Universität Osnabrück: Open Journal Systems
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    Alles hat seine Zeit? Zeittheoretische Perspektiven auf Arbeit und Migration

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    Vermehrt wird in der Migrationsforschung auf die konstitutive Rolle von Zeit hingewiesen. Auch der Umgang mit Unsicherheit und fehlender Planbarkeit von Seiten der Migrant*innen ist dabei zentral. Besonders deutlich tritt dies mit Blick auf die Arbeitsmarktinklusion zutage, welche häufig durch zeitliche Begrenzung von Migrationsprojekten sowie von Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen geprägt ist. Die zentrale These dieses Beitrags lautet, dass die Zeitperspektive dazu beiträgt, Konflikte in der Arbeitswelt besser zu verstehen, und der Fokus auf arbeitsbezogene Konflikte zugleich auch zu einer theoretischen Schärfung der Zeitdimension beiträgt. Ziel des konzeptionellen Artikels ist es, die Forschung zu Arbeitsmigration und sozialwissenschaftliche Zeitforschung zusammenzubringen und mögliche heuristische und methodologische Zugänge zu diesem Feld auszuloten. There is a Time for Everything? Time‐Theoretical Perspectives on Work and Migration Migration research increasingly highlights the constitutive role of time. Also, migrantsʹ dealing with uncertainty and the lack of predictability is important. This is particularly evident with regard to labor market inclusion, which is often characterized by temporally limited migration projects as well as work and residence permits. The central argument of this article is that the time perspective helps to better understand conflicts in the world of work and that the focus on conflicts also contributes to a theoretical sharpening of the temporal dimension. The aim of this conceptual article is to bring together research on labor migration and social science research on time and to explore possible heuristic and methodological approaches to this field

    Inside Municipalities: Considering Politicians as Significant Actors of Local Practices on Migration

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    Textiles Gestalten – Informationen zum Studium

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    Die Struktur im Bachelor- und Masterstudiengang des Textilen Gestaltens, Lerninhalte, Werkstätten und Studienvoraussetzungen beschreibt dieser Beitrag bilingual für Studieninteressierte auf deutsch und englisch

    Impressum

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    Einstellungs- und Konfliktmuster bei politisch engagierten Türkeistämmigen in Deutschland

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    Auf der Grundlage von sieben Gruppendiskussionen werden politische Einstellungen und Konflikte in der türkischen Community in Deutschland exploriert. Dabei erweist sich, dass Einflüsse und Konflikte des Herkunftslandes zwar eine Rolle spielen, in der Wanderungssituation aber Veränderungen unterliegen. Dieser Befund steht im Gegensatz zur verbreiteten öffentlichen Wahrnehmung, die einen ›Konfliktimport‹ aus der Türkei nach Deutschland und damit verbunden desintegrative gesellschaftliche Entwicklungen fürchtet. So vermischen sich auf die Türkei bezogene politische Einstellungen mit Benachteiligungserfahrungen in Deutschland und es entwickeln sich Konflikte, die nur vor dem Hintergrund der Wanderungssituation verständlich werden. Dies gilt sowohl für Konflikte innerhalb der Gruppe als auch in der Interaktion mit dem politischen Mainstream in Deutschland.Die Ergebnisse sind unter anderem an die politische Bildung anknüpfbar: Politische Interessen und Beteiligungsbedarfe von Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind aufgrund bleibender grenzüberschreitender Orientierungen spezifisch, während zugleich der Erfolg von politischen Bildungsmaßnahmen nicht ohne Berücksichtigung der von Eingewanderten in Deutschland erfahrenen Benachteiligung zu gewährleisten ist. Patterns of Attitudes and Conflict among Politically Engaged Citizens of Turkish Origin in Germany Political attitudes and conflicts in the Turkish community in Germany are explored on the basis of seven group discussions. It emerges that influences and conflicts from the country of origin do play a role, but undergo changes during migration, in contrast to the widespread public perception involving fears of a ›conflict import‹ from Turkey to Germany and associated social trends of deintegration. Accordingly, political attitudes which relate back to Turkey mix with experiences of discrimination within Germany, and conflicts develop that can only be understood against the background of migration. This applies both to ingroup conflicts and in interactions with the political mainstream in Germany.Amongst other things, these findings can be linked to civic education: people with a migrant background retain attitudes and affiliations from their home countries, which do give them specific political interests and demands for involvement; at the same time, success cannot be secured for civic education measures without taking into account the discrimination that immigrants have experienced within Germany

