Die Materialwerkstatt (DiMawe) - Zeitschrift für Konzepte und Arbeitsmaterialien für Lehrer*innenbildung und Unterricht
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Wer hilft wem, wie, wann, warum, es selbst zu tun? Zur Reflexion der Antinomie von Autonomie und Heteronomie in der Tätigkeit von Schulbegleitungen und Lehrkräften
Die Unterstützung durch eine Schulbegleitung vollzieht sich – wie jegliches pädagogisches Handeln – im Spannungsfeld von Autonomie und Heteronomie. In der Zusammenarbeit mit professionalisierten Lehrkräften besteht insbesondere in Teamgesprächen das Potenzial, die (gemeinsame) Arbeit zu reflektieren und auch für pädagogische Spannungsfelder zu sensibilisieren. Der Beitrag stellt einen Ausschnitt aus einem solchen Teamgespräch zur Verfügung, der in Aus-, Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen mit Lehrkräften und Schulbegleitungen eingesetzt werden kann
Merkmale guten Unterrichts als Sprungbrett zum Forschenden Lernen im Literaturunterricht: Unterstützung zur Themenfindung für Studienprojekte
Wenn Lehramtsstudierende sich im Masterstudium in den Vorbereitungsseminaren für das Praxissemester befinden, sind sie überwiegend bereits mit den Merkmalen guten Unterrichts nach Meyer (2004) in Berührung gekommen. In diesem Beitrag wird dargestellt, wie die Merkmale in deutsch- bzw. literaturdidaktischen Bezug gesetzt werden können, um sie schließlich für die Erarbeitung eines Forschungsanliegens für das Praxissemester nutzbar zu machen. So steht als Material eine Tabelle im Zentrum dieses Beitrags, die ausgehend von den Merkmalen guten Unterrichts die Themenfindung hinsichtlich des Forschenden Lernens unterstützen soll. Erprobt wurde die Tabelle mit Studierenden rund um das Praxissemester in der Sprachlichen Grundbildung mit dem Schwerpunkt Literaturdidaktik für die Grundschule. Vorrangiges Ziel war es, Ideen für Studienprojekte zu entwickeln und Anregungen in der Seminargruppe zu teilen. Weiterhin ist es möglich, die Tabelle im Begleitseminar einzusetzen, indem neue Erkenntnisse sukzessiv ergänzt werden, sowie sie neben der Themenfindung für Studienprojekte auch zur Unterstützung für die Unterrichtsplanung heranzuziehen
Forschendes Lernen im Lehramtsstudium vor dem Hintergrund unterschiedlicher Denkstile von Studierenden und Lehrenden: Versuch einer Adaption der Terminologie Ludwik Flecks auf die Lehrer*innenbildung und das Forschende Lernen
Das Forschende Lernen wird in seiner Relevanz für die Professionalisierung angehender Lehrkräfte unterschiedlich eingeschätzt: Akteure der Lehrer*innenbildung sehen wissenschaftliches Denken und Handeln als professionskonstitutiv für den Lehrberuf an; Studierende des Lehramts empfinden eigene Forschungstätigkeiten während universitärer Praxisphasen als zusätzliche Belastung. Diese Differenz scheint nur schwer auflösbar zu sein, da die jeweiligen Meinungen dazu sich stabilisieren. Hochschuldidaktische Überlegungen zum Forschenden Lernen gehen aber von der Prämisse aus, dass das Durchlaufen von Forschungsstationen zum Erkennen der Relevanz einer forschenden Grundhaltung gegenüber Schule und Unterricht führt. Im Artikel wird eine theoretische Modellierung der Differenz als Denkstilkonflikt vorgeschlagen, auf dessen Basis erste, mögliche Lösungsansätze skizziert und Anschlussüberlegungen angeregt werden
„Wie komme ICH eigentlich zu einer Note?“: Ein Fortbildungssetting zur Reflexion von Leistungsbewertung im Schulalltag
