Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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    Promotion of Diagnostic Competencies of Physical Education Teachers – Development of a 4C/ID-based Training Program: Förderung diagnostischer Kompetenzen auf Basis von 4C/ID

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    Akkurate Diagnosen sind von zentraler Bedeutung für die Förderung von Schüler*innen im Unterricht. In Bezug zum Bewegungslernen im Sportunterricht erfordert dies von Lehrpersonen, Bewegungsmerkmale akkurat zu beurteilen. Hierfür sind sowohl Fachwissen über relevante Bewegungsmerkmale und deren korrekte Interpretation als auch praktische Erfahrungen in der Beobachtung und Bewertung der Schüler*innen unerlässlich. Diese Arbeit widmet sich der Stärkung der diagnostischen Kompetenzen von Sportlehrkräften mittels einer digital gestützten Fortbildung auf Basis des 4-Component-Instructional-Design (4C/ID)-Modells von van Merriënboer und Kollegen (1992; 1997). Die Fortbildung hat zum Ziel, Sportlehrkräfte dabei zu unterstützen, Bewegungsmerkmale akkurat zu diagnostizieren. Dabei wird der Erwerb von fachdidaktischem Wissen in der praktischen Anwendung gefördert. Im Rahmen der Fortbildung werden den Sportlehrkräften Aufgaben zur Analyse von Bewegungen anhand von Videovignetten gestellt, wobei der Fokus auf der Identifikation und Bewertung von Bewegungsmerkmalen beim Schlagwurf von Grundschülerinnen und Grundschülern liegt. Entsprechend der verschiedenen Komponenten des 4C/ID-Modells werden die Sportlehrkräfte mit authentischen Lernaufgaben konfrontiert und in der praktischen Umsetzung der Diagnose durch Teilaufgaben sowie durch die Bereitstellung von Fachwissen unterstützt. In einer Pilotstudie mit 8 Referendar*innen wurden erste Hinweise auf die positive Wirkung der Fortbildung gefunden, nämlich darauf, dass Bewegungsmerkmale anschließend akkurater diagnostiziert werden können. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Fortbildung in den verschiedenen Phasen der Lehrkräfteausbildung implementiert werden kann.Accurate assessment of movement characteristics is crucial for effectively supporting students in physical education. This requires not only knowledge of relevant movement features and their correct interpretation (which are part of content knowledge) but also practical experience in observing and evaluating students. This study focuses on enhancing physical education teachers’ competencies in accurately assessing movement features through a digitally supported training program based on the Four-Component Instructional Design (4C/ID) model by Van Merriënboer and colleagues (1992, 1997). The program is designed to help teachers assess movement characteristics with greater accuracy while promoting the acquisition of content knowledge through hands-on exercises. As part of the training, teachers analyze movements using video vignettes, with a particular emphasis on identifying and evaluating movement characteristics in overarm throwing among elementary school students. In alignment with the key components of the 4C/ID model, teachers engage in authentic learning tasks and receive structured support through subtasks and targeted instructional content. A pilot study involving eight trainee teachers provided initial evidence of the program’s effectiveness, demonstrating that participants improved their ability to assess movement characteristics more accurately after completing the training. The study also explores strategies for integrating the training into various phases of teacher education.

    TeacheTraining on Adaptive Teaching of Fractions.: Designing and Testing a Training for In-Service Mathematics Teachers in Secondary School

