Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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Focus: Supporting Giftedness: Introduction and Presentation of a Seminar on the Theoretical and Practical Training of Student Teachers in Mathematics
Die Förderung potenziell begabter Lernender ist eine zentrale Aufgabe im Bildungswesen und stellt damit auch für die Lehrkräfteausbildung eine besondere Herausforderung dar. Doch wie können das Wissen und die Kompetenz begabter Lernender in der Begabtenförderung gezielt erweitert werden? Der Beitrag stellt ein mathematikdidaktisches Vertiefungsseminar vor, das durch einen zweiwöchigen Wechsel von Theorie- und Praxissitzungen eine enge Verbindung zwischen wissenschaftlicher Fundierung und praktischer Anwendung schafft. Durch die eigenständige Leitung von Forscher*innenstunden im Rahmen des Programms „Junge Mathe-Adler Frankfurt“ sowie durch die intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen Begabungsmodellen und Förderansätzen erweiterten die Studierenden ihre fachlichen und didaktischen Perspektiven. Eine Befragung der Studierenden vor und nach der Veranstaltung zeigt die Entwicklung ihres Verständnisses von Begabung, insbesondere mathematischer Begabung, und deren Diagnostik. Das Seminar verdeutlicht damit, wie Hochschullehre zur Qualifizierung angehender Lehrkräfte für die Begabtenförderung beitragen kann. Supporting potentially gifted learners is a central task in the education system and therefore also poses a particular challenge for teacher training. But how can their knowledge and skills in gifted education be specifically expanded? This article presents an in-depth mathematics didactics seminar that creates a close link between scientific foundation and practical application through a two-week alternation of theoretical and practical sessions. The students broadened their professional and didactic perspectives by independently leading research sessions as part of the “Junge Mathe-Adler Frankfurt” and by intensively examining various models of giftedness and approaches to support. A survey of the students’ beliefs and opinions regarding giftedness before and after the event shows the development of their understanding of the topic, especially mathematical giftedness and its diagnostics. The seminar thus illustrates how university teaching can contribute to the qualification of prospective teachers for gifted education.
How Can Diagnostic Competencies in Task Assessment Be Improved? Conception of a Training Course Based on the 4C/ID Model
Wenn Lehrkräfte Mathematik unterrichten, sind sie gefordert, die Inhalte an die Voraussetzungen der Lernenden anzupassen. Grundlegend hierzu ist diagnostische Kompetenz, also die Fähigkeit, die Leistung von Lernenden oder die Qualität des Lernmaterials nach fachdidaktischen Kriterien angemessen zu beurteilen. In diesem Zusammenhang spielen Aufgaben eine bedeutende Rolle. Welche Aufgabe wann und vor allem für wen geeignet ist, darüber muss die Lehrkraft gute Entscheidungen treffen können. Ferner sollte sie fehlerhafte Schüler*innenlösungen schnell einordnen und geeignete Hilfestellung anbieten können. Wie insbesondere die Fähigkeit der Aufgabeneinschätzung als Facette diagnostischer Kompetenz geschult werden kann, soll in diesem Artikel verdeutlicht werden. Dazu haben wir auf Grundlage aktueller Forschungsbefunde zum Einfluss von fachdidaktischem Wissen auf die Kompetenz der diagnostischen Aufgabeneinschätzung im Bereich Funktionen eine Fortbildung konzipiert, die den Prinzipien des Instruktionsmodells 4-Component-Instructional-Design (4C/ID) folgt. Das Modell formuliert auf der Basis lernpsychologischer Befunde Prinzipien, wie Lernsituationen für komplexe Fähigkeiten gestaltet sein sollten. Die hier beschriebene Fortbildung ist eine Weiterentwicklung eines Hochschulseminars mit ähnlichem Inhalt. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Evaluation dieses Seminars konnten bedeutende Lerneffekte auf die Fähigkeiten zur effizienten Aufgabeneinschätzung der Studierenden gezeigt werden. Ziel der hier vorgestellten Fortbildung ist es, die komplexe diagnostische Fähigkeit der Einschätzung von Aufgaben und Schüler*innenlösungen zu unterstützen. Dieser Beitrag zeigt exemplarisch, wie eine Fortbildung nach dem 4C/ID-Modell gestaltet werden kann, um komplexe Kompetenzen von Lehrkräften in einer kurzen Fortbildungsmaßnahme zu fördern. When teaching mathematics, teachers are required to adapt the content to the requirements of the students. Therefore, diagnostic competence, i.e. the ability to accurately assess learners’ performance or the quality of learning materials according to subject-specific pedagogical criteria, is essential. In this context, tasks play an important role. Teachers must be able to accurately decide which tasks are appropriate, when they are appropriate, and, most importantly, for whom they are appropriate. They should also be able to quickly classify incorrect student solutions and offer appropriate support. The purpose of this article is to illustrate how the ability to assess tasks as a facet of diagnostic competence can be trained. Based on current research on the influence of pedagogical content knowledge on the competence of diagnostic task assessment in the field of functions, we have designed an in-service training that follows the principles of the 4-Component-In-structional-Design (4C/ID)-model. Based on findings from learning psychology, the model specifies principles for designing learning situations for complex competencies. The in-service training course described here is a further development of a higher education seminar with similar content. A research-based evaluation of this seminar showed significant effects on students’ ability to assess tasks efficiently. The goal of the training presented here is to support the complex diagnostic competence of judging mathematical tasks and student solutions. This article provides an example of how an in-service training based on the 4C/ID model can be designed to support teachers’ complex diagnostic competence in a short training.
Perceptions of In-Service Economics Teachers Regarding Online Professional Development in Economic Education
Diese Studie untersucht die Einstellungen von Wirtschaftslehrkräften zu digitalen Fortbildungen im Bereich der ökonomischen Bildung und analysiert die Einflussfaktoren auf deren Teilnahmeinteresse. Vor dem Hintergrund der heterogenen Ausbildungssituation von Wirtschaftslehrkräften (vgl. Friebel-Piechotta & Koch, 2025; Koch, 2021), bekannter Teilnahmebarrieren klassischer Präsenzangebote und der zunehmenden Bedeutung digitaler Formate erscheint die Berücksichtigung der Perspektive der potenziellen Teilnehmenden als besonders relevant. Grundlage der Untersuchung ist eine standardisierte Befragung von 242 Wirtschaftslehrkräften aus Niedersachsen, deren Daten mittels deskriptiver und inferenzstatistischer Verfahren ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass das Teilnahmeinteresse maßgeblich durch die inhaltliche Relevanz der Fortbildungen bestimmt wird, während die digitale Umsetzung selbst eine nachgeordnete Rolle spielt. Ebenso erweist sich die Unterstützung durch die Schulleitung als zentraler Einflussfaktor. Lehrkräfte mit positiven Erfahrungen im Kontext digitaler Fortbildungen und einer offenen Einstellung gegenüber digitalen Medien zeigen eine gesteigerte Bereitschaft zur Teilnahme. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, digitale Fortbildungsformate stärker an den spezifischen Bedarfen der Zielgruppe auszurichten, um deren Akzeptanz und Wirksamkeit zu erhöhen. Es werden Implikationen für die Konzeption zielgruppengerechter digitaler Fortbildungsangebote diskutiert. This study examines the attitudes of economics teachers toward online professional development in the field of economic education and analyzes the factors influencing their interest in participation. In the light of the heterogeneous qualification pathways of economics teachers (Friebel-Piechotta & Koch, 2025; Koch, 2021), the well-documented barriers to participation in traditional in-person formats, and the increasing importance of online teacher professional development, it is particularly relevant to consider the perspectives of potential participants. The study is based on a standardized survey of 242 economics teachers from Lower Saxony, with data analyzed using both descriptive and inferential statistics. The findings indicate that interest in participation is primarily shaped by the perceived relevance of the training content, while the digital format itself plays a subordinate role. Support from school leadership emerges as another significant influencing factor. Teachers with prior positive experiences in online professional development and an open attitude toward digital media exhibit a higher willingness to participate. The results underscore the need to tailor digital professional development formats more closely to the specific needs of the target group in order to enhance both acceptance and effectiveness. Implications for the design of target group-specific online professional development programs are discussed.
