Universität Osnabrück: Open Journal Systems
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Inklusion und Differenzierung im Textilunterricht
Unter der Überschrift „Inklusion und Differenzierung im Textilunterricht“ stellen Studierende ihre Forschungsergebnisse des Projektbandes unter der Leitung von Christine Löbbers vor. Sie führen aus, wie textile Forschungsprojekte trotz der Coronalage in der Schule umgesetzt oder in ihrer Methode angepaßt werden konnten
Harem, Scharia, ›Vielweiberei‹: Paarbeziehungen und Eheschließungsvorhaben zwischen einheimischen Frauen und muslimischen Männern im Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Der Artikel beleuchtet die Frage, wie der deutsche Staat und verschiedene Behörden mit muslimischen Männern verfahren sind, die mit einer deutschen Frau die Ehe eingehen wollten. Dabei geht es zum einen um die Langlebigkeit verschiedener Deutungselemente und Stereotype, zum anderen um das konkrete Handeln in den Verwaltungen selbst. Die Überlegungen vor den behördlichen Entscheidungen sowie mögliche Widersprüche bei den Entscheidungsfindungen spielen ebenso eine Rolle wie alternative Handlungsräume der betroffenen Paare. Dadurch wird es auch möglich, den lokalen Faktor für migrationshistorische Entwicklungen im globalen Rahmen auszuloten. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich vom beginnenden 20. Jahrhundert bis in die letzten Jahre des Zweiten Weltkrieges. Diese Längsschnittperspektive markiert unterschiedliche Phasen von Kontinuität und Wandel und lässt darüber hinaus in längerer Perspektive einiges darüber erahnen, welche Nachwirkungen der administrative Umgang mit diesen Paarkonstellationen über den Untersuchungszeitraum hinaus hatte.
Harem, Sharia, ›Polygamy‹: Intimate Relationships and Marriage Projects between Local Women and Muslim Men in Germany in the First Half of the 20th Century
The article will shed light on the question how the German state and different authorities in particular dealt with Muslim men who planned to marry German women. On the one hand the article will discuss the longevity of different stereotypes and the potential of ›symbolic‹ matters, on the other hand the authorities’ specific actions. There the considerations which happened right before certain decisions are just important as the couples’ leeway in those moments. Through these means, locality in connection with transnational developments and their implications in terms of migration can be interpreted coherently. The period under research spans from the beginning of the 20th century to the last years of World War II. This longitudinal section highlights several developments consisting of continuity and change; furthermore, it reveals how these couples are treated today
Diskurse um EU-Binnenmigration aus Süd- und Südosteuropa
In den 2010er Jahren standen die wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Diskurse um die EU-Binnenmigration weitgehend im Zeichen von zwei Prozessen: den Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise seit 2008 in den südeuropäischen Mitgliedstaaten und der Freizügigkeit für Bürger*innen Bulgariens und Rumäniens. Das Interesse dieses Aufsatzes gilt der Verflechtung von wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Diskursen über die EU-Binnenmigration aus Süd- und Südosteuropa und insbesondere jenen, in denen die Begriffe ›neue Migration‹, ›Talentabwanderung‹, ›Prekarität mobiler Arbeitnehmer*innen‹ sowie ›Armutsmigration‹ präsent waren. Der Aufsatz setzt sich mit folgenden Fragen auseinander: Welche sozialen und politischen Deutungs- und Handlungszusammenhänge fließen in die diskursiven Auseinandersetzungen um diese Begriffe ein? Welche Deutungsfiguren über Migrant*innen bzw. mobile Unionsbürger*innen generieren sie?
