FoRuM Supervision - Zeitschrift für Beratungswissenschaft und Supervision (Universität Bielefeld)
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„Eine unheimliche Möglichkeit der condition humana“. Interview mit Peter Conzen zur psychoanalytischen Fanatismusforschung
Das Interview stellt die psychoanalytische Fanatismuskonzeption Peter Conzens in den Mittelpunkt und fragt nach Hintergründen, Formen und Auswirkungen. Neben den Grundkonzepten und Wechselwirkungen mit weiteren Begriffen und Forschungstraditionen wird Entstehung fanatischen Denkens in der modernen Gesellschaft diskutiert und bieten einen Zugang zu diesem, an den Rand gedrängten Thema unseres sozialen Zusammenlebens. Es werden ferner die Rollen, Aufgaben und Verantwortungen der Berater*innen benann
Theorien des Verstehens in Wissenschaft, Beratung, Supervision, Sozialer Arbeit und Psychoanalyse
Der vorliegende Artikel stellt die Interdependenz von seelischem, sozialem und lebensweltlichem Verstehen als methodische Grundhaltung in der Supervision vor. Dabei wir das seelische verstehen in Weiterführung der Ansätze von Gerhard Leuschner, Thomas Auchter u.a. objektbeziehungstheoretisch buchstabiert. Hier handelt es sich um eine Fähigkeit des Beraters und Supervisors, die aus der Feinfühligkeit entwickelt wird. Demgegenüber werden im Kontext des sozialen und des lebensweltlichen Verstehens Forschungsmethoden und wissenschaftliches Wissen herangezogen. Lebensweltliches verstehen bezieht sich dabei auf die subjektiven Sinnstrukturen, während soziales verstehen die Lebenslage, das Feld, den sozialen Raum und die Biografie in den Fokus nimmt. Lebenslaufstrukturanalysen, Entwicklungsaufgaben, Deutungsmuster und Habitusanalyse werden als Instrumente des sozialen und lebensweltlichen Verstehens eingeführt
Habitusanalyse der Frau A. - Im Dreieck aus Passung, kulturellem Kapital und geschlechtlicher Prägung
Einen Habitus hat jeder Mensch. Der Soziologe Pierre Bourdieu entwickelte eine Methode, die gesellschaftliche Konditionierungsprozesse zu seiner Formung sichtbar macht. Angewandt in Supervision können damit Klienten von der Idee, Probleme seien stets individuell an Persönlichkeit allein aufgehängt, professionell distanziert werden. Das folgende Beispiel deckt im Rahmen einer geschlechtersensiblen Beratung Herrscher und Beherrschte auf und erklärt die Position einer Empfangsdame, die, als Folge des Selbstausschlusses von geldwerter Fortbildung, ansinnt ihr finanzielles Auskommen durch Aufstiegsheirat zu sichern. Analog der repräsentierenden Arbeitsaufgabe weicht sie unbewusst auf Äußerlichkeiten aus, die ihre Komfortzone polstern und zusätzlich den Verbleib im schlechtbezahlten Beruf fördern. Position und Disposition gehen auseinander hervor und verdeutlichen Habitus als inkorporiertes Sinnsystem, weshalb seine Ablösung ein hartes Stück Supervision-Arbeit ist
Vorwort
Vorwort zum Heft 46 - Supervision im Spannungsfeld von Deprofessionalisierung und Bedürftigkei
Zur Debatte um die Ökonomisierung von sozialen Dienstleistungen
In der supervisorischen Praxis stellen sich zunehmend Themen, die eng mit gesellschaftlichen Makrostrukturen verbunden sind, die die Arbeitsbedingungen der Supervisand_innen negativ beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen zunehmend finanzielle Restriktionen in der beruflichen Praxis, die in einem Zielkonflikt mit fachlichen Anforderungen stehen. Diese relativ neuen sozialen Gegebenheiten werden oft als Sachzwänge und als alternativlos bezeichnet. Die verursachenden Faktoren hierfür sind allerdings äußerst heterogen und durch politische Entscheidungen beeinflussbar. In international vergleichender Perspektive zeigt sich, dass die sozialstaatlichen Arrangements hierzulande, die die Praxisbedingungen der Supervisand_innen darstellen, weit davon entfernt sind, überlastet zu sein
Reflexive Supervision - Theoriereihe im Masterstudiengang Supervision & Beratung - Sozialwissenschaftliche Einmischung in Anlehnung an Luhmann, Bourdieu u.a.
Tagungsbericht zur "Reflexiven Supervision" (22.11.2014
Rezension: Haubl, R./Hausinger, B./Voß, G.G. (Hrsg.) (2013): Riskante Arbeitswelten. Zu den Auswirkungen moderner Beschäftigungsverhältnisse auf die psychische Gesundheit und die Arbeitsqualität, Frankfurt a.M./New York: Campus Verlag.
Buchrezensio
Zwischen Geduld und Empörung. Zur politischen Positionierung von Berater_innen
Kann Supervision, kann Beratung ein Mandat zur politischen Einflussnahme herleiten und legitimieren? Ausgehend von eigenen Erfahrungen als Beraterin und als Bürgerin wird zunächst dargestellt, wie deutlich sich politische Fragen in der Beratung zeigen. Im zweiten Teil werden fachliche Aspekte theoriegestützt reflektiert, die den Auftrag von Supervision im Kontext politischer Meinungsbildungsprozesse kennzeichnen. Dabei geht es um Rollenklarheit in der Beratung und um Begrenzung in der Aktion, aber auch um Empörung als zielgerichteten Affekt. Am Ende steht - mit Bedauern - das fachlich korrekte Eingeständnis: Supervision als Beratungsform ist nicht geeignet für politische Einmischung. Dafür braucht es andere Orte und Formen in der Zivilgesellschaft
Übungsformen in Coaching-Weiterbildungen. Ergebnisse einer Online-Befragung - Teil II
Während die gegenwärtig vorliegende empirische Coaching-Weiterbildungsforschung bisher vor allem evaluative Ansätze verfolgt hat und ergebnisorientiert Ausbildungserfolg, Kompetenzzuwachs und TeilnehmerInnenzufriedenheit zu messen beabsichtigte (vgl. Klenner/Bischofberger 2014), rückt die im vorliegenden Artikel dargestellte Studie das Weiterbildungsgeschehen selbst in den Vordergrund. Im Fokus stehen die Praxisanteile von Coaching-Weiterbildungen, und zwar spezifisch die eingesetzten Übungsformen und -Settings. Mittels einer Online-Befragung konnten hierzu Angaben von 209 Coaching-WeiterbildnerInnen aus dem deutschsprachigen Raum gewonnen werden. Im Folgenden wird der zweite Ergebnisteil dieser Befragung vorgestellt