Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
Not a member yet
    1594 research outputs found

    Geschlechterkonflikte als offene Prozesse? Zum Potential von Georg Simmels Konfliktsoziologie

    Get PDF
    Die Konfliktsoziologie von Georg Simmel versteht Konflikte als Vergesellschaftung der darin eingebundenen Akteure wie auch der von ihnen angesprochenen Öffentlichkeit. Sie betont prozessuale und verstehende Sichtweisen auf das Konflikthandeln und vermeidet den Strukturdeterminismus und die Identitätsfixierung, wie sie die Konfliktforschung teils durchziehen. Insofern lässt er sich für gegenwärtige Geschlechterkonflikte und deren postidentitäre Analyse fruchtbar weiterdenken. Darauf wird zum Einen eine empirisch offene Arbeitsdefinition für Geschlechterkonflikte eingebracht. Zum Anderen wird das Verständnis von Geschlecht in bezug auf Sexualtität und Körper erweitert, um die Auseinandersetzungen um geschlechtliche Vielfalt zu wahrzunehme

    Bildungsprozesse von Flüchtlingen im Kontext struktureller, institutioneller und alltäglicher Diskriminierung

    Get PDF
    Im vorliegenden Beitrag werden Bildungsbiografien von Flüchtlingen betrachtet, die als unbegleitete Minderjährige nach Deutschland eingereist sind. Es wird aufgezeigt, dass es sich dabei um unwahrscheinliche Bildungsprozesse handelt, die unter prekären Voraussetzungen zustande kommen. Diesbezüglich wird akzentuiert, dass der Erwerb von Sprachkenntnissen und schulischen Abschlüssen sowie erfolgreiche Übergänge in die berufliche Bildung von einem eher zufälligen als institutionell abgesicherten Zusammenwirken von Unterstützungsleistungen sowie von den Anstrengungen Geflüchteter abhängig sind, durch die sie selbst zur Ermöglichung ihrer Bildungs- und Ausbildungsprozesse beitragen.&nbsp

    Familienbilder in Diskursen des Rechtspopulismus

    Get PDF
    Der Betrag macht am Beispiel der AfD und der "Demo für alle" deutlich, dass rechtspopulistische Gruppierungen versuchen öffentliche Diskurse mitzubestimmen. Eines ihrer zentralen Bezugsfelder ist das der Familie. Hier geht es darum, eine sehr partikulare Vorstellung von Familie (als Zeugungsgemeinschaft, die einer als homogen vorgestellten Gruppe angehört) durchzusetzen bzw.  (wieder) hegemonial werden zu lassen. Die rechtspopulistische Offensive in Richtung Familie ist eng verknüpft mit der deren Ablehnung von sexueller Vielfalt, von Sexuapädagogik und einem kritischen und sozialkonstruktivistischen Verständnis von Geschlecht und Zweigeschlechtlichkeit. Rechtspopulistische Diskurse emotionalisieren den Themenkomplex Familie, Sexualität und Geschlecht vor allem über eine Politik der Angst. Der Beitrag skizziert am Schluss in fünf Thesen Gründe für den Erfolg dieser Politik

    Katastrophische Situationen

    Get PDF
    In dem Augenblick, in dem das moderne Sicherheitsversprechen brüchig geworden ist und in dem katastrophische Ereignisse wie Terroranschläge zu einem seltsam gewöhnlichen wiewohl erschreckenden Bestandteil des urbanen Lebens geworden sind, ist die Situation ins Zentrum von Sicherheitspraktiken gerückt. Die Situationsorientierung ist ein Zugeständnis gegenüber dem Unberechenbaren, das die unmittelbare Präsenz und Einschätzung einer Gefahr und ebenso schnelles wie besonnenes Handeln einfordert, und zwar von professionellen Sicherheitsakteuren und gewöhnlichen Bürger/innen gleichermaßen. Der Beitrag nimmt die Herausforderungen in den Blick, die diese Rejustierung mit sich bringt: wie Situationsorientierung die Gewissheit von Prognosetechnologien und kriminologischem Wissen in Frage stellt; wie sie sich zur Militarisierung urbaner Sicherheit und zum Ausnahmezustand verhält; und wie sich das Ephemere, das ihr eigen ist, mit rechtlichen Normen vereinbaren lässt. Die Situation, die mit Ungewissheit an das urbane Leben herantritt, ist nicht nur Ausdruck einer Neuorientierung von Sicherheit, sie zeichnet auch ein neues Bild von Gesellschaft und politischer Subjektivität