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    Lehrkräfte stehen täglich vor der Aufgabe, ihren Unterricht und ihre Rückmeldungen an ihre Schülerinnen und Schüler so zu gestalten, dass diese zu den Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler passen und sie bestmöglich in ihrem weiteren Lernprozess unterstützt werden. Eine Voraussetzung für einen solch adaptiven Unterricht ist die diagnostische Kompetenz von Lehrkräften. Diese umfasst die Wahrnehmung von relevanten Merkmalen der diagnostischen Situation und die adäquate Interpretation dieser Merkmale. Die Interpretation der Merkmale basiert auf den zur Verfügung stehenden Ressourcen der Lehrkräfte, zum Beispiel ihrem professionellen Wissen. Durch gezieltes Üben anhand von authentischen Anforderungssituationen kann die diagnostische Kompetenz gefördert werden. Hierzu zählen die Förderung der kognitiven Prozesse der Wahrnehmung und Interpretation sowie des adaptiven Reagierens. Die hier vorgestellte Lehrkräftefortbildung bietet eine solche Möglichkeit für praktizierende Mathematiklehrkräfte im Inhaltsbereich Brüche. Anhand von authentischen Anforderungssituationen werden das Diagnostizieren von typischen Fehlerphänomenen und Fehlermustern in vorliegenden Lösungen von Schülerinnen und Schülern sowie Möglichkeiten, adaptiv darauf zu reagieren, in den Blick genommen. Die Komplexität und Authentizität dieser Anforderungssituationen nehmen im Laufe der Fortbildung zu. Die zur Verfügung gestellten unterstützenden und prozeduralen Informationen nehmen im Laufe der Fortbildung ab. Auf diese Weise werden die Lehrkräfte schrittweise an das Handeln in realen und häufig komplexen Unterrichtssituationen des Diagnostizierens und adaptiven Unterrichtens herangeführt. Every day, teachers face the challenge of adapting their teaching and feedback to their students in such a way that, on the one hand, the individual student’s learning needs are considered, and, on the other hand, the students are supported in their further learning process in the best possible way. A prerequisite for such adaptive teaching is teachers’ diagnostic competence, which includes the perception of relevant aspects of the diagnostic situation and the appropriate interpretation of those aspects. The interpretation of those aspects is based on teachers’ available resources, such as their professional knowledge. Authentic learning tasks provide learning opportunities that can promote the development of teachers’ diagnostic competence with the underlying cognitive processes of perception and interpretation and the adaptive response. The teacher training presented here provides such an opportunity for in-service mathematics teachers in the content area of fractions. Authentic learning tasks are used to support the diagnosis of misconceptions in students’ solutions in the content area of fractions and teachers’ adap-tive responses. The complexity and authenticity of these learning tasks increase throughout the training while the provided supporting and procedural information decreases. In this way, teachers are gradually introduced to real and often complex diagnostic and adaptive teaching situations.

    Cooperation Among Prospective Physical Education Teachers : Increasingly Important but Largely Overlooked?

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    Kooperation unter Lehrkräften wird zunehmend Bedeutung zugesprochen, um komplexer werdenden schulischen Anforderungen zu begegnen. Zur kollegialen Kooperation in Schulen liegen hierzu auch schon vielfältige Forschungsbefunde vor. Zumeist wird dabei mittels Fragebogenerhebungen die Einstellung sowie Zusammenarbeit von Lehrkräften in der Schul- und Unterrichtspraxis untersucht. Kooperative Denk- und Verhaltensweisen während des (Lehramts-) Studiums wurden dagegen bislang weniger berücksichtigt. Hier setzt unser Forschungsprojekt an, dass über eine Fragebogenerhebung unter Sportlehramtsstudierenden der Kooperationsbereitschaft im Lehrer*innenberuf allgemein sowie der Kooperationsbereitschaft in der antizipierten zukünftigen Berufspraxis nachgeht. Dabei wird untersucht, inwieweit sich Unterschiede zwischen Studierenden verschiedener Lehramtsstudiengänge und Studiendauer zeigen. Die Ergebnisse verweisen insgesamt auf eine hohe Kooperationsbereitschaft, wobei sich bedeutsame Unterschiede zwischen allgemeiner und antizipierter Kooperationsbereitschaft zugunsten ersterer zeigen, die vorliegende Studienerkenntnisse bestätigen. Die erwarteten schulformspezifischen Unterschiede lassen sich in unserer Studie hingegen nicht bestätigen. Unter Bezug auf die aktuellen sowie weitere Studienerkenntnisse werden abschließend hochschuldidaktische Konsequenzen für die Lehrkräftebildung diskutiert. Cooperation among teachers is becoming increasingly important in order to meet the complex educational demands in schools. A substantial body of research has already been conducted on collegial cooperation in schools. In most cases, questionnaires are used to examine teachers’ attitudes and cooperative practices in schools and within the context of teaching. In contrast, research on the cooperative thinking and behavioral patterns of prospective physical education (PE) teachers remains relatively limited. This research gap serves as the starting point of our study. We used a questionnaire among PE university students to investigate their willingness to cooperate in the teaching profession in general and in anticipated future professional practice. The aim of this study was to examine the extent to which PE university students differ in their willingness to cooperate based on different teacher education programs and varying program duration. The results confirm previous research findings, indicating an overall high willingness to cooperate, with significant differences between general and anticipated willingness to cooperate – favoring the former. However, the expected differences based on the specific type of school were not confirmed. In light of these and further research findings, we conclude by discussing the implications for teacher education in higher education didactics.

