Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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Focusing on Multilingualism : Learning Objectives and Teaching Examples in Diversity-Sensitive Teacher Education
Mehrsprachigkeit wird im fachwissenschaftlichen und bildungspolitischen Diskurs des deutschsprachigen Raums zurzeit mindestens aus drei Perspektiven beleuchtet: a) als schulisches Bildungsziel im Rahmen von Fremdsprachenunterricht (FSU), b) als eine im Unterricht vorzufindende sprachliche Vielfalt durch Schüler*innen, die andere Erstsprachen als Deutsch in die Schule mitbringen, und c) als innere Mehrsprachigkeit bezogen auf bildungs- und fachsprachliche Fähigkeiten von ein- und mehrsprachig aufgewachsenen Schüler*innen in der Unterrichtssprache Deutsch. Mit dem Blick auf eine inklusive Lehrkräftebildung geben diese unterschiedlichen Diskurse Anlass, Überlegungen dazu anzustellen, wie die darin identifizierten verschiedenen und spezifischen sprachlichen Anforderungen des Sprach- und Fachunterrichts für eine (mehr-) sprachliche Bildung zusammengeführt werden können. An der Leibniz Universität Hannover (LUH) wurden im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ unter dem Leitbild der „reflexiven Handlungsfähigkeit“ (Dannemann et al., 2019) zur Modellierung einer inklusiven Lehrkräftebildung verschiedene Differenzlinien bearbeitet. Die Differenzlinie Sprache(n) zielt darauf ab, diese unterschiedlichen Perspektiven – durch schulischen FSU anzubahnende Mehrsprachigkeit, lebensweltliche Mehrsprachigkeit sowie innere Mehrsprachigkeit bezogen auf bildungs- und fachsprachliche Fähigkeiten – zusammenzuführen. Ausgehend von einem weiten Verständnis von Inklusion, das die Differenzlinie Sprache(n) mitdenkt, beleuchtet der Beitrag zunächst die für eine inklusive Lehrkräftebildung relevanten Dimensionen von Mehrsprachigkeit sowie daraus resultierende Anforderungen und Desiderate. Darauf aufbauend werden, unter Berücksichtigung verschiedener Ansätze der Mehrsprachigkeitsdidaktik (wie Sprachlernbewusstheit und Interkomprehension) und Konzepte der sprachlichen Bildung, Ziele für die inklusive Lehrkräftebildung formuliert und ausgewählte Anwendungsbeispiele vorgestellt.With regard to the current educational policy in German speaking countries, multilingualism plays a vital role. On the one hand, an increasing number of students in the German school system do not speak German as their first language (L1). Instead, their L1 is e.g. Turkish, Arabic or Russian. Therefore, German classrooms can be considered multilingual. On the other hand, being able to communicate in multiple (prestigious) languages, such as French, Spanish and English, represents a pre-eminent educational goal. Against this background, we need well-educated teachers, who are both competent in dealing with the multilingual resources their students bring to class and willing to take advantage of possible synergies between languages for improving learning results. In the context of the “Qualitätsoffensive Lehrerbildung”, a joint initiative of the Federal Government and the Länder, which aims to improve the quality of teacher training, researchers and teacher educators from different disciplines at the university X are exploring various diversity dimensions. The goal is to substantiate a diversity-sensitive teacher education. The diversity dimension “Language(s)”, which is the key focus of this article, forms the conceptual basis for developing extended teaching concepts for teacher training that combine diverging perspectives of different fields of study on multilingualism. Consequently, this paper addresses aspects of language awareness and language learning awareness as well as language-sensitive subject teaching. The presented learning objectives and examples shall enable teacher training students of all subjects and disciplines to deal with linguistically heterogeneous groups and create multilingual and language-sensitive (foreign language and subject) lessons
Cross-Phase Collaboration in the Culture of Digitality: New Impulses for Ongoing Challenges in Teacher Education
