Die Materialwerkstatt (DiMawe) - Zeitschrift für Konzepte und Arbeitsmaterialien für Lehrer*innenbildung und Unterricht
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Erinnerungsgeschichten in pädagogischen Ausbildungs- und Studiengängen: Ziele, Arbeitsbündnis, Arbeitsschritte und theoretische Bezüge
Studierende in pädagogischen Ausbildungs- und Studiengängen verfügen über reiche Erfahrungen im Bildungswesen. Der Beitrag fragt danach, wie subjektive Erlebnisse, die Studierende aus ihrer Kindheit und Jugend in Bildungseinrichtungen erinnern, vergegenwärtigt werden und zu wissenschaftlichen Studieninhalten in Beziehung gesetzt werden können. Die Konzeption der „Erinnernden Introspektion und Empathie“ wird anhand ausgewählter Beispiele und Merkmale der Textsorte „Ich-Geschichte“ vorgestellt. Methodische Schritte einschließlich des für diese Form der Erinnerungsarbeit unverzichtbaren Arbeitsbündnisses werden begründet. Nutzen und Risiken sowie Variations- und Übertragungsmöglichkeiten der Arbeitsweise werden erwogen. Über theoriegeschichtliche Hintergründe und grundlegende historisch-systematische Anknüpfungspunkte wird informiert. Ethische Orientierungen für pädagogische Studien- und Ausbildungsgänge werden vorgeschlagen
Was für ein*e Lehrer*in möchte ich werden? Über die Gestaltung fallbezogener Angebote zur Unterstützung von (Eignungs-)Reflexionsprozessen für angehende Lehrer*innen
Mit diesem Beitrag für die Rubrik „Zum Nachdenken. Reflexion über Konzepte, Material und Befunde“ der Zeitschrift DiMawe wird der Versuch unternommen, Verbindungen zwischen Angeboten für Lehramtsstudierende des Arbeitsbereichs Team PULS („Praxisreflexion in Unterricht, Lehre & Studium“) der Bielefeld School of Education (BiSEd) und dem hochschuldidaktischen Konzept der Erinnerungsgeschichten von Annedore Prengel (2022, Kap. 2, in diesem Band) zu ziehen. Mit dem systemisch-lösungsorientierten, eher auf zukünftiges (Lehrer*innen-)Handeln ausgerichteten Format der PeerBeratung wird ein etwas anders gelagerter Zugriff auf das Einbringen persönlicher Erfahrungen und erlebter pädagogischer Situationen im Rahmen der Lehrer*innenbildung erörtert, bei dem die Eignungsreflexion stärker mitgedacht wird. Sich noch einmal bewusst als Lehramtsstudierende*r in eine selbst als Schüler*in erlebte, besonders prägende Situation hineinzuversetzen, kann gewinnbringend für die Reflexion der eigenen Berufswahl und für die Entwicklung berufsbezogener Kompetenzen genutzt werden. Mögliche Anknüpfungspunkte an das von Annedore Prengel entwickelte Konzept der „Ich-Geschichten“, die eine Möglichkeit bieten, sich in stärkerem Maße und begleitet mit prägenden autobiografischen Erfahrungen auseinanderzusetzen, werden angedeutet
Das Biographon: Ein Instrument zur künstlerischen Reflexion der musikalischen Biographie
In diesem Beitrag wird das Biographon als Instrument zur künstlerischen Reflexion der musikalischen Biographie vorgestellt, welches theoretisch an Überlegungen zur Biographiearbeit anknüpft und Professionalisierungsprozesse angehender Musiklehrer*innen befördert. Das Biographon wurde im Rahmen eines musikpädagogischen Seminars mit Lehramtsstudierenden an der Hochschule für Musik Freiburg erstmalig angewandt und erprobt. In diesem Artikel werden die Seminarkonzeption und die Aufgabenstellung des Reflexionsinstruments vorgestellt und theoretisch eingebettet sowie Studierendenergebnisse der Biographone und die Erfahrungen der Seminarleiterinnen besprochen
Kunst, Musik und Sport in Szene gesetzt: Bilderbücher als Ausgangspunkt für ein transdisziplinäres Theaterprojekt
