Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB - Universität Bielefeld)
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Zur (Un-)Möglichkeit von Inklusion in der wissenschaftlichen Weiterbildung: Das Beispiel Werkstatt-Uni
Wissenschaftliche Weiterbildung wird als Schlüssel zur Öffnung von Hochschulen für nichttraditionelle Studierende und zur Förderung lebenslangen Lernens betrachtet. Trotz der politischen Betonung auf inklusiver Bildung bleibt unklar, wie diese in der Praxis umgesetzt werden kann. Hochschulen sind nicht nur Bildungseinrichtungen, sondern auch Teil gesellschaftlicher Strukturen, die Inklusion und Weiterbildung beeinflussen. Inklusion wird weniger als politisches Programm verstanden, sondern als gelebte Praxis und dynamischer Prozess, der in unterschiedlichen Kontexten variiert. Die wissenschaftliche Weiterbildung wird als soziale Praxis betrachtet, die sich in konkreten Handlungen und Aushandlungsprozessen manifestiert. Das Verständnis von Inklusion in diesem Kontext umfasst sowohl den Zugang für marginalisierte Gruppen als auch die Gestaltung inklusiver Bildungsprozesse. Im Text werden die theoretischen Grundlagen der wissenschaftlichen Weiterbildung und Inklusion als soziale Praxis vorgestellt, die Werkstatt-Uni als inklusives Weiterbildungsformat diskutiert und empirische Beobachtungen zur Praxis erläutert. Schließlich wird die Werkstatt-Uni im Hinblick auf das Trilemma der Inklusion analysiert, um Spannungen und Herausforderungen für die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Weiterbildung aufzuzeigen. Der Beitrag beleuchtet die Frage: Wie inklusiv sind inklusive Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung?
Qualität in der wissenschaftlichen & künstlerischen Weiterbildung: Akteur:innen, Organisationen, Gesellschaft
Bericht zur EVALAG-Tagung im Rahmen des Projekts Hochschulweiterbildung@BW
5. und 6. Dezember 2024 in Heidelber
Motive, didaktische Methoden und Unterstützungsbedarfe von Lehrenden sowie resultierende zeitliche Aspekte in der Weiterbildung an bayerischen Hochschulen
Die hochschulische Weiterbildung stellt einen zentralen Bestandteil des lebenslangen Lernens dar und hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Mittelpunkt des Beitrages steht eine explorative Studie, die die subjektiven Einschätzungen von Lehrenden an bayerischen Hochschulen zu ihren Motiven und didaktischen Methoden in der Weiterbildung untersucht. Besonderes Augenmerk liegt auf den Unterschieden zur grundständigen Lehre, den spezifischen Herausforderungen in der Arbeit mit berufserfahrenen Studierenden sowie dem Unterstützungsbedarf der Lehrenden. Die Daten sind im Kontext einer Bedarfserhebung von Lehrenden der hochschulischen Weiterbildung an bayerischen Hochschulen entstanden und werden in diesem Artikel auch in Hinblick auf Zeitaspekte untersucht. Dabei stehen sowohl die Beweggründe der Lehrenden im Fokus, sich trotz zusätzlichen Zeitaufwands in der Weiterbildung zu engagieren, als auch die didaktischen Anforderungen, die sich aus den zeitlichen Vereinbarkeitskonflikten berufsbegleitend Studierender ergeben. Nicht zuletzt zeigt die Befragung zum Unterstützungsbedarf, dass Lehrende nur begrenzt Zeit für spezifisch auf sie ausgerichtete Fortbildungsangebote haben bzw. bereit sind, diese zu investieren.
Insgesamt zeigt sich, dass Zeitmangel sowohl auf Seiten der Lehrenden als auch bei der berufstätigen Zielgruppe hochschulischer Weiterbildung ein zentrales Thema darstellt
"Ich möchte doch nur wieder in meinem Beruf arbeiten!" : Potenziale wissenschaftlicher Weiterbildung für die Gleichstellung zugewanderter Lehrkräfte
Um in Deutschland wieder in ihrem Beruf tätig sein zu können, müssen zugewanderte Lehrkräfte z. T. sehr umfassende Nachqualifizierungen und Prüfungen absolvieren. Für viele stellt dies eine große Herausforderung dar. Wissenschaftliche Weiterbildung kann hier einen Rahmen bieten, um formale Anerkennungsverfahren zielgerichtet und bedarfsorientiert zu flankieren und somit die Integration dieser Lehrerinnen und Lehrer in das deutsche Bildungssystem zu unterstützen. Ein Beispiel hierfür ist das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte und an der Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung der Pädagogischen Hochschule Weingarten angesiedelte Programm „IGEL – Integration geflüchteter Lehrkräfte in die Lehrer*innenausbildung“ bzw. das Fortsetzungsprogramm „IGEL 2 – Integration und Gleichstellung internationaler Lehrkräfte“. Im Fokus dieses Beitrags stehen das strukturelle Setting, die didaktische Konzeption und die evaluationsbasierten Erfahrungen dieser Programme. Mit Blick auf die thematische Schwerpunktsetzung dieses Heftes wird aufgezeigt, welche Mechanismen sich im Rahmen der wissenschaftlichen Weiterbildung als tragfähig erwiesen haben, um zugewanderte Lehrkräfte bei ihrer Nachqualifizierung effektiv zu begleiten und somit ihren Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern
Zwischen Partizipation und wissenschaftlicher Normativität: Zur Umsetzung einer Qualifizierungsreihe im Bereich Eingliederungshilfe
