PraxisForschungLehrer*innenBildung (PFLB) - Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung
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Kompetenzentwicklung im Praxissemester: Anspruch und Wirklichkeit im Fach Geschichte im empirischen Vergleich
Die Etablierung des Praxissemesters in der universitären Lehrer*innenbildung wird hinsichtlich der postulierten positiven Effekte auf die Kompetenzentwicklung der Studierenden kritisch diskutiert. Empirische Studien konnten bisher zu keiner einhelligen Bewertung führen. Neben dem schulischen Kontext ist es vor allem die universitäre Begleitung in Form von Seminaren und dazugehörigen Betreuungspersonen, die solche Praxisphasen rahmt. Hierfür liegen allerdings noch keine ausreichenden Befunde – insbesondere fachspezifisch – vor, um die Bedeutung dieser Begleitung für die praktischen Erfahrungen in der Schule herauszustellen. Das will der folgende Beitrag mit einem Fokus auf das Fach Geschichte an der Universität Bielefeld empirisch untersuchen. Mithilfe von Resultaten zweier Testreihen einer Prä-Post-Studie (n=44/37) soll geklärt werden, inwieweit Erwartungen der Lehrer*innenbildung an das Praxissemester erfüllt werden und welche Rolle vorbereitende und begleitende Veranstaltungen an der Universität dabei spielen (können). Dafür werden das Forschungsdesign und Ergebnisse, die den Seminaren nur eine bedingte Auswirkung auf die Lernprogression der Studierenden bezeugen, vorgestellt und diskutiert
An Exploration of Why Languages Teachers in Germany and in England Stay in Teaching: To What Extent Is Wellbeing a Reason?
In this article, I discuss reasons why languages teachers stay in teaching. A former languages teacher myself, I believe that language teaching poses particular challenges in the classroom context. The teachers who are the focus of this bicultural study comprise ten teachers from schools in Lower Saxony and Hamburg, and ten in the Greater London area. Given the attention in research on teachers who leave or wish to leave, it seems apt to look at reasons that attract and keep teachers in the profession. My main interest is to see if, and to what extent, wellbeing could be a factor for teachers to remain in the profession. I used a questionnaire to ask the teachers about their reasons for staying, about the challenges they face and what might, ultimately, cause them to leave or, at least, contemplate leaving. Despite differences in the German and English contexts, some common core beliefs emerge from the teachers’ responses, such as the enjoyment of working with students, commitment to language teaching, creative opportunities and autonomy in their work. These beliefs promote job satisfaction and wellbeing and can, in a positively charged environment, contribute to resolve problematic issues
Die ökologische Nische: Ein Dosis-Wirkungs-Experiment zur Ermittlung des physiologischen Spektrums verschiedener Getreidearten
In diesem Beitrag wird ein Experiment zur Bestimmung der NaCl-Toleranz von Getreidearten vorgestellt. Die zuvor erworbenen Kenntnisse zur osmotischen Wirkung von NaCl werden vorausgesetzt. Das Experiment ist Kernelement einer Einheit zur Einführung von fundamentaler und realer Nische. Durch die Thematisierung von interspezifischer Konkurrenz, wie z.B. über die exemplarische Bearbeitung des historischen Hohenheimer Grundwasserversuchs (Ellenberg, 1952), wird zum darauffolgenden Schwerpunkt „Selektion und Evolution“ übergeleitet
Beherztes körperliches Eingreifen und der Wert von Berührung im schulischen Kontext: Antworten aus einem Workshopangebot zu Handlungsoptionen vor, während und nach der Pandemie
Die Corona-Pandemie rückt Themen ins Bewusstsein und eröffnet neue Dimensionen. Dies gilt auch für das Phänomen der Berührung im schulischen Kontext. Seit 2013 wird ein auf persönlichen Erfahrungen aufbauender Workshop angeboten, der pädagogischen Fachkräften Handlungssicherheit für den Umgang mit Lernenden bieten soll. Durch verschiedene Perspektiven wird verdeutlicht, dass es ein generelles Berührungsverbot im schulischen Kontext nicht geben kann. Es gibt verschiedene Berührungssituationen im Kontext von Schule, die differenziert betrachtet werden sollten. Berührung ist verboten, unpassend, grenzüberschreitend, haltgebend, unterstützend, förderlich, notwendig, erforderlich, unausweichlich und/oder vorgeschrieben. Die Sensibilisierung für dieses Thema ermöglicht Handlungspotenziale, die zu einer professionellen Beziehungsgestaltung und Persönlichkeitsentwicklung von Schüler*innen beitragen können. Insbesondere nach der Corona-Pandemie wird es wichtig sein, Berührung ohne Angst, sich oder andere anzustecken, erlebbar zu machen. Schule kann zu einer gesellschaftlichen Krisenbewältigung ihren Beitrag leisten. Lernen auf Distanz und die notwendigen Digitalisierungsbestrebungen müssen den Wert der körperlichen Präsenz für Lernen und Beziehung berücksichtigen – auch, um etwas gegen eine drohende Berührungsarmut, Vereinzelung, Entmenschlichung und Einsamkeit zu unternehmen
