Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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“My Image of Myself as a Teacher”: Action-guiding Knowledge about the Professionalization of Students During their First Internship
Im Beitrag wird implizites Wissen von Lehramtsstudierenden im Hinblick auf ihr Selbstverständnis als Praktikant*innen in ihren ersten schulpraktischen Studien rekonstruiert. Ausgangspunkt sind Fotos und Texte zum Thema „Ein Bild von mir als (zukünftige) Lehrperson“, die Studierende in einem E-Portfolio zur Begleitung ihres Orientierungspraktikums angefertigt haben. Am Beispiel von drei studentischen Arbeiten wird mittels Dokumentarischer Methode analysiert, welches Professionsverständnis sie bei der Reflexion ihrer Praktikumserfahrung leitet. Es zeigen sich drei grundlegend unterschiedliche Bearbeitungsmodi. Sie bieten sich an, Vorschläge für die Bearbeitung unterschiedlicher Entwicklungsaufgaben für den je nächsten Studienabschluss zu unterbreiten. Weil sich die Befunde als impulsgebend für eine subjektorientierte, praktikumsvor- und -nachbereitende Fallarbeit erweisen, schließt der Beitrag mit einem Vorschlag für ein hochschuldidaktisches Begleitformat, das zur Sichtbarmachung impliziter Wissensbestände beitragen kann.This article reconstructs implicit knowledge of student teachers with regard to their self-image as interns in their first practical school studies. Starting point are photos and texts on the topic "A picture of me as a (future) teacher", which students created in an e-portfolio to accompany their orientation internship. Using the example of three student works, the documentary method is used to analyze which professional understanding guides them in reflecting on their internship experience. Three fundamentally different modes of processing emerge. They offer suggestions for the processing of different development tasks for the respective next degree. Because the findings prove to be impulse-giving for a subject-oriented, internship-preparing and -postprocessing case work, the contribution closes with a suggestion for a highly didactic accompanying format, which can contribute to the visualization of implicit knowledge stocks
The “Inclusive Learning Workshop” in University Sports Science Teacher Training – Exemplified by the “Didactics and Methods of Swimming” Course: Exemplarisch aufgezeigt am Kurs „Bewegen im Wasser – Schwimmen“
In diesem Beitrag wird ein innovatives Lehr-Lern-Format, und zwar eine „Inklusive Lernwerkstatt“ (vgl. Schmude & Wedekind, 2016) im Bewegungsraum Wasser im Rahmen der sportwissenschaftlichen Lehrveranstaltung „Didaktik und Methodik des Sportunterrichts: Bewegen im Wasser – Schwimmen“, vorgestellt. Im Sinne der Kontakthypothese (Allport, 1971) soll es dazu dienen, Begegnungen zwischen den Lehramtsstudierenden und Schüler*innen-Gruppen zu initiieren, Kompetenzen im Umgang mit inklusiven Gruppen anzubahnen und damit zur Professionalisierung der künftigen Sportlehrkräfte beizutragen. Das Lehr-Lernformat beinhaltet die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Vielfalt während des gesamten Kurses, wobei die Planung, Durchführung und Reflexion der Aktion „Schwimmen inklusiv“ von Studierenden für die Schüler*innen einen Höhepunkt darstellt. Auf diese Weise können sich die Studierenden bereits in einer frühen Phase ihres Studiums mit den Themenfeldern „Heterogenität“ und „Inklusion“ im Schwimmunterricht auseinandersetzen sowie erste Erfahrungen im Unterrichten von Schüler*innen sammeln. Damit wird beabsichtigt, die Entwicklung einer positiven Einstellung zur Inklusion anzubahnen.In this article, the innovative teaching-learning format of an “inclusive learning workshop” (Schmude & Wedekind, 2016) as part of the course “Didactics and Methods of Swimming” is presented as an example for the university teacher training in the subject of physical education. In the sense of the contact hypothesis (Allport, 1971), it should serve to initiate encounters between the student teachers in the subject of physical education and heterogeneous groups of pupils, to initiate skills in dealing with them and thus to contribute to professionalization through an early practical experience. The concept includes the continuous examination of diversity throughout the course, with the planning, implementation and reflection of an action “Swimming inclusive” by students for pupils in a heterogeneous learning group being a highlight. In this way, students can deal with the topics of heterogeneity and inclusion in swimming lessons and various funding priorities at an early stage of their studies, as well as gain initial experience in teaching pupils. The intention is to initiate the development of a positive attitude towards inclusion
