Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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Nachrichten aus der Soziologie
Global Center of Spatial Methods for Urban Sustainability (GCSMUS)
Habilitationen
Arno Bammé: Die Rudolf-Goldscheid-Werkausgabe
Walther Müller-Jentsch: In memoriam Joachim Bergmann
Gregor Fitzi: In memoriam Otthein Rammstedt
Call for Papers
Neue Buchreihe: Soziale Probleme. Konstruieren und Verwalten
Solidarity at the Crossroads
ESA-Conference Bids 2023
Tagungen
Kritik des Eigentums?
Populism, Gender and Feminist Politic
Postkoloniale Soziologie oder Soziologie des Kolonialismus? Irritationspotentiale postkolonialen Denkens für die Soziologie
Dieser Aufsatz bespricht Holzingers Kritik der Diskussion über postkoloniale Soziologie, die 2018 zwischen Boatcă, Farzin und Go geführt wurde. Holzinger argumentiert, dass (1) eine Soziologie des Kolonialismus bereits vorliegt, aber (2) eurozentrische Tendenzen etwa in der Modernisierungstheorie kritisiert werden müssen. Ohne die Bedeutung der von Holzinger dargestellten Studien anzuzweifeln, werde ich zeigen, dass beide Punkte auf einem Missverständnis über die Argumente und Anliegen postkolonialer Soziologie basieren. (1) Postkoloniale Soziologie ist keine Soziologie des Kolonialismus, sondern sie versucht, eine neue Art von Soziologie zu entwickeln, die nicht-westliche Theorieproduktion ernst nimmt und Moderne in einer Weise beschreibt, die Europa de-zentriert und dadurch die koloniale Fundierung der Moderne ernst nimmt und ihr kritisch begegnet. (2) Postkolonialismus beschränkt sich nicht auf Kritik an Modernisierungstheorie, sondern kritisiert die eurozentrischen Fundamente des soziologischen Kanons und soziologischer Modi des Theoretisierens. Dabei geht es nicht um soziologische Forschung über Kolonialismus, sondern um eine Dekolonisierung der Soziologie als Teil einer allgemeinen Dekolonisierung europäischen Denkens.
This article debates Holzinger’s critique on the discussion of postcolonial sociology by Boatcă, Farzin and Go. Holzinger argues that (1) a sociology of colonialism existed long before postcolonial sociology but that (2) Eurocentric tendencies in sociological modernization theory need to be addressed. While I acknowledge the importance of the studies presented by Holzinger, I point out two flaws in both arguments. (1) Postcolonial sociology is not a sociology of colonialism, but a programmatic project to explore a new type of sociology which would include non-western social theory and theorize modernity in a way that de-centers Europe and acknowledge the colonial origins of modern society. (2) Postcolonial sociology does, consequently, not stop at a critique of eurocentrism in some sociological paradigms such as modernization theory, but rather challenges the Eurocentric foundation of the sociological canon and sociological modes of theorizing. This aims not at establishing colonialism as a sociological object of research, but at decolonizing sociology as parts of a larger movement to decolonize European thought
Alter Wein in neuen Schläuchen oder was ist neu am »neuen Postkolonialismus«?
Aktuell wird innerhalb der Soziologie erneut über den adäquaten Umgang mit dem Thema »Kolonialismus« debattiert. In einer kürzlich erschienen E-Mail Debatte (SOZIOLOGIE, Heft 4, 2018) wird das Pro und Contra einer Neukonzeption eines »neuen« postkolonialen »turns« verhandelt. Der vorliegende Beitrag zeigt zunächst, dass angesichts der stark expandierenden Forschungslage zum Thema »Kolonialismus« von einem neuen »postkolonialen turn« nicht allzu viele neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Bekanntlich ist Recherche der natürliche Feind der Pointe. Dass das übergeordnete Projekt einer »Eurozentrismus-Kritik« dennoch intensiviert und weiter geführt werden sollte – auch unabhängig von Phänomen des »Kolonialismus«, der ja nur ein Teilproblem in diesem Kontext darstellt –, so lautet das abschließende Argument–, steht dennoch außer Frage, insbesondere, wenn man die Beharrlichkeit gewisser »gefährlicher Prozessbegriffe« (Hans Joas) der Modernisierungstheorie betrachtet, die in bestimmten Teilen der deutschen Soziologie nach wie vor en vogue sind.
