PraxisForschungLehrer*innenBildung (PFLB) - Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung
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    287 research outputs found

    Verantwortungslose Behinderte: Widersprüche zwischen Ansprüchen im Inklusionsdiskurs und dem Gleichheitsanspruch von Demokratie

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    Ausgehend von einem soziologischen Verständnis von Behinderung und der Feststellung, dass auf Behinderung fokussierte Inklusionsdiskurse zur (Re-)Pro­duktion des sozialen Phänomens Behinderung und zum Vorhandensein einer Behindertenrolle beitragen, wird verdeutlicht, dass sich auf dieser Grundlage für beeinträchtigte Menschen keine rollenspezifische Verantwortung – die im Hinblick auf Demokratie ein zentrales Moment darstellt – ableiten lässt. Gleichzeitig wird vor dem Hintergrund der Klärung, was sozialrollenbezogene Verantwortung meint, aufgezeigt, dass über die Behindertenrolle – die auf Hilfsbedürftigkeit und Passivität ausgerichtet ist – sozialrollenspezifische Verantwortung von nichtbeeinträchtigten Bürger*innen hergestellt wird. Zugleich bekommen von Beeinträchtigung betroffene Menschen keine (demokratierelevante) Verantwortung zuerkannt, sodass sie in einem Handlungsobjektstatus für nichtbeeinträchtigte Akteure verbleiben und dementsprechend auch keine Verantwortung für das Gelingen von De­mokratie haben (können)

    Critical Pedagogy and Critical Interculturality: Democratic Education and Empowerment through Diversity at School

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    Diversity in the classroom among students or regarding knowledge is often perceived as being a source of conflicts and tensions. However, diverse knowledge and experiences should be addressed at school as being part of a process of empowerment and as supporting democratic values at school, both among students and teachers. Critical pedagogy and critical interculturality try to provide theoretical tools for this purpose

    Pädagogischer Takt bei Mentor*innen und deren Lehramtsstudierenden: Empirische Untersuchungen zum Theorie-Praxis-Transfer