How to Foster Diagnostic Competence with Text-Image Vignettes? Designing a Learning Opportunity for Pre-service Mathematics Teachers in Primary School
Lehrkräfte stehen täglich vor der anspruchsvollen Aufgabe, ihren Schüler*innen Lernangebote zu machen, die zu ihren Lernvoraussetzungen passen. Eine wesentliche Gelingensbedingung für einen solchen adaptiven Unterricht ist die diagnostische Kompetenz einer Lehrkraft, deren Erwerb daher ein zentraler Bestandteil der Ausbildung von Lehrkräften darstellt. Unter diagnos-tischer Kompetenz wird unter anderem die Fähigkeit verstanden, in komplexen Unterrichtssituationen individuelle Lernstände von Schüler*innen zutreffend einzuschätzen, sodass adaptive unterrichtliche Entscheidungen daraus abgeleitet werden können. Diagnostische Kompetenz kann durch gezieltes Üben entwickelt werden, wobei Lerngelegenheiten, die unterrichtliche Diagnosesituationen authentisch abbilden und die diagnostische Kompetenz der Lehrkraft erfordern, in den Fokus rücken. Die hier exemplarisch vorgestellte Text-Bild-Vignette bietet eine solche Lerngelegenheit für angehende Mathematiklehrkräfte, indem sie zur Auseinandersetzung mit einer Diagnosesituation aus dem arithmetischen Anfangsunterricht herausfordert. Auf diese Weise wird eine praxisbezogene Anwendung fachdidaktischen Wissens angeregt, ohne dass die angehenden Lehrkräfte dabei bereits der gesamten Komplexität und Unmittelbarkeit einer realen Diagnosesituation begegnen müssen, sich dieser allerdings annähern können.Im Beitrag wird anhand eines konkreten Beispiels aufgezeigt, wie Text-Bild-Vignetten zur Förderung der diagnostischen Kompetenz entwickelt und als Lerngelegenheit in der Lehrkräfteausbildung eingesetzt werden können.Every day, teachers are faced with the challenging task of providing their students with learning opportunities that match their learning requirements. An essential condition for successful adaptive instruction is the teacher’s diagnostic competence, the development of which is, therefore, a central objective in teacher training. Diagnostic competence can be described as the ability to make accurate judgments in complex, real teaching situations based on specific professional knowledge, to inform subsequent teaching decisions. Diagnostic competence can be developed through deliberate practice, focusing on learning opportunities that authentically reflect diagnostic situations in the classroom and require the teacher’s diagnostic competence. The text-picture vignette presented here provides such a learning opportunity for pre-service mathematics teachers by engaging them in a diagnostic classroom situation during early arithmetic instruction. In this way, a practical use of professional knowledge is stimulated without pre-service teachers having to encounter the entire complexity and immediacy of a real teaching situation.In this article a concrete example is used to show how text-picture vignettes can be designed and used as learning opportunities in teacher training
Promoting Digitalization-related Competencies in Teacher Training for Language Education: A Longitudinal Study in Seminars of the “DaZ Module” at the University of Cologne