    Einstellungen junger Erwachsener gegenüber Familien anderer ethnischer Herkunft – Zusammenhänge mit interethnischen Kontakten und Freundschaften

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    Der Beitrag bietet gestützt auf eine Fragebogenbefragung einen Überblick über die Einstellungen junger Erwachsener mit und ohne Migrationshintergrund (n= 1.090) zur soziokulturellen Diversität anhand der Frage, ob Familien anderer ethnischer Herkunft als Nachbar:innen akzeptiert würden. Die Ergebnisse werden mit Hilfe eines Pfadmodells zwischen dem Migrationshintergrund (Prädiktor) und der Einstellung zu Familien unterschiedlicher ethnischer Herkunft (Kriterium) unter Berücksichtigung von interethnischen Kontakten in unterschiedlichen Kontexten sowie sozioökonomischer Variablen diskutiert. Interethnische Kontakte, insbesondere in der Nachbarschaft und im erweiterten Freundeskreis, tragen, wenn sie als qualitativ positiv erfahren werden, zu positiveren Einstellungen gegenüber Menschen anderen ethnischen Hintergrundes bei. Attitudes of Young Adults with and without Migration Background towards Families of Other Ethnic Background – Correlation with Interethnic Contacts and Friendships Based on a questionnaire survey, this article offers an overview of the attitudes of young adults with and without migration background (n= 1.090) towards ethnic diversity, operationalized via the acceptance of families of other ethnic origin as neighbors. The results are analyzed via a path model between migration background (predictor) and the attitudes towards families of different ethnic background (criterion), taking into account contacts with people of different ethnic background in different contexts and socioeconomic variables. The results indicate that experiencing inter‐ethnic contacts especially in the neighborhood and within close friendships can lead to more positive attitudes towards people of different ethnic background

    Inhaltsverzeichnis

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    Neue Wege der Professionalisierung – Der neue Masterstudiengang Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft mit dem Schwerpunkt muslimische Wohlfahrtspflege

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    Isabell Diekmann und Michael Kiefer stellen in ihrem Beitrag den neuen Masterstudiengang Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft mit dem Schwerpunkt muslimische Wohlfahrtpflege vor, um eine Möglichkeit aufzuzeigen, Diversitätssensibilität in der Ausbildung von Sozialarbeiter*innen strukturell zu verankern. Dabei beschreiben sie nicht nur den Aufbau und Inhalt, sondern auch die Bedeutung und Notwendigkeit eines solchen Studiengangs. Die Autor*innen skizzieren darüber hinaus Bedarfe für die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit, die sich aus den migrationsgesellschaftlichen Veränderungen ergeben und die im Rahmen des Masterstudiengangs an der Universität Osnabrück besondere Berücksichtigung erfahren

    Kooperationsreise Niederlande/Belgien – Textiles Gestalten, Craft Education und Makerspaces

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    In der zweiten Jahreshälfte 2021 konnten nach der Coronapause wieder erste Kooperationsreisen stattfinden. Lucia Schwalenberg berichtet über Reisen zu Hochschulen, Institutionen und Makerspaces in Finnland, den Niederlanden und Belgien. Die Reisen wurden gefördert durch das Programm INTENSinternational des niedersächsischen Kultusministeriums zur Stärkung europäischer Bildungskontakte. Als Resultat der Reisen fahren Textilstudierende aus Osnabrück im Sommer 2022 erstmals als Erasmus-Studierende nach Rovaniemi und Helsinki. Internationalisierung war einer der Arbeitsschwerpunkte des Textilen Gestaltens 2021. Neben der englischen Übersetzung der Website des Fachgebietes für internationale Besucher und Besucherinnen ist die Stichwort 2021 in einigen Kapiteln erstmals bilingual in Deutsch und Englisch gestaltet