    Authentically Simulated? Promoting Diagnostic Competence with a Digital Diagnostic Tool in Teacher Training

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    Im Beitrag wird ein Fortbildungskonzept nach dem 4C/ID-Modell zur Förderung diagnostischer Kompetenzen bei Lehrkräften mit Hilfe eines digitalen Diagnosetools vorgestellt. Dabei stehen authentische Lernaufgaben im Mittelpunkt, die nach dem 4C/ID-Modell den Wissenstransfer begünstigen sollen. Im Rahmen der Fortbildung arbeiten die Lehrkräfte in einer digital gestützten Lernumgebung, in der die Auswahl, Bewertung und das Validieren relevanter diagnostischer Informationen für das Begründen diagnostischer Urteile gefördert werden. Zudem sind weitere Komponenten des 4C/ID-Modells (wie die unterstüt-zenden Informationen) in das digitale Tool integriert und Prozeduralisierungshilfen werden flankierend durch die Fortbildner*innen bereitgestellt. Analysen deuten darauf hin, dass die Lernumgebung zum diagnostischen Begründen anregt. Diskutiert wird, inwieweit das simulationsbasierte Lernen nach dem 4C/ID-Modell einen aussichtsreichen, noch weiter auszubauenden Ansatz für die Lehrkräftefortbildung darstellt, insbesondere auch im Hinblick auf den Transfer von Fortbildungsinhalten in die Schulpraxis. This article presents a teacher training concept based on the 4C/ID model for facilitating teachers’ diagnostic competence with the help of a digital diagnostic tool. To provide a realistic training environment and facilitate the transfer of knowledge, we create authentic learning tasks according to the 4C/ID model. As part of the training, teachers work in a digitally supported learning environment in which the selection, evaluation, and validation of relevant diagnostic information for the justification of diagnostic judgements are promoted. In addition, other components of the 4C/ID model (such as the supporting information) are integrated into the digital tool, and proceduralization aids are provided by the trainers to support the process. Analyses reveal that the digital diagnostic tool promote teachers’ diagnostic competence. It will be discussed in how far simulation-based learning according to the 4C/ID model represents a promising approach for professional teacher training, particularly with regard to the transfer of training content into school practice.