Im Kontext der Digitalisierung obliegt es Lehrkräften als fächerübergreifende Querschnittsaufgabe, digitale Tools auch zur Unterstützung des sprachlichen Lernens von Schüler*innen einzusetzen. In diesem Beitrag prä-sentieren wir Ergebnisse einer längsschnittlich angelegten Beobachtungsstudie, in der digitalisierungsbezogene Kompetenzen in der sprachlichen Bildung von 33 angehenden Lehrkräften in Seminaren des „DaZ-Moduls“ der Universität zu Köln gefördert wurden. Dazu erstellten die Studierenden in einer Projektphase der Seminare digitale Produkte, in denen sie digitale Umsetzungsmöglichkeiten für bereits bestehende sprachsensible Unterrichtsmethoden entwickelten. Zur Messung des Lernzuwachses wurde digitalisierungsbezogene Sprachbildungskompetenz auf Grundlage des TPACK-Modells modelliert und mithilfe eines adaptierten Selbsteinschätzungs-Fragebogens im Prä-Post-Design erhoben. Es zeigt sich, dass das Seminarkonzept dazu beitragen kann, die selbsteingeschätzte digitalisierungsbezogene Sprachbildungskompetenz signifikant zu steigern. Dabei wird deutlich, dass die durchgeführte Intervention größere Effektstärken für Veränderungen der Selbsteinschätzung hinsichtlich fachdidaktischer im Vergleich zu inhaltlichen Dimensionen des TPACK-Modells bewirkt. Somit scheint das Seminarkonzept besonders geeignet für die Ausbildung unterrichtspraktischen Handlungswissens mit Bezug auf die Verknüpfung digitalen und sprachlichen Lernens zu sein. Die Ergebnisse werden schließlich auch vor dem Hintergrund diskutiert, inwiefern die in der Intervention entstandenen Produkte als Open Educational Resources dazu eingesetzt werden können, andere (angehende) Lehrkräfte in der Verknüpfung von digitalem und sprachlichem Lernen zu qualifizieren.In the context of digitization, it is a cross-curricular task for teachers to use digital tools to support students\u27 language learning. In this paper, we present results of a longitudinal observational study in which digitization-related competencies in language education were promoted among 33 prospective teachers in seminars of the “DaZ-Modul” at the University of Cologne. For this purpose, the students created digital products in a project phase of the seminars, in which they developed digital implementation options for already existing language-sensitive teaching methods. To measure learning outcomes, digitization-related language education competence was modeled based on the TPACK model and assessed using an adapted self-assessment questionnaire in a pre-post design. The results show that the seminar concept can contribute to a significant increase in self-assessed digitization-related language skills. It becomes clear that the intervention produces greater effect sizes for changes in self-assessment regarding subject-didactic dimensions compared to content-related dimensions of the TPACK model. Thus, the seminar concept seems to be particularly suitable for the training of practical teaching knowledge about the linking of digital and language learning. Finally, the results are also discussed against the background of the extent to which the products created in the intervention can be used as Open Educational Resources to qualify other (prospective) teachers in linking digital and language learning
Racism-Critical Perspectives for Teacher Education
Rassismus als gesellschaftliches Machtverhältnis ist in allen Bereichen des alltäglichen Zusammenlebens eingeschrieben und wirksam. Auch Bildungsinstitutionen wie die Universität und Schule wirken in diesem Verständnis als machtvolle Orte der (Re-)Produktion von rassismusrelevanten Differenz- und Ungleichheitsverhältnissen. Um diesen kritisch-reflexiv entgegenwirken und präventiv begegnen zu können, bedarf es einer strukturell verankerten, disziplinübergreifenden rassismuskritischen Sensibilisierung von (angehenden) Lehrkräften im Zuge ihrer Professionalisierung. Wenngleich rassismuskritische Perspektiven in den Sozial-, Bildungs- und Erziehungswissenschaften sowie in einzelnen Fachdidaktiken mittlerweile Berücksichtigung finden, steht eine Implementierung rassismuskritischer Bildungsarbeit als Querschnittsaufgabe in der Lehrkräftebildung bislang noch aus.An der Leibniz Universität Hannover wurden im Kontext einer heterogenitätssensiblen reflexiven Lehrkräftebildung im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ (QLB) verschiedene Differenzlinien theoretisch erarbeitet und entlang des Leitbilds der Reflexiven Handlungsfähigkeit Ziele für die inklusive Lehrkräftebildung konkretisiert. Daran anknüpfend diskutieren wir in diesem Beitrag die Herstellung rassismusrelevanter Differenzen im Kontext von schulischen Exklusionsprozessen und daraus resultierende rassismuskritische Perspektiven für die Lehrkräftebildung. Dafür werden infolge einer einleitenden Einordnung der Begriffe „Rasse“ und race im Kontext von