Der Beitrag betrachtet das andauernde Problem des Theorie-Praxis-Verhältnisses vor dem Hintergrund der Kultur der Digitalität. Dafür wird in Kapitel 1 die Herausforderung des Verhältnisses von Theorie und Praxis in digitalisierungsbezogenen Lehrveranstaltungen am Beispiel des BMBF-Verbundprojekts DiAL:OGe verdeutlicht. Es folgt eine kurze historische Einordnung in Kapitel 2. Kapitel 3 behandelt die spezifischen Eigenschaften der Kultur der Digitalität: Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität und deren Verbindung zum Theorie-Praxis-Verhältnis. Ausgehend vom Konzept der Kultur der Digitalität und dem Verhältnis von Theorie und Praxis wird dann die phasenübergreifende Zusammenarbeit betrachtet. Es wird die These vertreten, dass die zuvor beschriebenen Eigenschaften der Kultur der Digitalität genutzt werden können, die Ausrichtung der phasenübergreifenden Zusammenarbeit zu aktualisieren und so gleichzeitig die Herausforderungen des Theorie-Praxis-Verhältnisses zu bearbeiten. Dafür ist neben einer veränderten Art der Kollaboration auch ein abgewandeltes Verständnis von Theorie und Praxis unter Bedingungen der Digitalität notwendig. Die These wird in Kapitel 4 anhand eines Modells expliziert und auf die in Kapitel 1 vorgestellte Herausforderung bezogen. Der Beitrag endet mit einem Plädoyer für die vorsichtig optimistische Betrachtung des Möglichkeitsraums Digitalität.The article looks at the ongoing problem of the theory-practice relationship from the perspective of the Culture of Digitality. For this purpose, Chapter 1 addresses the relationship between theory and practice in digitization-related courses. Chapter 2 gives a brief summary of the discussion of the relationship between theory and practice. Chapter 3 deals with the specific characteristics of the culture of digitality: Referentiality, Communiality and Algorithmicity and their connection to the theory-practice relationship. Based on the discussions on the culture of digitality, the cross-phase cooperation is then considered. The thesis is put forward that the characteristics of the culture of digitality discussed can be used to update cross-phase cooperation. In addition to an updated form of collaboration, this also requires a modified understanding of theory and practice under the conditions of digitality. The thesis is explained in Chapter 4 with the help of a model and then related to the problem presented in Chapter 1. The article ends with a plea for a cautiously optimistic view of the possibilities of digitality
„Why Did You Want to Be a Teacher?“: Cultural Representations of Teachers in Movies – Potentials for Teacher Education
Mit dem Lehrberuf gehen kulturell imprägnierte, idealisierte Wirkungsannahmen über pädagogisches Handeln einher, die bloß unzureichend die Unwägbarkeiten von Schulunterricht berücksichtigen. Inwiefern Phänomene wie Praxisschock, Dropout oder Burnout unter Noviz*innen hiermit zusammenhängen, wird seit den 1980er Jahren untersucht. Der Beitrag analysiert, inwiefern Spielfilme, die herausfordernde Unterrichtssituationen zeigen, als Erkenntnisvehikel taugen, um etablierte Vorstellungen über die Wirkung von Lehrkräften wie sie Hollywood etwa in Filmen wie Dangerous Minds (1995) erzählt, zu irritieren. Als Erweiterung werden europäische Spielfilme wie Class Enemy (2013), die ambivalentere Lehrkräfte porträtieren, auf ihr Potenzial für die Lehrer*innenbildung hin diskutiert.The teaching profession is accompanied by culturally impregnated, idealized assumptions about pedagogical action, which take insufficient account of the ambiguous side of school teaching. How phenomena such as practice shock, dropout or burnout among novices are related to this has been investigated since the 1980s. This article analyses the extent to which school movies depicting challenging teaching situations can serve as vehicles of knowledge to irritate established ideas about the impact of teachers, such as those told by Hollywood movies like Dangerous Minds (1995). To elaborate on that, European school movies such as Class Enemy (2013), which portray more ambivalent teachers, are discussed in terms of their potential for teacher education
Processes of Epistemic Change in Engagement with a Complex Teaching Case
