Journal für Psychoanalyse (Psychoanalytisches Seminar Zürich - PSZ)
Not a member yet
449 research outputs found
Sort by
»La fantaisie au pouvoir!« und die leise Stimme der Vernunft
Die Arbeit handelt vom Glück, als Achtundsechzigerin die Psychoanalyse entdeckt zu haben und bis heute davon begeistert zu sein. Die Autorin reflektiert ihr Verwobensein mit der wechselvollen Geschichte des Psychoanalytischen Seminars beim persönlichen Werdegang zur Psychoanalytikerin. Dabei spielt ihre kritische Zugehörigkeit zur Plattform-Gruppe eine zentrale Rolle. Die Erfahrung des Männerbündlerischen auch in dieser linken progressiven Bewegung ist einer der Gründe, weshalb sie sich unter anderem mit der Rolle der Frauen in unserer Gesellschaft und den psychoanalytischen Theorien zur Weiblichkeitsentwicklungauseinandersetzt. Im weiteren finden sich Gedanken zu den Vorteilen eines Seminars, welches sich außerhalb der IPA-Institutionen intensiv und kreativ mit den verschiedenen psychoanalytischen Schulen befasst, ohne dabei Nachteile, beziehungsweise Gefahren des Dissidententums zu verschweigen
»Man könne nicht ohne den anderen ...« Psychoanalytische und betriebliche Praxis – vom Nutzen einer Verschränkung
Ein unabdingbarer Anspruch an den psychoanalytisch tätigen Therapeuten ist die Erhaltung seiner geistigen Freiheit und seiner Unabhängigkeit vom Patienten. Dieser Grundsatz findet selbstredend Anwendung gegenüber allen Akteuren rund um eine Therapie, gilt also auch gegenüber einer Institution, einer Krankenkasse oder etwa einem delegierenden Arzt, zu welchem man/frau in einem Abhängigkeitsverhältnis zu stehen kommen könnte. Was sich in diesem Beruf, zu dessen Ausübung per definitionem eben die völlige Unabhängigkeit gehört, dezidiert nicht einstellen darf, ist die Vorstellung, »man könne nicht ohne den anderen«, sei letzterer eine Institution, eine Krankenkasse, ein delegierenden Arzt oder der Patient. Diese apodiktische Forderung ist stets anzustrebendes Regulativ ersten Ranges für die Arbeit. Sie gilt sowohl für die narzisstischen, triebökonomischen wie auch geldökonomischen Anliegen des Therapeuten
Ein Zeichenbegriff für die Psychoanalyse
Die Autorin hat in ihrer Dissertation ein Modell des Denkens vorgestellt, indem sie ausgehend vom Peirce’schen Zeichenbegriff den Alpha-Prozess (nach Bion) neu darstellt. Dieses Modell des Denkens erlaubt, stark auseinander driftende theoretische Erklärungsmodelle der Psychoanalyse einzuordnen und neue Erklärungen für den Zusammenhang von Kultur, der Wirkung des psychoanalytischen Settings und vielen andern therapeutischen Mechanismen zu generieren. In dieser Arbeit unternimmt sie den Versuch, das Peirce’sche Modell des Zeichens mit jenem des Strukturalismus zu vergleichen um zu zeigen, warum sie sich für das erstere entschieden hat.Nach den einleitenden Bemerkungen zum Strukturalismus in der Ethnologie deutet sie einige Schwierigkeiten an, die sich aus der Lacan’schen Übertragung der strukturalen Denkweise auf die Psychoanalyse ergeben. Sie stellt den Zeichenprozess dar, wie Peirce ihn analysiert (Semiosis). In ihren Schlussbemerkungen weist sie auf einige grundsätzliche Differenzen zwischen der Philosophie von Lacan und derjenigen ihres Versuches hin, in dem vor allem Autoren aus dem englischen Sprachraum berücksichtigt werden
Ich, Es, Überich. Ein triebtheoretischer Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Marxismus
Die »Seele« wurde seit jeher als Kampfplatz von diversen entgegengesetzten Kräften betrachtet und in unterschiedliche Elemente gespalten. Entgegen geläufiger Missverständnisse, zu denen Freud selbst Anlass gab, ist doch für ihn der seelische Apparat nicht für immer als fixiert zu betrachten. Wenn psychische Strukturbildungen als historische untersucht werden, dann stehen wir durchaus in der politischen Dimension der Psychoanalyse. Die Konzepte (I, E, Ü) stellen ein dialektisch strukturiertes System dar, begrifflich nicht trennbar und nicht anders zu verstehen als Werkzeuge zur Analyse psychischer Konflikte, die in historisch spezifischer Weise bei vergesellschaftlichten Individuen vorkommen. Strukturen entstehen aus Verinnerlichungen von Objektbeziehungen. Am umstrittensten bleibt nach wie vor seine Todestriebhypothese
Rezension von Kuschey, B.:«Die Ausnahme des Überlebens. Ernst und Hilde Federn. Eine biographische Studie und eine Analyse der Binnenstruktur des Konzentrationslagers.»
Rezensio
Einige Gedanken zur Geschichte der Psychotherapieausbildung am PSZ
Kein Abstract vorhanden
Psychoanalyse und Gesellschaft. Einige neuere Entwicklungen psychoanalytischer Sozialpsychologie in Grossbritannien
FAEL (Free Associations/ East London) besteht in Grossbritannien seit Ende der 70er-Jahre als loser Zusammenschluss von politisch interessierten Personen, in erster Linie aus dem sozialen Bereich, der Politik, den Medien und anderen. In verschiedenen Zusammenhängen beschäftigen sie sich mit einem gemeinsamen Anliegen, nämlich mit der Verbindung von Psychoanalyse und einem von ihnen als kulturell definierten Marxismus mit dem Ziel, dem sozialistisch begründeten politischen Prozess neue Impulse und Vitalität zu geben. Dabei spielen die britischen Objektbeziehungstheorien eine grosse Rolle. Begriffe wie Entfremdung und projektive Identifizierung werden miteinander in Beziehung gesetzt und untersucht. Neben der Zeitschrift Free Associations bildeten über Jahre hinweg stattfindende Konferenzen, unter anderem organisiert von MitarbeiterInnen der Tavistock Clinic in London, Foren für rege Auseinandersetzungen, an denen auch Mitglieder des PSZ mitbeteiligt waren oder sind Einige neuere Entwicklungen psychoanalytischer Sozialpsychologie in Grossbritannien1Übersetzung von Caroline Schlatter1Es handelt sich um das zehnte Kapitel des Buches „Organisations, Anxieties & Defences – Towards a Psychoanalytic Social Psychology“, herausgegeben von R.D. Hinshelwood und Marco Chiesa im Whurr Publishers Verlag (London und Philadelphia) 2002. Die Übersetzung und Publikation erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber und des Verlages. Wir sind auch ganz besonders Bob Hinshelwood für die Vermittlung zu Dank verpflichtet