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    Mentoring kann als Versuch angesehen werden, den Studierenden des Lehramtes zu helfen, die Theorien, die im Studium an der Hochschule gelernt worden sind, im Praktikum als Entscheidungsgrundlage für das Handeln zu verwenden. Dieser Umsetzungsprozess ist schwierig, da eine direkte Anwendung der wissenschaftlichen Annahmen in der Praxis unmöglich ist. Mögliche theoretische Entwürfe, die den Umsetzungsprozess erleichtern, sind das Theorie-Praxis-Modell (Patry, 2018b) und der pädagogische Takt. Angesprochen sind auch das Beraten und Coachen (z.B. Schlee, 2019), beispielsweise in der Aus- und Fortbildung, um Lehrenden dazu zu verhelfen, wissenschaftliche Theorien in deren subjektive Theorien zu implementieren. Mentor*innen sind durch ihre jahrelange Erfahrung und Reflexion auf ihrem Gebiet zu einer gewissen Expertise (Berliner, 2002) gelangt. Die Transfermaßnahmen – von theoretischem Wissen über die Berufsrolle einer Lehrperson bis hin zum taktbasierten Handeln – werden flankiert durch individuelle und lösungsorientierte Unterstützungsmaßnahmen (Mutzeck, 2014; Warschburger, 2009). In der Studie wird die Hypothese geprüft, dass bei Mentor*innen der schulpraktischen Studien mehr Charakteristika des pädagogischen Takts (Patry, 2018a) in der Unterrichtspraxis festgestellt werden können als bei den von ihnen betreuten Lehramtsstudierenden. Inwiefern gelingt es den Expert*innen stärker als den Studierenden, beim Unterrichten taktbasiert zu handeln? Mit der qualitativen Messmethode Stimulated Recall (Calderhead, 1991; Gastager et al., 2017; Gastager, 2018) wurde diese Fragestellung mit 34 Untersuchungspersonen an einer österreichischen Pädagogischen Hochschule überprüft. Es zeigt sich anhand der Illustration eines Ergebnisbeispiels zu den Daten einer Mentorin folgendes Bild: In den Variablen „Subjektive Theorien zur eigenen Person“, „Wahrnehmung“, „Ziele“ und „Handlungs-Situations-Ergebnis-Erwartungen“ ist eine sehr deutlich hohe Ausprägung in ihren Aussagen festzustellen. Diese Ergebnisse werden anhand einer Einzelfallstudie mit einer Mentorin genauer analysiert. Beschränkungen der Ergebnisse werden diskutiert.  Mentoring kann als Versuch angesehen werden, den Studierenden des Lehramtes zu helfen, die Theorien, die im Studium an der Hochschule gelernt worden sind, im Praktikum als Entscheidungsgrundlage für das  Handeln zu verwenden. Dieser Umsetzungsprozess ist schwierig, da eine direkte Anwendung der wissenschaftlichen Annahmen in der Praxis unmöglich ist. Mögliche theoretische Entwürfe, die den Umsetzungsprozess erleichtern, sind das Theorie-Praxis-Modell (Patry, 2018b) und der pädagogische Takt. Angesprochen sind auch das Beraten und Coachen (z.B. Schlee, 2019), beispielsweise in der Aus- und Fortbildung, um Lehrenden zu verhelfen, wissenschaftliche Theorien in deren subjektive Theorien zu implementieren. Mentor*innen sind durch ihre jahrelange Erfahrung und Reflexion auf ihrem Gebiet zu einer gewissen Expertise (Berliner, 2002) gelangt. Die Transfermaßnahmen – von theoretischem Wissen über die Berufsrolle einer Lehrperson bis hin zum taktbasierten Handeln – werden flankiert durch individuelle und lösungsorientierte Unterstützungsmaßnahmen (Mutzeck, 2014; Warschburger, 2009). In der Studie wird die Hypothese geprüft, dass bei Mentor*innen der schulpraktischen Studien mehr Charakteristika des pädagogischen Takts (Patry, 2018a) in der Unterrichtspraxis festgestellt werden können als bei den von ihnen betreuten Lehramtsstudierenden. Inwiefern gelingt es den Expert*innen stärker als den Studierenden, beim Unterrichten taktbasiert zu handeln? Mit der qualitativen Messmethode Stimulated Recall (Calderhead, 1991; Gastager et al., 2017; Gastager, 2018) wurde diese Fragestellung mit 34 Untersuchungspersonen an einer österreichischen Pädagogischen Hochschule überprüft. Es zeigt sich anhand der Illustration eines Ergebnisbeispiels zu den Daten einer Mentorin folgendes Bild: In den Variablen „Subjektive Theorien zur eigenen Person“, „Wahrnehmung“, „Ziele“ und „Handlungs-Situations-Ergebnis-Erwartungen“ ist eine sehr deutlich hohe Ausprägung in ihren Aussagen festzustellen. Diese Ergebnisse werden anhand einer Einzelfallstudie mit einer Mentorin genauer analysiert. Beschränkungen der Ergebnisse werden diskutiert

    Eine Taxonomie der Evidenzorientierung im Bildungsbereich – was, wozu, wo und wie?

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    Die Nutzung von Evidenz ist eine Herausforderung für die Lehrkräftebildung. Studien und konzeptionelle Überlegungen zu diesem Thema zeichnen sich durch unterschiedliche Zugriffe auf Evidenz aus. Im vorliegenden Beitrag werden diese Zugriffe anhand von vier Fragen diskutiert: (1) Was ist Evidenz? (2) Wozu kann diese genutzt werden? (3) Wo ist Evidenz zu finden? (4) Wie kann Evidenz kommuniziert werden? Abschließend schlagen wir eine Taxonomie der Nutzung von Evidenz vor und diskutieren mögliche Implikationen für die Lehrkräftebildung

    Veränderung von Forschungskompetenz und Vorstellungen über Wissenschaft von Lehramtsstudierenden durch eigenes Forschungshandeln – evaluative Betrachtung eines Seminarkonzeptes

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    In diesem Kapitel des Themenheftes „Lehrkräfte forschen“ werden die Befunde der Aufsätze des Heftes zusammengeführt und mit Blick auf die Wirksamkeit des Seminarkonzeptes diskutiert. Dies geschieht auch unter Einbezug der studentischen Seminarevaluation sowie unter Berücksichtigung von Forschungsergebnissen zur Entwicklung der selbst eingeschätzten Forschungskompetenz im Seminar. In der Gesamtschau lässt sich festhalten, dass die angestrebten Ziele nur zum Teil erreicht wurden und ein tatsächlicher Zuwachs an forschungsbezogenen Fähigkeiten bei den Studierenden nur bedingt attestiert werden kann. Gründe hierfür werden diskutiert