Within sociology a debate has been reignited recently about an adequate dealing with »colonialism« in general. In an e-mail debate (SOZIOLOGIE, no. 4, 2018), the pros and cons of a reconception regarding a »new« postcolonial »turn« are being discussed. This article shows that, considering the vigorously expanding state of research concerning »colonialism«, wholly innovative insights into the topic cannot be expected to begin with. The overarching project of uncovering eurocentrism, unquestionably, has to be intensified nonetheless – independent of the phenomenon of »colonialism«, which merely poses as a fraction of the problem at hand. Particularly, if the perseverance of certain »perilous progress-concepts« (Hans Joas) of Modernization Theory is taken into account, which remain in vogue in certain parts of German sociology to this day
Was heißt eigentlich Krise?
Die Soziologie hat sich historisch als Krisenwissenschaft konstituiert und etabliert. Krisen stellen seit jeher ein zentrales Forschungsfeld der Soziologie dar. Krise ist eine soziologische Schlüsselkategorie, die Identität und Selbstverständnis der Disziplin nachhaltig geprägt hat. Mittlerweile wird der Krisenbegriff in Wissenschaft und Alltag nahezu inflationär verwendet, ohne dass eine allseits anerkannte Definition oder ein allgemeingültiges Verständnis über Ursachen, Verläufe und Folgen von Krisen existieren. Auch in der Soziologie hat sich bislang keine einheitliche Definition von Krise herausbilden können. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Frage, was Krise eigentlich heißt, sowie mit der Bedeutung und dem Stellenwert des Begriffs Krise innerhalb der Soziologie. Es wird dagegen argumentiert, Krisen als Normalität oder als Gesellschaft selbst aufzufassen, weil Krisen auf diese Weise bagatellisiert werden. Stattdessen wird dafür plädiert, dass die Soziologie sich wieder auf ihre Rolle und Funktion als Krisenwissenschaft rückbesinnt und einen Krisenbegriff verwendet, der sich ausschließlich auf gesamtgesellschaftlich relevante Phänomene bezieht und darüber hinaus ausschließlich für kritische, potenziell bestandsgefährdende Abweichungen von der Normalität gilt.
Sociology has historically been constituted and established as science of crisis. Crises have always been a central research field in sociology. Crisis is a key sociological category that had a lasting impact on the identity and self-conception of the discipline. Meanwhile the concept of crisis is used almost in an inflationary way in science and everyday life, without a universally accepted definition or a generally admitted understanding of the causes, courses and consequences of crises. So far, no consistent definition of crisis has emerged in sociology either. This article deals with the question of what crisis actually means and with the meaning and significance of the term crisis within sociology. It is argued that crises cannot be regarded as normal or as society itself, because this is how crises are trivialized. Instead, it is advocated that sociology should return to its role and function as science of crisis and use a concept of crisis that refers only to phenomena relevant to society as a whole, and that applies only to critical, potentially existential aberrations from normality
Editorial
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Arbeit in kollaborativen Verbünden und Gruppen stellt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor eine Vielzahl von Herausforderungen, die nur wenig mit den individuellen Forschungsfragen zu tun haben. Dass insbesondere die Steuerung der großen »Forschungstanker« einige Probleme mit sich bringen kann, ist keine neue Erkenntnis. Ein frühes Zeugnis der Tücken projektförmiger Forschung publizierte Apsley Cherry-Garrad 1922 in einem Reisebericht über eine Antarktis-Expedition, wobei der Text in Passagen durchaus auch dem damals noch