Die Durchführung der „Qualifizierungsreihe im Bereich Eingliederungshilfe (SGB IX) für die Teilhabefachdienste Soziales und das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin“ durch die Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) bildet eine Ebene zur Implementierung des Bundesteilhabegesetzes in der Berliner Verwaltung. Sie bewegt sich im Spannungsfeld gesetzlicher Vorgaben, des Anspruchs der partizipativen und praxisnahen Gestaltung von Weiterbildungen sowie eines normativen Verständnisses von Hochschule als wissenschaftliche Institution mit dem Anliegen, eine hohe Qualität von Lehre zu gewährleisten. Die Autorinnen erläutern ausgehend von den im Laufe der Projektdurchführung erlangten Erfahrungen exemplarisch und multiperspektivisch, welche partizipativen Ansätze, Handlungsstrategien und Aushandlungsprozesse auf dem Weg zu einer inklusiven Weiterbildungsreihe entwickelt wurden. Eingegangen wird auf das Instrument des Dozierenden-Tisches als Austauschgremium, die Lehre und die gemeinsame Konzeption der Weiterbildungen im Co-Team, bestehend aus Dozierenden mit und ohne Behinderungen sowie teilhabeorientierte administrative Strukturen mit dem übergeordneten Ziel, einen sicheren Handlungsrahmen für alle beteiligten Akteur:innen zu schaffen
Interkulturelle Herausforderungen und Zeitlichkeit in der Erwachsenenbildung am Beispiel des biomedizinischen Zertifikatsprogramms BioMex in Ruanda
Zeitliche Dimensionen prägen wissenschaftliche Weiterbildung auf vielfältige Weise – sowohl im Hinblick auf die Lebenszeit der Teilnehmenden, die organisatorische Gestaltung von Formaten als auch im Rahmen internationaler, bildungspolitischer Zielsetzungen und institutioneller Planungsprozesse. Der vorliegende Beitrag porträtiert das Zertifikatsprogramm BioMex, ein transnationales Weiterbildungsprojekt im Kontext der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit, welches 2023 mit einem regionalen Fokus in Ruanda startete und seit Mai 2025 auch international geöffnet ist. Es verdeutlicht exemplarisch, wie sich zeitliche Planungskulturen und internationale Kooperationslogiken auf die Gestaltung wissenschaftlicher Weiterbildung auswirken. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bildungsformate als Reaktion auf gesellschaftliche Zeitdiagnosen konzipiert und umgesetzt werden. Vor dem Hintergrund internationaler Kooperationen versteht sich BioMex als Reaktion auf mehrere überlagerte Zeitdiagnosen: den beschleunigten Innovationsdruck in der Biotechnologie, die Dringlichkeit nachhaltiger Gesundheitssysteme und die strukturelle Zeitverzögerung postkolonialer Wissensräume. Vor diesem Hintergrund fungiert das Programm nicht nur als bildungspolitisches Entwicklungsinstrument, sondern auch als Versuch, epistemische Ungleichzeitigkeiten zu adressieren – und zwar durch eine international anschlussfähige, aber lokal verankerte Weiterbildung. Im vorliegenden Beitrag nähern wir uns zunächst dem Thema Zeitlichkeit aus organisationssoziologischer Perspektive an. Im Anschluss wird aufgezeigt, wie verschiedene Herausforderungen jeweils spezifische Zeitstrukturen hervorbringen, bevor abschließend erörtert wird, welche Konsequenzen sich daraus für die wissenschaftliche Weiterbildung ableiten lassen
Das Gast- und Seniorenstudium aus bildungssoziologischer Perspektive: Akteur:innen, Ergebnisse und Lessons Learned eines Forschungsseminars
Der vorliegende Beitrag betrachtet in einer reflektierenden Rückschau Ergebnisse, Akteur:innen und Lessons Learned bezogen auf das Forschungsseminar „Das Gast- und Seniorenstudium aus bildungssoziologischer Perspektive“. Ausgehend von der Idee, sich im Rahmen einer Lehrveranstaltung für Soziologiestudierende der Philipps-Universität Marburg mit der universitären Bildung Älterer zu beschäftigen, wurden Mitte des Jahres 2024 ehemalige sowie zum Zeitpunkt der Erhebung aktuelle Teilnehmende am Gast- und Seniorenstudium der Philipps-Universität Marburg befragt. Außerdem wirkten Teilnehmende im Rahmen des Forschungsseminars als zentrale Akteur:innen des empirischen Forschungsprozesses mit. Der Beitrag hat zwei Zielsetzungen: Erstens, Erkenntnisse aus dem Forschungsseminar in einer reflektierenden Rückschau für die beteiligten Akteur:innen zu formulieren. Zweitens, ausgewählte Ergebnisse der Befragung darzustellen und zu analysieren, welche die Teilnahmemotivation für das Gast- und Seniorenstudium sowie Aspekte des intergenerationellen Lernens und den Austausch zwischen den Generationen betreffen. Zudem waren diese Ergebnisse teilweise im qualitativen Teil des Forschungsprozesses von zentraler Bedeutung
Die Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB) und ihr Beitrag zur Entwicklung einer Wissensgemeinschaft (2013-2023)
Die „Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB)“ zählt zu der führenden deutschsprachigen Zeitschrift im Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung. Sie wird herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF). Der Beitrag zeichnet die strategische Neuausrichtung und die Entwicklungsschritte von einem Verbandsorgan für Mitglieder als Printausgabe zur wissenschaftlichen Fachzeitschrift als Open-Access-Publikation und die damit einhergehende Open-Access-Transformation des letzten Jahrzehnts aus der Redaktionsperspektive nach. Er versteht sich als Beitrag einer zeitgebundenen Selbstverständigung im Sinne einer reflexiven Wissenschaftspraxis