Discourses on EU Internal Migration from South and Southeast Europe
In the 2010s the scientific, political and public debates over the EU internal migration have been strongly influenced by two developments: the impact of the financial crisis on the South European countries and the introduction of freedom of movement for the citizens of Bulgaria and Romania. In the scientific, political and public debates, these developments have found expression in the notions: ›new migration‹, ›brain drain‹, ›precarity of mobile labor forces‹ and ›poverty-driven migration‹. This essay considers the meaning of these four notions as having been shaped in discursive discussions on EU internal migration, and more specifically in the interwoven scientific, political and public discourses on the migration from South and Southeast Europe. The analysis explores how social and political correlations feed into these discourses and give rise to the four different interpretative images of mobile EU citizens
Wer gehört zur dritten Generation? Herausforderungen der definitorischen und empirischen Bestimmung
Trotz ihrer Thematisierung in der öffentlichen Debatte und in der internationalen Integrations- und Migrationsforschung ist das Wissen über die dritte Generation in Deutschland sehr begrenzt. Wir zeigen, dass fehlende Standarddefinitionen und -operationalisierungen, die aufwendige Erfassung und die begrenzte Datenlage für diese Forschungslücke mitverantwortlich sind. Insbesondere einheitliche, theoriegeleitete Definitionen sind eine zentrale Bedingung für weiterführende Forschung.
Who Belongs to the Third Generation? On the Challenges of Definitional and Empirical Determination
Although third generation immigrants are a frequent topic of public debate and international integration and migration research, little is known about third generation immigrants in Germany. We show that this research gap partly results from a lack of standard definitions and operationalisations as well as from challenges in complex data collection processes and the limited availability of data. We argue that particularly consistent, theory-based definitions are a central prerequisite for future research
Local Responses to Migrants with Precarious Legal Status: Negotiating Inclusive Practices in Cities Across Europe
Across Europe, an increasing number of cities have developed strategies to support migrants who are deemed ineligible for social benefits by national policies and thereby effectively deprived of basic social rights. In contrast to such restrictive national policies, cities often provide access to certain key services, such as health care, housing, education, and legal aid, and ensure safe reporting of crime. This paper introduces the concept of ›migrants with precarious legal status‹ to capture their common focal point: the support of persons who lack, or are vulnerable to the loss of, their legal status. Based on this concept, we review existing research on vertical and horizontal networks and governance arrangements that has tried to grasp municipal strategies toward migrants with precarious legal status. We propose to complement these approaches through a perspective that focuses on negotiations over precarity within municipalities and try to reveal the different and at times conflicting approaches of the various service providers toward migrants with precarious legal status within a municipal authority. By tying together these concepts, we argue for a deeper and more comprehensive understanding of the different interests and power dynamics at play when creating inclusive local practices for migrants with precarious legal status.
Lokale Ansätze zur Unterstützung von Migrant*innen mit prekärem Aufenthaltsstatus – Aushandlung inklusiver Praktiken in europäischen Städten
Immer mehr Städte in Europa entwickeln Strategien, um Migrant*innen zu unterstützen, die aufgrund nationaler Regelungen keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben und damit effektiv grundlegender sozialer Rechte beraubt werden. In diesem Beitrag fassen wir verschiedene prekarisierte Gruppen – Drittstaatsangehörige ohne Aufenthaltsstatus, abgelehnte Asylbewerber* innen, arbeitslose EU Bürger*innen u.a. – als ›Migrant*innen mit prekärem Aufenthaltsstatus‹ zusammen, d.h. als Personen, die keinen gesicherten Aufenthaltsstatus haben oder vom Verlust dieses Status bedroht sind, wenn sie Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu den restriktiven nationalen Politiken bieten einige Städte diesen Personen