In diesem Beitrag wird gezeigt, wie Konzepte aus dem Bereich der Forschung zu epistemischer Kognition für die Untersuchung der professionellen Wahrnehmung von Unterrichtsfällen eingesetzt werden können. Dabei werden verschiedene Formen der Reflexion zu Aufgaben verglichen. Mit acht Lehramtsstudierenden wurden Think-Aloud-Interviews bei der Bearbeitung einer fallbasierten individuellen Lernumgebung durchgeführt. Diese umfasste eine Unterrichtsvignette sowie daran anknüpfende Aufgaben, die eine Positionierung zu unterschiedlichen Studierendenstatements, einem fachdidaktischen Text und zusätzlichen Kontextinformationen einforderten. Die eingesetzte Vignette schildert eine Situation im Rahmen einer Abschlussdiskussion einer Unterrichtseinheit zu einem der gescheiterten NPD-Verbotsverfahren. Die Vignette adressiert dabei u.a. für die Didaktik der politischen Bildung exemplarische Herausforderungen bei der Gestaltung von Kontroversität und den (fach-)didaktischen Umgang mit menschenfeindlichen Schüleräußerungen. Die Interviews wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse untersucht. Es zeigte sich, dass die Studierenden bei der Fallbearbeitung auf ähnliche Lese- und Deutungsprozesse zurückgriffen, wobei wichtige Elemente des Falles übersehen wurden. In anschließenden Aufgaben zeigten sich Unterschiede darin, wie die Interviewten mit fremden Positionen und neuen Informationen umgingen: Positionen, die anderen Studierenden zugeschrieben wurden, regten eher zu Widerspruch und Elaboration an. Als autoritativ wahrgenommene Quellen führten eher zu einer Suche nach Bestätigung, aber auch zu Prozessen des Hinterfragens eigener Annahmen. Die Übertragung von Kategorien des epistemischen Denkens auf die Untersuchung einer Auseinandersetzung mit Fallarbeit liefert wertvolle Hinweise zu wissenserzeugenden und -verarbeitenden Prozessen und daraus abzuleitenden Rückschlüssen für die Materialentwicklung.This study demonstrates how concepts from the field of epistemic cognition research can be used to examine professional perceptions of teaching cases. Different forms of reflection on tasks are compared. Think-aloud interviews were conducted with eight pre-service teachers as they worked through a case-based individual learning environment. This environment included a lesson vignette and related tasks that required the participants to position themselves in relation to different student statements, a didactic text, and additional contextual information. The vignette describes a situation in the context of a final discussion of a teaching unit on one of the failed legal attempts to prohibit the German far-right party NPD. The vignette addresses, among other things, common challenges for the didactics of Social Sciences in the teaching of controversial issues and the adequate handling of discriminatory student statements. The interviews were examined by means of qualitative content analysis. Students quickly adopt similar patterns of interpretation when dealing with the case, overlooking important elements. In subsequent tasks, differences emerged in how the interviewees dealt with unfamiliar positions and new information: Positions attributed to other students were more likely to stimulate dissent and elaboration. Sources perceived as authoritative were more likely to lead to a search for confirmation, but also to processes of questioning one’s own assumptions. The transfer of categories of epistemic thinking to the investigation of an examination of casework provides valuable information on knowledge-generating and knowledge-processing and the conclusions to be drawn from them for the development of learning materials
Dilemma Situation Analysis: Professionalising Prospective Teachers in Their Dealings with Culturally and Linguistically Heterogenic Groups
Die Qualifizierung von angehenden Lehrer*innen für Sprachbildung im Sinne der Umsetzung eines sprachsensiblen Fachunterrichts, der Förderung von Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeit wird als Querschnittsaufgabe sowohl der Bildungs- und Erziehungswissenschaften als auch der Fachdidaktiken aufgefasst. Im Beitrag wird das Verfahren der Dilemma-Situationsanalyse (Nentwig-Gesemann, 2012a, 2012b, 2013; Nentwig-Gesemann et al., 2011) als didaktisches Lehr-Lern-Format fokussiert, den professionalisierten Umgang mit ambivalenten Praxissituation einzuüben. Anhand einer studentischen Falldarstellung und -analyse nach dem Verfahren der Dilemma-Situationsanalyse werden Potenziale und Grenzen der Methode für die Qualifizierung angehender Lehrpersonen im Bereich Sprachbildung, Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache (DaF/DaZ) und Mehrsprachigkeit diskutiert.The qualification of prospective teachers for language education in the sense of the implementation of language-sensitive subject teaching and the promotion of German as a second language and multilingualism is seen as a cross-sectional task for both education and educational sciences as well as subject didactics. The article focuses on the procedure of dilemma situation analysis (Nentwig-Gesemann, 2012a, 2012b, 2013; Nentwig-Gesemann et al., 2011) as a didactic teaching-learning format for practicing the professionalised handling of ambivalent practical situations. On the basis of a student case presentation and analysis according to the dilemma situation procedure, the potentials and limitations of the method for the qualification of future teachers in the field of language education, DaF/DaZ and multilingualism are discussed
