Die Materialwerkstatt (DiMawe) - Zeitschrift für Konzepte und Arbeitsmaterialien für Lehrer*innenbildung und Unterricht
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Ein Lehretandem für das Praxissemester: Chancen, Risiken, Limitationen
Ausgangspunkt des vorliegenden Beitrags bilden die Fragmentierung des studentischen Wissens und die Schwierigkeit, das Wissen in praktischen Situationen anzuwenden. Eine Möglichkeit, mit diesen Herausforderungen der Professionalisierung in der universitären Lehrer*innenbildung umzugehen, liegt in der Entwicklung von Lehretandems zwischen Fachdidaktik und Bildungswissenschaften, in denen Lerngelegenheiten zur Vernetzung und Anwendung des Wissens geschaffen werden. Im vorliegenden Beitrag werden die Überlegungen, theoretischen Grundlagen und didaktischen Entscheidungen von Dozentinnen aus der Musikdidaktik und den Bildungswissenschaften präsentiert, die ein solches Lehretandem für die Vorbereitung des Praxissemesters im Lehramtsstudium geplant und erprobt haben
Die Bedeutung der Beziehungsqualität in Lehr-Lern-Situationen: Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie: Lehramtsstudierende der Universität Göttingen: Geschichten aus Schreibwerkstätten im Rahmen von Seminaren zum Thema „Beziehungen professionell gestalten“ von Wolfgang Vogelsaenger
Im folgenden Beitrag soll dargestellt werden, welche Rolle vertrauensvolle und sicherheitsgebende Beziehungen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen insgesamt und für ihren Lern- und Bildungserfolg im Speziellen haben und welche Beziehungskompetenzen Lehrende brauchen, um die Bedürfnisse von einzelnen Kindern und Kindergruppen in Lehr- und Lernsituationen feinfühlig zu moderieren und zu beantworten. Die Erkenntnisse der Bindungsforschung, der Motivationsforschung und der Forschung zum Sozial-emotionalen Lernen machen deutlich, dass es für das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen und deren gute Entwicklung in erster Linie auf die Qualität von Beziehungen und Interaktionen ankommt, die Heranwachsende in ihren verschiedenen Bildungsorten erfahren
Ein Video-Portfolio als summative Prüfung am Ende der Lehrpersonenausbildung: Mehr als eine Alternative zur Lehrprobe vor Ort
Die Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) überprüft die berufspraktischen Kompetenzen am Ende der Ausbildung mit einem Video-Portfolio. Hierfür reichen die Lehramtsstudierenden der Sekundarstufe I in einem Studienfach folgende Unterlagen ein: eine schriftliche Planung, ein Video der von ihnen gehaltenen Lektion sowie schriftliche Analysen von zwei selbst gewählten Sequenzen aus dem Video. Zwei Fachpersonen begutachten das Video-Portfolio unabhängig voneinander anhand eines Beurteilungsrasters. Die Studierenden erhalten nebst der Abschlussnote die ausgefüllten Beurteilungsraster als Rückmeldung. In diesem Beitrag wird das Prüfungskonzept des Video-Portfolios erläutert, und Erfahrungen werden kritisch diskutiert. Darüber hinaus werden als Online-Supplements Dokumente zur Verfügung gestellt, die die Studierenden für die Erstellung des Video-Portfolios nutzen können: Ausführungsbestimmungen, das Beurteilungsraster, eine Word-Vorlage sowie Schreibtipps
Fachdidaktische Impulse für die Portfolioarbeit in der universitären Lehrer*innenbildung: Editorial zum Themenheft „Portfolioarbeit out of the box – Einblicke in fachdidaktische Lehrkonzepte und hochschuldidaktische Materialien“
