PraxisForschungLehrer*innenBildung (PFLB) - Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung
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„Lehrerbildner“ – auf der Suche nach einer verlorenen Profession: Allgemeines und Persönliches
Der spezifische Typus des „Lehrerbildners“ bzw. der „Lehrerbildnerin“ ist eher in der Geschichte der Volksschullehrer*innenbildung und nicht in der Gymnasiallehrer*innenbildung zu verorten. Lehrkräfte als Bildner können konsequenterweise dann nur in „Bildnerhochschulen“ auf ihren Beruf vorbereitet werden. Dieses personalistisch-idealistische Konzept, welches immer auch als schöner Schein über einer dürftigen Wirklichkeit schwebte, trat mit der Modernisierung, Akademisierung und Verwissenschaftlichung von Lehrberuf und Lehrer*innenbildung in den Hintergrund. Verlauf und Probleme dieses Prozesses der Akademisierung werden geschildert; parallel wird der Weg des Verfassers durch das (Diplom-)Studium der Erziehungswissenschaft hindurch und danach als Wissenschaftler bzw. Schulpädagoge in die Erziehungswissenschaft, in die universitäre Lehrerbildung sowie schließlich in die Rolle eines „Experten“ für Lehrerbildung hinein schlaglichtartig beleuchtet. Der ursprüngliche pädagogische Idealismus des „Lehrerbildners“ kann und sollte heute nicht mehr Maßstab sein. Differenzsensible und rassismuskritische Konzepte und Selbstverständnisse sind wichtig, sollten aber nicht zu einer Überdehnung der Möglichkeiten des Lehrberufs führen. Angesichts der komplexen Aufgabe Lehrer*innenbildung sind Realismus und Nüchternheit angebracht. Forschung zum Prozess des Lehrer*in-Werdens, auch: des Lehrerbildner*in-Werdens bleibt die Aufgabe
Transkulturelle Kompetenz im Spanischunterricht: Sensibilisierung für Identitätskonstruktionen durch Übersetzungsprozesse im Werk von Rosario Ferré
Der Spanischunterricht bietet viel Anschauungsmaterial, um in heterogenen, schulischen Lernsettings über Fragen von Identität und Zugehörigkeit bewusst und selbstkritisch nachzudenken. Dieser Beitrag möchte darstellen, wie das Übersetzen sowohl als literarisches Phänomen als auch als didaktische Methode eine Reflexion über die Normvorstellungen von Kultur, Sprache und Identität anregen kann. Die Lyrik von Rosario Ferré bietet sich für eine inhaltliche Erschließung der Thematik Migration und Kulturkontakt in besonderer Weise an. Darüber hinaus ist es möglich, durch eine Konfrontation mit dem literarischen Werk und insbesondere seiner sprachlichen Hybridität transkulturelle Phänomene ästhetisch erfahrbar zu machen
Make Your Own Kind of Music? Komponieren mit Schüler*innen als Beitrag zu einer Pädagogik der Multiliteracies im Musikunterricht
Im vorliegenden Beitrag wird der Versuch unternommen, die von der New London Group für den Fremdsprachenunterricht vorgeschlagene Konzeption einer Pädagogik der Multiliteracies für den musikpädagogischen Diskurs fruchtbar zu machen. Dabei wird an die Vorstellung von Musik als sozialer Praxis angeknüpft, die in der wissenschaftlichen Musikpädagogik in den vergangenen zwei Jahrzehnten zunehmende Verbreitung gefunden hat. Im Zentrum steht die Fragestellung, welche Implikationen sich aus dem Konzept der Multiliteracies für produktionsdidaktische Kontexte ableiten lassen. Hierzu werden zunächst Ergebnisse einer empirischen Studie über Response-Projekte vorgestellt, die das Spannungsfeld deutlich machen, in dem sich Komponist*innen befinden, wenn sie einerseits Schüler*innen möglichst große ästhetische Freiräume gewähren und sie andererseits an eine bestimmte kompositorische Praxis heranführen möchten. Anschließend werden die Ergebnisse in den zuvor entfalteten theoretischen Kontext eingebettet und diskutiert
Gesundheit, Zufriedenheit und Belastung in Lehrer*innenbildung und -beruf: Exemplarische Studien zu wenig beachteten Phänomenen
