Journal für Psychologie (Neuen Gesellschaft für Psychologie - NGfP)
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    Islamophobic conspiracy theories

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    Ein angeblich 1991 verfasstes Dokument eines angeblichen Mitglieds der Muslimbruderschaft mit dem Titel An Explanatory Memorandum. On the General Strategic Goal for the Group in North America ist in den letzten Jahren virulent geworden. Eine Gruppe rechtsgerichteter, neokonservativer DenkerInnen verbreitet über ein gut finanziertes Think-Tank- und Mediennetzwerk islamophobe Weltverschwörungstheorien. Die Verschwörungstheorie, wonach MuslimInnen bereits das Weiße Haus unterwandert hätten (Ali et al. 2011), fußt sowohl auf »Analysen« zeitgenössischer Tagespolitik wie auch auf den Verweis des erwähnten Dokuments. Dieser Artikel beabsichtigt, empirisch anhand eines Fallbeispiels aufzuzeigen, dass Islamophobie nicht »nur« als kulturalistisch/rassistische Ausgrenzungsideologie gegen »die da unten« wirkt (wodurch sie vom Antisemitismus unterschieden wird), sondern verschwörungstheoretische Aspekte aufweist, indem das Feindbild Islam/MuslimInnen als überlegen imaginiert wird.A document that was allegedly composed in 1991 by a supposed high ranking Muslim Brotherhood member entitled An Explanatory Memorandum. On the General Strategic Goal for the Group in North America became virulent in the last years. A group of right wing, neoconservative thinkers, which is spreading conspiracy theories through a well-financed and connected network of think tanks and online media corporations, made use of this «document”. According these actors, Muslims have already infiltrated the White House. They base is on an «analysis” of contemporary politics as well as on the aforementioned document. Based on this document, this article argues that Islamophobic discourses are not «only” culturalist and/or racist projects of exclusion of a construed underprivileged group of Muslims. Rather, this article argues that Islamophobic discourses do also reveal aspects of conspiracy theories where Muslims are imagined as superior as it was done in anti-Semitic conspiracy theories

    Consistency in Organizations – Functions and Dysfunctions

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    Organisationen haben zahlreiche Möglichkeiten, ihre Mitglieder über identitätsstiftende Strukturen an sich zu binden. In Abgrenzung zur Organisationskulturforschung wird der Vorschlag gemacht, formale und informale Strukturen als zentrale Analysebegriffe zu verwenden. Daran anschließend wird zwischen konsistenten und inkonsistenten Organisationsstrukturen, die je unterschiedliche Identitätspotentiale in sich bergen, unterschieden. Kern dieser Annahme ist, dass formale und informale Strukturen in dieselbe bzw. unterschiedliche Richtungen verlaufen können. Dieses heuristische Modell wird anhand eines empirischen Falls exemplifiziert, bei dem es sich um eine Unternehmensberatung mit konsistenten Strukturen handelt.Modern Organizations employ various means in order to secure the commitment of their employees. In contrast to contemporary approaches in organizational theory that deal with this issue mostly in the context of organizational culture theory, I draw on the classical theoretical distinction of formal and informal organizational structures. Those can be seen as either congruous or conflicting. Both types of structure harbor different concepts of identity for the employees to relate to. In light of these theoretical landmarks I will present an empirical case study of an organization that plans a formation of a subsidiary but fails at this task

    Identity of and identification with organisations – exemplified by providers of continuing education

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    Wie man auf die Welt schaut, so bietet sie sich dar. Wählt man einen differenztheoretischen Zugang systemtheoretischer Provenienz, dann benutzt man die Grundunterscheidung System/Umwelt und beobachtet Organisationen als formalisierte soziale Systeme der Kommunikation von Entscheidungen, die getrennt von ihrer Umwelt rekursiv geschlossen und autopoietisch operieren. Die Menschen gehören in dieser Sichtweise zur Umwelt der Organisation. Sie werden als psychische Systeme gefasst, die strukturell mit sozialen Systemen gekoppelt sind. Das heißt, beide Systemtypen operieren überschneidungsfrei, indem sie ihre jeweiligen Autopoiesen durch die Verkettung von Gedanken bzw. von Kommunikationen realisieren, stellen sich aber wechselseitig ihre Strukturleistungen zur Verfügung. Die Fragen, die sich in diesem Aufsatz stellten, sind nun: Wie bilden Organisationen ihre jeweilige Identität heraus? Wie ist das Verhältnis von Organisation und Individuen zu bestimmen? Und wie gelingt es Organisationen, dass sich die beschäftigten Individuen mit ihnen identifizieren? Die Beantwortung der Fragen wird anhand von empirischen Daten aus einem Forschungsprojekt zur Identität und Funktionslogik von Weiterbildungsorganisationen versucht.The way you look at the world determines how it represents itself. Choosing a differentiated theoretical approach originating in systems theory, you use the basic distinction system/environment and observe organizations as formalized social systems which communicate decisions and operate separately from their environment in an autopoietically closed and recursive manner. From this perspective, people belong to the organizational environment. They are conceptualized as psychic systems that are structurally coupled with social systems. That is, both types of systems operate without any overlap by realizing their respective autopoieses through the concatenation of thoughts or communication, while making their structural capacities mutually available. The questions raised in this paper are: How do organizations create their respective identities? How is the relationship between the organization and the individuals to be defined? And how do organizations succeed in getting the employed individuals to identify with them? An answer to these questions is attempted using empirical data from a research project on the identity and functional logic of training organizations