Disability as a Line of Difference in the Context of Heterogeneity-Sensitive Teacher Education: Concept and Goals
Im Gegensatz zum Alltagsverständnis wird Behinderung im wissenschaftlichen Diskurs – wie z.B. in der Sonder- und Inklusionspädagogik – aus einer relationalen Perspektiven beschrieben und nicht (mehr) der individuell betroffenen Personengruppe zugeschrieben. Oftmals knüpft dieses Verständnis an die „Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit“ an. Behinderung entsteht hiernach in Wechselwirkungsprozessen zwischen Person und sozialer sowie materieller Umwelt und ist somit Merkmal einer Situation bzw. Konstellation. In der Folge kann es zu Exklusionsprozessen durch die Einschränkung der sozialen Teilhabe kommen. Ausgehend von der gesellschaftlichen Dimension sollen in diesem Beitrag das Konstrukt Behinderung in einen bildungswissenschaftlichen Kontext eingeordnet und Perspektiven für eine inklusive Lehrkräftebildung abgeleitet werden, wobei sich in erster Linie am sonderpädagogischen und am inklusionspädagogischen Diskurs orientiert wird. Behinderung wird in diesen Diskursen mehrheitlich als gesellschaftliche Barriere verstanden, die aufgrund von Normabweichungen zu Stigmatisierung und Ausgrenzung führt und somit auch in einer Schule für alle von besonderer Relevanz ist. Das Ziel der Maximierung von Teilhabeoptionen von Menschen mit Behinderung erfordert eine Neubestimmung der Zuständigkeiten auf allen Ebenen der Lehrkräftebildung, die mit dem Öffnungsprozess der Regelschulen in Korrelation steht. Für die universitäre Lehrkräftebildung bedeutet dieser Prozess, dass angehende Lehrkräfte auf die Herausforderungen der gemeinsamen Lernsituationen vorzubereiten sind, damit sie sich (später) in die Gestaltung einer heterogenitätssensiblen und inklusionssensitiven Schul- und Unterrichtskultur einbringen können.While disability in everyday life is often still attributed to the affected group of people individually, relational perspectives on disability have been increas-ingly developed in special needs and inclusive education since the 1970s. This is demonstrated in the “International Classification of Functioning, Disability and Health”. According to this, disability arises in processes of interaction between the person and the social and material environment and is thus a feature of a situation or constellation. As a result, processes of exclusion can occur due to the restriction of social participation. Based on the social dimension, this article will place the con-struct of disability in an educational-scientific context and derive perspectives for teacher education, primarily oriented to the discourses of special needs education and inclusive education. Currently, disability is understood in these discourses as a social barrier that leads to stigmatisation and exclusion due to deviations from the norm and is thus also of particular relevance in a school for all. The goal of maximising participation opportunities for people with disabilities or impairments requires a redefinition of responsibilities at all levels of teacher education, correlating with the process of opening up regular schools. For university teacher education, this process means that prospective teachers must be prepared for the challenges of shared learning situations so that they can (later) become involved in shaping a heterogeneity-sensitive and inclusion-sensitive school and teaching culture
Implementation of Virtual Reality in school: Service Learning as a teaching and learning format of cooperation between teachers and students across stages