Das Editorial bietet eine kurze Einleitung in das Themenheft „Gesundheit, Zufriedenheit und Belastung in Lehrer*innenbildung und -beruf. Exemplarische Studien zu wenig beachteten Phänomenen“, welches Beiträge aus verschiedenen Studien präsentiert, deren thematische, theoretische oder methodische Schwerpunktsetzungen bisher im einschlägigen Diskurs eher wenig Beachtung finden. An eine Einführung in das Thema schließt sich ein Überblick über die hier versammelten Beiträge mit Blick auf ihre unterschiedlichen Fragestellungen und Zugänge an
Passung und berufliche Identität als Prädiktoren der Studienzufriedenheit von Lehramtsstudierenden
Die Bedeutsamkeit der Erforschung von Studienzufriedenheit liegt unter anderem in der möglichen Vermeidung von Studienabbrüchen. Während zahlreiche Betrachtungen vorliegen, die studiengangsunspezifisch die Studienzufriedenheit erforschen, gibt es nur wenige Untersuchungen, die eine vergleichende Betrachtung verschiedener Studienfachrichtungen vornehmen. Der vorliegende Beitrag möchte dieses Desidarat mit Blick auf das Lehramt aufgreifen und untersucht mittels Daten einer quantitativen Fragebogenerhebung, welche spezifischen Einflüsse interessensbezogene Passung und berufliche Identität auf die Studienzufriedenheit bei Lehramtsstudierenden und Studierenden anderer Fachrichtungen ausüben. Dabei zeigt sich, dass eine geringer ausgeprägte Studienzufriedenheit bei den Lehramtsstudierenden im Vergleich zu anderen Studierenden vorliegt, die sich vor allem durch eine geringere Passung im Studium erklären lässt
Bildung für die Zukunft in Zeiten globaler Krisen? Chancen und Dilemmata in der demokratischen und (trans)kulturellen Bildung sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung
Als Konsequenz der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Schulschließungen in Deutschland fordern Expert*innen aus Wissenschaft, Bildungspolitik und Bildungsverwaltung eine verstärkte Thematisierung von demokratischer und (trans)kultureller Bildung in Schulen sowie neue Strategien zur Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der vorliegende Beitrag wendet sich der Thematik zu und diskutiert die Relevanz der Vermittlung von Aspekten der demokratischen und (trans)kulturellen Bildung sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu Zeiten der globalen Pandemie sowie ein daraus resultierendes Dilemma: die Notwendigkeit von Erziehung einerseits (Erhalt der Gesellschaft) und die Unmöglichkeit von Erziehung andererseits (freie Entfaltung einer eigenen Persönlichkeit)
Schulische Bildung in Zeiten der Pandemie: Befunde, Konzepte und Erfahrungen mit Blick auf Schul- und Unterrichtsorganisation, Bildungsgerechtigkeit und Lehrpraxis
Praxis, Forschung und Lehrer*innen-Bildung waren und sind durch die Corona-Pandemie mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, die so unmittelbarer Bearbeitung bedürfen, dass momentan ein breites Nebeneinander von Befunden, Konzepten und Erfahrungen zum Lehren und Lernen im Ausnahmezustand existiert. Die vorliegende Einführung des PFLB-Themenheftes zu „schulischer Bildung in Zeiten der Pandemie“ leistet daher zunächst einen Überblick über aktuelle Corona-bedingte Entwicklungen im Bildungsbereich und arbeitet daraufhin die Bedeutung der Querschnittsthemen Digitalisierung und Didaktik für die Pandemiesituation heraus. Im Anschluss werden die einzelnen Beiträge des Heftes in Kürze vorgestellt, die in ihrer Summe eine sehr breite Sammlung von qualitativ und quantitativ ausgerichteten empirischen Studien, rekonstruktiven Analysen, theoriegeleiteten Erörterungen und praxisnahen Erfahrungsberichten darstellen. Dabei stehen die Themen Schul- und Unterrichtsorganisation, Bildungsgerechtigkeit und Lehrpraxis im Zentrum der hier versammelten Arbeiten. Der Text schließt mit einem Ausblick auf entsprechende Konsequenzen für die Lehrkräftebildung und -fortbildung und betont die Notwendigkeit phasenübergreifender Ansätze zur Verzahnung von Medien- und Fachkompetenzen, um Lernende individuell und umfassend zu fördern und Systeme und Prozesse des Lehrens und Lernens – besonders in Zeiten kollektiver Unsicherheit – auf Bildungsgerechtigkeit und -teilhabe auszurichten
Vom Konzept in den Unterricht: Wie geht es nach der Entwicklung und Erprobung des Kurskonzeptes Basiskurs Naturwissenschaften weiter?