Leistung zu bewerten, ist die tägliche Herausforderung für Lehrer*innen. Um zu einem Bewertungsergebnis zu kommen, beziehen sich Lehrkräfte explizit oder implizit auf Bezugsnormen, die je nach Bewertungskontext unterschiedlich berücksichtigt werden können – es kommt also zu individuellen oder auch teamspezifischen Aushandlungsprozessen, die konfliktbeladen sein können. Diese sind umso mehr zu erwarten, wenn in sehr heterogenen Lerngruppen unterrichtet und individuelle Leistung bewertet werden soll. In diesem Beitrag stellen wir ein Fortbildungssetting vor, das die Aushandlungsprozesse im Kontext der Leistungsbewertung thematisiert. Mit dem hier zur Verfügung gestellten Fortbildungsmaterial kann eine reflexive Auseinandersetzung mit eigenen, aber auch alternativen Bewertungspraktiken erfolgen und somit eine Professionalisierung im Themenfeld angestoßen werden. Abgerundet wird dieser Beitrag mit der Vorstellung von Erfahrungen, die mit dem Fortbildungssetting im thematischen Kontext gemacht wurden
Mathematische Grundvorstellungen durch Bewegungen aufbauen: Potenziale bewegten Lernens aufgezeigt am Beispiel von Bewegungen auf dem „Zahlenteppich“ zur Förderung des Stellenwertverständnisses
Lernbegleitende Formen bewegten Lernens erlangten bereits eine gewisse Bekanntheit und Verbreitung. Bewegtes Lernen kann aber auch lernerschließend gestaltet werden, so dass es für mathematische Lehr-Lern-Prozesse die Funktion einer Entfaltung sogenannter „Grundvorstellungen“ einzunehmen vermag. Hieraus entsteht eine Brücke zu einem der Hauptkonzepte und -ziele des Mathematikunterrichts, insbesondere mit Blick auf ein verstehensorientiertes Lernen als eines der Grundpostulate der Fachdidaktik Mathematik. Der Beitrag stellt für den skizzierten interdisziplinären Zugang zwischen Sportwissenschaft und Mathematikdidaktik theoretische Hintergründe einerseits und konkrete Beispiele entsprechender Lernumgebungen andererseits vor, wobei der Aufbau eines tragfähigen Verständnisses des dekadischen Stellenwertsystems den Anker der Betrachtung bildet. In diesem Kontext wird insbesondere ein „Zahlenteppich“ vorgestellt, der eine Adaption der bekannten „Hundertertafel“ darstellt und speziell für ein Lernen von Mathematik „durch Bewegung“ entwickelt wurde. Dabei möchte der Beitrag ausgehend von der Theorie-Praxis-Verknüpfung in zwei Punkten zum Nachdenken anregen: Zum einen sollen auf theoretischer Ebene Anstöße zur Reflexion des Aufbaus langjährig etablierter Anschauungsmittel gegeben werden. Zum anderen soll auf praktischer Ebene das Potenzial zur Förderung von Grundvorstellungen durch Bewegungen analysiert werden
Argumentieren lernen mit Rubrics: Raster zur Steuerung und Beurteilung des mathematischen Argumentierens
In der vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten Interventionsstudie LERU (Lernen mit Rubrics) untersuchten Forschende der Pädagogischen Hochschulen St. Gallen und Zug das Erlernen und Beurteilen des mathematischen Argumentierens in 5. und 6. Klassen. Der eingesetzte Rubric (Beurteilungsraster) entfaltet das Konstrukt „Argumentieren“ mit verschiedenen Aspekten und Niveaustufen. Er diente als Instrument zur individuellen Lernsteuerung, formativen Beurteilung und für Feedbacks unter Schüler*innen sowie zwischen Lehrpersonen und Lernenden. Während der zehnwöchigen Intervention wurden Sachaufgaben und arithmetisch reichhaltige Problemstellungen bearbeitet und das mathematische Argumentieren mithilfe des Rubrics verbessert. Die Erfahrungen mit dem Beurteilungsraster und die Forschungsergebnisse verweisen auf ein vielversprechendes Potenzial, unterrichtliche Optimierungsmöglichkeiten und auf eine Folgestudie namens FEMAR, welche die Wirkungen des Rubrics auf das formative Feedback analysieren wird (Laufzeit bis Ende 2021). Im Zentrum des vorliegenden Beitrags steht die Vorstellung des Rubrics und seines didaktischen Einsatzes im Mathematikunterricht
Szenarien zum Co-Peer-Learning als Reflexionsanlässe zur Unterrichtsplanung in Praxisphasen