Embedding Digital Education in Teacher Training: A Quantitative Diffusion Study
Digitale Bildung ist ein Schlüssel zu einer gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen Teilhabe. Daher muss die Lehrkräftebildung angehenden Lehrkräften Kompetenzen vermitteln, um sie zu befähigen, digital bildend zu unterrichten. Hochschullehrende stehen dementsprechend vor der Herausforderung, digitale Bildung in Studiengänge und hochschulische Lehrveranstal-tungen einzubetten. Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, wie Lehrende in der Lehrkräftebildung ihre Einbettungsbereitschaft bzgl. digitaler Bildung selbst einschätzen sowie inwiefern sie diese aus ihrer Sicht in die eigene Lehrpraxis einbetten. Zu diesem Zweck wurde eine explorative quantitative Diffusionsstudie mit 34 Proband*innen durchgeführt. Digital education is a key to current and future social participation. Teacher training must therefore provide prospective teachers with the skills they need to enable them to teach about digitization. Accordingly, university lecturers are the people who embed digital education in degree programs and university courses. This article examines how lecturers in teacher training assess their willingness to embed digital education and the extent to which they embed it in their teaching practice. To this end, an explorative quantitative diffusion study was conducted with 34 participants.
Accurately Diagnosing Misconceptions in Ambiguous Diagnostic Situations: Development, Implementation and Evaluation of a Training Program to Support Diagnostic Competencies
Dieser Beitrag zeigt auf, wie Lehrkräfte fachdidaktisches Wissen nutzen können, um Fehlkonzepte von Schüler*innen zutreffend zu diagnostizieren – insbesondere in Situationen, in denen ein identifiziertes Fehlermuster in Aufgabenbearbeitungen durch unterschiedliche Fehlkonzepte erklärt werden kann. Im Fokus stehen also mehrdeutige Diagnosesituationen.
Ausgehend von einer idealtypischen Diagnose von Fehlkonzepten in mehrdeutigen Diagnosesituationen bei Aufgabenbearbeitungen zum Größenvergleich von Brüchen und zur Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten werden zunächst die Anforderungen an eine Lehrkraft und die zu deren Umsetzung notwendigen diagnostischen Kompetenzen explizit gemacht. Anschließend wird ein entwickeltes Fortbildungsmodul vorgestellt, welches zum Ziel hat, diese Kompetenzen praxisbezogen durch geeignete vignettenbasierte Lernaufgaben systematisch aufzubauen.
Die Wirksamkeit des entwickelten Fortbildungsmoduls wurde in einer experimentellen Studie mit 40 Lehrkräften empirisch überprüft. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die positive Wirkung des Fortbildungsmoduls (im Vergleich zu einer Kontrollgruppe) auf die diagnostische Kompetenz der Lehrkräfte, Fehlkonzepte in mehrdeutigen Diagnosesituationen zutreffend zu diagnostizieren.This article demonstrates how teachers can use pedagogical content knowledge to accurately identify students’ misconceptions, particularly in cases where an identified error pattern in problem-solving can be explained by different underlying misconceptions. Thus, we focus on ambiguous diagnostic situations.
First, an ideal diagnostic judgment process is presented, using pedagogical content knowledge to accurately identify misconceptions in ambiguous diagnostic situations in the context of fraction comparison and probability. Relevant competencies of teachers are derived. To foster these competencies, a training program is developed using vignette-based learning tasks.