    Interethnische Freundschaften unter den Bedingungen sozialräumlicher und institutioneller Segregation

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    Unstrittig ist, dass Freundschaften zwischen einheimischen Kindern und Jugendlichen und solchen mit Migrationshintergrund in Deutschland sehr erwünscht sind. Allerdings lassen sich strukturelle Barrieren aufzeigen, die interethnische Kontakte verhindern oder erschweren. Ein wichtiges Hindernis stellt die zahlenmäßig zunehmende räumliche Trennung dar; eine bedeutsame Zahl an Kindern und Jugendlichen lebt groß- oder kleinräumig differenziert nach sozialem Status und nach Migrationshintergrund. Ein erheblicher Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wohnt in überwiegend migrantisch geprägten Quartieren. Verstärkt wird die dadurch bedingte sozialräumliche Segregation durch die Wahl der Schulform und darüber hinaus durch die Auswahl der konkreten Schule. Da Freundschaften und Kontakte trotz der Mobilität und trotz des Grenzen überschreitenden Internets immer noch vorwiegend in der Nachbarschaft und in den Bildungseinrichtungen ihren Ausgang nehmen, sind die Chancen für inter­ethnische Beziehungen reduziert. Die Gründe für diese Entwicklungen und die Auswirkungen lassen sich darstellen. Vor allem einheimisch deutsche Eltern aus sozial gehobenen Schichten wählen Schulen mit einem geringeren Anteil an Schüler*innen mit Migrationshintergrund, weil sie von einem höheren Leistungsstandard und damit besseren Bildungschancen ihrer Kinder in solchen Bildungseinrichtungen ausgehen. Die Auswirkungen treffen oberflächlich die Kinder mit Migrationshintergrund, bei genauerer Analyse aber auch die einheimisch deutschen Kinder und die Gesellschaft insgesamt, da ein Einüben in das Zusammenleben in einer multiethnischen Gesellschaft erschwert wird. Lösungen sind möglich und werden aufgezeigt; sie sind aber kommunalpolitisch nicht einfach zu verwirklichen

    Kollegiale Fallberatung in der zweiten Ausbildungsphase zum Umgang mit Herausforderungen in inklusiven Settings

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    Die zunehmende Heterogenität in den Grundschulen stellt für angehende Lehrkräfte eine enorme Herausforderung dar, die zu Belastungen führen kann. Gerade einer Belastung durch Schüler*innen mit herausfordernden Fallmerkmalen (z.B. ein störendes Unterrichts- und Arbeitsverhalten) kann jedoch mit einem professionellen Ressourcen- und Handlungsspektrum begegnet werden, wobei die soziale Unterstützung speziell durch Kolleg*innen als besonders erfolgversprechend gilt. Im Rahmen der kollegialen Fallberatung können sowohl die soziale Unterstützung gefördert als auch weitere relevante Ressourcen und Handlungskompetenzen gestärkt werden, und damit kann möglichen Belastungen entgegengewirkt werden. Dazu beraten sich Grundschullehramtsanwärter*innen im Vorbereitungsdienst im Rahmen des vierten Moduls des „Fallbezogenen Inklusionsspezifischen Trainings“ (FIT2020) wechselseitig zu ihren Schüler*innen mit herausfordernden Fallmerkmalen, wobei ein*e freiwillige*r Fallgeber*in einen eigenen Fall einbringt und die anderen Teilnehmenden als Beratende mitwirken. Fragebogenbasiert schätzen die n=58 Teilnehmenden das Modul zur Fallberatung hinsichtlich Lernnutzen und Effekten auf die Selbstwirksamkeit im Umgang mit den Fallmerkmalen sehr positiv und im Vergleich zu anderen Trainingsmodulen am besten ein, wobei die Fallgebenden deskriptiv in beiden Variablen deutlich höhere Werte angeben. Zudem schätzen die Fallgebenden den Erfolg ihres am Trainingsabend neu geplanten Ressourcen- und Handlungsspektrums im Umgang mit den herausfordernden Schüler*innenmerkmalen höher ein als die Fallberatenden. Unabhängig von der Rolle in der Fallberatung besteht eine positive Korrelation zwischen dem Lernnutzen und dem subjektiv eingeschätzten Erfolg des im Rahmen der Postmessung neu geplanten Ressourcen- und Handlungsspektrums, auch wenn Design und Instrumente keine Prüfung der ursächlichen Wirkung zulassen. Mögliche Erklärungen für die positive Bewertung der Fallberatung und die Korrelation sollen in einer vertiefenden Follow-up-Interviewstudie ausfindig gemacht und berichtet werden

