Journal für Psychoanalyse (Psychoanalytisches Seminar Zürich - PSZ)
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Laudatio für Dr. Eva Holling «Übertragung im Theater. Theorie und Praxis.» Gewinnerin des Missing Link-Preises des PSZ
Theater und Übertragung stehen in vielfältiger Verbindung zueinander. Nicht nur, dass es Übertragung im Theater gibt – wie es im Titel des preisgekrönten Buches von Eva Holling heisst –, insofern beide von einer gemeinsamen Grundstruktur begehrender Subjekte geprägt sind, vielmehr ist Theater auch Übertragung und weitet sich in dieser auch ständig aus, so wie umgekehrt Übertragung ständige Neu-Inszenierung von Begehren wird. Diese Verdichtung und ihre ständige Verschiebung werden auf kenntnisreiche Weise über verschiedene Formen und Formate von Theaterproduktionen durchkonjugiert. Getragen vom Begehren trägt es sie immer weiter
ACA – The Analytic Cocktail Association. ?Drink the Analyst (2017)
Die Analytic Cocktail Association lud am Jubiläumsfest PSZ reloaded 40/The Missing Link 10; Passagen Übertragungen Medialitäten am 23. September 2017 mit folgendem Einladungstext ein, sich an ihrer Bar auf verschiedene Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker in Drinkform einzulassen: «Einnehmen, verdauen, geniessen, schauen, was passiert, wenn möglich. Unser Cocktail-Menü umfasst eine Vielzahl unterschiedlichster Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker, sowie weitere Überraschungen, über die an dieser Stelle noch nichts verraten werden soll. Konsum ist nie gemütlich, und ab einem gewissen Punkt eine gänzlich unkontrollierbare Sache. Darauf wollen wir anstossen, auf einen anregenden gegenseitigen Zusammenstoss. Die Analytic Cocktail Association hat vor Kurzem angefangen sich via Drinks mit psychoanalytischer Theorie und Praxis zu beschäftigen. Dazu gehört ein zweiteiliger Denkraum, einerseits die Diskussion beim Zusammenstellen und Ausprobieren der Drinks und dann deren Herausgabe für die Öffentlichkeit, als Rezept und im Trinkglas.
Editorial
Print- und Online-Ausgabe dieser Nummer des Journal für Psychoanalyse stehen auch von der Form her im Zeichen des Themas von Übertragung und Medialiät. So spielt die Online-Ausgabe mit den Verhältnissen von Text, Bild, Film und Ton, zeigt aber auch wie Filme eine eigene Textur bekommen können und sich in ihrer Form dem Thema nicht nur anpassen, sondern es ihrerseits auch gestalten und prägen
«Der Ausdruck, dass da nichts ist auszudrücken, nichts womit auszudrücken, kein Verlangen auszudrücken, zusammen mit dem Zwang auszudrücken.» Beckett, Übertragung pur.