The effectiveness of the developed training program was empirically tested in an experimental study with 40 teachers. The results of this study confirm the positive effect of the training program (compared with a control group) on teachers’ diagnostic competencies in accurately identifying misconceptions in ambiguous diagnostic situations
"This Will Be Remembered for a Long Time": Formative Assessment to Strengthen Situation-Specific Skills of Preservice Teachers in Mathematics Education on Learners’ Process-Related Competences
Im Rahmen eines mathematikdidaktischen Seminars, das sich inhaltlich auf die Förderung prozessbezogener Kompetenzen konzentrierte, wurde formatives Assessment gezielt implementiert. Ziel war es, die situationsspezifischen Fähigkeiten von Lehramtsstudierenden systematisch zu stärken. Dieser Beitrag stellt zum einen das Seminarkonzept sowie dessen konkrete Umsetzung vor und reflektiert diese kritisch. Zum anderen werden die Ergebnisse einer evaluativen Gruppendiskussion präsentiert, in der die Perspektiven der Studierenden auf den Einsatz des kontinuierlichen individuellen Feedbacks und den Umgang mit diesem betrachtet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass das kontinuierliche Feedback von den Studierenden als motivationsfördernd wahrgenommen wurde und zur Selbstreflexion anregte. Besonders hervorgehoben wurden die Klarheit, Relevanz und Individualität der Rückmeldungen, die zu einem stärkeren Gefühl der Unterstützung im Lernprozess führten. Diese Befunde unterstreichen den hohen Stellenwert formativen Assessments und sprechen für eine stärkere curriculare Verankerung entsprechender Ansätze in der universitären Ausbildung von Lehrpersonen. As part of a mathematics education seminar focused on fostering process-related competencies, formative assessment was purposefully implemented. The aim was to enhance the situation-specific skills of preservice teachers systematically. This paper presents and critically reflects on both the seminar design and its practical implementation. Furthermore, it reports on the results of an evaluative group discussion in which students’ perspectives on the use and handling of continuous, individualized feedback were explored. The findings indicate that students perceived the ongoing feedback as motivating and conducive to self-reflection. In particular, students emphasized the clarity, relevance, and individualization of the feedback, which contributed to a stronger sense of being supported throughout the learning process. These results underscore the high value of formative assessment and advocate for a stronger curricular integration of such approaches in university-based teacher education.
Students Learn to Teach With and About Computer Simulations: A Digital Learning Workshop for Digitally Enriched Chemistry Lessons
Die digitale Transformation der Bildungslandschaft erfordert Lehrinnovationen zur Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen im Chemielehramtsstudium. Mit diesem Anspruch wurde im Rahmen des Projekts „Bielefelder Lehrinnovationen für kollaborative Entwicklung digitaler Lehr-/Lernformate“ (BiLinked) an der Universität Bielefeld ein Seminar im Master des Che-mielehramts konzipiert. Im Rahmen dieser Veranstaltung entwickeln die Studierenden in projektbasierter, kollaborativer Gruppenarbeit digital angereicherte Unterrichtsausschnitte, die in der schulischen Praxis erprobt werden können, und erwerben somit praxisrelevante und digitalisierungsbezogene Handlungskompetenzen. Auf diese Weise wird die Theorie-Praxis-Verzahnung gefördert. Im Seminar werden die Studierenden durch digitale Lerneinheiten zur Inhaltserarbeitung und Begleitung der Projektarbeit unterstützt, deren zentrales Element ein Advance-Organizer-Video (AO-Video) ist. Das Lernen mit und über computerbasierte Simulationen ist ein sowohl für den Chemieunterricht als auch aus einer „scientific literacy“- Perspektive bedeutsamer Inhalt. Das Thema stellt folglich einen Schwerpunkt des Seminars dar. The digital transformation of the educational landscape requires teaching innovations to promote digitalization-related skills in pre-service chemistry teacher training. With this in mind, a seminar was designed as part of the BiLinked project at Bielefeld University for the master in chemistry education. Within this course, students develop digitally enriched lesson excerpts in project-based, collaborative group work, which can be tested in school practice and thus acquire practice-relevant and digitization-related skills. This also promotes the link between theory and practice. In the seminar, students are supported by digital learning units to develop content and accompany the project work, the central element of which is an Advance Organizer-video (AO-video). Learning with and about computer simulations is important both for the content of chemistry teaching and from a \u27scientific literacy\u27 perspective. It is therefore a focus of the seminar.