Rassismuskritik (Kap. 2) sowie der theoretischen Einführung in das Verständnis von Rassismus als gesellschaftliches Machtverhältnis (Kap. 3), die schulische Relevanz von Rassismuskritik multiperspektivisch skizziert (Kap. 4) sowie konkrete Ansätze und Ziele für eine rassismuskritische Lehrkräftebildung (Kap. 5) formuliert.Racism as a social power relation is inscribed in, and affects, all areas of everyday life. Even educational institutions such as universities and schools function as powerful spheres in which racism-related inequities are (re-)produced. For (future) teachers to be able to critically counteract and prevent structural racism, cross-disciplinary and structurally anchored opportunities for sensitization need to be implemented during their professionalization. Although racism-critical perspectives have been increasingly considered in the social and educational sciences as well as didactics, racism-critique has not been implemented as a cross-sectional task in teacher education so far.At the Leibniz University Hannover, researchers from various disciplines concretized different diversity dimensions with the aim of developing a reflective disposition of teacher performance (Reflexive Handlungsfähigkeit) to model a heterogeneity-sensitive teacher education as part of the “Qualitätsoffensive Lehrerbildung” (QLB). In this article, we discuss the construction of “differences” relevant to racism in the context of exclusion and educational inequity and address racism-critical perspectives for teacher education. Following a brief contextualization of “Rasse” and race (chap. 2), we will outline the understanding of racism as a social power relation (chap. 3), discuss the relevance of racism (critique) in school contexts based on empirical findings (chap. 4), and consider general approaches, goals, and perspectives for racism-critical teacher education (chap. 5)
Gender-Sensitivity in Teacher Education?! Discrimination-Criticism in Education Using the Example of Gender
Die Differenzlinie Geschlecht zeigt sich als ungleichheitsrelevante und gesellschaftsstrukturell verankerte Kategorie sozialer Identität, die auch in der Schule reproduziert wird. Auch hier wirken gesellschaftlich omnipräsente heteronormative Geschlechterstereotypen und vergeschlechtlichte Rollenerwartungen einer freien Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen und einer Gleichberechtigung aller Geschlechter entgegen und können zu (vergeschlechtlichten) sozialen Ungleichheiten führen. Der Beitrag stellt zunächst alltags- und wissenschaftstheoretische Konzepte in Bezug auf geschlechtliche und sexuelle Vielfalt vor. Dazu gehören u.a. queere Lebensweisen und entsprechende Alltagsbegriffe (z.B. Trans*, Inter*, Nicht-Binär etc.) sowie Heteronormativität und Geschlecht als soziale Konstrukte (Doing Gender). Anschließend werden die Auswirkungen von heteronormativen Geschlechterstereotypen in Gesellschaft und Schule aufgezeigt, wovon die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit der Differenzlinie Geschlecht an Universität und Schule abgeleitet wird. Schließlich werden bestehende Konzepte von Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte und Praxisanregungen für das Leitbild der „Reflexiven Handlungsfähigkeit“ (Qualitätsoffensive Lehrerbildung, Leibniz Universität Hannover) adaptiert und Anwendungsbeispiele zur praktischen Umsetzung gegeben.Gender as a central dimension of diversity is inextricably linked to processes of social identity construction and to aspects of inequality, the effects of which become visible in all societal structures. In school, as a significant social space, omnipresent heteronormative gender stereotypes and gender-specific expectations counteract children’s and adolescents’ self-determined personality development. Moreover, heteronormativity hinders the aim of gender equality, which is enshrined in educational standards and curricula. At first, the article presents both everyday and scientific concepts related to gender and sexual diversity (also in the context of school and university) to examine gender as a diversity dimension. This also includes an examination of queer lifestyles and corresponding everyday terms (e.g., trans*, inter*, non-binary, etc.) as well as an understanding of heteronormativity and gender as a social construct (doing gender). Furthermore, this article highlights the effects of gender stereotypes in school to emphasize the need for gender-sensitive teaching. With regard to the overarching model called Reflexive Handlungsfähigkeit (reflective disposition for teacher performance) (Qualitätsoffensive Lehrerbildung, Leibniz University Hannover), this article finally presents gender-sensitive teaching concepts and practical suggestions
