FoRuM Supervision - Zeitschrift für Beratungswissenschaft und Supervision (Universität Bielefeld)
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Die Reflexion supervisorischer Prozesse anband sozialwissenschaftlicher Theorien
Als Supervisorinnen i.A. (FiS) und gleichzeitig Masterstudierende für Supervision und Beratung der Uni Bielefeld ist es unsere offizielle Aufgabenstellung und zugleich persönliche Herausforderung, unsere ersten praktischen Berufserfahrungen mit Hilfe wissenschaftlicher Theorien zu belegen. Im folgenden Artikel geht es um humanwissenschaftliche Aspekte als erweiterte Perspektive in der praktischen Arbeit und Supervisorischen Reflexion. In Anlehnung an die Bindungstheorie und die Anerkennungstheorie kann ein differenzierteres Verstehen der Verhaltensmuster und Beziehungsdynamikeil der Supervisandin im ersten Teil des Artikels entstehen. Durch die Analyse familiärer und beruflicher Sozialisationsprozesse und verschiedener Aspekte zum "Unternehmerischen Selbst" wird die Zerrissenheit zwischen Beruf und Familie einer berufstätigen Frau deutlicher. In beiden Fällen wurde versucht, die beschriebenen Theorien nicht als Schablonen auf die Arbeit zu legen, sondern die konkrete Praxissituation auf dem theoretischen Hintergrund zu erarbeiten und darüber bei der Suche um das Verstehen komplexer Zusammenhänge von beruflichen Konfliktsituationen unterschiedliche Blickrichtungen zu verfolgen
Theorie und Praxis - Bausteine professioneller Identität
In diesem Vortrag möchte ich versuchen aufzuzeigen, wie in meiner persönlichen beruflichen Entwicklung meine gelernte Theorie in meiner Praxis immer wieder an Grenzen stieß, wie ich über neue Theorien immer wieder ein Stück weit mehr verstehen konnte und wie sich aus verschiedenen Theorien mein eigener theoretischer Hintergrund zusammensetzte, aus dem ich versuche zu verstehen, was in der analytischen Beziehung zwischen mir und dem Kind oder Jugendlichen vor sich geht. Das möchte ich mit zwei Fallvignetten aus einer Kinderanalyse und aus einer Jugendlichenanalyse illustrieren
Anerkennung als Theorie der Supervision
Die sich in der Bundesrepublik konstituierende Beratungswissenschaft fragt nach Theorie, auch nach Theorie der Supervision. Gleichzeitig fragt sie danach, mit welchen Theorien Supervisorinnen und Supervisaren arbeiten bzw. welche Theorien in den Ausbildungsinstituten vermittelt wurden. Auch wenn es nicht die allgemeine Theorie der Supervision gibt, ebenso wenig wie es derzeit nicht die allgemeine Theorie von Beratung gibt, so gibt es doch aus der Perspektive der (guten) Praxis eine Reihe von theoretischen Stützpunkten und Konsense über den Beratungsprozess zumindest unter dem Dach eines Paradigmas. Das Paradigma, um das es in den Nachfolgenden Überlegungen geht, geht zurück auf in der Supervisionsausbildung des FIS entwickelte, sozialtheoretisch fundierte Bausteine für die Supervision. Es ist derzeit noch nicht gelungen, die Linien der Theoriebildung und Begründung des Supervisionsverständnisses des FIS vollständig zu rekonstruieren. Dies hängt auch mit der Vielfalt an sogenannter "grauer Literatur" zusammen -also Papiere, Inputs und nicht veröffentlichte Beiträge und Vorträge
Freiheit und Selbstsorge als theoretische Grundlage von Beratung und Supervision - oder: Warum "Freiwilligkeit" nicht nur theoretisch bedeutsam ist
Im Mittelpunkt des Artikels steht die Bedeutung von Freiheit und Selbstsorge und die damit verbundenen relevanten Aspekte im Supervisorischen und beraterischen Kontext. Betrachtet man Beratung und Supervision als eine Kunst des Fallverstehens und des entsprechenden Handeins führt dies zu einem Verständnis von Beratung und Supervision als kreativen Prozess, der lediglich unter Beachtung theoretischer Grundlagen von Freiheit und Selbstsorge gelingen kann. Daher wird der Fokus der Betrachtung auf die theoretische und praktische Bedeutung der Selbstreflexion, Subjektorientierung und den aufmerksamen Umgang mit Nicht-Wissen im Beratungs- und Supervisionsprozess gelegt, theoretisch anhand der Theorie der Selbstsorge von Foucault reflektiert und praxisrelevant anhand einer Supervisionsszene herausgearbeitet
"Wer breite Füße hat"- Briefwechsel mit Pionieren der Supervision
Die Ehrung von Kolleginnen und Kollegen der Supervision anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der DGSv in Berlin im Oktober 2009 hat uns und viele beeindruckt und nachhaltig beschäftigt. Daraus ist die Idee entstanden, in dieser Ausgabe die "Gelebte Geschichte der Supervision" aufleuchten zu lassen. Nicht eine nüchterne Darstellung, sondern persönliche Erlebnisse, Geschichten und Begegnungen der als Pioniere Geehrten sollen Einsichten in die Zeit vor und zur Gründung der DGSv so ermöglichen, dass der Geist dieser Zeit, das Wesen der Entwicklungen spürbar wird
Harald Pühl: Konflikt-Klärung in Teams und Organisationen. Berlin (Ulrich Leutner Verlag) 2010
Buchrezensio
Alberto Gimeno, Gemma Baulenas, Joan Coma-Cros: Familienunternehmen führen - Komplexität managen. Mentale Modelle und praktische Lösungen, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2010
Buchrezensio
Loyalität in Turbulenzen
Supervision hat sich als Beratungspraxis immer dem beruflichen Handeln von Personen und der Reflexion dessen verpflichtet gefühlt. Einer reinen Lehre anzuhängen, verbietet der Gegenstand. Zu unterschiedlich sind persönliche und institutionell-strukturelle Bedingungen, sowohl der Supersorlnnen als auch der Supervisandlnnen. d. h. aber nicht, dass supervisorisches Handeln wahllos und beliebig ist. Um dem eigenen professionellen Handeln angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen eine Orientierung zu geben, bedatf es neben dem fachlichen und wissenschaftlichen Diskurs der Entwicklung und Bewahrung der Supervisorischen Identität. An vier Aspekten wird die spezifische Supervisorische Herangehensweise zur Identitätsgewinnung innerhalb bestehender Lebens- und Arbeitsbedingungen betrachtet und die Frage der Verbundenheit von Supervision als kritische Loyalität aufgeworfen
Wege zur Professionalisierung - Über die Anfänge der Supervision in Deutschland
FoRUM SuPERVISION: Wir freuen uns darüber, hier mit zwei Menschen zusammen zu kommen, die von der Supervision biografisch geprägt sind und die die Profession Supervision in den letzten Jahrzehnten nachhaltig geprägt haben. Wir würden gern von Ihnen etwas mehr erfahren, wie Sie die Anfänge der Supervision in Deutschland erlebt haben. Dabei geht es uns weniger um eine exakte Rekonstruktion Geschichte der Supervision - das sollten wir vielleicht späteren Generationen vorbehalten - als vielmehr um prägende biografische Begegnungen und wichtige Entwicklungspunkte