    Competency-Based Training for Didactics in Primary Social and Science Classes: A Teacher Training on the Diagnosis of Students’ Conceptions

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    Sachunterricht besteht aus einer Fülle von Themen mit unterschiedlicher fachlicher Verortung, von denen die Lehrkraft bestenfalls einen geringen Teil exemplarisch studiert hat. Dadurch ist eine akkurate Diagnose des heterogenen Vorwissens der Lernenden besonders herausfordernd. Diese Diagnose ist jedoch für einen lernförderlichen, adaptierten Unterricht erforderlich. Die im Beitrag vorgestellte Fortbildung nach dem 4C/ID-Modell strebt eine Entwicklung der diagnostischen Kompetenz zu Schülervorstellungen bei Lehrkräften an. Als Lernaufgabe wird die Diagnose von empirisch erhobenen Schülervorstellungen aus den Themen „Preisbildung“ und „Licht und Schatten“ durchgeführt. Diese Schülervorstellungen zeigen eine große Heterogenität und somit gutes Diagnosepotenzial. Als deklarative Information soll neben dem generellen didaktischen Wissen zu Schülervorstellungen auch fachliches Wissen zum Thema „Preisbildung“ vermittelt werden, da ein grundlegendes themenspezifisches Fachwissen für den Aufbau der diagnostischen Kompetenz unabdingbar ist. Das Ziel der Fortbildung, das prozedurale Können der Diagnosekompetenz zu entwickeln, wird über die prozedurale Information eines themenübergreifenden Modells der Klassifikation von Schülervorstellungen unterstützt. Eine weitere diagnostische Übungseinheit bereitet auf den anspruchsvollen Transfer zu anderen Themen vor. Es konnte gezeigt werden, dass sich eine Fortbildung mit diesen Inhalten für einen Transfer der diagnostischen Kompetenz zu weiteren Themen im Sachunterricht eignet. Primary social and science classes is a school subject comprising an abundance of topics, of which the teacher has at best studied only a small part as examples. Accurate diagnosis of the heterogeneous prior knowledge of the learners is necessary for teaching that is conducive to learning because of the linkage to the prior knowledge of the learners. This in-service training based on the 4C/ID-model aims to train teachers in diagnostic competence. The (1) learning tasks will be the diagnosis of empirically collected student conceptions from the topics of “pricing” and “light and shade”. These topics offer a wide range of diagnostic potential. In addition to the cross-thematic didactic knowledge of students’ conceptions, the content knowledge of the topic “pricing” should also be increased with (2) declarative information, because a basic content knowledge is indispensable for a diagnosis of students’ conceptions. Therefore, the teachers learn about the mechanisms of the product market in a playful way. Then, as (3) procedural information for the process of diagnosis, the participants learn a cross-topic model of classification of student ideas, based on the SOLO taxonomy. Another diagnostic practice unit anchors the learning content and prepares for transfer to other topics. It could be shown that an in-service training with this content is suitable for a transfer of diagnostic competence to other topics.

    A PD Concept for Intertwining Theory and Practice in Primary Mathematics Teaching