Fostering TEFL-Specific Digital Competences of English Student Teachers and In-Service Teachers in a Cross-Phase Collaborative Seminar
Seit der Veröffentlichung der „Ländergemeinsame(n) inhaltliche(n) Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung“ (KMK, 2019) ist die Förderung digitaler Kompetenzen zu einer gemeinsamen Aufgabe aller in den Lehramtsstudiengängen Beteiligten geworden. In diesem Beitrag wird ein Projekt vorgestellt, das im Rahmen der Initiative COMeIN (Communities of Practice NRW für eine innovative Lehrerbildung) an der Bergischen Universität Wuppertal durchgeführt wird. Es wurde ein Seminarkonzept zur Förderung von TEFL-spezifischen digitalen Kompetenzen entwickelt und evaluiert. Erkenntnisse aus dem Seminar „Technology Assisted EFL Vocabulary Teaching and Learning: From Theory to Practice“ (EFL: English as a Foreign Language), das im Wintersemester 2022/2023 durchgeführt wurde, werden vorgestellt. Lehramtsstudierende und Lehrkräfte arbeiteten in CoPs zusammen, um digitale lexikalische Aufgaben für den Englischunterricht zu entwickeln. Die Lehramtsstudierenden bereiteten eine Fortbildungsveranstaltung vor, in der sie theoretische Annahmen und empirische Belege für den Wortschatzunterricht mit digitalen Medien und deren Auswirkungen auf den Unterricht vorstellten. Die Lehramtsstudierenden und die Lehrkräfte arbeiteten gemeinsam an der Erstellung von Unterrichtsmaterial zum Erlernen von Wortschatz in digitalen Lernszenarios für die Grund- und weiterführende Schule. Die Lehrkräfte setzten die Aufgaben mit ihren Schüler*innen ein und gaben den Studierenden ausführliches Feedback zur Qualität der Aufgaben. In dieser Studie wird untersucht, wie Englischstudierende und Lehrkräfte ihre eigenen digitalen Kompetenzen in Bezug auf das Unterrichten von Wortschatz mit digitalen Werkzeugen vor und nach der Teilnahme an diesem phasenübergreifenden Kooperationsseminar wahrnehmen und wie sie verschiedene Aspekte eine solchen Seminarkonzepts bewerten.Since the publication of the new standards for teacher education in Germany (KMK, 2019) fostering digital competences has become a joint task of lecturers involved in the courses of studies for future teachers. This article presents a project conducted in the context of the COMeIN initiative (Communities of Practice NRW für eine innovative Lehrerbildung [German for: CoP NRW for an innovative teacher education]) at the University of Wuppertal. A seminar concept for fostering TEFL-specific digital competences was developed and evaluated. Findings from the seminar “Technology Assisted EFL Vocabulary Teaching and Learning: From Theory to Practice”, which was conducted during the winter term 2022/2023, are presented. Student teachers and in-service teachers worked collaboratively in CoPs in order to develop digital lexical tasks for EFL classrooms. The student teachers prepared a teacher training session in which they introduced theoretical assumptions and empirical evidence about learning vocabulary with digital media and their implications for teaching. Student teachers and in-service teachers worked together to create teaching materials for students of different grades from primary and secondary schools. The in-service teachers implemented the tasks in their classrooms and provided extensive feedback on the quality of the designed tasks for the student teachers. This study investigates how student teachers and in-service teachers perceive their own digital competences related to teaching vocabulary with digital tools before and after having taken part in this cross-phase collaborative seminar and how they evaluate various aspects of such a seminar concept
Diagnostics, Intervention and Counselling in Dyscalculia: How can Self-Efficacy Beliefs of Prospective Teachers be increased?