    Die Sprache der Liebe und das Management intimer Beziehungen

    Get PDF
    Der Beitrag thematisiert das Konzept der Liebesbeziehung bei Georg Simmel aus der Perspektive intimer Kommunikation und des intimen Tausches.  Dabei werden dem Sprachcharaktervon Liebesbeziehungen und den Formen möglicher Verkennung des Anderen besonderes Gewicht gegeben.&nbsp

    Zur sozialen Nachhaltigkeit aktueller Waldeuphorien: Ein Vergleich zwischen Japan und Deutschland

    Get PDF
    Das gestiegene Interesse an Natur und Wald wirft die Frage auf, wie sich die neue „Waldeuphorie“ auf Wald und Gesellschaft auswirkt. Aus der Perspektive sozialer Nachhaltigkeit untersucht der Beitrag die Konsequenzen „sanfter“ (= nicht aktiv-sportlicher) Waldbesuche in Japan als dem Land, von dem „Waldbaden“ und „Waldtherapie“ ihren Ausgang nahmen, und in Deutschland anhand einer vergleichenden Analyse. Das Datenmaterial basiert überwiegend auf eigenen empirischen Forschungen in beiden Ländern. Beginnend mit einer Erörterung des Begriffs „soziale Nachhaltigkeit“ in der Fachliteratur bietet der Beitrag einen Überblick über Konditionen und strukturelle Zusammenhänge des Waldinteresses in beiden Ländern, gefolgt von ihrer Analyse aus der Perspektive sozialer Nachhaltigkeit. Es zeigt sich, dass die Waldbesuche neben Verbesserungen der Gesundheit eine Reihe weiterer positiver Konsequenzen im Sinne sozialer Nachhaltigkeit bringen könnten, diese Möglichkeiten aktuell aber weitgehend ungenutzt bleiben.    Social Sustainability of the current “Forest Euphoria”. A Comparative Study of Germany and Japan Summary In most western countries, interest in nature has been growing for the last one or two decades, this tendency being particularly conspicuous in German-speaking regions. In the article, it is asked what consequences this will have with regard to social sustainability in Japan as the country where forest bathing and forest therapy were created. The case of Germany will be discussed comparatively. The data for the analysis are based on empirical research carried out in both of these countries. Starting with an examination of the meaning of the term “social sustainability“ in the professional literature, the article discusses the conditions and structural relations of “forest euphoria” in both countries before analysing them from the perspective of social sustainability. It is shown that visits to the forest can cause a number of positive effects apart from health improvement, but that most of these chances are not taken advantage of

    Eingreifendes Denken: Ethnografische Praxis als politische Kraft

    Get PDF
    Ethnografische Forschung ist stets in die Lebenswelten und Praktiken involviert, die sie erforscht, und damit eine mitspielende Kraft im Feld. Allerdings sind ethnografisch Forschende auf eine Weise ins erforschte Geschehen involviert, die sich vom Involvement der Beforschten klar unterscheidet: Die Forschungspraxis ist ganz anderen Bedingungen ausgesetzt und bearbeitet ganz andere Probleme als die Praxis der Beforschten. Anhand der Ethnografie eines Ökodorfes skizziert der Beitrag eine Forschungsstrategie, welche die Praktiken des Forschens und die erforschten Praktiken so miteinander ins Gespräch bringt, dass zwischen ihnen ein geteilter öffentlicher Raum entsteht. In ihm zeigen sich die verschiedenen Sichtweisen in ihrer jeweiligen Bedingtheit und damit Relativität. Dadurch werden die Selbstverständlichkeit und Wahrheit jeder Sichtweise erschüttert und in der Kollektivität der gemeinsamen Verhandlung die Möglichkeiten eines je anderen Handelns sichtbar. Ethnografie bleibt dann keine operierende, sondern wird zu einer informierenden Kraft, die im Unterschied zu jener aktiv und Handlungsmöglichkeiten eröffnend ins Geschehen eingreift, und zwar nicht als eine unmittelbare, sondern als eine ihrerseits vermittelte und somit bedingte, mit ihren eigenen Vollzugs- und Bezugsproblemen ringende Praxis. Sie gleicht damit Bertolt Brechts eingreifendem Denken, das sich im Blick auf das Feld der kritisierten gesellschaftlichen Verhältnisse, in dem es selbst situiert ist, und in der Perspektive ihrer Überwindung in die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen einmischt

