FoRuM Supervision - Zeitschrift für Beratungswissenschaft und Supervision (Universität Bielefeld)
Not a member yet
509 research outputs found
Sort by
Die Fallsupervision von Dr. A. aus der Perspektive des Masterstudiengangs Supervision
Gerhard Leuschner hat im November 2016 anlässlich des Symposiums zu seinem 80sten Geburtstag einen Fall aus seiner supervisorischen Praxis vorgetragen und den Einzel- wie auch Teamberatungsprozess mit dem Chefarzt Dr. A. vor allem im Hinblick auf sein Supervisionsverständnis erläutert. Entsprechend seiner Auffassung von Supervision als Beziehungskunst und besonderer Beziehungsraum (Leuschner 2007) haben all jene, die beim Symposium anwesend waren, noch einmal erleben dürfen, wie reflexive Arbeit in der Supervision, die Gestaltung eines Beziehungsraumes mit einer ausgeprägten Containerfunktion und eine Art archäologisches Arbeiten an den Interessen aller Beteiligten eines Teams dazu geführt hat, dass diese komplizierte Supervision letztlich gelungen ist. Gerhard Leuschner hat noch einmal gezeigt, dass Supervision ein professionelles Beratungsverfahren ist und wie sie im Einzelnen funktioniert
Fallverstehen in der Supervision
Es geht um Verstehen: eine unabdingbare Voraussetzung in jedem kommunikativen Handeln. Deshalb schränken wir den Begriff nun ein, um ihn professionsspezifisch zu qualifizieren. Wir blicken nicht auf das Alltagsverstehen, was nicht heißt, dass nicht auch dieses Verstehen kompliziert sein kann. Wir meinen auch nicht das empathische Verstehen im Sinne von Mitfühlen und Teilhabe an der Existenz des Anderen, sondern eben das Fallverstehen, also die Durchdringung einer meist sehr komplexen und kontingenten Situation oder Szene in ihrer unterschiedlichen Dimensionalität, d.h. in ihren normativen, sozialen, psychischen, ökonomischen, strukturellen, historischen, politischen, kulturellen und auch in ihren bewussten und unbewussten Wirklichkeiten mit dem Ziel zu einem vertieften Verständnis der Situation, dem Sinn zu kommen, die Handeln wieder möglich macht
Foucault im Jobcenter (Teil 2)
Ziel dieses zweiten Teils ist eine ausführliche (struktur-)hermeneutische Rekonstruktion und Interpretation des Falles, den wir 2017 im ersten Teil dieses Artikels zur Illustration einer historischen, gesellschaftskritischen und makrosoziologischen Perspektive auf den Wandel der Arbeitswelt und den aktivierenden Sozialstaat verwendet hatten. Diese Perspektive tritt nun zugunsten biografischer, sozialwissenschaftlicher und pädagogischer sowie institutions- und organisationstheoretischer Interpretationen und Analysen des Feldes Jobcenter zurück. In ihm spiegeln sich die im ersten Teil beschriebenen Desintegrationsdynamiken wie in einem Brennglas wider. Die biografische Interpretation baut auf der Gestaltmehrdeutigkeit von Biografien nach Rosenthal auf, sie thematisiert die biografischen Übergänge, die eng mit der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben korrelieren. Darüber hinaus werden sozialwissenschaftlich sowohl psychoanalytische als auch rollen-, habitus- und machttheoretische Aspekte eine wichtige Rolle spielen. In der institutions- und organisationstheoretischen Interpretation werden die Strukturen und das Beratungsverständnis der Jobcenter als gesellschaftliche Institution analysiert. Beratungswissenschaftlich und supervisionstheoretisch bedeutsam aus der Sicht der Autoren ist, dass sowohl Supervisor_innen als auch die Mitarbeitenden in den Jobcentern über biografietheoretische, sozialwissenschaftliche und sozialpädagogischen Wissensbestände verfügen sollten, damit sie die komplexen, unverstandenen und aufgrund der Aktenlage häufig fragmentierten Biografien ihrer "Kund_innen" besser verstehen und beurteilen können. Nur dann scheint auch eine advokatorische Ethik greifen zu können, die das unverstandene Material nicht zu Ungunsten ihrer Klient_innen auslegt. Ziel dieses Artikels ist es, einen sozial- und strukturhermeneutischen Verstehenszugang in dieses für die Supervision interessante Feld zu eröffnen, der zugleich homologe Übertragungsmöglichkeiten in andere gesellschaftliche Felder ermöglichen kann
„Supervision ist Coaching für helfende Berufe“
oder: Über die Invasion gouvernementaler Beratungspraxis - Eine Polemi
Fallverständnis in der Sozialen Arbeit und seine Relevanz für Fallsupervision
Der vorliegende Beitrag widmet sich der Fallsupervision, die in der Supervisionspraxis regelmäßig angefragt wird und im Supervisionsdiskurs eine vernachlässigte Kategorie ist. Fallsupervision hat eine lange gemeinsame Geschichte mit der Sozialen Arbeit und für die supervisorische Debatte ist der Blick auf das Fallverständnis anderer Professionen lohnend. Die Ansätze von Marianne Hege und Fritz Schütze sind richtungsweisend und beispielhaft wird ihr jeweiliges Fallverständnis herausgearbeitet, so dass Fallsupervision als sozialer und diskursiver Ort fundiert wird. Der Artikel beruht auf Ausschnitten der Ergebnisse des Dissertationsvorhabens zum Thema "Fallsupervision im Diskurs - Auseinandersetzung mit und Fundierung durch Theorien der Sozialen Arbeit, Sozialwissenschaften und der Psychoanalyse" (Arbeitstitel), ohne dass diese als Zitate kenntlich gemacht sind