„Wir mussten uns erst einmal eingrooven.“: Ergebnisse einer Befragung von Eltern und Lehrkräften der Laborschule Bielefeld zum Umgang mit Distance Learning und Homeschooling
Die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie hat in Nordrhein-Westfalen am 16.03.2020 zu allgemeinen Schulschließungen geführt. Von einem Tag auf den nächsten waren die Lehrkräfte gefordert, ihre Kommunikation mit den Schüler*innen und ihre Lernunterstützung auf Distanz auszuüben. Die Eltern sahen sich gleichzeitig vor der Herausforderung, ihre Kinder ganztägig zu Hause zu betreuen und beim Lernen zu unterstützen. Die Begriffe Distance Learning und Homeschooling fanden schnell Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch. In diesem Beitrag werden Ergebnisse einer qualitativen Befragung vorgestellt, in der rund drei Wochen nach den Schulschließungen sowohl Eltern als auch Lehrkräfte einer Schule zu ihren Erfahrungen mit den verschiedenen Aufgaben der ersten Wochen befragt wurden. Ein Fokus wurde dabei auf den Einsatz von digitalen Medien und Konzepten als Instrumenten von Kommunikation und Lernunterstützung auf Distanz gelegt. Beleuchtet wird, welche Aspekte der vielschichtigen Herausforderungen von den beiden Akteursgruppen Eltern und Lehrkräfte thematisiert werden und wie der eigene Umgang mit diesen Herausforderungen dargestellt wird
Impulse zum Zusammenspiel von Praxis, Forschung, Praxisforschung, Bildung und Lehrer*innenbildung: Editorial zum zweiten Jahrgang des Journals PraxisForschungLehrer*innenBildung (PFLB) – Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung
Leitendes Prinzip des Open-Access-Journals PraxisForschungLehrer*innenBildung (PFLB) ist die Orientierung an einer Forschungs- und Entwicklungslogik (FuE-Logik) und vermittelt hierüber die Praxisnähe bzw. der grundlegende Praxisbezug der in dieser Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung dokumentierten Forschung. Das Spektrum reicht dabei – wie im Editorial zur ersten regulären Ausgabe des Journals angekündigt – von klassischer partizipativer Praxisforschung zu Schule und Unterricht bis hin zu lokal relevanter Evaluationsforschung aus anwendungsorientierter Perspektive. Im hiermit vorliegenden Editorial zur zweiten Ausgabe der Zeitschrift erläutern die Herausgeber*innen erneut entlang des Titels der Zeitschrift, wie in den ersten beiden Jahren nach der Entstehung des Journals dessen Intentionen und Grundgedanken realisiert werden konnten
Global Englishes in the Classroom: From Theory to Practice
Today’s learners of English will face the challenge of having to communicate with speakers of English from a variety of backgrounds in their future. The smallest fraction of their prospective interlocutors will be native speakers of well-known standard varieties such as British and American English. Researchers of different research paradigms have discussed the pedagogical implications of this diverse sociolinguistic reality, which we refer to by the term Global Englishes. The two strategies that are proposed frequently are a) to allow learners of English to encounter a variety of different Englishes in order to develop (listening) comprehension skills and b) to address pragmatic and interaction strategies that allow to deal with intercultural encounters and – in particular – communication barriers. Starting from this theoretical background, we first investigate one coursebook each for the intermediate and the advanced secondary school level in the German state North Rhine-Westphalia to find out to what extent current coursebooks provide Global Englishes material. We identify a trend to providing a considerable amount of material. However, even most recent ebooks rely on audio files despite the fact that they could include a higher amount of audio-visual material. We argue that in particular audio-visual material is well-suited for making students encounter Global Englishes in the classroom and move on to suggest TED-talks, advertisements and cinematic films as highly suitable sources of material. We illustrate our argument with examples and selected tasks for each category. We end the article by proposing specific activities that can be used to practice interaction strategies