    Selective Enclosure: An Institutional Approach to the History of Immigration Law

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    This article reconceptualizes the history of immigration law as an ongoing and ever more sophisticated enclosure of sets of institutions. It lays out how the right to decide over one’s migration to a given place, or rather into given institutions, is a property right that grants control over access to these institutions. Sets of institutions are composed of public institutions (like courts and parliaments) and private institutions (like companies). The ability of private institutions to provide opportunities depends on the quality of public institutions. If the right to control one’s migration is a property right, then the history of immigration law can be conceptualized as an ongoing enclosure: the delineation and concentration of these property rights. I argue that pressure to delineate these property rights in more detail, to reallocate them, and to change transaction rules stems from changes in the value of the underlying resource (access to institutions) and changes in the costs of the transaction of this property right. This insight sheds light on possible future developments of immigration law. Selektive Einhegung: Eine institutionelle Perspektive auf die Geschichte des Migrationsrechts Dieser Beitrag analysiert die Geschichte des Migrationsrechts westeuropäischer Zuwanderungsstaaten durch die konzeptionelle Linse der »Einhegung « (»enclosure«). Er geht davon aus, dass die Geschichte des Migrationsrechts sinnvoll verstanden werden kann als eine immer selektivere Einhegung von Sets von Institutionen. Mit Sets von Institutionen sind verbundene öffentliche Institutionen (wie Parlamente, Gerichte etc.) gemeint und die privaten Institutionen wie Unternehmen und Märkte, deren Funktionieren von öffentlichen Institutionen abhängt. Der Beitrag beschreibt zunächst das zentrale Gut, das Migrationsrecht zuteilt, das Recht über die Mitbenutzung eines solchen Sets von Institutionen durch eine bestimmte ausländische Person als ein »Handlungsrecht« (»property right«), das im Verhältnis zwischen einem Zielstaat und einer (potentiell) migrierenden Person tradiert werden kann, wobei das Migrationsrecht nicht nur die initiale Zuordnung (an den Staat oder an eine potentiell migrierende Person) vornimmt, sondern auch die Regeln für Transaktionen festlegt. Wenn nun das Recht über die Teilhabe von Menschen an diesen Institutionen sinnvollerweise als property right beschrieben werden kann, dann kann die Entstehung eines selektiven Migrationsrechtes als Einhegung beschrieben werden und Entwicklungen im Migrationsrecht in der Regel sinnvoll auf Veränderungen im Wert der unterliegenden Ressource (Kontrolle über den Zugang zu Sets von Institutionen) zurückgeführt werden. Entsprechend wird die Entwicklung des Migrationsrechts westeuropäischer Zuwanderungsgesellschaften in diesem Beitrag als eine Serie von Reaktionen auf die Wertveränderung des Zugangs zu Institutionen und der Kosten für die Transaktion der entsprechenden property rights erklärt, wobei die property rights zunächst durch gesetzgeberische Leistung definiert werden mussten und im weiteren Verlauf dann tendenziell selektiver zugeteilt wurden. Diese Perspektive zur Entwicklung des Migrationsrechtes wirft ein Licht auf dessen künftige mögliche Entwicklung. Sie konzipiert das property right über den Zugang zu Sets von Institutionen als Komplementärgut zu menschlicher Arbeitskraft und als Surrogat zu Glück in der Bürgerrechtslotterie. Sie stimmt daher insbesondere skeptisch, ob der Wert dieses property right abnehmen werde, wenn sich Wohlstandsunterschiede zwischen Herkunfts‐ und Zielstaaten verringern

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