Im Zuge der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" wurde an der Universität Passau im Rahmen des Projekts SKILL (Strategien zur Kompetenzentwicklung: Innovative Lehr- und Beratungskonzepte in der Lehrerbildung) ein Lehr-Lern-Format entwickelt, das sich durch eine fächerübergreifende Verbindung fachdidaktischer Studieninhalte der Fächer Kunst, Musik und Sport (KuMuSp) auszeichnet und im Team-Teaching durchgeführt wird. Ziel der Entwicklung des Lehrprojekts war, das Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeitserwartungen von Studierenden des Lehramts Grundschule zu stärken, die die Fächer Musik, Sport und Kunst nicht studieren, aber später unterrichten müssen. In Anlehnung an das Konzept des Elementaren Musiktheaters entwickeln und präsentieren die Studierenden ein szenisches Spiel, das Elemente aus den Fächern Kunst, Musik und Sport enthält. Inhaltlicher Ausgangspunkt sind Bilderbücher. Im Beitrag werden die Konzeptionierung von fächerübergreifenden Projektwochenenden und Gedanken zur „De-Fragmentierung“ der beteiligten Fächer in der universitären Lehre dargestellt. Die Seminargestaltung sowie konkrete Warming-up-Übungen und eine Liederliste zu Bilderbüchern finden sich im Online-Supplement. Arbeitsergebnisse des szenischen Spiels zu erprobten Bilderbüchern, Erfahrungen der Studierenden sowie lessons learned aus bisher zehn Modellseminaren mit über 200 Studierenden runden den Beitrag ab
Ästhetische Erfahrungen von Musik begünstigen: Szenische Interpretationen und gemeinsames Musizieren im Seminar „Musikgeschichte“ der Lehramtsausbildung zum Werk „March of the Women“ von Ethel Smyth
Im Zentrum dieses Beitrages für das Seminar Musikgeschichte der Lehramtsausbildung Musik an der Sekundarstufe steht das Werk „March of the Women“ von Ethel Smyth (1858–1944), welches als „Hymne“ der englischen Suffragetten-Bewegung gilt. Audiodateien zur musikalischen Begleitung, ein Lernvideo und Materialien für eine Szenische Interpretation von Musik und Theater (SIMT) zielen auf den kombinierten Erwerb von Fachwissen, musikdidaktischem Wissen und Primärerfahrungen. Dieses Vorgehen könnte auch für den schulischen Musikunterricht genutzt werden. Die geschichtliche Referenz auf die englische Frauenbewegung des 20. Jahrhunderts ermöglicht einen Bezug zu aktuellen Protesten der Gegenwart, z.B. „Black Lives Matter-Movement” und „Fridays for Future“. Bewusst wurde ein Werk einer Komponistin in den Fokus gerückt, um auf die Rolle von Musikerinnen und Komponistinnen in der Musikgeschichte aufmerksam zu machen
Reflexion von Lernprozessen bei der Planung und Gestaltung von Unterricht im Fach Musik auf Grundlage des Basismodells pädagogischen Handelns
Ziel der viermonatigen schulischen Praxisphase in der niedersächsischen Lehrer*innenbildung ist die Befähigung der Studierenden zur Reflexion von Unterricht und zur Auseinandersetzung mit ihren pädagogischen Überzeugungen und Kompetenzen als Lehrkraft. Der folgende Beitrag geht auf die Förderung der Reflexionsfähigkeit am Beispiel ausgewählter Unterrichtsplanungen für den Musikunterricht ein. Die Studierenden analysieren und reflektieren auf der Grundlage des Basismodells pädagogischen Handelns nach Fritz Oser exemplarisch Lernprozesse in ausgewählten Unterrichtssituationen. Das vorliegende Material diente während der Corona-Pandemie in musikpädagogischen Online-Veranstaltungen der Universität Osnabrück zur Reflexion von Unterrichtsentwürfen
Montessori-Pädagogik in der Musiklehrer*innenbildung?! Musikdidaktische Betrachtungen eines Seminarkonzepts samt Materialsammlung