    „Das soll so richtig Bähm machen!“: Prämissen allgemeindidaktischer Reflexion in der fächerübergreifenden Unterrichtsplanung

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    Die gemeinsame Planung fächerübergreifenden Unterrichts erfordert allgemeindidaktische Reflexionen zur Unterrichtsgestaltung und evoziert hierauf bezogene Aushandlungen zwischen Lehrkräften. Im Kontext einer Schulbegleitforschung wurden diese Aushandlungen von drei Lehrer*innenteams unterschiedlicher Schulen, die Konzepte fächerübergreifenden Unterrichts neu entwickelten und planten, beobachtet und aufgezeichnet. Mittels Dokumentarischer Methode werden die didaktischen Prämissen sowie die kommunikativen Bezugnahmen auf die Schüler*innen analysiert, die die Unterrichtsplanung strukturieren. Dabei zeigt sich über alle drei Teams hinweg ein Anspruch an den fächerübergreifenden als außergewöhnlichen Unterricht, der unterschiedlich bestimmt wird: bezogen auf den je besonderen Unterrichtsinhalt (instruktivistisch), den Unterrichtsprozess (konstruktivistisch) oder das Unterrichtsergebnis (produktionistisch). Die mit diesen Reflexionshorizonten verbundenen Aushandlungspraxen gehen mit je spezifischen Thematisierungsweisen der Schüler*innen einher und werden begrenzt durch organisatorische Zwänge einerseits und einen kollegialen Modus der Zusammenarbeit andererseits

    Demokratieförderung im Kontext des sprachsensiblen Fachunterrichts: Sprachlernaktivitäten und kulturelle Teilhabe als Potenziale für die Demokratieförderung im sprachsensiblen Fachunterricht

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    Der sprachsensible Fachunterricht bietet Lehrkräften und Lehramtsstudierenden vielfältige Möglichkeiten, mit ihren Schüler*innen Demokratie zu erleben und zu gestalten. Über eine sprachsensible Unterrichtskultur kann auch eine demokratische Gesprächskultur erlernt werden. Sie ist die Grundlage für jeden zwischenmenschlichen Austausch auf Augenhöhe und das gesellschaftliche Miteinander. Der Beitrag skizziert Eindrücke und Vorschläge aus einem Workshop, der im Rahmen der Prä-Konferenz „Demokratie braucht Inklusion“ der Bielefelder Frühjahrstagung 2021 für Nachwuchswissenschaftler*innen angeboten wurde, um für handlungsorientierte Zugänge zu demokratischer Gesprächskultur und deren Beteiligungsformen im Kontext des sprachsensiblen Fachunterrichts zu sensibilisieren

    Zum professionellen Professionsverständnis von Lehrkräften

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    Worin begründet sich die Bedeutung und Legitimation des Lehrberufs und was zeichnet eine professionelle Praxis aus? Zum Verständnis der Entwicklung und Funktion von Professionen und professionellem Handeln im Allgemeinen und speziell im Lehrberuf skizziert dieser Beitrag zunächst die historischen Entwicklungen des Berufsfeldes. Daran schließt eine Auseinandersetzung mit allgemeinen professionstheoretischen Aspekten an, die eine – zumindest bedingte – Aufnahme der Lehrkräfte in die Gruppe der Professionen begründen kann. Es folgen eine Betrachtung der aktuellen und sich stetig wandelnden und erweiternden Ansprüche an die Professionalität der Lehrkräfte sowie abschließend eine Darstellung einiger Konsequenzen, die sich aus diesen Ansprüchen für die Professionalität und weitere Professionalisierung ergeben

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