Dieser Beitrag stellt eine qualitative Studie zur phasenübergreifenden Zusammenarbeit von Studierenden und Lehrkräften im Rahmen eines Lehrprojektes vor. Zur Weiterentwicklung einer Lehrkräftebildung in der digitalen Welt greift das vorliegende Projekt an zwei Hochschulen und einem Gymnasium in NRW die derzeitigen Herausforderungen auf, digitalisierungsbezogene Konzepte zu entwickeln und in der Praxis zu implementieren. Durch die Lehr- und Lernform Service Learning und am Beispiel der innovativen Bildungstechnologie Virtual Reality (VR) erheben Studierende und Lehrkräfte gemeinsam die aktuellen Bedarfe der Schule und entwickeln in Projektgruppen konkrete Medienarragements für den Unterricht. Zur Erhebung von Gelingensbedingungen für eine Implementierung von VR in Schule, dem Betrag von Service Learning dabei und die didaktischen Einsatzmöglichkeiten von VR im Fachunterricht werden zwei Teilstudien durchgeführt: A) drei interdisziplinäre Ratingkonferenzen mit den Akteur*innen sowie B) zehn Leitfadeninterviews mit den Lehrkräften und der Schulleitung. Die mittels qualitativer Inhaltsanalyse erarbeiteten Ergebnisse werden präsentiert und Gelingensbedingungen wie die Selbsterfahrung von VR und eine zielgerichtete Zusammenarbeit ebenso diskutiert, wie der gewinnbringende Beitrag von Service Learning zur Zusammenarbeit in den Phasen 1 und 3 der Lehrkräftebildung. Während die Studierenden nicht nur Einblicke in Schule erhalten, sondern gemeinsam mit erfahrenen Lehrkräften digitale Schulentwicklung gestalten, profitiert die Schule von theoretischen und technischen Ressourcen der Studierenden und Hochschulen. Die Akteur*innen sehen didaktisches Potenzial von VR im Fachunterricht, relativieren dies jedoch aufgrund unzureichender Rahmenbedingungen (Technik, Zeit, Umsetzung) und bestätigen damit bisherige theoretische Annahmen mit Perspektive aus der Praxis.This paper presents a qualitative study of cross-phase collaboration between students and teachers in the context of a teaching project. In order to further develop teacher education in the digital world, this project takes up the current challenges of developing digitization-related concepts and implementing them in practice at two universities and a high school. Through service learning and using the example of the innovative educational technology virtual reality (VR), students and teachers jointly survey the current needs of the school and develop concrete media arrangements for the classroom in project groups. Two sub-studies will be conducted to determine the conditions for the successful implementation of VR in schools, the contribution of service learning involved, and the didactic possibilities for using VR in subject lessons: A) three interdisciplinary rating conferences with the actors and B) ten guided interviews with teachers and school administrators. The results obtained through qualitative content analysis will be presented and conditions for success such as VR\u27s own experience and purposeful collaboration will be discussed, as well as the profitable contribution of service learning to collaboration in Phases 1 and 3 of teacher education. While students not only gain insights into school and also shape digital school development together with experienced teachers, the school benefits from theoretical and technical resources of students and universities. The actors see the didactic potential of VR in subject teaching, but relativize this due to insufficient framework conditions (technology, time, implementation) and thus confirm previous theoretical assumptions with a perspective from practice
Qualification of Pre-Service Physical Education Teachers for Inclusive Physical Education: A Teaching Sequence in Higher Education
Die Qualifizierung von angehenden Sportlehrkräften für einen inklusiven Sportunterricht stellt eine zentrale Herausforderung für die sportdidaktische Lehre und Forschung dar. Im gegenwärtigen Fachdiskurs zur inklusionsorientierten Sportlehrkräftebildung wird in diesem Zusammenhang der Förderung von sogenannten situationsspezifischen Fähigkeiten Bedeutung beigemessen, denen in aktuellen integrativen Kompetenzmodellierungen eine besondere, vermittelnde Funktion für die Verknüpfung von anforderungsrelevanten Dispositionen mit der unterrichtlichen Performanz zugeschrieben wird (Blömeke et al., 2015). Dennoch steht die Entwicklung von hochschuldidaktischen Lehrformaten, welche auf die Vermittlung von situationsspezifischen Fähigkeiten gerichtet sind, in der Sportdidaktik erst am Anfang. Da sich der Sportunterricht, u.a. durch spezifische Fachräume und Inhalte, die Fokussierung auf Bewegung sowie damit verknüpfte motorische und soziale Prozesse, von anderen Schulfächern unterscheidet, ergeben sich fachspezifische Anforderungen an die situationsspezifischen Fähigkeiten von Sportlehrkräften, die bei der Entwicklung von Lehrformaten berücksichtigt werden müssen. Im vorliegenden Beitrag wird eine Lehrsequenz in der Masterphase der universitären Sportlehrkräftebildung vorgestellt, die in dem vom BMBF geförderten Projekt „Qualifizierung angehender Sportlehrkräfte für