PraxisForschungLehrer*innenBildung (PFLB) - Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung
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    Lehren fürs Leben: Überlegungen eines Biologiedidaktikers zu Lehre und Forschung

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    Der Autor reflektiert seine Rolle als Hochschullehrer im Wissenschaftssystem der Universität. Lehren ist Fördern zum Lernen. Die Lehre an Hochschulen steht in einem engen Verhältnis zur Forschung. Durch Lehre wird Forschung öffentlich und kulturell wirksam. Deshalb sollte Lehre an Hochschulen gleichrangig mit – wenn nicht vorrangig zu – Forschung bewertet werden. Lehre betrifft entscheidend die Verantwortung der Wissenschaftler*innen und damit zentral die Wissenschaftsethik. Diesem Verständnis von Forschung und Lehre entspricht das Modell der Didaktischen Rekonstruktion

    „Ich traue mir zu …“: Effekte einer interdisziplinären Lehrveranstaltung auf motivationale Orientierungen angehender Sachunterrichtslehrkräfte

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    Viele (zukünftige) Sachunterrichtslehrkräfte haben geringe Selbstwirksamkeitserwartungen und teils auch ein geringes Interesse hinsichtlich des Unterrichtens von naturwissenschaftlichen und technischen Inhalten. Gleichzeitig mangelt es an der Beforschung von universitären Lehrkonzepten, welche versuchen, die Entwicklung dieser motivationalen Orientierungen in Bezug auf mehrere sachunterrichtliche Bezugsfächer parallel positiv zu beeinflussen. Dies ist auch aufgrund des perspektivenvernetzenden Charakters des Faches relevant. Im Beitrag wird daher mithilfe eines quasi-experimentellen Pre-Post-Interventions-Baseline-Gruppen-Designs untersucht, ob sich durch einen Kurs, in dem die Bezugsfächer Biologie, Chemie, Physik und Technik vernetzt vermittelt werden, die Interessen und Selbstwirksamkeitserwartungen von n = 202 Grundschullehramtsstudierenden verändern. Während sich in der Baselinegruppe, die nicht an der Lehrveranstaltung teilnahm, die Selbstwirksamkeitserwartungen nicht signifikant ändern und die Interessen teils abnehmen, ist bei der Interventionsgruppe eine positive Entwicklung – gerade in Bezug auf die Selbstwirksamkeitserwartungen – festzustellen. Es zeigt sich zudem bei der Entwicklung der Sachinteressen ein leichter Vorteil für die Teilnehmenden der Lehrveranstaltung als Blockkursformat im Gegensatz zu jenen, die an einem wöchentlichen Format partizipierten. Keine signifikanten Unterschiede in der Veränderung der motivationalen Orientierungen bestehen hinsichtlich des Studienschwerpunktes. Grundschullehramtsstudierende mit und ohne ‚Naturwissenschaften und Technik‘ als Studienfach profitieren gleichermaßen von der Lehrveranstaltung

    Anerkennung in pädagogischen Beziehungen – eine realisierbare und wissenschaftlich begründete Forderung?

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    Entwicklungs-, Bildungs- und Sozialisationsprozesse von Heranwachsenden vollziehen sich in pädagogischen Beziehungen. Neben den Beziehungen zu Eltern, weiteren Familienmitgliedern und Peers stellen Beziehungen zu pädagogischen Fachkräften und Lehrkräften wesentliche Gegebenheiten des Aufwachsens in modernen Gesellschaften dar (vgl. Prengel & Winklhofer, 2014, S. 5f.). Dabei ist es sowohl für ihre gegenwärtigen Erfahrungen während der Kindheit als auch für ihre zukünftige Entwicklung bedeutsam, ob sie Pädagog*innen begegnen, die sie anerkennen und ermutigen oder demütigen und verletzen (vgl. Ostermann & Prengel, 2019). Im vorliegenden Beitrag erfolgt ein Einblick in eine empirische Studie über die Qualität der Interaktionen von Lehrkräften mit Kindern, um herauszuarbeiten, auf welche Art und Weise und wie Lehrende die ihnen anvertrauten Kinder in beobachteten Betreuungsphasen anerkennen und verletzen

    Empirische Annäherungen zu Anerkennung und pädagogischer Beziehung im Biologieunterricht: Empirische Hinweise aus der Perspektive der Biologiedidaktik

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    Im vorliegenden Beitrag werden vier Studien aus dem Biologieunterricht der Sekundarstufe I vorgestellt. Zwei bieten Ansatzpunkte zu Anerkennungspraktiken, zwei zur Qualität der Beziehung zwischen Lernenden und Lehrpersonen. Alle Studien beziehen sich auf die Selbstbestimmungstheorie der Motivation. In den ersten beiden Studien werden Qualitäten der Lerner*innenmotivation bei unterschiedlichen Strukturbedingungen einer Mitmachausstellung mit und ohne explizite Berücksichtigung der Lerner*innenautonomie untersucht. In den folgenden beiden Studien werden Auswirkungen der gemeinsamen Versorgungen eines Klassentiers auf die Beziehungsqualität der Schüler*innen zu ihren Lehrer*innen betrachtet