Unterrichtsplanung und -durchführung sind bedeutende Handlungsfelder in der schulpraktischen Lehrer*innenprofessionalisierung. Unter den Anforderungen, Unterricht an individueller Förderung und auf heterogene Lerngruppen auszurichten, sind darauf bezogenes fachwissenschaftliches, didaktisches und weiteres bildungswissenschaftliches Wissen und der Aufbau von Handlungsroutinen unabdingbar. Der in diesem Beitrag vorgestellte Ausschnitt aus dem Konzept des Co-Peer-Learning zur Unterrichtsplanung als Reflexions- und Feedbackformat verbindet den Aufbau von Wissen zur Planung von Unterrichtsreihen mit konkreten Reflexionsimpulsen, die Studierende in Tandems oder Dreiergruppen in Gesprächen zur Unterrichtsplanung konkreter Unterrichtsreihen im Praxissemester einsetzen. Darüber hinaus wird eine Arbeitshilfe vorgestellt, die Planungskategorien anbietet
Ist der Mensch nun gut oder schlecht? Zur Reflexion eigener Menschenbilder in der Lehrer*innenbildung anhand der Methode Positionslinie
Ausgehend von der Bedeutung des eigenen Menschenbildes für pädagogisches Handeln wird aufgezeigt, wie dieses in der Lehrer*innenbildung reflektiert werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erläuterung des didaktisch-methodischen Vorgehens (Positionierungen zu Aussagen zum Menschenbild) sowie die damit verbundenen Potenziale und spezifischen Herausforderungen. Begründet wird zudem, warum derzeit die Befassung mit Menschenbildern in der erziehungswissenschaftlichen Theorie und Praxis relativ marginal ist. Anhand des vorgelegten Materials wird erklärt, wie diese Auseinandersetzung im Rahmen eines erziehungswissenschaftlichen Seminars gestaltet werden kann und so die Studierenden befähigt werden, ihre eigenen Menschenbilder zu reflektieren
Lehrkonzept zur Thematisierung von individuellen Voraussetzungen zur Nutzung von wissenschaftlichem Wissen im Praxissemester
Das vorgestellte Lehrkonzept wird im Rahmen der bildungswissenschaftlichen Praxissemestervorbereitung durchgeführt und steht dem Lehrkonzept zur informationsgestützten Auseinandersetzung mit pädagogischen Situationen inhaltlich voran. Der Schwerpunkt liegt auf der Thematisierung individueller Voraussetzungen der Studierenden; darunter fallen persönliche Ziele für das Praxissemester, Vorstellungen zu Zielen des Praxissemesters allgemein, Vorstellungen zur Beziehung zwischen Theorie und Praxis und zur eigenen Professionalisierung sowie Einschätzungen zur Relevanz und zum Nutzen von Theorien. Grundlage dafür bildet die Annahme, dass diese Faktoren die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichem Wissen und die Bearbeitung der Anforderungen im Praxissemester beeinflussen und moderieren. Das Lehrkonzept umfasst mehrere Phasen der Reflexion dieser Faktoren und entsprechende thematisch ausgerichtete Kurzvorträge, deren beständige Relationierung die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit und zur Nutzung von wissenschaftlichem Wissen erhöhen soll
Interkulturelle Fallgeschichten mit Schulbezug: Critical Incidents für die Ausbildung interkultureller Kompetenz
Der Beitrag stellt drei Fallgeschichten vor, in denen fiktive Studierende des Lehramts bzw. junge Lehrpersonen mit Situationen konfrontiert sind, die aufgrund interkultureller Faktoren konfliktreich sind oder zu werden drohen. Die Fallgeschichten wurden konzipiert unter Einholung interkultureller Vorerfahrungen von Studierenden und mit Bezug auf die Fachliteratur zu diesem Gebiet. Skizziert wird der ursprüngliche Einsatz der Fallgeschichten im Rahmen einer internationalen Hochschulkooperation, bei der mit problemorientierten Gruppensettings gearbeitet wurde, die durch digitale Medien (Videokonferenz, kollaboratives Concept-Mapping, kollaboratives Schreiben) ermöglicht wurden. Der Theorieteil fokussiert die grundsätzliche Bedeutung von interkultureller Kompetenz im Schulkontext. Des Weiteren werden Erfahrungen mit der Fallarbeit und Ideen für die Weiterarbeit berichtet.