Stendhal sagte, dass die beste Musik diejenige sei, die nach ein paar Takten unhörbar würde. Beckett hörte ca. 1960 auf zu schreiben und begann, Filme zu machen. In Not I wird nur der sich bewegende Mund gezeigt, die Lippen schweigen. Wenn Bartleby noch meinte I would prefer not to, zeigt Beckett Not und das ist ein Knall
Telepathie
Schon kurze Zeit, nachdem Freud die «Übertragung» als ein rätselhaftes Phänomen in der psychoanalytischen Therapie aufgefallen und sie damit zu einem ihrer «epistemologischen Gegenstände» geworden ist, wird sie zu einem «technischen Objekt» (Rheinberger). Dies geschieht durch eine Konzeptualisierung der Übertragung, die sie vom Widerstand gegen, in ein Instrument für die Psychoanalyse verwandelt. Dieser Prozess des Wechsels vom epistemischen zum technischen Objekt wiederholt sich im Laufe der Geschichte immer wieder: Neue Übertragungsformen tauchen zunächst als Problem auf und werden alsbald unter dem Begriff einer neuen Übertragungsform der psychoanalytischen Technik eingemeindet und als Instrument der Therapie verwendet. Es stellt sich jedoch die Frage, wie oft dieser Wechsel iteriert werden kann, ohne dass damit das Übertragungskonzept ad absurdum geführt wird.Hier sehen Sie nun den Vortrag von Peter Schneider, den wir an der Veranstaltung zu Passagen Übertragungen Medialitäten per Skype telepathisch ins Theater der Künste übertragen haben. Im Ordner Zusatzdateien auf der rechten Spalte oben finden Sie das PDF des Textes von Peter Schneider aus der Print-Ausgabe
Positionierungen zwischen Trauma und Trieb: ?“Terry Jo Wanted” (2016)
Ausgehend von dem Film “Terry Jo Wanted” (Katharina Jabs, 2016) untersucht dieser Beitrag das Verhältnis von Trieb/Trauma. Der Film umkreist vorstellbare Positionierungen angesichts eines verstörenden Geschehens. Er nimmt Bezug auf ein Hörspiel von Max Bense (1968), das sich mit dem dokumentierten Fall eines aus dem Meer geborgenen Mädchens befasst: Dieses spricht bewusstlos, woraus sich der Hergang eines Mordfalls ergibt. “Terry Jo Wanted” inszeniert Schilderungen nach ZeugInnen-Art, suggestive (Fantasie-)Reisen, rätselhafte Spielszenen oder ein vermeintliches Eintauchen in intim-perverse, fragmentierte Szenen. Dabei thematisiert der Film die eigene Bildhaftigkeit ebenso wie verschiedene Rezeptionspositionen. Durch die dargebotenen, teils distanzierenden, teils desintegrierenden Bilderfolgen tauchen, psychoanalytisch besehen, immer wieder auch Fragen nach der (keineswegs harmlosen) Verschränkung von Trieb und Trauma auf. Diesbezüglich lohnt die Betrachtung von “Terry Jo Wanted” gerade angesichts kursierender Traumakonzepte, die z.?T. nahezu ausschliesslich den zerstörerischen Einbruch äusserer Realität betonen und eine sichere Zuordnung von Innen und Aussen bzw. eindeutige Positionierungen als möglich erachten. Hier arrangiert “Terry Jo Wanted” einen differenzierteren Blick
Werben jenseits der Illusion
Mit ihren neuen Werbespots zeigte das Versandhaus Galaxus diesen Sommer, dass nicht nur mit der Illusion, sondern auch mit dem Durchqueren derselben geworben werden kann. Was dieser Schritt mit den Produkten macht, was wir mit den psychoanalytischen Begriffen machen, und dass wir uns auch in der Enttäuschung täuschen, davon handelt dieser kurze Text.
Selfies and Dronies. Zu Chancen und Gefährdungen der Dynamisierung des Selbst in virtuellen Welten
Die Phänomene Selfies und Dronies werden einer genaueren Betrachtung unterzogen und immanente Chancen und Gefährdungen aufgezeigt. Die für die Identitätsentwicklung massgebliche Spiegelungsfunktion, welche diesen egotechnischen Medien innewohnen, kann als eine wertvolle Errungenschaft für individuelle Erkenntnisprozesse gewertet werden. Als Kehrseite der Medaille können Suchtverhalten und andere psychiatrische Erkrankungen begünstigt werden. Aber auch andere Formen von virtuellen Selbstprojektionen und Neuverkörperlichungen in Form von Avataren und Cyborgs können, begleitet von sorgfältiger Handhabung in Therapie und Kunsttherapie, eingesetzt werden, um identitätsbildende Prozesse anzustossen und Selbstwahrnehmungsprozesse zu fördern
Von jenen, die auszogen, das Analysieren zu lernen. Kommentar zur Diskussion anlässlich der PSZ-Jubiläumsveranstaltung vom 23. September 2017 zum Thema der aktuellen und zukünftigen Vermittlungspraxis am PSZ
Im Beitrag schildern die Moderatorinnen ihre subjektiven Eindrücke der Diskussion