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    Die aktuellen Ergebnisse nationaler und internationaler Vergleichsstudien zeigen, dass etwa 25 Prozent der Lernenden am Ende der Grundschulzeit unzureichende mathematische Kompetenzen aufweisen, sodass ein Weiterlernen kaum möglich ist. Es wird daher gefordert, dass sich der Mathematikunterricht verstärkt einer verstehensorientierten Förderung arithmetischer Basiskompetenzen widmen soll. Hierfür müssen Lehrkräfte allerdings sensibilisiert, weiter- und fortgebildet werden. In diesem Beitrag wird ein Professionalisierungskonzept für den Mathematikunterricht der Primarstufe vorgestellt, welches im Rahmen des bundesweiten Projekts „Schule macht stark“ (kurz: SchuMaS) entstanden ist. Konzeptionell verzahnt es im Besonderen Theorie und Praxis: Es werden Fortbildungen in Form von Fachnetzwerktreffen konzipiert und durch praxisnahe Kernbotschaften wird die Anbindung an die eigene Unterrichtspraxis ermöglicht. Darüber hinaus werden zu diesen Kernbotschaften passende Praxiserprobungen für die unterrichtliche Umsetzung bereitgestellt und so aufbereitet, dass sie auch für den Transfer ins Kollegium geeignet sind. Ferner werden zur vertiefenden Auseinandersetzung mit zentralen didaktischen Ideen onlinebasierte Selbstlernmodule zur Verfügung gestellt. Das Konzept wurde über drei Jahre (2021–2024) entwickelt, erprobt und evaluiert. Die Evaluationsergebnisse zum Gesamtkonzept und den einzelnen Komponenten (Fachnetzwerktreffen, Praxiserprobung, onlinebasierte Selbstlernmodule und Transfer ins Kollegium) werden abschließend dargestellt und diskutiert. The findings of recent national and international comparative studies indicate that approximately 25 percent of students demonstrate inadequate mathematical competencies by the end of primary school (grade 4), a situation that severely hinders their ability to persist in their educational endeavors. Consequently, there is a growing call to shift the focus of mathematics education, emphasizing the promotion of fundamental arithmetic skills in an understanding-oriented manner. Yet, it is imperative to recognize the necessity for educators to be adequately sensitized and trained in this approach. This article presents a professional development (PD) concept for primary mathematics teaching that was developed as part of the nationwide ‘School makes Strong’ (short: SchuMaS) project. This concept links theory and practice in several ways. Firstly, each training session is designed as a network meeting for teachers, and secondly, practical core messages are used to link these sessions to the teachers’ practice. Thirdly, it provides practical exer-cises for implementing these core messages in the classroom which are suitable for transfer to the teaching staff. Fourthly, digital self-learning modules are provided for in-depth exploration of central didactic ideas. The development, trial, and evaluation of the PD concept spanned a period of three years (2021–2024). The evaluation results for the overall concept and the individual components (training sessions, practical testing, digital self-learning modules, and transfer to the teaching staff) are presented and discussed.

    Lost in Translation: Standards and Their Adaptation Requirements for Examinations in Teacher Training Programs

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    In Lehramtsstudiengängen wird seit der Umstellung auf modularisierte Studiengänge viel geprüft. Die Anforderungen an Prüfungen sind nicht nur über Prüfungsordnungen geregelt, sondern auch über Kompetenzformulierungen in Modulhandbüchern festgelegt, die sich für das Lehramt an den Standards der Kultusminister*innenkonferenz (KMK, jüngst 2022) orientieren. Anhand einer Dokumentenanalyse von Prüfungsordnungen und Modulhandbüchern für die Bildungswissenschaften interessieren wir uns für diese formalen und curricularen Vorgaben sowie für die Frage, inwieweit Prüfungen im Lehramtsstudium durch diese Rahmenbedingungen reglementiert bzw. standardisiert werden. In unserem Vergleich von zwei Bundesländern haben wir insgesamt sechs kleine und große Universitätsstandorte sowie konsekutive (BA/MA) und grundständige (Staatsexamen) Lehramtsstudiengänge einbezogen. Dabei fokussieren wir auf den Kompetenzbereich Unterrichten als (einen) zentralen Anforderungsbereich im Lehramtsstudium. Im Ergebnis unserer Inhaltsanalyse können wir zeigen, dass die formalen Vorgaben für Prüfungen gering sind und vor allem Prüfungsformen festgelegt werden. Deutlich wird allerdings auch, dass die Hochschulen die Kompetenzerwartungen der KMK in unterschiedlicher Weise adaptieren. So zeigen sich Unterschiede in Bezug auf die Schwerpunktsetzungen in Form von Auslassungen und Ergänzungen (innerhalb) der Standards, die mit den Forschungsprofilen der Standorte zusammenhängen könnten. Inwiefern die Akteur*innen bzw. die Prüfen-den vor Ort das Fehlen von Vorgaben als Gestaltungsspielraum oder – wie wir im Titel andeuten – als Herausforderung wahrnehmen, müsste weitergehend unter-sucht werden. Since the change to modularized study programs, teacher education programs have been subject to a large number of examinations. The examination requirements are not only determined by examination regulations, but also by competence descriptions in module handbooks, which are based on the standards of the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs (KMK, most recently 2022). Based on a document analysis of examination regulations and module handbooks for educational sciences, we are interested in these formal and curricular requirements as well as in the extent to which examinations in teacher training programs are regulated or standardized by these framework conditions. In our comparison of two federal states, we included six small and large universities as well as consecutive (BA/MA) and undergraduate (state examination) teacher training programs. We focus on the competence area of teaching as (one) central requirement area in teacher training. As a result of our content analysis, we can show that the formal requirements for examinations are limited and that primarily the forms of examination are defined. However, it is also clear that the universities adapt the KMK’s competency expectations in different ways. For example, there are differences in terms of focus in the form of omissions in and additions to the standards, which could be related to the universities’ research profiles. The extent to which the actors or examiners on site perceive the lack of guidelines as creative freedom or, as we allude in the title, as a challenge, would require further investigation.