    Performative Wende in der Organisationstheorie? Forschungsstand, Probleme und Perspektiven

    Get PDF
    In den englischsprachigen Organisations- und Managementtheorien lässt sich seit Ende der 1990er Jahre eine zunehmende Verbreitung von Konzepten des Performativen und der Performativität beobachten, die inzwischen als performative Wende bezeichnet wird. In der deutschsprachigen Organisationssoziologie ist diese neue Theoriebewegung bislang weitgehend vernachlässigt worden. Angesichts dieser Rezeptionslücke skizziert der Beitrag Relevanz, Verbreitung und Forschungsstand zur Performativität im Bereich von Organisation und Management und diskutiert, welche theoretischen Neuorientierungen damit verbunden sind. Daran anschließend werden Probleme und Perspektiven der Konzepte des Performativen erörtert. In einem abschließenden Fazit werden weiterführende Chancen der Performativitätsbewegung diskutiert und eine Antwort auf die im Titel gestellte Frage gesucht, ob die Organisationstheorie sich in oder vor einer performativen Wende befindet

    Zur Ortsgebundenheit mobiler Arbeit

    Get PDF
    Der Beitrag beschäftigt sich mit Mobilitätsanforderungen von Service- und Wartungstechnikern im Zuge der Digitalisierung. Die Arbeit der Techniker wird meist beim Kunden vor Ort erledigt und erfordert daher räumliche Mobilität. Wir definieren dies als ortsgebundene mobile Arbeit. Wir fokussieren uns im Beitrag auf die räumliche Dimension mobiler Arbeit. Die empirischen Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer Arbeitsgestaltung, welche neben der Analyse der „eigentlichen“ Arbeitstätigkeit (primäre Tätigkeit) auch die dazu notwendige Mobilität (sekundäre Tätigkeit) berücksichtigt. Erst durch die systematische Analyse des Zusammenwirkens beider Bereiche ergeben sich spezifische Erkenntnisse für die Gestaltung von mobiler Arbeit – und möglicherweise auch darüber hinaus

    Der Materialismus migrantischer Mittelschichten: Vom Einrichten eines „normalen Lebens“ unter russischsprachigen Migrant*innen in Deutschland

    Get PDF
    Mein Beitrag beleuchtet den migrantischen Materialismus russischsprachiger Migrant*innen und diskutiert die Aneignungspraxen und Beziehungen zu deutschen Konsumkulturen. Ausgehend von den Ergebnissen meiner empirischen Studie zu Wohn- und Einrichtungsweisen migrantischer Mittelschichten unter russischsprachigen Migrant_innen in Deutschland, untersuche ich Aushandlungen widersprüchlicher moralischer Ökonomien unter postsowjetischen Migrant*innen. Ich betrachte die Artikulation eines Anspruches auf urbane und europäische Bürger*innenschaft durch kultivierten, sparsam-kreativen oder kosmopolitischen Konsum. Und trage bei zu einer rassismuskritischen Diskussion der Verhandlung von sozialer Zugehörigkeit und Konsum in einer postmigrantischen deutschen Gesellschaft. Russischsprachige Mittelschichtsmigrant*innen, die als Spätaussiedler*innen, als russischsprachig jüdische Kontingentflüchtlinge oder als Bildungsmigrant*innen nach Deutschland einreisten, erlebten durch die Migration in der Regel eine schwerwiegende Entwertung ihres kulturellen Kapitals und soziale Deklassierung. Zugleich erfahren sie punktuell oder durch alle Lebensbereiche eine Verbesserung ihres Lebensstandards, wenn sie diesen mit den unruhigen postsowjetischen Staaten vergleichen, die sie in den Neunzigern verließen. Alltagspraxen, ästhetische und biographische Selbstverständnisse verhandeln somit die ungleichen sozialen Verhältnisse zwischen Ost-und Westeuropa, die Erfahrung des Sozialismus und europäische Migrationsregime

    1,495

    full texts

    1,594

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