    Professions and change in welfare (state) organizations: Subject-related experiences for institutional transformation of the welfare state

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    Aktuelle Veränderungen in der wohlfahrtsstaatlichen Hilfe werden oftmals mit zunehmenden Ökonomisierungs- und Standardisierungstendenzen in der Sozialen Arbeit in Verbindung gebracht. Am Beispiel von Semiprofessionen in der Arbeits- und Wohnungslosenhilfe wird gezeigt, dass sich in Bezug auf Dienstleistungen in den Organisationen des Wohlfahrtsstaates mit neuen gesetzlich-institutionellen Normierungen und organisationalen Regulierungen auch Handlungsspielräume bieten, die aktiv behauptet und subjektiv ausgefüllt werden. Ausgehend von spezifischen Veränderungsprozessen in der Arbeitsorganisation und den Arbeitsabläufen wird der Frage nachgegangen, wie Mitarbeiter_innen wohlfahrtsstaatlicher Organisationen Handlungsspielräume nutzen und welche Bedeutung diese aus Sicht der Beteiligten für professionelle Interventionen haben.Previous debates in welfare state research often indicate that changes in welfare state assistance go along with increased pressure with regard to cost, control and standardized work processes for employees involved in service sector organizations. However, this article challenges the notion of standardized work processes of employees involved in welfare state organizations that go along with legal and institutional regulations. Based on specific processes of change in the work organization and work practices, the article shows how employees in welfare state organizations – in this case, a job center and an institution for homeless women – use their scope of action and what those involved believe is the effect of this scope of action in professional interventions

    Editorial

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    Transgenerational transmission of values within the family

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    Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, inwiefern sich in den biografisch-narrativen Konstruktionen junger Erwachsener transgenerationale Aspekte der Identifizierung bzw. Abgrenzung zu den Wertevorstellungen der Ursprungsfamilie finden lassen. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den Dimensionen Autonomie und Relationalität, die als grundlegende menschliche Bedürfnisse gelten, die in verschiedenen sozio-kulturellen Kontexten jedoch unterschiedlich gewichtet und interpretiert werden. Im Rahmen einer größer angelegten Längsschnittstudie wurden hierzu biografisch-narrative Interviews mit 24 jungen Erwachsenen durchgeführt und eine Typologie von unterschiedlichen lebensgeschichtlicher Konstruktionen erarbeitet. Anhand von zwei Fallvorstellungen sollen hier exemplarisch zwei dieser Entwicklungspfade dargestellt werden. Abschließend wird diskutiert, wie die in den lebensgeschichtlichen Konstruktionen deutlich werdenden Orientierungen zum einen als transgenerationale Übernahme verstanden werden kann, zum anderen aber auch eng mit der jeweiligen soziohistorischen und soziokulturellen Einbettung verwoben sind. Als Ausblick wird eine systematische Verbindung mit den Daten früherer Erhebungen vorgeschlagen.The present article investigates trans-generational aspects of identification with and dissociation from values within the family of origin in biographical-narrative constructions of young adults. The paper specifically focuses on the dimensions autonomy and relatedness which can be considered basic human needs that are negotiated differently in diverse socio-cultural contexts. As part of a larger longitudinal study biographical-narrative interviews were conducted with 24 young adults and a typology of life stories developed. Two distinct developmental pathways shall in the following be illustrated by individual case descriptions. We discuss how the orientations expressed in these life stories can be understood as part of trans-generational transmission on the one hand, and as inseparably interwoven within the specific socio-historical and socio-cultural context in which they were produced. As a future step, we suggest to put these findings systematically in relation with the data of previous assessments of the study

    Editorial

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    Starting a family given the treatment possibilities offered by reproduction medicine