AI-related competences of French and Spanish teachers: An empirical study
Die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in den Fremdsprachenunterricht eröffnet neue didaktische Möglichkeiten, stellt Lehrkräfte jedoch vor Herausforderungen in Bezug auf die kritische Reflexion und Anwendung entsprechender Tools. Die Studie untersucht KI-bezogene Kompetenzen von N = 279 Französisch- und Spanischlehrkräften mittels Wissenstests und Selbsteinschätzungsbögen. Theoretisch basiert die Untersuchung auf zentralen KI-Kompetenzmodellen wie dem AI-PACK-Modell (Lorenz & Romeike, 2023) sowie der „AI Literacy“ (Ng et al., 2021) und „Prompt Literacy“ (Hwang et al., 2023). Methodisch folgt sie einem quantitativ-deskriptiven Ansatz im Sinne einer Bestandsaufnahme der KI-bezogenen Kompetenzen von Lehrkräften in Form ihres KI-bezogenen Wissens sowie ihrer KI-bezogenen Meinungen und selbstberichteten Verwendungsweisen. Die Befunde zeigen, dass Lehrkräfte ihre KI-Kompetenzen als eher niedrig einschätzen, was mit den Ergebnissen der Wissenstests übereinstimmt. Es besteht jedoch großes Interesse an KI, wobei sowohl Chancen als auch Herausforderungen erkannt werden. Konkrete Weiterbildungspotentiale sind vor allem in Hinblick auf die didaktische Integration von KI-Tools in den Fremdsprachenunterricht zu identifizieren, da deren Einsatz im Unterricht bislang nur vereinzelt erfolgt. Die Studie betont die Notwendigkeit gezielter Fortbildungsmaßnahmen, um eine kritisch-reflexive KI-Nutzung durch Französisch- und Spanischlehrkräfte zu fördern. The integration of artificial intelligence (AI) into foreign language teaching offers new didactic possibilities but also presents challenges for teachers in terms of critical reflection and the use of corresponding tools. This study examines the AI-related competences of N = 279 French and Spanish teachers through knowledge tests and self-assessment questionnaires. Theoretically, the study is based on key AI competence models, such as the AI-PACK model (Lorenz & Romeike, 2023), AI Literacy (Ng et al., 2021), and Prompt Literacy (Hwang et al., 2023). Methodologically, it follows a quantitative-descriptive approach aimed at inventorying teachers’ AI-related competences, including their AI-related knowledge, opinions, and self-reported use of AI tools. The findings show that teachers rate their AI competences as rather low, which aligns with the results of the knowledge tests. However, there is a strong interest in AI, with both opportunities and challenges recognized. Concrete potential for further training is particularly evident in the didactic integration of AI tools in foreign language teaching, as their use in the classroom has so far been sporadic. The study emphasizes the need for targeted professional development programs to promote the critical and reflective use of AI among French and Spanish teachers
Assessing and Handling of Student Conceptions in Chemistry: Development and Evaluation of a Professional Development Module for Dealing with Student Conceptions for (Prospective) Chemistry Teachers
Das Einschätzen von Unterrichtssituationen sowie der angemessene Umgang mit den individuellen Voraussetzungen von Schüler*innen gehören zu den zentralen Herausforderungen im schulischen Alltag. Eine Schlüsselkompetenz zur Bewältigung dieser Anforderungen ist die diagnostische Kompetenz von Lehrkräften. Im Chemieunterricht ist dabei insbesondere der wissensbasierte Umgang mit lernhinderlichen Vorstellungen der Lernenden ein zentraler Aspekt. Sowohl angehende als auch erfahrene Lehrkräfte sehen sich regelmäßig mit der Aufgabe konfrontiert, solche Vorstellungen zu identifizieren und in fachlich angemessene Konzepte zu überführen. Gerade in komplexen Unterrichtssituationen erfordert dies ein hohes Maß an diagnostischer Kompetenz. Zur gezielten Förderung dieser Kompetenz bietet das 4-Component-Instructional-Design- Modell (4C/ID-Modell) eine wirksame Grundlage: Durch strukturierte Übungen in vereinfachten Diagnosesituationen können diagnostische Fähigkeiten systematisch entwickelt und ausgebaut werden. Praxisnahe Lernaufgaben ermöglichen dabei wiederholte Lernprozesse und unterstützen Lehrkräfte effektiv bei der Vermittlung fachlicher Inhalte. Das in diesem Beitrag in Auszügen vorgestellte Fortbildungsmodul nutzt Vignetten, um alltagsnahe und zugleich komplexitätsreduzierte Unterrichtssituationen darzustellen. Anhand eines konkreten Beispiels wird gezeigt, wie der professionelle Umgang mit Lernendenvorstellungen im Chemieunterricht gefördert werden kann. Darüber hinaus werden die Ergebnisse einer Evaluation im Rahmen eines Kompaktseminars präsentiert und diskutiert. Mit diesem Beitrag wird der bislang bestehende Mangel an praxisnahen Beispielen zur Förderung diagnostischer Kompetenz adressiert und ein konkreter Beitrag zur professionsorientierten Lehrkräftebildung geleistet.Assessing classroom situations and appropriately addressing the individual needs of students are challenging tasks in everyday teaching. A key competence for successfully managing these situations is the diagnostic competence of teachers. In chemistry education, a crucial aspect of this diagnostic competence is the knowledge-based handling of student conceptions. Both prospective and practicing teachers face the daily challenge of diagnosing student conceptions and translating them into appropriate conceptual understandings. Especially in complex teaching situations, this poses a challenge that requires a high level of diagnostic competence. This competency, which encompasses recognizing and adapting to learners\u27 conceptions, can be developed and improved through the 4C/ID model by means of targeted exercises in simplified diagnostic situations. Practice-oriented learning tasks promote repeated learning processes and assist teachers in delivering specific content more effectively.