    Plurilingualism in English Language Teaching as a Facet of Social Justice Teacher Education: Considerations on the Concept of the Plurilingual Bridging Task

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    Der Artikel argumentiert aus englischdidaktischer Perspektive für die Bedeutung von Plurilingualität als einem zentralen Aspekt sozialer Gerechtigkeit. Vor diesem Hintergrund werden theoretische Bezüge aus der Plurilingualismusforschung und der Social Justice Education aus sprachdidaktischer Perspektive zusammengeführt und mit Blick auf die Ausbildung von Englischlehrkräften gebündelt. Mit dem transdisciplinary framework for SLA in a multilingual world der Douglas Fir Group schlägt der Artikel ein Rahmenkonzept zur Integration von Plurilingualität in die Englischlehrkräftebildung mit dem Ziel vor, soziale Ungerechtigkeiten zu adressieren. Auf dieser Grundlage und professionstheoretischen Überlegungen folgend wird das Konzept der Plurilingual Bridging Task entwickelt und sowohl für den schulischen Englischunterricht als auch für die Lehrkräftebildung beispielhaft konkretisiert. Dabei wird insbesondere aufgezeigt, wie das Modell der Douglas Fir Group für Reflexionsprozesse genutzt werden kann, die es künftigen Lehrkräften ermöglichen, Plurilingualität als Facette von Social Justice Education zu rahmen. Die Plurilingual Bridging Task wird damit nicht nur zur unterrichtspraktischen Idee, sondern zu einem Baustein von Social Justice Teacher Education. Taking an English Language Teaching (ELT) perspective, this article argues for the importance of plurilingualism as a central facet of social justice. Against this backdrop, plurilingualism research and social justice education are brought together, scrutinised from a language teaching perspective, and bundled with a view to the training of English teachers. Using the Douglas Fir Group’s transdisciplinary framework for Second Language Acquisition (SLA) in a multilingual world, the article proposes a framework for integrating plurilingualism into English teacher training with the aim of addressing social injustices. On this basis and following professional theoretical considerations, the concept of the plurilingual bridging task is developed and exemplified both for ELT in school classrooms and for teacher training. In particular, this article shows how the Douglas Fir Group’s model can be used for reflection processes that enable future teachers to frame plurilingualism as a facet of social justice education. The plurilingual bridging task thus becomes not only an idea for practical teaching, but also a building block of social justice teacher education and, hence, of forming a plurilingual language teacher identity.

    Rethink! From Scientific to School-Oriented Experimentation.: A Teaching Concept for Prospective Physics Teachers