Operating between Cultures and Langugages: Multilingual Films in Foreign Language Classes
Our societies have undergone two major changes during the last decades: firstly, the continuous rise of cultural and linguistic diversity, due to the global economy, migration and universal mobility, and secondly, the steady expansion and gathering impetus of the new communication media (Cope & Kalantzis, 2000, 2012). In consequence, multilingualism, acquired or learned, has shaped our living together and pertains to our learners in the classroom. Similarly, polyglot movies, literatures and other cultural productions have become symbolic expressions for worldwide cross-cultural movements for all age groups. Both the multilingualism and the multi-/transculturalism inherent in the texts and images constitute a rich cultural resource for the Foreign Language (FL) classroom. This article argues that the creative potential of transnational film, to be found in its multilingualism and transculturalism, should be used as a complementary field of teaching film beyond the traditional and curriculum-bound (English only) English as a Foreign Language (EFL) classroom in Germany and therefore supports multicultural, multilingual and multimodal learning. The article uses examples from Quentin Tarantino’s Inglourious Basterds (2009), Gonzalez Iñarritu’s Babel (2012) and Wim Wenders’ documentary Pina (2011)
Belastung und Beanspruchung von Lehrpersonen in den ersten Berufsjahren
Vorliegende Forschungsbefunde zu Belastung und Beanspruchung von Lehrpersonen basieren in der Regel auf Selbsteinschätzungen, so etwa Ergebnisse zu Ursachen von Lehrer*innenbelastung und Ressourcen zum Umgang mit Belastungen. Zwischen Lehrpersonen mit unterschiedlich starker Berufserfahrung wird dabei nur vereinzelt differenziert. Vor diesem Hintergrund fokussiert der Beitrag auf Belastungs- und Beanspruchungserfahrungen, die von solchen Lehrpersonen gemacht werden, die sich in den ersten fünf Berufsjahren befinden. In einer explorativ angelegten und mit der Dokumentarischen Methode operierenden Interviewstudie werden diese Erfahrungen als Ausdruck eines sowohl expliziten, von den Lehrpersonen auf den Begriff gebrachten als auch impliziten, handlungsleitenden Wissens interpretiert. Im Ergebnis zeigen sich zwei Ausformungen, wie berufsbezogene Belastungs- und Beanspruchungserfahrungen der interviewten Lehrer*innen mit deren berufsbezogenen Orientierungen verwoben sind. Dabei deutet sich das Potenzial einer rekonstruktiven Erschließung von Belastungen und Beanspruchung an, die an den Perspektiven der Befragten anschließt
Experimentierend zu mehr Selbstbestimmung: Der Basiskurs Naturwissenschaften : Theoretische Leitlinien und empirische Hinweise
Mit dem Begriff Scientific Literacy wird die Forderung verbunden, Schule solle Schüler*innen naturwissenschaftliches Wissen und jene Kompetenzen vermitteln, durch die sie in die Lage versetzt werden, naturwissenschaftliches Wissen anwenden zu können. In Auseinandersetzung mit Konzepten zur Scientific Literacy und empirischen Erkenntnissen aus Fachdidaktiken und Bildungsforschung wurde von einer interdisziplinär zusammengesetzten Gruppe aus Lehrenden, Erziehungswissenschaftler*innen und Fachdidaktiker*innen ein naturwissenschaftliches Curriculum für die Eingangsphase der gymnasialen Oberstufe entwickelt und erprobt. Das Kurskonzept legt dabei den Schwerpunkt auf Scientific Inquiry mit dem Experiment als einer methodischen Grundform der Erkenntnisgewinnung. Der Erkenntnisprozess beim Experimentieren wird in einzelne Schritte unterteilt. Durch eine schrittweise Steigerung der Selbststeuerung beim Experimentieren soll es ermöglicht werden, dass der metakognitive Anforderungsgehalt von den Schüler*innen bewältigt werden kann und ihnen sowohl das Erleben von Autonomie als auch von Kompetenz ermöglicht wird. Ein weiterer Fokus im Kurskonzept liegt auf Data Literacy, die durch eine stetige Auseinandersetzung und Reflexion der Schüler*innen mit den von ihnen erhobenen Daten im gesamten Forschungsprozess gefördert werden soll. Analog zu den Schritten beim Experimentieren werden die dafür notwendigen mathematischen und statistischen Kompetenzen zunächst lehrerzentriert eingeführt und dann immer weiter in die Hände der Schüler*innen gelegt. Empirische Hinweise deuten darauf hin, dass durch die Kurskonzeption für Schüler*innen lernförderliche Lernumgebungen geschaffen werden können. Im Rahmen dieses Beitrags sollen die Grundlagen des Curriculumskonzeptes des Basiskurses Naturwissenschaften vorgestellt werden und so interessierten Lehrenden die Möglichkeit gegeben werden, Anregungen für ihren eigenen Unterricht zu finden