The training module presented in this article offers such everyday and complexity-reduced teaching situations through the use of vignettes. These can be used as learning opportunities to develop and promote diagnostic competence among (prospective) chemistry teachers at all stages of their education. A concrete example is shown of how to promote the handling of student conceptions in chemistry education, and the results of an evaluation of the training module are presented and discussed. This article addresses the lack of concrete examples for promoting diagnostic competence
Anchoring Financial Education in Teacher Training: An Analysis of Continuing Education Programs and University Curricula for the Anchor Subjects of Economic Education in Germany
Finanzbildung zielt – im hier zugrunde gelegten Verständnis – erstens auf die Befähigung zur mündigen, selbstbestimmten Bewältigung finanziell geprägter Lebenssituationen ab. Zweitens sollen die Lernenden in die Lage versetzt werden, im Sinne ihrer sozialen Verantwortung an der Gestaltung gesellschaftlicher Ziele und Rahmenbedingungen mit finanziellen Bezügen zu partizipieren. Vor diesem Hintergrund wird Finanzbildung als ein wichtiger Teil schulischer Allgemeinbildung angesehen und ist in erster Linie in den Ankerfächern der ökonomischen Bildung integriert. Die Qualität der schulischen Finanzbildung hängt wiederum maßgeblich von der Finanzbildungskompetenz der (Wirtschafts-) Lehrkräfte ab. An dieser Stelle setzt das vorliegende Vorhaben an. Im Rahmen zweier Teilstudien (Fort- und Weiterbildungsangebote; Hochschulcurricula) wurde ermittelt, inwieweit und inwiefern die Finanzbildung derzeit in der (Wirtschafts-)Lehrkräftebildung verankert ist. Dabei zeigt sich, dass Finanzbildung nicht umfassend in der ersten und dritten Phase der Lehrkräftebildung für die Ankerfächer der ökonomischen Bildung integriert ist. Handlungsbedarfe bestehen vor allem hinsichtlich der Integration der Kernbereiche der Finanzbildung in die Studiengänge, bei der Einbindung in die Studiengänge für sozialwissenschaftliche Integrationsfächer sowie bei der Anzahl und dem zeitlichen Umfang der Fortbildungsangebote. Financial education – as understood here – aims, firstly, to enable learners to deal with financial situations in a responsible and self-determined way. Secondly, learners should be enabled to participate in shaping social goals and framework conditions with financial implications as part of their social responsibility. In light of this, financial education is seen as an important part of general school education and is primarily found in the anchor subjects of economic education. In turn, the quality of financial education at school depends to a large extent on the financial education competence of (economics) teachers. This is where the presented project comes in. As part of two sub-studies (continuing education programs; university curricula), the extent to which financial education is currently anchored in (economics) teacher training was determined. The results show that financial education is not comprehensively integrated into the first and third phases of teacher training for the anchor subjects of economic education. There is a need for action in particular with regard to the integration of the core areas of financial education in the study programs, the integration into the study programs for combined and integrated social science subjects, as well as the number and scope of in-service training courses.