    „Probleme lösen und Menschen bilden sind grundverschiedene Aufgaben“: Bildungshistorische Erkundungen zu Positionierungen, Selbstfindungsversuchen und Paradoxien in der Lehrpersonenbildung

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    Positionierungen und Selbstdeutungen von Dozierenden in der Lehrpersonenbildung waren in der Vergangenheit sowohl ortsspezifisch geprägt als auch in einen Strom unterschiedlichen pädagogischen Wissens eingebunden. Es stellen sich in einer historischen Spurensuche – mit kurzen Quellensondierungen zu verschiedenen Zeitabschnitten im 20. Jahrhundert zu Positionierungen von Lehrpersonenbildner*innen – vielfältige Fragen im Zusammenhang mit „Normalmodellen“, mit wissenschaftlich-disziplinären Orientierungen, mit der Kritik an der disziplinären Arbeitsteilung in der Wissensproduktion und mit Erziehungsidealen. Das Essay soll auf der Grundlage historisch-konzepthafter Schriften aus dem deutschen und deutschschweizerischen Bildungsraum zur Ausbildung von Lehrpersonen, zum Hochschulunterricht und zur Hochschulreform – irritierend und ordnungsstiftend zugleich – zu einer Diskussion einladen, die sensibel für Paradoxien ist. Der Beitrag soll in einer kulturhistorisch informierten Perspektive den Blick schärfen für ambivalente und paradoxal anmutende Deutungen zur Pluralität in den wissenschaftlichen Perspektiven von Dozierenden und hochschulpolitischen Akteur*innen, die mit der Suche nach „Synthetisierungen“ teilweise auch Nähen zum Antiakademismus aufweisen konnten. Es wird aufgezeigt, unter welchen Voraussetzungen die Rede vom angelsächsischen Erziehungsideal hinsichtlich der Lehrpersonenbildung einer analytischen Unschärfe Vorschub leisten konnte. Vor dem Hintergrund dieser historischen Selbstbefremdung beschließt ein Ausblick auf allfällige Kategorienverwechslungen in der gegenwärtig häufig vorgetragenen Schulpraxiserfordernis von Dozierenden in der Lehrpersonenbildung die Überlegungen

    Es geht nur im Team: Plädoyer für enge fachliche Zusammenarbeit im Sachunterricht

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    Sachunterricht ist ein Unterrichtsfach, das sich durch Interdisziplinarität, hohen Lebensweltbezug und ein offenes Curriculum auszeichnet. Im Verständnis der Autorin braucht es in der Lehre die Zusammenarbeit von Expert*innen mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund, um die Breite abdecken zu können. Die Studierenden, die später dieses Fach unterrichten werden, können im Studium Planungskompetenz aufbauen, um aus der Fülle der möglichen Inhalte auswählen zu können und Kompetenzentwicklung im Unterricht zu ermöglichen

    Die Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt in Schule und Unterricht: Perspektiven für Demokratiebildung im Fach Deutsch als Zweitsprache

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    Ausgehend von einer sprachtheoretischen Fundierung von sprachlicher Vielfalt werden erste Argumente für deren Berücksichtigung im Fachunterricht abgeleitet. Diesen Argumenten wird mit erziehungs- bzw. bildungsphilosophischen Überlegungen von Dewey zur sozial gesteuerten Aneignung des konventionalisierten Gebrauchs von nichtsprachlichen und sprachlichen Artefakten und der Vergemeinschaftung der daraus hervorgehenden Erfahrungen in der Schule nachgegangen. Es wird aufgezeigt, dass die Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt im Fachunterricht eine wesentliche Funktion bei der Entstehung einer gemeinsam geteilten Erfahrung als Grundlage für Demokratisierung hat. Diesem funktionalen Argument für die Berücksichtigung von sprachlicher Vielfalt in der Schule wird anschließend das normative Argument zur Seite gestellt, dass die mehrsprachigen Fähigkeiten der Schüler*innen nicht nur als deren Ressourcen, sondern auch als wesentliche Aspekte ihrer personalen Identität betrachtet werden müssen. In der Schule findet Demokratiebildung statt, wenn sich Menschen begegnen, Erfahrungen kommunizieren und zusammen lernen, die sich wechselseitig als Personen anerkennen. Insofern kann die Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt in der Schule als demokratische Symbolisierung für die Gesellschaft fungieren. Für die Umsetzung der im Beitrag umrissenen funktional und normativ begründeten Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt in Unterricht und Schule müssen angehen­de Lehrkräfte sensibilisiert werden. Lerngelegenheiten aus einer Lehrveranstaltung im Modul Deutsch als Zweitsprache an der Universität Bielefeld, die das Potenzial haben, dies im Sinne einer Demokratiebildung zu leisten, werden exemplarisch skizziert