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    Dem Leben mit Kindern geht ein Leben ohne Kinder voraus. Doch bereits in dieser Zeit kann der Kinderwunsch eine bedeutende Rolle im Leben von Frauen und Männern spielen. Im folgenden Beitrag werden Erzählungen von heterosexuellen Frauen und Männern betrachtet, welche zur Erfüllung ihres Kinderwunsches reproduktionsmedizinische Angebote in Anspruch nehmen. Dabei wird entlang der Analyse qualitativer Daten aufgezeigt, welche Rolle der Kinderwunsch im Leben der Betroffenen spielt, mit welchen Belastungen sie auf dem Weg der Familiengründung konfrontiert sind und welche Erwartungen sie an das Familienleben und die Elternrolle nach erfolgreicher Familiengründung haben.Before living with children, people usually live without them. But already during this period of time, the desire for a child can play a significant role in the lives of both women and men. This paper refers to narratives from heterosexual people who wish for a child and are using treatments of reproduction medicine. Through interpretative text analysis of qualitative data, it points out which meaning the desire for a child has in their lives, which strains they have to cope with on their way to founding a family, and which expectations they have about family life and their parental roles

    Students’ Evaluations of Teaching Using Rating Scales. Valid and Beneficial or Biased and Harmful?

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    Lehr- und Unterrichtsevaluationen mittels Ratingskalen zur Messung der Lehrqualität werden weltweit vermehrt eingesetzt. In diesem Beitrag werden Hauptlinien der Kontroverse über die Validität der Lehr- und Unterrichtsevaluationen verfolgt. Forschungsbefunde legen nahe, dass die Beziehung zwischen dem Lernerfolg und der durch Ratingskalen gemessenen Lehrqualität sehr gering ist. Forschungsbefunde und Theorien zu den möglichen Biasvariablen erwartete Benotung und physische Attraktivität des Dozenten/der Dozentin werden exemplarisch dargestellt und diskutiert. Beide Variablen scheinen einen bedeutenden Einfluss auf das Ergebnis von Lehrevaluationen zu haben. Forschungen zur Nützlichkeit und zu den Nebenwirkungen von Lehr-/Unterrichtsevaluationen mittels Ratingskalen werden mit einbezogen. Zuletzt wird die Frage aufgeworfen, ob im Sinne einer Dialektik der Aufklärung ein ursprünglich emanzipatorisch gedachtes Instrument zu einer Quelle von Anpassung und Unterordnung wurde.Students‘ evaluations of teaching effectiveness/quality (SETs) are increasingly being used throughout the world. This article traces the main lines of the controversy about their validity. Research findings suggest that the relationship between pre/post measurements of learning and SETs is small to zero. In particular, the article reviews and discusses research findings and theories on the potential grading leniency bias and physical attractiveness bias in SETs. Both seem to have an important impact on students’ evaluation of teaching. Research on the usefulness, effectiveness, and of the collateral damages SET’s may cause is also taken into consideration. In this light the question is raised whether – in the sense of a dialectic of enlightenment – the emancipatory approach of SET‘s has turned into a source of subordination and conformity

    Testing a process theory with an individual case? A hermeneutic method based on quantitative data

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    Einzelfallforschung ist ein geeignetes Mittel, um zu untersuchen, wie Psychotherapie wirkt. Dazu existieren bereits viele Theorien. Diese Veränderungstheorien müssen jedoch geprüft werden. Ein rein quantitatives Design kann dies im Einzelfall aus verschiedenen Gründen eher nicht leisten. Qualitative Methoden sind grundsätzlich geeigneter. Allerdings ist die Prüfung einer Theorie ein deduktiv-nomologisches Forschungsziel, was üblicherweise als unvereinbar mit qualitativer Methodik angesehen wird. Um die Prüfung einer Theorie als deduktiv-nomologisches Forschungsziel mit qualitativer Methodik am Einzelfall rechtfertigen zu können, wird in der vorliegenden Arbeit darum eine Methodologie vorgeschlagen, welche die übliche Zuordnung auf den Kopf stellt: Eine deduktive Fragestellung wird mit Mitteln der Abduktion beantwortet. Dieser Akt der Interpretation zur Theorieprüfung wird mit einer neuen hermeneutischen Methode systematisch umgesetzt. Diese qualitative Methode bedient sich einer breiten quantitativen Datenbasis, die in diesem Paradigma induktive Funktion übernimmt.Single case research is an appropriate way to investigate how psychotherapy works. Many corresponding theories already exist. However, this process theories must be tested. For various reasons, a purely quantitative design would not be sufficient in individual cases. Qualitative methods are generally more appropriate. Testing a theory, however, is a deductive-nomological research objective, which is usually regarded as incompatible with qualitative methods. In order to justify the testing of a theory as a deductive-nomological research objective with qualitative methods in a single case, the present study proposes a methodology, which turns the usual relation around: A deductive question is answered by an abduction. This act of interpretation for the theory test is implemented systematically with a new hermeneutic method. This qualitative method uses a broad quantitative data base as inductive part

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