte Angebote aufgrund zu wenig Teilnehmender nicht zustande, obwohl sie bedarfsbasiert entwickelt wurden. Der Beitrag geht im Rahmen der Sekundäranalyse einer Fallstudie im Gesundheitsbereich auf Ursachensuche. Im Zentrum steht dabei die Hypothese, dass die nachfrageorientierte hochschulische Angebotsentwicklung – bedingt durch spezifische bisher kaum untersuchte unternehmensinterne Bedarfstransformationsprozesse – primär an organisationale Bedarfe anknüpft undgleichzeitig individuelle Bedarfe der Mitarbeitenden zu wenig beachtet. In diesen Prozessen könnte eine Ursache für eine problembehaftete nachfrageorientierte hochschulische Angebotsentwicklung liegen. Schließlich wird betrachtet, welche Ansatzmöglichkeiten sich aus den gewonnenen Erkenntnissenfür die Angebotsentwicklung der Hochschulen ergeben
Die Universitätsausdehnungsbewegung als Vorläufer der wissenschaftlichen Weiterbildung
IIn der Weimarer Reichsverfassung von 1919 erhält die Volksbildung erstmals in der deutschen Geschichte Verfassungsrang. Dieses Jahr gilt als ein Kristallisationspunkt für die Institutionalisierung der Volkshochschule moderner Prägung in öffentlicher Verantwortung. Fast ein halbes Jahrhundert später findet im Januar 1968 an der Universität Göttingen die erste Jahresversammlung des Arbeitskreises Universitäre Erwachsenenbildung (AUE) zum Thema „Universität und Erwachsenenbildung“ statt. Am 3. Oktober 1970 wird im Rahmen der 3. AUE-Jahrestagung an der Technischen Universität Hannover die erste Mitgliederversammlung abgehalten, eine Satzung beraten und verabschiedet (Dikau, Nerlich & Schäfer, 1996; Hörr, 2017). Im Jahr 2001 wird aus dem AUE die „Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF)“. Beide Ereignisse,die Gründung der Volkshochschulen und die des AUE haben eine gemeinsame historische Wurzel, die Universitätsausdehnungsbewegung (Filla, 2006; Schäfer, 1988). Diese gilt es im Folgenden in ihrer Entstehung und Entwicklung sowie ihren zentralen Merkmalen vorzustellen. Zunächst wird auf die deutschen Professorenvereinigungen, die den geistigen Boden für die Universitätsausdehnungsbewegung bereiten,kurz eingegangen, bevor die englische University-Extension und sodann die Universitätsausdehnungsbewegung in Deutschland und Österreich in ihrer Genese thematisiert werden. Anschließend werden ausgewählte Aspekte der Universitätsausdehnungsbewegung analysiert: die methodischdidaktischen Kennzeichen, die erwachsenenbildnerische Befähigung der Lehrenden und das Engagement der Lernenden, die Kurs- und Besucherzahlen, die Sozialstruktur der Hörer*innenschaft sowie die Finanzierung der volkstümlichen Hochschulkurse. Abschließend wird der Blick auf den Anspruch, durch die Kurse zu einer Popularisierung der Wissenschaft beizutragen, sowie die Utilitätsbestrebungen der Hörer*innen gerichtet, bevor ein Resümee gezogen wird
Scholkmann, Antonia, Brendel, Sabine, Brinker, Tobina & Kordts-Freudinger, Robert (Hrsg.). (2018). Zwischen Qualifizierung und Weiterbildung. Reflexionen zur gekonnten Beruflichkeit in der Hochschuldidaktik. Bielefeld: wbv Media.
Professionalisierung von Praxisanleitenden in der Pflege: Ein Fall für die wissenschaftliche Weiterbildung?!
Während für Theorielehrkräfte in der Pflegeausbildung seit 01.01.2020 ein abgeschlossenes pädagogisches Masterstudium obligat ist, erfolgt die Weiterbildung von Praxisanleitenden in den Pflegeberufen nach wie vor zumeist im außerhochschulischen Kontext im Rahmen einer berufspädagogischen Zusatzqualifikation. Für diese existieren weder verbindliche Vorgabenin Bezug auf die zu erwerbenden Kompetenzen, noch scheinen bisher vor allem pädagogische Professionalisierungsdiskurse Einzug in das Feld der Praxisanleitung erhalten zu haben. Vor dem Hintergrund der komplexen Anforderungen an Praxisanleitende aus Perspektive professionellen Pflegehandelns einerseits und pädagogischem Anleitungshandelns andererseits stellt sich die zielstellende Frage des Beitrags, inwieweit die Fort- und Weiterbildung von Praxisanleitenden ein Fall für die wissenschaftliche Weiterbildung ist
Brendel, Sabine, Hanke, Ulrike & Macke, Gerd (2019). Kompetenzorientiert lehren an der Hochschule. Stuttgart: UTB.
Rolf Gerhard: Hochschule und Weiterbildung. Tagungen – Konferenzen – Gespräche auf Bundes- und Landesebene (1981): Nachdruck
Von der Wissenschaft zum Management. Akteursprofile der Teilnehmenden an den DGWF-Jahrestagungen: Eine Zeitreihenanalyse unter Berücksichtigung der aktuellen Evaluationsdaten der DGWFJahrestagung 2019 an der Universität Ulm
Evaluierung von nachhaltiger Wirksamkeit in der wissenschaftlichen Weiterbildung: Erfahrungen und Empfehlungen für die Weiterbildungspraxis aus dem Projekt OTH mind
Evaluationen können einen wichtigen Beitrag für die professionelle Entwicklung der wissenschaftlichen Weiterbildung leisten. Voraussetzung hierfür ist die Berücksichtigung von nachhaltiger Wirksamkeit als Evaluationsziel und -gegenstand, denn daraus lassen sich wichtige Informationen für das professionelle Handeln der Beteiligten am Weiterbildungsgeschehen ableiten. Der Beitrag greift Erfahrungen aus der begleitenden Evaluations- und Wirksamkeitsforschung im Projekt OTH mind auf. Anhand der Evaluationsstandards der Deutschen Gesellschaft für Evaluation (DeGEval-Standards) werden das Vorgehen und die ergriffenen Maßnahmen in Hinblick auf die Qualität der Planung und Durchführung bewertet. Insgesamt werden fünf zentrale Empfehlungen für die Evaluationspraxis formuliert: für (1)die Einbindung von Beteiligten im Evaluationsprozess, (2) eine Nutzenevaluation auf verschiedenen Ebenen, (3) Ziele und Gegenstände einer professionalisierungsbezogenen Evaluation, (4) eine zielbezogene Messung sowie (5) die Nutzung/ Rückkopplung der Ergebnisse an Weiterbildungsverantwortliche. Weiterbildungspraktiker*innen an Hochschulen dienen die Empfehlungen als Impulse für eigene zukünftige Evaluationsanliegen