Im Sinne des Versuchsauftrages des Oberstufen-Kollegs und einer nachhaltigen Entwicklung von Unterrichtskonzepten im Rahmen von Praxisforschung sollte das Kurskonzept Basiskurs Naturwissenschaften nicht ausschließlich für das Oberstufen-Kolleg entwickelt und erprobt werden, sondern war mit dem Anspruch verbunden, es auch anderen Schulen zur Verfügung zu stellen. Innovationen an andere Schulen zu transferieren, gilt als schwierig und benötigt viel Zeit, insbesondere, wenn die zu implementierenden Innovationen anderenorts entwickelt wurden. Auch Maßnahmen, die im Rahmen von Praxisforschung entwickelt und erprobt wurden, sind davon nicht ausgenommen. Diese Innovationen sind ebenfalls in einem spezifischen Kontext entstanden, der sich vom Kontext und den Strukturen an anderen Schulen unterscheidet. Gemäß dem aktuellen Forschungsstand wird empfohlen im Rahmen eines Transferprozesses für die Rezipient*innen Gelegenheiten zu schaffen, die ihnen eine „Rekontextualisierung“ bzw. ein „Nacherfinden“ der Innovation ermöglichen. Im Rahmen dieses Beitrags sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Rahmenbedingungen für einen Transfer des Kurskonzeptes gestaltet sein könnten und wie diese Innovation den Weg an andere Schulen finden kann
Ionenwanderungen in Kochsalzlösungen: Ein Schülerexperiment zur Bestimmung des elektrischen Leitwerts von Kochsalzlösungen
Im vorliegenden Beitrag wird ein Schülerexperiment zur Bestimmung des Leitwerts von Kochsalzlösungen beschrieben. Die Abhängigkeit des Leitwerts von der Konzentration und der Temperatur wird untersucht und mithilfe von Modellannahmen gedeutet. Während der Auswertung wird in das Auffinden von Ausgleichsgeraden durch Regressionsrechnung eingeführt. Die Stärke des linearen Zusammenhangs wird über eine Korrelationsrechnung kontrolliert. In einer Anwendung werden ferner Konzentrationen von Kochsalzlösungen über die Messung des Leitwerts unter Rückgriff auf eine Kalibrierkurve bestimmt und die Qualität der Methode zur Konzentrationsbestimmung reflektiert
Konzentrationsbestimmung von Kochsalzlösungen: Ein Vergleich zwischen verschiedenen Methoden
Im vorliegenden Beitrag wird ein Schülerexperiment zur Bestimmung der Konzentration von Kochsalzlösungen über dessen konzentrationsabhängige Eigenschaften (Masse des Rückstands & Dichte der Lösungen) vorgestellt. Die Durchführung des Experiments erlaubt die Vertiefung von erkenntnistheoretischen Aspekten, Kriterien des naturwissenschaftlichen Arbeitens und der Qualitätsmerkmale naturwissenschaftlichen Arbeitens. Darüber hinaus wird das Arbeiten mit Modellvorstellungen thematisiert, das in einer sich anschließenden Unterrichtseinheit weiter vertieft werden kann