z.T. Zugang zu wichtigen Dienstleistungen wie Gesundheitsfürsorge, Wohnraum, Bildung und Rechtsbeistand oder gewährleisten die sichere Anzeige von Straftaten. In unserem Beitrag betrachten wir bestehende Forschungsarbeiten zu kommunalen Strategien gegenüber Migrant*innen und den sie tragenden vertikalen und horizontalen Netzwerken und Governance-Arrangements. Wir schlagen vor, diese Ansätze durch eine Perspektive zu ergänzen, die sich auf die Verhandlungen über Prekarität innerhalb von Kommunen konzentriert und versucht, die unterschiedlichen und manchmal widersprüchlichen Ansätze innerhalb einer Stadt(verwaltung) zu erfassen. Indem wir diese Konzepte miteinander verknüpfen, plädieren wir für ein tieferes und umfassenderes Verständnis der verschiedenen Interessen und Machtdynamiken, die bei der Schaffung inklusiver lokaler Praktiken in Bezug auf Migrant*innen mit prekärem Aufenthaltsstatus im Spiel sind
Einleitung: Diversität durch Migration – Herausforderungen für die Soziale Arbeit
Sogenannte „Stolperfallen“ werden oftmals erst dann wahrgenommen, wenn es schon zu spät ist: Menschen „stürzen“ und bemerken erst im Nachhinein, dass auf ihrem Weg ein Hindernis lag. Die Metapher der Stolperfalle lässt sich auch auf den Bereich der Sozialen Arbeit übertragen. In der Arbeit mit Menschen kann es immer wieder zu Situationen kommen, in denen Fachkräfte in derartige Stolperfallen tappen. Dies gilt nicht ausschließlich, aber im Besonderen in Migrationsgesellschaften, da diese von ständigem Wandel geprägt sind und damit regelmäßige Anpassungen bzw. Nachjustierungen des eigenen „Werkzeugs“ erforderlich machen
Close to the Field: The Artistic Portrayal of Seasonal Workers in Germany
This article examines contemporary artistic engagement with the theme of Eastern European seasonal migration in German agriculture. Seasonal labor of Eastern European workers in agriculture has been an integral part of German history since at least the 19th century. Migrant workers from what is now Poland in particular have provided seasonal help during harvest times. The advantage for the farms was (and remains today) that the workers did not have to be employed permanently, especially not in winter, but were hired and paid specifically for the harvest season. It was not until the current pandemic that the public became aware of the situation of temporarily migrating harvest workers, due to the high numbers of infections on asparagus farms, for example. This article enquires into art’s specific approaches to the subject: recent works by the artist Andrea Büttner and the photographer Irina Ruppert, who have dealt with harvest workers and their work in recent years, were selected. In this essay, the social and historical contexts are put into perspective as are the artistic and photographic traditions within which Büttner and Ruppert operate. The guiding question is how artistic means are used to make visible a practice that is socially invisible or marginalized, such as seasonal labor migration.
Dicht am Feld: Saisonarbeiter*innen in Deutschland im Blick zeitgenössischer Kunst und Fotografie
Dieser Beitrag untersucht zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema der osteuropäischen saisonalen Migration in der deutschen Landwirtschaft. Die Saisonarbeit osteuropäischer Arbeitskräfte ist mindestens seit dem 19. Jahrhundert ein fester Bestandteil der deutschen Geschichte. Vor allem Arbeitsmigrant*innen aus dem heutigen Polen halfen in der Erntezeit aus. Der Vorteil für die Betriebe war (und ist auch heute noch), dass die Arbeiter*innen nicht dauerhaft, vor allem nicht im Winter, beschäftigt werden mussten, sondern gezielt für die Erntezeit eingestellt und bezahlt wurden. Erst im Zuge der aktuellen Pandemie wurde die Öffentlichkeit durch die hohen Infektionszahlen, z.B. auf Spargelhöfen, auf die Situation der temporär migrierenden Erntehelfer*innen aufmerksam. Der Beitrag fragt nach den spezifischen Zugängen der Kunst zu diesem Thema: Ausgewählt wurden aktuelle Arbeiten der Künstlerin Andrea Büttner und der Fotografin Irina Ruppert, die sich in den letzten Jahren mit Erntehelfer*innen und ihrer Arbeit auseinandersetzten. In diesem Essay werden die sozialen und historischen Kontexte ebenso diskutiert wie die künstlerischen und fotografischen Traditionen, in denen sich Büttner und Ruppert bewegen. Zentral ist dabei die Frage, wie mit künstlerischen Mitteln eine gesellschaftlich unsichtbare oder marginalisierte Praxis wie die saisonale Arbeitsmigration sichtbar gemacht wird