nicht zu voller Blüte gereiften Genre des wissenschaftlichen Abschlussberichts zugeschlagen werden kann. Der wenig missverständliche Titel – The Worst Journey in the World – offenbart zwar noch Luft nach oben in Bezug auf die inzwischen üblichen Selbstbelobigungsrituale in derlei Texten, schreckt aber wie auch das gesamte Werk nicht vor der klaren Benennung von Fallstricken zurück. So können beispielsweise aufgrund der internen Organisationsstruktur ungünstige soziale Dynamiken entstehen (»Polar exploration is at once the cleanest and most isolated way of having a bad time which has been devised.«). Oder der intrinsisch motivierte Forschungsdrang wird schon im Vorfeld durch Fragen nach Anwendungsbezug und Verwertbarkeit der erwarteten Erkenntnisse ausgebremst (»… nearly all will say, ›What is the use?‹ For we are a nation of shopkeepers …«). Als Antwort auf den Umgang mit all diesen Fährnissen und Unwägbarkeiten empfiehlt Cherry-Garrad einen festen Blick auf das eigentliche Ziel: Erkenntnisgewinn um seiner selbst willen und konkret materialisiert im Gegenstand, den es zu erforschen gilt (»If you march your Winter Journeys you will have your reward, so long as all you want is a penguin’s egg«). Die körperlichen Risiken, die Forscher und Forscherinnen in heutigen Sonderforschungsbereichen mit soziologischem Profil eingehen, sind zwar im Vergleich zu den frühen Tagen der Polarforschung überschaubarer. Viele andere der genannten Aspekte haben jedoch wenig an Aktualität eingebüßt oder sich sogar verschärft. Doch bevor wir uns in die Debatte um Praxistransfers und die ökonomische oder politische Nützlichkeit soziologischer Wissensproduktion verstricken, richten wir den Blick noch einmal auf das Pinguinei. Wie, so könnte die Frage lauten, muss ein funktionales Äquivalent beschaffen sein, welches dem Ei gleich das gemeinsame Arbeiten in Gruppen zumindest soweit fokussiert und motiviert, dass nicht alles unverbunden nebeneinander läuft? Zumal, anders als im Fall der Antarktis-Reisegesellschaft, Projektverbünde selbst in Berlin vermutlich nicht vollständig auf das Verstellen von Exitoptionen durch die lebensfeindliche Umwelt setzen können. Der Beitrag von Martina Löw und Hubert Knoblauch in diesem Heft ist ein Erfahrungsbericht aus dem inneren eines laufenden Forschungsverbundes, in dem diese Frage in etwas anderen Worten gestellt und mit Blick auf die eigene Praxis beantwortet wird. Er sei Ihnen wie das gesamte Heft zur Lektüre empfohlen.
Ich hoffe, Sie sind gut in 2020 angekommen, vielleicht sehen wir uns ja – zum Beispiel im September in Berlin. Es ist Kongressjahr und Sie finden in diesem Heft unter anderem die Calls für die geplanten Plenen, vielleicht ist ja etwas Passendes dabei.
Herzlich, Ihre Sina Farzi
Interessenkonstellationen und Fachidentität im Soziologiestudium
Im Fokus der Forschung steht der Übergang ins Studium und die Studieneingangsphase, da hier bereits zentrale Bedingungsfaktoren für Studienerfolg oder Studienabbruch identifizierbar sind. Gerade bei Geistes- und Sozialwissenschaften spielen unklare Studienorientierungen eine größere Rolle. Diese Befundlage wird am Beispiel des Soziologiestudiums (BA/Diplom) an der TU Dresden aufgegriffen. Welche Interessen stehen hinter der Entscheidung für das Fach? Gibt es andere Studienfächer, die für diese Interessenkonstellation attraktive Alternativoptionen darstellen? Wie wirken sich diese Faktoren auf die Fachidentität aus, die als Indikator für die Integration ins Studienfach dient? Bei insgesamt stark ausgeprägter Fachidentität unter den Studierenden, zeigt sich dennoch eine heterogene Interessenlage, in der alternative Orientierung hin zur Sozialpädagogik und Psychologie besonders herausstechen. Es wird für eine stärkere curriculare Berücksichtigung vielfältiger und zum Teil noch nicht gefestigter Studienorientierungen und Interessen in der Studieneingangsphase plädiert.