In diesem Editorial zum Themenheft „Portfolioarbeit out of the box – Einblicke in fachdidaktische Lehrkonzepte und hochschuldidaktische Materialien“ wird zunächst der Entstehungshintergrund des Heftes erläutert. So wurden im kollegialen Austausch einer Bielefelder Arbeitsgruppe die unterschiedlichsten Zugänge zu Portfolioarbeit in der universitären Lehrer*innenbildung deutlich. Das Themenheft soll daran anknüpfend verschiedene fachdidaktische (und erziehungswissenschaftliche) Perspektiven zusammenführen und stellt konkrete Lehrmaterialien zur Nachnutzung zur Verfügung. Das Editorial bietet schließlich einen Überblick über die acht Beiträge des Heftes
Anerkennung und Missachtung in der Schule – zur Biographiearbeit von Lehramtsstudierenden: Editorial zum Themenheft
Im Zentrum des Themenheftes stehen biografische Geschichten aus der Schulzeit von Lehramtsstudierenden der Georg-August-Universität Göttingen zum Thema gelungene oder misslungene Beziehungssituationen, die im Rahmen von Seminaren von Wolfgang Vogelsaenger für Lehramtsstudierende entstanden sind. Die Seminarkonzeption sowie die von Annedore Prengel entwickelte Form der Biografiearbeit – die Ich-Geschichten – führen in dieses Themenheft ein. Es folgen weitere Aufsätze, die verschiedene Möglichkeiten der thematischen Verknüpfung dieser spezifischen Form der Biografiearbeit aufzeigen sollen. Die Geschichten selbst und die im Zusammenhang mit diesen entstandenen Aufsätze können auf unterschiedlichste Weise in der Lehrer*innenaus- und -weiterbildung eingesetzt werden
Bilderbücher musikalisch gestalten: Ein Workshop zum fächerübergreifenden Arbeiten für Grundschullehrkräfte und Studierende
Vor allem in der Grundschule sind Klassenlehrkräfte gefordert, die vielseitig aufgestellt am besten alle Fächer ihrer Schulart unterrichten sollen, dabei aber nicht alle Fächer studiert haben. Dies trifft insbesondere für das Fach Musik zu, das nur von etwa einem Fünftel der Lehramtsstudierenden gewählt wird. Im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" wurde ein fächerübergreifendes Modellseminar in Anlehnung an das Konzept des Elementaren Musiktheaters entwickelt. Darin sollen Lehrende gestärkt und motiviert werden, auch „fachfremd“ freudvoll und selbstbewusst zu unterrichten. Den Abschluss des Projektzeitraums bildet ein Symposium mit Workshops, in denen Herangehensweisen und Gestaltungsmöglichkeiten aus der fachdidaktischen Sicht der drei Fächer Musik, Kunst und Sport – beispielhaft konkretisiert an Mira Lobes Buch Das kleine Ich bin ich – aufgezeigt werden. In diesem Beitrag werden Möglichkeiten der musikalischen Gestaltung ausgewählter Bilderbuchszenen präsentiert. Das vorgestellte Material kann sowohl in der Lehrer*innenbildung als auch von Lehrkräften direkt in der Grundschule eingesetzt werden
Reflexionsanlässe schaffen: Einblicke in Dortmunder Entwicklungsforschungsprojekte zur Musiklehrer*innenbildung
Für Lehramtsstudierende im Fach Musik besteht eine zentrale Herausforderung darin, sich im Laufe ihres Studiums innerhalb der Pluralität oftmals unverbunden nebeneinanderstehender fachdidaktischer Konzeptionen zu orientieren. Dabei müssen sie nicht nur mit divergierenden Zieldimensionen, sondern zudem mit unterschiedlichen Gegenstandsverständnissen umgehen. Deshalb bedarf es einer reflexiven Musiklehrer*innenbildung, die durch sorgfältig entwickelte Impulse Reflexionsprozesse initiiert und damit eigene fachdidaktische Positionierungen der Studierenden für die spätere Berufspraxis anbahnt. Im Beitrag werden Erträge der Entwicklung von hochschuldidaktischen Lehr-/Lernformaten in den BMBF-geförderten Projekten „Degree 4.0“, „K4D“ und „DoProfiL“ an der musikpädagogischen Forschungsstelle der TU Dortmund dargestellt. Die Projekte zielen auf die Förderung von Reflexionsprozessen und reflexionsbezogenen Dispositionen (wie einer reflexiven Haltung) und nehmen dabei digitale, teils videobasierte Lernsettings zum Musik-Erfinden, zum Sprechen über Musik und zur Inklusion im Musikunterricht in den Blick
Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer: Eine Stationsarbeit zu diesem einzigartigen Ökosystem für den naturwissenschaftlichen Unterricht
Ein Kennzeichen der deutschen Nordseeküste ist das Wattenmeer. Dieses Ökosystem wird vor allem aufgrund seiner zahlreichen zoologischen, botanischen sowie geologischen Besonderheiten und der damit einhergehenden Relevanz nicht nur seit den Achtzigerjahren in Deutschland im Rahmen von drei Nationalparks geschützt, sondern wurde im Jahr 2009 darüber hinaus von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Trotz der internationalen Bedeutung dieses Lebensraums liegen wenige unterrichtspraktische Materialien für eine Thematisierung im schulischen Kontext vor. Dieser Beitrag bietet die Möglichkeit einer ausführlichen Erarbeitung des Wattenmeers im Schulunterricht der höheren Jahrgänge der Sekundarstufe I. Dabei können ausgewählte Inhalte des Themengebiets mit Hilfe einer Stationsarbeit in den Unterricht transferiert werden. So wird unter anderem auf die globale Relevanz des Wattenmeers, den Wattboden, charakteristische Tier- und Pflanzenarten, die Salzwiese als Lebensraum sowie die verschiedenartigen Gefährdungen des Ökosystems fokussiert. Einige der vorgestellten Materialien können in Abhängigkeit von den vorhandenen Möglichkeiten der Lehrenden optional mit originalen Objekten (z.B. Präparaten von Strandkrabben oder Muschelschalen) oder mit leicht umsetzbaren Experimenten unterstützt werden. Im Allgemeinen werden mit den verschiedenen Modifizierungen der Arbeitsblätter durchgängig zahlreiche Differenzierungsmöglichkeiten gegeben
Postdigitale Medienkultur in der Hochschullehre: Ein Beispiel aus dem "Workbook Arts Education": Reisen durch Raum und Zeit mit "GoogleStreetView"
In der Perspektive postdigitaler Kunst- und Bildungstheorie sind digitale Tools an Praktiken, soziale Räume und gesellschaftliche Strukturen geknüpft und nicht als losgelöste technische Phänomene zu verstehen. Postdigitale Medienkultur in der Hochschule bedeutet daher konsequenterweise, Digitalisierung auch im Hinblick auf soziokulturelle Verflechtungen zu adressieren. Diese Perspektive ist grundlegend für das Workbook Arts Education (http://myow.org/), das in seiner Struktur, Funktion und Programmatik vorgestellt wird. An einem Beispiel zur künstlerischen Arbeit mit GoogleStreetView wird verdeutlicht, wie hybride kunst- und mediendidaktische Ansätze ein vielschichtiges Verständnis von Digitalität befördern können
Interkulturalität an Musikhochschulen (er)forschend studieren: Ein musikpädagogisches Seminar nach dem Prinzip des Forschenden Studierens
In diesem Beitrag präsentieren und erläutern wir unser Seminarkonzept zum Thema „Interkulturalität und Musikunterricht“ nach dem Prinzip des Forschenden Studierens. Im Sinne einer reflexiven Lehrer*innenbildung ist Forschendes Studieren ein hochschuldidaktisches Prinzip, das auf die Entwicklung von Reflexivität als einem Hauptmerkmal pädagogischer Professionalität zielt. Im Zentrum des Seminars erschließen sich die Studierenden Forschungszugänge zum Themenfeld, indem sie dominierende Topoi, Verständnisse und Alltagstheorien von Interkulturalität sowie implizite Wissensbestände rekonstruieren, die in ihrem eigenen peerkulturellen Umfeld des Hochschullebens in Bezug auf den Umgang mit Interkulturalität handlungsleitend wirksam sind. Dazu werden u.a. Gruppendiskussionen mit Mitstudierenden aus verschiedenen Studienbereichen der Hochschule erhoben und in Anlehnung an die Forschungsschritte der Dokumentarischen Methode interpretiert