Journal für Psychoanalyse (Psychoanalytisches Seminar Zürich - PSZ)
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    Was soll das Ganze eigentlich? Diskussion zum All-Over der Übertragung

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    Linien legen, Schwerpunkte setzen, Füsse ausstrecken, taumeln, streiten und anstossen – Assoziationen zum Thema und zum Verlauf des Tages, das PSZ  in Aktion.Moderation: Rony Weissberg und Olaf Knellesse

    Was macht Christian Kracht?

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    Der Schweizer Schriftsteller Christian Kracht zieht die Öffentlichkeit auf rätselhafte Weise in den Bann und sorgt für heftige Kontroversen. Seine Wirkung beruht auf der Art, wie er gesellschaftlich verankerte Symptome aufgreift: Er führt den lust- und schmerzvollen Überrest vor, der vom Symptom bleibt, wenn es seinen Sinn und Zweck verloren hat. Diesen Effekt erzielt sein Roman Imperium, indem er die bedeutungsschweren Symptome vergangener Tage in ein heute unangemessen wirkendes, unbeschwertes Medium überträgt. Damit versetzt Kracht ideologische Symptome auf nicht zeitgemässe Weise in die gegenwärtige Zeit – eine Zeit, in der diese Symptome nicht mehr als Stütze einer verbindenden Fantasie dienen dürfen. Die öffentliche Resonanz zeigt eindrücklich auf, wie wirkmächtig diese sinnlosen Überreste geblieben sind. Der spitzbübische Schriftsteller entzieht sich dabei jeglicher politischer Stellungnahme oder Einordnung seines Werkes. Dadurch ist der Leser mit seinen Empfindungen auf sich selbst zurückgeworfen. Die wesentliche Lehre von Krachts Werk ist die folgende: Es ist nicht der Inhalt und Sinn, der Lust erzeugt. Es ist genau umgekehrt die stumpfe, sinnlose Lust, welche die Form vorgibt, in der Inhalt und Sinn wirksam werden können

    Film – Transformation

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    Winnicotts Theorie folgend können wir uns nur regressiv auf einen Film einlassen und mit seinen Figuren identifizieren, wenn er als unser subjektives Objekt fungiert. Um zu so einem Objekt zu werden, muss ein Film bestimmte Strukturen zur Verfügung stellen, damit das Publikum Symbolisierungsprozesse initiieren und schliesslich emotional anknüpfen kann. Für die Zusammen-setzung solcher filmischen Strukturen werden zwei Mechanismen vorgeschlagen: Bei der narrativen Transformation knüpft unsere Symbolisierung an inhaltliche Konflikt-konstellationen der Handlung an, bei der formalen Transformation atmosphärisch an die spezifische Film-gestaltung. Den Rahmen für unsere Ausführungen bildet die Frage nach der vermeintlichen Realitätsnähe von filmischen Wirklichkeiten, die wir kategorisch ablehnen und mit dem Konzept der psychischen Realität beantworten werden

    Projektionen

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    Die beiden Künstler Mathias Vetter und François Chalet haben für die Veranstaltung Passagen Übertragungen Medialitäten eine Installation mit dem Titel Projektionen realisiert.Das Essay von Renée Ener lässt ahnen, dass es sich bei Projektionen nicht nur um ein pathologisches Symptom handelt, sondern um einen immer auch medialen und sich neu medialisierenden Weltentwurf

    Caroline Schlatter Wieland, 1952–2017 Anita Garstick-Straumann (Zürich)

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    Übertragungsstörungen. Psychoanalyse als Tontechnik

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    Ausgehend von einer Kinderanalyse Françoise Doltos, sowie Freuds Bezugnahmen auf technisches Gerät in seinen Texten zur analytischen Praxis schlägt dieser Aufsatz vor, den zentralen Begriff der Übertragung auch in einem medientechnischen Sinn zu verstehen: Zwischen AnalytikerInnen und AnalysantInnen sind unweigerlich immer auch Medienapparate zwischengeschaltet, welche Kommunikation zugleich ermöglichen und stören. Tatsächlich liegt aber gerade in solchen Übertragungsstörungen das eigentliche psychoanalytische Potential medialer Vermittlung. Wie sich anhand des Gebrauchs von Ton und Stimme in der Analyse, aber auch in Tonkünsten wie den Filmen von Jerry Lewis oder der zeitgenössischen Popmusik zeigen lässt, macht sich das Unbewusste besonders dort vernehmbar, wo der direkte Kontakt gestört ist und wo es stattdessen knistert, knackt und rauscht. Die Zukunft der Psychoanalyse wird vielleicht auch davon abhängen, wie sehr sie in ihrer Praxis auch jene (Ton-)Maschinen miteinbezieht, die ohnehin immer mitsummen, wenn zwei Menschen miteinander sprechen.Hier sehen Sie nun die Aufzeichnung seines Vortrags auf Video, bearbeitet von Milos Savic. Im Ordner Zusatzdateien auf der rechten Spalte oben finden Sie das PDF des Textes von Johannes Binotto aus der Print-Ausgabe

    Birdly und Virtuelle Realitäten

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    Ein medialer Star der Veranstaltung im Theater der Künste war Birdly. Virtual Reality war ein Renner. Man stand Schlange, um sich mit der 3D-Brille Flügel anzuschnallen und über und durch New York zu fliegen, so wie man das Fliegen aus Träumen kennt. Der Traum vom Fliegen, der Flug als Traum, der Traum als Flug – alles konnte man erleben. Der Traum als Maschine, diese Maschine als Traum gab Anlass zu einer Diskussion der Übertragungsverhältnisse zwischen Bildern und Realitäten, die mit einem Vortrag von Daniel Rüfenacht zur 3D-Bildgebung und ihrer Bedeutung fürs Verständnis von Aneurysmen ihren Auftakt nahm

    Der Traum bei Lacan und Morgenthaler

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    Der Artikel geht der Frage nach Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Arbeit mit dem Traum bei Morgenthaler und bei lacanianisch arbeitenden Analytikern nach. Interviews, die wir in Paris mit einem Analytiker und einer Analytikerin durchführten, vermitteln etwas von der gelebten Umsetzung der Lacanschen Arbeit mit Träumen. Das eine Interview fokussiert auf das Verhältnis von Traum und Begehren anhand einer detailliert nachgezeichneten Arbeit mit einem Traum eines Analysanden. Das andere Gespräch stellt die Beziehung zwischen Traum und Fantasma anhand eines Traums von Freud ins Zentrum. Wie Morgenthaler (und Lacan) heben beide Kollegen hervor, dass es nicht um den konkreten Inhalt des Traumes gehe, also nicht um eine blosse Dechiffrierung der Traumbilder und auch nicht um eine Interpretation auf der imaginären Ebene. An die Stelle des Wunsches bei Freud rückt das Begehren; an die Stelle des Bezugs zur ödipalen Situation hilft der Traum bei der Bewusstwerdung des Fantasmas. Bezugnehmend auf Morgenthalers «emotionale Bewegung» zwischen Analytiker und Analysand und deren Bedeutung für die Arbeit mit dem Traum gehen die Autoren im weiteren der Frage nach der Bedeutung der Übertragung in der klinischen Arbeit mit dem Traum nach. Dabei nehmen sie eine kritische Position gegenüber den beiden Lacanschen Kollegen ein

    Zur Ordnungsmacht und dem Text von Ralf Binswanger : Reconsidering Perversion – a Conceptual Proposal

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