Contemporary research focusses on first year experience and students retention. Unassured expectations and occupational orientations are more characteristic for Humanities and Social Sciences, with negative effects to retention rate. These results initialized further research in case of the study course Sociology at the TU Dresden. What kind of interests motivate students to opt for sociology? What were alternative subjects? And how is the university integration affected by these factors? The study shows a very heterogenous field of individual interests with special links to psychology and social pedagogy. Simultaneously exists a high level of integration in the subject. The study discusses the consequences for teaching. We argue, that a more intensive reflexion about study orientation during the first year must be substantial part of the curriculum
Zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels
Mit Karl Marx war Friedrich Engels der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus, der gegenüber dem utopischen Sozialismus von Claude-Henri de Saint-Simon, Robert Owen, Charles Fourier beanspruchte, das Bewegungsgesetz der gesellschaftlichen Evolution erkannt zu haben. Obwohl er es war, der Karl Marx mit einer Schrift im Jahr 1844 auf die Idee brachte, dass die ökonomischen Verhältnisse die entscheidende Basis dieser Entwicklung sind, stellte er sich, zu sehr, wie dargelegt wird, in dessen Schatten. Es war Friedrich Engels, der vor allem mit seinen späten Schriften den Marxismus »erfand«, wie sein englischer Biograph Tristram Hunt zeigen konnte.
Friedrich Engels was, together with Karl Marx, the founder of scientific socialism, in contrast to the so called utopian socialism of Claude-Henri de Saint-Simon, Robert Owen or Charles Fourier. They claimed to have unveiled the logic of historical evolution. Although it was Engels who convinced Marx with an essay in 1844, that the economic basis is the source of all societal conditions and historical evolution, he modestly always gave Marx the primate, far too much, as explained here. It was Friedrich Engels, who with his late writings »invented« Marxism, as his English biographer Tristram Hunt puts it
Nachrichten aus der Soziologie
Uwe Krähnke, Christian Papsdorf: In memoriam Ditmar Brock
Habilitationen
Call for Papers
Rethinking Transparency: Challenging Ideals and Embracing Paradoxes
Organisationsgesellschaft »reloaded«
Tagungen
Good governance versus Corruption
Moral communication. Observed with social systems theory
Bildung und soziale Ungleichheit
Happy Homes, Happy Society?
Gesellschaftliche Produktion und Absorption von Unsicherhei
Studentischer Workload: Zum Verhältnis von Konzeption und Praxis
Mit der Bologna-Reform wurde die am Arbeitsaufwand orientierte Konzeption, Planung und Verwaltung von Lehrveranstaltungen auf Basis von ECTS-Punkten eingeführt, um eine bessere Vergleichbarkeit von Studienleistungen herzustellen und die Studierbarkeit zu sichern. Aber auch 20 Jahre nach Bologna sind zahlreiche konzeptionelle, theoretische und methodische Fragen und Probleme offen. In der Praxis stellt der Workload im Gegensatz zur ursprünglichen Konzeption primär eine administrative Planungsgröße dar, wobei jedoch scheinbar nur eine lose Kopplung zwischen vergebenen ECTS-Punkten und dem dafür erforderlichen Workload besteht. Insbesondere hat die Workload-Konzeption nicht, wie intendiert, zu einer stärkeren Orientierung an den Lernenden beigetragen. Im Gegenteil besteht die Gefahr, dass die Diversität der Studierendenschaft durch den Fokus auf den durchschnittlichen Workload, aber auch mangels geeigneter Datenquellen aus dem Blick gerät. Über die praktischen Folgerungen hinaus bleibt eine stärkere forschungsbasierte Auseinandersetzung mit den Determinanten des studentischen Workloads anzuregen, um die mitunter erheblichen Workloadunterschiede vor dem Hintergrund der vielfältigen studentischen Lebenswelten besser verstehen zu können.