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    Das Experimentieren ist eine Haupttätigkeit im Physikunterricht aller Jahrgangsstufen. Da dem schulischen Experimentieren über die Vermittlung wissenschaftlichen Arbeitens zur naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung hinaus eine Vielzahl weiterer (didaktischer) Funktionen zugeschrieben werden, müssen angehende Physiklehrkräfte auch entsprechende fachdidaktische Kompetenzen erwerben, die sie zum lernwirksamen Experimentieren in konkreten Unterrichtsituationen befähigen. Im Beitrag wird der Unterschied zwischen schulischem und wissenschaftlichem Experimentieren herausgearbeitet. Anschließend wird ein Lehrkonzept vorgestellt, das darauf abzielt, Lehramtsstudierende im Fach Physik bei dem Perspektivwechsel vom innerfachlichen hin zum schulischen Experimentieren zu unterstützen. Es folgen ein Erfahrungsbericht über die (mehrfache) Durchführung der Lehrveranstaltung und die Darstellung der Ergebnisse einer ersten Evaluation. While the role of experiments in science is to gain knowledge, there are several other (didactic) purposes of experiments in school. Therefore, prospective physics teachers need to acquire specific competencies to design experimental learning environments. In this article, we explore the differences between scientific and school-oriented experimentation, and introduce a teaching concept that aims to support prospective physics teachers in changing their perspective from the former to the latter. Following the concept, we report on its (repeated) implementation in a university course, and present the results of an initial evaluation.

    “Problem Solving by Design” – A Learning Program for Primary School Student Teachers to Promote the Social Participation of Children with (Special) Educational Needs

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    Der Beitrag umfasst die Evaluation des fallbasierten und praxisorientierten Lernangebots „Problemlösen nach Plan“ im Rahmen einer Seminarveranstaltung im Grundschullehramtsstudium. Das Lernangebot „Problemlösen nach Plan“ stellt eine innovative didaktische Möglichkeit für Lehramtsstudierende dar, sensibel für die soziale Teilhabe von Schüler*innen mit (sonder-) pädagogischem Förderbedarf zu werden und entsprechende Lerngelegenheiten für diese Schüler*innen zu planen. Damit sind nach Elting et al. (2019) in einem weiten Inklusionsverständnis alle Schüler*innen gemeint, die besondere pädagogische und gegebenenfalls auch sonderpädagogische Unterstützung durch die Lehrkraft bedürfen. Besonders diese Schüler*innen sind in der Grundschule von einem höheren Risiko sozialer Ausgrenzung betroffen (Böttinger, 2021). Unter Berücksichtigung der Ebene der Lehrkraft und des Unterrichts wird der Frage nachgegangen, welche Fördermöglichkeiten Lehramtsstudierende für Kinder mit (sonder-) pädagogischem Förderbedarf im Lernangebot „Problemlösen nach Plan“ im Blick haben bzw. planen. Dazu wurden die Lernprodukte der Studierenden (N = 108) mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2022) analysiert. Durch kooperatives Lernen und eine adaptive Unterrichtsgestaltung wird von den Studierenden vor allem die unterrichtliche Ebene angesprochen. Die Lehrkraft-Schüler*in-Beziehung, Feedbackprozesse und die Einstellung zu Heterogenität auf der Ebene der Lehrkraft werden von den Studierenden hingegen kaum genannt. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der Lehrkräfteausbildung diskutiert. The article includes the evaluation of the case-based and practice-oriented learning program “Problem Solving by Design” as part of a seminar course in the primary school teaching qualification program. The learning program “Problem Solving by Design” is an innovative didactic opportunity for student teachers to become more alert to the social participation of pupils with (special) educational needs and to plan appropriate learning opportunities for the pupils. According to Elting et al. (2019), in a broad understanding of inclusion, this refers to all pupils who require educational and, if necessary, special educational support from the teacher. These children are particularly affected by social exclusion in primary school (Böttinger, 2021). Taking into account the levels of teacher and lesson, the question of which support options student teachers have in mind or plan for children with (special) educational needs in “Problem Solving by Design” is investigated. To this end, the learning products of the students (N = 108) were analyzed using qualitative content analysis according to Mayring (2022). Through cooperative learning and adaptive lesson design, the students primarily address the lesson level. The teacher-pupils relationship, feedback processes and the attitude towards diversity at the teacher level were however hardly mentioned by the students. The results are discussed against the background of teacher training.

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