Journal für Psychoanalyse (Psychoanalytisches Seminar Zürich - PSZ)
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Übergangsräume, Übergangsobjekte, Fadenspulen und Schmusetücher: Ein Erfahrungsbericht über die Fadenspule, einem Begegnungsort für kleine Kinder und ihre Eltern
Im nachfolgenden Artikel beschreiben wir einige Aspekte unserer Arbeit in der Fadenspule, einem Empfangs- und Begegnungsort für kleine Kinder und ihre Familien in Zürich, der von einer Gruppe psychoanalytisch orientierter Fachpersonen seit zehn Jahren angeboten wird. Wir beziehen uns dabei auf die « Maison Verte » und die Ideen der damaligen Gründer, Françoise Dolto und ihren Mitstreitern in Paris. Im Zentrum stehen Gedanken zu den vielfältigen Übergängen, die zur Elternschaft und frühen Entwicklung der Kinder gehören. Das Angebot eines Containings und die Möglichkeit zu triangulieren scheint uns dabei bedeutsam zu sein. Die Kinder als Subjekte liegen uns besonders am Herzen. Am Beispiel ihrer frühen Äusserungen versuchen wir darzustellen, wie ihre Anliegen mehr Raum bekommen können
Wie kann psychoanalytisch orientierte Eltern-Säugling/Kleinkind-Psychotherapie in stationäre Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen integriert werden?
Dieser Beitrag beleuchtet die Chancen, Grenzen und zentralen Wirkmechanismen aufsuchender psychodynamischer Eltern-Säugling/Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) in Institutionen der deutschen Kinder- und Jugendhilfe, die Eltern mit ihren Säuglingen und Kleinkindern in «Gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder» nach §19 des VIII Sozialgesetzbuches betreuen. Welche Erfahrungen psychodynamisch arbeitende Eltern-Säugling/Kleinkind-Therapeut*innen in diesem Kontext machen und vor welchen Herausforderungen sie bei der Etablierung einer tragfähigen Arbeitsbeziehung mit den Müttern und in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Fachpersonal stehen, möchten wir anhand der Erkenntnisse aus einer qualitativen Interviewstudie mit Expertinnen veranschaulichen
Mehr als Beratung: Psychodynamische Aspekte in der Behandlung von Patient*innen in der Transplantationsmedizin
Organtransplantationen stellen für die Empfänger*innen andauernde, existenziell bedrohliche und sowohl für die subjektive Verarbeitung wie zwischenmenschliche Beziehungen herausfordernde Belastungen dar. Neben den psychodynamischen Aspekten, die bei schwer körperlich Erkrankten allgemein eine Rolle spielen können, sind bei der Transplantation eines Organs als Lebendspende von einer nahestehenden Person oder als Leichenspende auch spezifische Faktoren bedeutsam. In diesem Text wird nach einer Einleitung über die peritransplantäre psychosoziale Betreuung von Patient*innen des Transplantationszentrums eine Fallgeschichte einer Organtransplantation eines jungen Mannes erzählt. Unbewusste Inszenierungen, Konflikte und Abwehrmechanismen im peritransplantären Prozess werden in ihrer Bedeutsamkeit für die psychotherapeutische Behandlung reflektiert. Im vorliegenden Kontext – Psychoanalyse in Institutionen – ist dabei spannend, inwiefern die Organtransplantation als existenzieller Prozess, die damit verbundene Manifestation unbewusster psychischer Mechanismen und deren psychodynamische Reflexion in der Behandlung zusammenhängen. Das Verständnis für diese Zusammenhänge kann dazu beitragen, den lebensrettenden Akt der Organtransplantation zu ermöglichen sowie anschliessend Wohlbefinden und Lebensqualität der Empfänger*innen zu verbessern
Psychoanalytisches Arbeiten in Institutionen – am Beispiel des «Pinocchio», einer Beratungsstelle für Eltern und Kinder in Zürich
Darstellung der Geschichte und Arbeitsweise in der psychoanalytisch orientierten Beratungsstelle für Eltern und Kinder «Pinocchio» in Zürich. Ausgehend vom Anspruch sowohl ein niederschwelliges Angebot für die Eltern mit zeitnahen Beratungsterminen zu machen, als auch das psychoanalytisch orientierte Verstehen der Beziehungsdynamik innerhalb der Familie und die Wiederaufnahme der progressiven Entwicklung des Kindes in den Fokus der gemeinsamen Arbeit zu stellen, wird zunächst die Gründungsidee der Beratungsstelle und anschliessend die Arbeitsweise der psychoanalytisch ausgebildeten Mitarbeitenden dargestellt. Anhand einer kurzen Fallvignette werden das psychoanalytische Fallverständnis und die entwicklungsorientierte Interventionstechnik exemplarisch dargestellt
Psychoanalyse – Schicksale einer «Kritischen Theorie»
Was ist überhaupt eine «Kritische Theorie», und inwiefern kann die Freudsche Psychoanalyse als eine solche gelten? Und wenn sie denn eine war – oder irgendwie noch immer eine solche ist –, warum wollten und wollen so viele Psychoanalytiker davon nichts wissen? Und was hat es schliesslich mit den «Schicksalen» dieser «Kritischen Theorie» auf sich
Judith Le Soldat: Werkausgabe Band 2: Land ohne Wiederkehr Auf der Suche nach einer neuen psychoanalytischen Theorie der Homosexualität hg. von der Judith Le Soldat Stiftung, kritisch editiert, bearbeitet, kommentiert und eingeleitet von Monika Gsell,
Jürgen Grieser: Elternarbeit in der Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2018
Die sexuelle Befreiung und das Problem mit der Lust. Ein Dialog
Der Begriff der «sexuellen Befreiung» ist an die 68er-Bewegung gebunden und findet heute nur noch selten Verwendung. «Frei» gelebte sexuelle Lust gilt nicht mehr als ein Mittel zur Befreiung aus den bürgerlichen Fesseln. Im Gegenteil gilt sie oftmals sogar als Herrschaftsinstrument, besonders wenn es um die Lust der Männer geht. Und wenn im Rahmen von #metoo von «Freiheit» die Rede ist, dann geht es meist um Consent: Um die Freiheit, zu sexuellen Handlungen «Ja» oder «Nein» zu sagen. Geht es bei #metoo um sexuelle Befreiung? Ist die Art, wie wir begehren, an unser Geschlecht gebunden? Und wenn ja, warum? Was bedeutet Consent im Bett und auf der Couch? Diese Fragen wollten die Autorin und der Autor im Dezember 2018 im Rahmen eines Vortrags am Psychoanalytischen Seminar Luzern diskutieren. Dieser ist hier in gekürzter Fassung wiedergegeben