Journal für Psychoanalyse (Psychoanalytisches Seminar Zürich - PSZ)
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Die Stellung von Morgenthalers Plombentheorie im Rahmen der psychoanalytischen Theorie und Technik
Morgenthalers Überlegungen zur Perversion, insbesondere das Konzept der Plombentheorie, werden dargestellt und im Rahmen psychoanalytischer Theorien zur Perversion diskutiert. Dabei wird gezeigt, wie Morgenthalers Verständnis der Perversion, in dem der Funktionswandel der Sexualität im Dienste des Narzissmus eine zentrale Stellung hat, durch die Weiterentwicklungen der Theorien zum Narzissmus und zur Objektbeziehung sinnvoll erweitert und vertieft werden kann. Eine Vignette aus Morgenthalers Arbeiten zur Perversion wird neu interpretiert und das technische Vorgehen Morgenthalers diskutiert
Zwischen Traumdiagnostik und Traumfunktion
Der Traum des Einzelnen und zwischenmenschliche (interaktionelle) Aspekte des Träumens und des Erzählens von Träumen. Das Erzählen von Träumen als Wunsch, Containment zu bekommen und Einfluss auszuüben.»Es ist niemals zufällig oder gleichgültig, ob und wem ein Traum erzählt wird« (Morgenthaler, 1986)In diesem Beitrag soll der Begriff des Traumerzählens von Morgenthaler anhand wichtiger Begriffe dargestellt und ergänzt werden um die zwischen-menschliche Bedeutung des Traumerzählens. Daran anschliessend werden drei Aspekte der Traumarbeit vorgestellt: die diagnostischen, formalen und zwischenmenschlichen. Dieser dritte, interpersonelle Ansatz bedeutet, dass in der Analyse zumindest zwei weitere Fragen bearbeitet werden können: a) was kann der Träumer selber nicht verarbeiten oder worin besteht der Wunsch nach Containment? Und b) welche Beziehung will der Träumer mit mir durch seinen Traum aufbauen
Das Sexuelle bei Morgenthaler – Verführung, Plombe, Weichenstellung
Morgenthaler hat uns mit seiner späten Arbeit Sexualität und Psychoanalyse die Grundrisse einer sexuellen Anthropologie hinterlassen. In ihr werden alle dualistischen Gleichungen Freuds radikal heruntergekürzt, solange, bis nur noch ein einziger Dualismus übrig bleibt, der Kampf zwischen dem Sexuellen und der (organisierten) Sexualität. In den psychoanalytischen Diskurs ist die Arbeit Morgenthalers mit drei Begriffen oder Metaphern eingegangen: die Verführung als konstitutives Element der psychoanalytischen Situation, die Plombe in der Perversionsbildung und die Weichenstellung in der Entwicklung zur Geschlechtsidentität. Nachträglich lesen sich diese drei Metaphern wie Belegstücke seiner Grundüberzeugung vom Kampf des Sexuellen und der organisierten Sexualitä
Ethnopsychoanalyse im Ethnologisch-Psychologischen Zentrum (EPZ) der Asyl-Organisation Zürich. Ein ethnopsychologischer Selbstversuch
Im vorliegenden Beitrag wird die Bedeutung der Ethnopsychoanalyse für das Ethnologisch Psychologische Zentrum (EPZ), einer Einrichtung für traumatisierte und psychisch Kranke Asyl Suchende besprochen. Ausgehend von einer Rückschau auf die Entstehungsbedingungen im Umfeld von Zürich und die Arbeit im Rahmen der Asyl-Organisation Zürich, werden die Widerstände und Schwierigkeiten im Umgang mit einem ethnopsychoanalytisch orientiertem Konzept aufgeführt, die schliesslich auch zur Schliessung des EPZ führten. Dieses wird konzeptionell verortet zwischen Ethnologie, Psychoanalyse und auch gruppalen Konzepten, wie der operativen Gruppe. Im zweiten Beitrag werden die Schwierigkeiten im Umgang mit der Schliessung genauer beleuchtet und es wird ein weiterführender Gedanke über globale Zusammenhänge und Migrationsbewegungen aufgezeigt und skizziert
Die Afrika-Bücher: Einst Pioniertaten, heute überholt?
Fritz Morgenthaler hat Worte dafür gefunden, wie dem, was er die „emotionale Bewegung“ nannte, gegenüber erstarrter Metapsychologie und/oder gesellschaftlichen Strukturen mehr Raum verschafft werden kann. Deswegen, aber auch als Person in seiner Eigenschaft als Maler, Zauberer und Weltenbummler, genoss er am Psychoanalytischen Seminar über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, Kultstatus. Rückblickend versuche ich herauszufinden, angesichts welcher Veränderungen in Ethnologie und Psychoanalyse die Afrika-Bücher der 60er Jahre noch heute als Pioniertaten gewürdigt werden können, und wo sie verglichen mit neueren theoretischen Formulierungen als überholt erscheinen