einen inklusiven Sportunterricht“ (QiS) entwickelt und evaluiert wurde und auf systematische Vermittlung situationsspezifischer Fähigkeiten für einen inklusiven Sportunterricht abzielt. Diese Lehrsequenz besteht aus einer thematischen Lehrveranstaltung, die im folgenden Praxissemester mit Begleitseminar fortgeführt wird. Im Fokus steht die Bearbeitung typischer Anforderungssituationen eines inklusiven Sportunterrichts in Form von videobasierter Fall- und Portfolioarbeit, um anforderungsbezogen situationsspezifische Fähigkeiten zu fördern und relevante Dispositionen zu vermitteln. In diesem Beitrag werden zunächst die der Lehrsequenz zugrundeliegenden theoretischen Konstrukte der Anspruchsdimensionen eines inklusiven Sportunterrichts erläutert, bevor eine Modellierung der situationsspezifischen Fähigkeiten vorgenommen wird. Es folgen didaktisch-methodische Ausführungen zur Lehrsequenz und zur Evaluation.Qualifying physical education (PE) teachers for inclusive physical education poses a central challenge for the teaching and researching in physical education teacher education (PETE). Although a professional discourse on inclusion-oriented PETE has developed in recent years, and in this context the importance of situation-specific skills is emphasized, the development of concepts aimed at promoting situation-specific skills for inclusive PE is currently still in its initial stage. As PE differs from other school subjects, due to specific subject areas and contents, the focus on movement as well as related motor and social processes, there are subject-specific requirements for the situation-specific skills of PE teachers, which must be considered when developing teaching formats. This paper presents a teaching sequence in the master’s program of university PETE that was developed and evaluated in the BMBF-funded project “Qualification of Pre-Service Physical Education Teachers for Inclusive Physical Education” and aims to systematically promote situation-specific skills for inclusive PE. This teaching sequence consists of a thematic seminar, which is continued in the following practical semester with accompanying seminar. It focuses on the processing of typical situations of an inclusive PE in the form of video-based case and portfolio work in order to promote situation-specific skills and to convey relevant dispositions. In this paper, the underlying theoretical constructs of the demand dimensions of inclusive PE and the modelling of situation-specific skills are first explained before modelling the situation-specific skills. This is followed by didactic-methodical explanations of the teaching sequence and the evaluation.
Students’ Conceptions as Diversity Dimension in the Discourse on Heterogeneity: Goals, Attitudes and Best Practice Examples for a Heterogeneity-Sensitive Reflective Pre-Service Teacher Education
Schüler*innen erschließen und erklären sich beobachtete naturwissenschaftliche und technische Phänomene mithilfe individueller Vorerfahrungen, die in der jeweiligen Situation sinnvoll erscheinen. Aus fachdidaktischer Sicht laufen die Schüler*innen dadurch allerdings Gefahr, Schlüsse zu ziehen, die für alltägliche Situationen geeignet, für erfolgreiches fachbezogenes Lernen jedoch hinderlich sein können. Vielfältige Schüler*innenvorstellungen, die in den Unterricht eingebracht werden, können die individuellen Lernprozesse im Fach fördern, sie jedoch ebenfalls erschweren, wodurch einzelne Schüler*innen u.U. benachteiligt werden können. Daher sollte aus fachdidaktischer Perspektive ein zentrales Ziel einer heterogenitätssensiblen reflexiven Lehrkräftebildung in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern darin bestehen, dass angehende Lehrkräfte sich der Vorstellungen individueller Schüler*innen bewusst sind, sie in ihrer Vielfalt identifizieren und lernförderlich für alle Lernenden in ihre Unterrichtsplanungen einbeziehen können. Ein Ziel dieses Beitrags ist es, diese Vielfalt der Schüler*innenvorstellungen aus einer fachdidaktischen Perspektive als eine Differenzlinie im Diskurs um Heterogenität zu diskutieren. Es wird dargestellt, welchen Einfluss Vorstellungen auf fachliche Lernprozesse haben können und welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu anderen Differenzlinien bestehen. Basierend darauf und in Anlehnung an das Leitbild der Reflexiven Handlungsfähigkeit werden aus einer fachdidaktischen Perspektive exemplarisch Ziele, Haltungen und Anwendungsbeispiele für eine heterogenitätssensible reflexive Lehrkräftebildung