Journal für Psychoanalyse (Psychoanalytisches Seminar Zürich - PSZ)
Not a member yet
449 research outputs found
Sort by
Ein Leiterwiderstand im Traumseminar
Widerstände und deren Bearbeitung sind zentral im psychoanalytischen Prozess – dasselbe gilt auch für ihr Auftauchen in psychoanalytischen Seminaren. Die vorliegende Wiedergabe eines Traumseminars nach Fritz Morgenthaler zeigt, wohin es führen kann, wenn aufgrund eines unbewussten Widerstands des Seminarleiters die Assoziationen der Gruppenteilnehmer nicht gebührend berücksichtigt werden. Die nachträgliche Reflexion und Analyse durch den Leiter selbst sowie die anschliessende Bearbeitung in der Seminargruppe werden in diesem Aufsatz chronologisch dargestellt und stehen beispielhaft für den Umgang mit Widerständen zur Vertiefung des Erkenntnisprozesses. Zudem können die Vorgänge und Einfälle im Traumseminar als Widerspiegelungen der Assoziationen der Träumerin oder des Träumers zum Traum verstanden und behandelt werden
Madeleine Dreyfus: Ein ziemlich jüdisches Leben – säkulare Identitäten im Spannungsfeld interreligiöser Beziehungen
BuchbesprechungErschienen im Verlag Böhlau-Verlag, Köln 2016
Traumseminare erleben – ein Werkstattbericht
Seit der Gründung des Psychoanalytischen Seminars Zürich (PSZ) werden dort Traumseminare durchgeführt, zunächst unter der Leitung von Fritz Morgenthaler selbst, später durch Psychoanalytiker_innen, die diese Tradition fortsetzten. Ziel der Traumseminare ist es, die Arbeit mit Träumen lehr-, lern- und erfahrbar zu machen. Anhand von drei Traumseminaren, die unter der Leitung von Ralf Binswanger 2015/2016 am PSZ stattfanden, soll den Leser_innen ein Einblick darin ermöglicht werden, wie in einer sich regelmässig treffenden Gruppe von Analytiker_innen konkret mit Träumen aus der klinischen Praxis gearbeitet werden kann
Im Möbelwagen auf dem Königsweg zum Unbewussten
Die Deutung der Träume gilt seit Freud als Königsweg zur Kenntnis des Unbewussten. Erstaunlich klar beschreibt er in seinen Texten, wie die Analytiker über das sorgfältige Hören auf die Assoziationen ihrer Analysanden den latenten Bedeutungsgehalt der mitgeteilten Träume deuten können. Für Fritz Morgenthaler war dieser Zugang über die Assoziationen zu bewusstseinsnah. Er postulierte eine Traumdiagnostik, bei der es darum geht, die Traumtendenz anhand dessen, wie die Analysandin mit ihrem Traum umgeht, zu ermitteln. Erst dann könne und solle man sich mit den Assoziationen des Träumers befassen. Gemäss dieser Auffassung werden Träume nicht einfach mitgeteilt sondern erzählend agiert. Dieser für die Traumanalyse hoch relevante Ansatz wird in diesem Text theoretisch weiter entwickelt und anhand einer Fallvignette diskutiert. Dabei interessiert vor allem die Frage, wie Analytiker durch das Agieren der Traummitteilung in ein Enactment verwickelt werden und was dies für die Traumanalyse bedeutet
Agnes von Wyl, Volker Tschuschke, Aureliano Crameri, Margit Koemeda-Lutz und Peter Schulthess (Hrsg.): Was wirkt in der Psychotherapie? Ergebnisse der «Praxisstudie ambulante Psychotherapie» zu zehn unterschiedlichen Verfahren
BuchbesprechungErschienen im Verlag Psychosozial, Giessen 2016
Reconsidering Perversion – a Conceptual Proposal
There is still no simple or agreed-upon definition of perversion. Furthermore, changing cultural opinions on sexuality question even the use of this term. In answer to these challenges, a conceptional distinction is proposed between sexuality per se, describing an aspect of an individual’s personality, and sexuality in actu, describing manifest sexual fantasy and behavior. Sexuality per se subsumes hetero- and homosexuality as well as conditions traditionally called “perversions” on the same de-pathologized level and calls them adult sexual organizations. The use of the terms perversion and perverse is restricted to a specific mode of sexuality in actu, i.e. when, in sexual activities, non-sexual functions have gained priority over sexual drive satisfaction. This clarifies which sexual activity may be an issue of psychoanalytic scrutiny and of often successful therapy and which not. Two case examples and a brief look into psychoanalytic literature illustrate the proposal
Beziehungsanalytische Traumdeutung
Die Technik der psychoanalytischen Traumdeutung galt lange als eines der Urgesteine der Disziplin; sie schien die Paradigmenwechsel sowohl in Freuds OEuvre wie in der späteren Psychoanalyse zu überdauern. Radikale Neuformulierungen wie die von Erikson, Morgenthaler und Meltzer wurden oft nicht oder nur oberflächlich angenommen. Obwohl sich die psychoanalytische Behandlungstechnik derzeit in Richtung eines beziehungsorientierten Ansatzes bewegt, scheint der Gestus des Deutens sich gerade im Bereich des Traums zu erhalten. Ausgehend von einer interpersonalen Entwicklungspsychologie des Traums untersucht der Beitrag das Geschehen in der psychoanalytischen Arbeit mit Träumen, mit einem Ausblick auf zeitgenössische Forschungsansätze zu non- und paraverbalen Aspekten des analytischen Dialogs
Rüdiger Eschmann: Todeserfahrungen im Werk von Giovanni Segantini
BuchbesprechungErschienen im Verlag V&R unipress, Göttingen 2016
Die Arbeit mit Träumen bei Freud und heute
Freud konzipierte seine Traumdeutung nach dem Modell einer Neurose und sah in Ihnen das Ergebnis einer Verdrängung infantiler Wünsche. Seine Traumdeutung machte die verschleiernde Traumarbeit rückgängig und deckte den verdrängten Wunsch auf. Auf diese Weise wird die Kindheitsamnesie durch Erinnerung ersetzt und das Unbewusste vertrauter gemacht. Diese Art der Traumdeutung ist für «klassische» Neurosen noch immer gültig. Daneben hat sich in den letzten Jahrzehnten das Konzept archaischer Träume Aufmerksamkeit verschafft, das vornehmlich bei den heute verbreiteten Persönlichkeitsstörungen Anwendung findet. Diese Träume unterscheiden sich wesentlich von den neurotischen Träumen. Sie stellen unverhüllt die Affektivität und das Befinden des Träumers dar und verweisen wie Zeichen auf den mentalen Zustand, in dem sie geträumt werden. Sie bedürfen keiner weiteren Interpretation. In der Behandlung fördern der Dialog und die Übersetzung der Zeichen in Sprache die Symbolisierung und helfen dem Träumer, sich zu begreifen, d. h. Begriffe für seine Zustände zu finden. Darüber hinaus macht er bei der therapeutischen Arbeit mit Träumen die Erfahrung, dass seine Zustände contained werden können