Der Beitrag stellt ein an Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik angelehntes Seminarkonzept der Musiklehrer*innenbildung für den Primarbereich vor. Dafür werden die Besonderheiten der Montessoriglocken und ihre Einsatzmöglichkeiten für musikalisch-ästhetische Wahrnehmungs- und Produktionsprozesse thematisiert, denn die Potenziale für das Experimentieren mit und Erfinden von Musik mit Montessoriglocken sind bislang in Lehr-Lernmaterialien nicht ausgeführt worden. Vielmehr standen Aspekte der Musiktheorie im Vordergrund (Wilms, 2010)
Mein Konzept von Musikunterricht – eine Standortbestimmung in Bezug zu aktuellen musikdidaktischen Positionen: Studierende begründen und diskutieren musikdidaktische Überzeugungen vor dem Hintergrund ihrer Praxiserfahrungen
Das vorzustellende Material ist innerhalb des Musiklehramtsstudiums an der Hochschule für Musik und Theater Rostock ein zentraler Baustein der Vorbereitungs- und Begleitveranstaltungen zum Praxisjahr Schule. Im Zusammenhang mit ersten Erfahrungen als Lehrende im zukünftigen Berufsfeld Schule zielt das Material darauf ab, dass die Studierenden:
sich mit verschiedenen fachdidaktischen Positionen vertraut machen, die den Horizont des aktuellen Diskurses aufspannen,
dadurch ein Verständnis für die Pluralität musikdidaktischer Konzeptionen entwickeln,
innerhalb dieser Pluralität ihre eigene Position finden und ihre musikdidaktischen Überzeugungen im Lichte der Theorien plausibel begründen können,
Unterschiede zu den Positionsbestimmungen der Mitstudierenden innerhalb der Seminargruppe konstruktiv diskutieren und
dabei die Wurzeln der eigenen Überzeugungen reflektieren und hinterfragen und dadurch zu einem Denken in didaktisch begründeten Alternativen angeregt werden
Wie hoch ist die Salztoleranz unterschiedlicher Getreidesorten? Eigenständiges Experimentieren mit digitalen gestuften Lernhilfen zur Thematik Ökologische Nische und Keimung
Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Experimentieren im Naturwissenschaftsunterricht stark eingeschränkt. Die Heterogenität der Schüler*innen im Hinblick auf ihre experimentellen Fähigkeiten könnte sich im Kontext des Distanzunterrichts zudem verstärkt haben. Um das Experimentieren im Naturwissenschaftsunterricht auch im Distanzunterricht zu ermöglichen, wurde eine Unterrichtseinheit im Themenbereich Ökologische Nische und Keimung in ein Online-Format umgestaltet. Um gleichermaßen den heterogenen experimentellen Fähigkeiten der Lernenden zu begegnen, wurden experimentierbegleitend gestufte digitale Lernhilfen entwickelt
Schüler*innen lernen selbstständig das Modellieren mit Exponentialfunktionen: Binnendifferenzierung im Mathematikunterricht durch digitale gestufte Lernhilfen
In dem Forschungsprojekt „Bielefelder Binnendifferenzierung in den MINT-Fächern“ (BiBi-MINT) am Oberstufen-Kolleg Bielefeld zur Verzahnung von Mathematikunterricht und Naturwissenschaftsunterricht mit gleichzeitiger Binnendifferenzierung sind im Anwendungskontext „Corona“ digitale gestufte Lernhilfen zur Erstellung und Prognose von Exponentialfunktionen entwickelt und evaluiert worden. Sie sind dazu geeignet, dass Schüler*innen eigenverantwortlich das Modellieren mit Exponentialfunktionen erlernen. In diesem Beitrag wird anhand der konkreten Unterrichtseinheit in das Konzept der gestuften Lernhilfen eingeführt, und es werden die Materialien zum Nacherfinden als Online-Supplements zur Verfügung gestellt. Neben der Verwendung im Schulunterricht kann dieses Unterrichtsbeispiel exemplarisch in der Lehrer*innenbildung eingesetzt werden