The Bologna reform introduced the workload-oriented design, planning and administration of courses, based on ECTS credits, in order to improve comparability of academic performance and study conditions. But even 20 years after Bologna, many conceptual, theoretical and methodological questions and problems remain unresolved. In contrast to the original idea, student workload has primarily become an administrative planning parameter in practice, however with a rather loose coupling of awarded ECTS points and required workload. Furthermore, the workload concept has not, as intended, strengthened the learning orientation of university teaching. On the contrary, there is a risk that the diversity of the students will be lost out of sight due to the focus on the average workload, but also due to the lack of suitable data sources. Beyond these practical concerns, we want to encourage a stronger research-based examination of the determinants of student workload in order to better understand the sometimes considerable differences in workload against the background of the diverse student worlds
Vom »Theorienpluralismus« zur »Multiparadigmatik«: Zur Genese der These der »Multiparadigmatik« in der Soziologie
Die These, dass die Soziologie ein multi-paradigmatisches Fach ist, gilt in der neueren Debatte zur »Multiparadigmatik« bzw. zur Einheit des Faches als nahezu unumstritten, es bleibt nur die Frage offen, worauf dieser Zustand zurückzuführen ist und ob dieser wünschenswert ist. Zudem wird es als immerwährendes Problem der Disziplin verstanden. Auch wird davon ausgegangen, dass das Problem wichtig für das Bild der Soziologie in der Öffentlichkeit und den gesellschaftlichen Status der Disziplin ist. Diesen Annahmen und der Entstehung der These selbst soll hier historisch nachgegangen werden, da erst ab Anfang der 1970er Jahre die Beschreibung von Theorien als »Paradigmen« erfolgt und damit die Idee der »Inkommensurabilität« dieser Ansätze, das heißt der Multiparadigmatik der Disziplin, formuliert wird. Darüber hinaus wird in der neueren Debatte wieder Bezug auf die Idee des »Theorienvergleichs« genommen. Ein Blick soll deshalb auf die Behandlung des Theorienpluralismus vor dieser »Theorienvergleichsdebatte« geworfen und die Wirkung dieser »Theorienvergleichsdebatte« beschrieben werden. Abschließend sollen Folgerungen für die zeitgenössische Diskussion gezogen werden. Als wichtig für die Frage der Fachidentität wie für das öffentliche Bild der Disziplin erweisen sich dabei weniger Theoriekonflikte, als die Probleme des Verhältnisses der Soziologie zur Praxis und die Ferne der Theorie zur Empirie.
The thesis that sociology is a multi-paradigmatic subject is almost undisputed in the more recent debate on »multi-paradigmatics« or on the unity of the subject; the only question that remains unanswered is to what extent this state can be attributed and whether it is desirable. In addition, it is understood as a perpetual problem of discipline. It is also assumed that the problem is important for the public image of sociology and the social status of the discipline. These assumptions and the emergence of the thesis itself will be investigated historically, since the description of theories as »paradigms« only started in the beginning of the 1970s, thus formulating the idea of the »incommensurability« of these approaches, i.e. the multiparadigmatism of the discipline. In addition, the more recent debate makes reference to the idea of »comparison of theories«. I shall look at the treatment of theoretical pluralism and will then describe the debate on the comparison of theories and its effect. Finally, I shall draw some conclusions for the contemporary discussion. The problems of the relationship of sociology to practice and the distance of theory to empiricism prove to be important for the question of professional identity as well as for the public image of the discipline