abgeleitet. Die Ausbildung der vorgeschlagenen Ziele soll angehende Lehrkräfte für das Vorhandensein vielfältiger Vorstellungen beim Erschließen naturwissenschaftlicher und technischer Phänomene sensibilisieren und sie auf einen reflektierten Umgang damit im Schulalltag vorbereiten.Students explain observed scientific and technical phenomena with the help of individual prior experiences and ideas that seem to make sense in the respective situation. From the perspective of science education, however, students run the risk of drawing conclusions that are suitable for everyday situations but may be a barrier to successful subject-related learning. The diverse conceptions that students bring to the classroom can promote individual learning processes in science education, but they can also make them more difficult. Therefore, a central goal of heterogeneity-sensitive reflective pre-service teacher education should be that future teachers are aware of the diversity of students’ subject-related conceptions and their influence on learning processes. Heterogeneity-sensitive reflective teachers should also be able to identify different conceptions of their students and incorporate them into their lesson plans in a way that is supportive for all learners. In this article, we will discuss the diversity of students’ conceptions as a diversity dimension in the discourse on heterogeneity from the perspective of science education. First, the influence of students’ conceptions on subject-related learning and the differences and similarities to other diversity dimensions will be presented. Based on these theories and following the principle of reflective disposition, we present goals, attitudes, and best practice examples for a heterogeneity-sensitive reflective science pre-service teacher education
In-Process Quality Assurance of Digital Resources (OER): An Approach for Teacher Education Using the Example of the Development of an Online Course
Vermehrt werden qualitativ hochwertige frei zugängliche und auf die Bedarfe und Anforderungen abgestimmte Ressourcen für eine innovative Lehrkräftebildung gefordert. Mit der Verbreitung und Nutzung sogenannter Open Educational Resources (OER) wird eine flexible Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen über alle drei Phasen hinweg verbunden, die derzeit noch als ausbaufähig gilt. Gründe hierfür können unter anderem in fehlenden Ansätzen und Systematisierungen zur Sicherstellung der Qualität solcher Angebote gesehen werden. Darüber hinaus fehlen Ansätze, die Akteur*innen aus Bildungsadministration und Bildungspraxis als OER-Nutzende bereits mit in den Entwicklungsprozess von OER einbeziehen. Der Beitrag nimmt diese Desiderata auf und stellt einen Ansatz zur prozessbegleitenden Qualitätssicherung von OER in der Lehrkräftebildung am Beispiel der Erstellung eines Onlinekurses aus dem Verbundvorhaben COMeIN (Communities of Practice NRW für eine innovative Lehrerbildung, Qualitätsoffensive Lehrerbildung) vor. Im Beitrag werden neben der Darstellung und Erläuterung des qualitätssichernden Ansatzes auch die Prozesse der phasenübergreifenden Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung selbst mit ihren Besonderheiten im Hinblick auf Perspektiven für die Lehrkräftebildung fokussiert.Increasingly, there is a demand for high-quality open-access resources that are aligned with needs and requirements for innovative teacher education. The dissemination and use of so-called Open Educational Resources (OER) is associated with the flexible promotion of digitization-related competencies across all three phases, which is currently still considered to be expandable. Reasons for this can be seen, among others, in the lack of approaches and systematizations to ensure the quality of such offerings. In addition, there is a lack of approaches that involve actors from educational administration and educational practice as OER users in the development process of OER. The article takes up these desiderata and presents an approach for in-process quality assurance of OER in teacher education, which is exemplified by the creation of an online course from the joint project COMeIN (Communities of Practice NRW for Innovative Teacher Education, Quality Offensive Teacher Education). In addition to the presentation and explanation of the quality assurance approach, the article also discusses the processes of cross-sectoral cooperation in quality assurance with their special features with regard to perspectives for teacher education