    Wasser, Wald & Wuppertal: Kohärenzerleben von Sachunterrichtsstudierenden bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung einer Exkursion

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    In diesem Beitrag wird die Konzeption, Durchführung und Evaluation eines Seminares beschrieben, in welchem Sachunterrichtsstudierende unterschiedlichen Ebenen von Kohärenz begegnen. Im nahe der Universität gelegenen Gelpetal können sie die Vielperspektivität dieses Lebensraumes direkt erleben (Ebene 1: Vernetzung der Perspektiven des Sachunterrichts). Sie erarbeiten zuvor, was bei einer Exkursion beachtet werden sollte – auch im Hinblick auf inklusive Lerngruppen. In der Rolle einer Lehrperson selbst geplante, handlungsorientierte Forschungsaufträge werden aus der Sicht von Lernenden erprobt und reflektiert (Ebene 2: Vernetzung der Professionswissensbereiche; Ebene 3: Vernetzung zwischen Ausbildung und beruflichen Anforderungen). Begleitet wird das Seminar von zwei Dozierenden aus unterschiedlichen Fachdisziplinen, die in mehreren Sitzungen im Team lehren (Ebene 4: kollegiale Vernetzung). Die Ergebnisse der Mixed-Methods-Begleitforschung im Prä-Post-Design belegen die Wirksamkeit des Konzeptes. Die Teilnehmer*innen weisen nach dem Seminar signifikant höhere Selbstwirksamkeitserwartungen bezüglich vielperspektivischen Unterrichtens und der Durchführung von Exkursionen im inklusiven Sachunterricht auf. Zudem wird ein hohes situationales Interesse an den Seminarinhalten generiert. Als Weiterempfehlungsgrund wird besonders oft das Erleben von Kohärenz in verschiedensten Formen genannt

    Mathematische Grundbildung als Baustein einer demokratischen Meinungsbildung

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    Ausgehend von Betrachtungen zur mathematischen Grundbildung soll im Folgenden an Beispielen illustriert werden, welchen Beitrag das Fach Mathematik als ein Baustein leisten kann, an dem eine demokratische Meinungsbildung ansetzt. Die Beispiele sind vor einem aktuellen Zeitgeschehen ausgewählt, indem mathematische Kenntnisse eine Grundlage darstellen, um Informationen und einen demokratischen Disput zu verstehen und daran ein eigenes Meinungsbild anzuknüpfen. Im Allgemeinen zeigt sich in den Darstellungen ein Grundprinzip mathematischer Bildung: ein Beitrag zur Entwicklung und Entfaltung von mündigen Bürger*innen im gesellschaftlichen Leben

    Selbstständigkeit als pädagogischer Horizont der Oberstufe: Eine qualitative Untersuchung zum Verständnis von Selbstständigkeit in der pädagogischen Praxis der Eingangsphase am Oberstufen-Kolleg

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    Diese Publikation widmet sich den Fragen, welche Kompetenzen in Bezug auf Selbstständigkeit von den Schüler*innen im Verlauf der Eingangsphase des Oberstufen-Kollegs erwartet werden, welches Verständnis von Selbstständigkeit die Akteur*innen der Eingangsphase aufweisen, welche Konzepte zur Förderung von Selbstständigkeit von ihnen verfolgt werden und welche Herausforderungen sich hierdurch sowie durch die institutionellen Strukturen für die Schüler*innen ergeben. Dazu wird zunächst Selbstständigkeit als pädagogischer Horizont theoretisch beschrieben und mit den drei Begriffen der produktiven, funktionalen und instrumentellen Selbstständigkeit ausdifferenziert. Der hierbei neu eingeführte Begriff der instrumentellen Selbstständigkeit eröffnet mit dem Konzept der „Zone der nächsten Entwicklung“ auf Basis der Arbeiten Wygotskis (1987) den Blick auf konkrete Lernprozesse, die durch Lernende selbst und mit professioneller Unterstützung initiiert werden. Die instrumentelle Selbstständigkeit wird anschließend auf eine, aus den Arbeiten Ludwig Hubers (1994, 1998, 2010) abgeleitete Vorstellung von Studierfähigkeit bezogen. Dieser theoretische Rahmen wird um eine Darstellung institutioneller Strukturen für das Selbstständigwerden auf verschiedenen Ebenen (KMK, NRW, Oberstufen-Kolleg) sowie um eine Darstellung der Unterrichtsstrukturen am Oberstufen-Kolleg ergänzt. Unter Berücksichtigung dieser theoretischen Überlegungen werden leitfadengestützte Interviews mit verschiedenen Akteur*innen aus der pädagogischen Praxis der Eingangsphase (Lehrende verschiedener Basiskurse, Schulsozialarbeit, Laufbahnberatung, Projektkoordination) nach der Methode des thematischen Kodierens ausgewertet. Dabei werden verschiedene Vorstellungen zu einer pädagogischen Hinführung zur Selbstständigkeit entfaltet und systematisch auf die Ebenen des Unterrichts und der Institution bezogen

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