(Angehende) Grundschullehrkräfte müssen professionell auf auftretende Rechenprobleme ihrer Schüler*innen reagieren können, da sich Lernrückstände verfestigen und langfristig zu Einschränkungen der Teilhabe am alltäglichen Leben führen können. Mit standardisierter Diagnostik und Förderung einerseits und einer Förderdiagnostik andererseits stehen unterschiedliche Herangehensweisen zur Verfügung. Während von der Pädagogischen Psychologie eher standardisierte Verfahren bevorzugt werden, wird von der Mathematikdidaktik eher eine Förderdiagnostik präferiert. Beide Zugangsweisen werden im Lehramtsstudium meist getrennt voneinander vermittelt. Im Artikel wird ein Seminarkonzept vorgestellt, welches das Bewusstsein von Studierenden für die mit Rechenproblemen verbundenen Herausforderungen schaffen und ihre Überzeugungen, diese Herausforderungen in der Praxis kompetent bewältigen zu können, steigern soll. Dazu werden psychologische und mathematikdidaktische Zugänge interdisziplinär von Vertreter*innen der beiden Disziplinen gemeinsam vermittelt und mit der Arbeit an authentischen Fällen aus der Beratungspraxis verbunden. Im ersten Themenblock Diagnostik werden mögliche Ursachen und Symptome von Rechenproblemen sowie die unterschiedlichen Funktionen von Status- und Prozessdiagnostik praxisnah vermittelt. Im zweiten Block zum Thema Beratung wird erarbeitet, wie Testergebnisse angemessen zurückgemeldet und Eltern in der Förderung ihrer Kinder unterstützt werden können. In der dritten Einheit zum Thema Förderung werden standardisierte und adaptive Förderprogramme vorgestellt und diskutiert. Das Seminarkonzept ist mit Blick auf die Selbstwirksamkeitsüberzeugungen der Studierenden quasi-experimentell evaluiert worden. Die Evaluationsergebnisse werden berichtet und anschließend diskutiert.Prospective primary mathematics teachers are expected to deal with children experiencing mathematical learning difficulties/dyscalculia. Standardized tests and training programs, as well as assessment for teaching, are two approaches to address these difficulties. Educational psychologists prefer standardized tests and intervention programs, while mathematics educators advocate more adaptive approaches. However, both perspectives are hardly presented and discussed together in teacher training programs. This paper introduces an interdisciplinary methods course conducted jointly by an educational psychologist and a mathematics educator. The course aims to raise pre-service teachers’ awareness of the challenges of dealing with mathematical learning difficulties and foster their self-effi-cacy in developing appropriate individual student support and counseling for parents. The course takes an integrated interdisciplinary approach, introducing au-thentic cases from the course leaders’ counseling centers. The seminar is organized into three key components: (1) Testing/Assessment, discussing the different functions, approaches, and tools available for diagnosing dyscalculia. (2) Counseling, addressing how test/assessment results are best communicated to parents and how teachers can guide them to support their children’s learning. (3) Intervention, introducing and reflecting on standardized enhancement programs and small group interventions. The seminar concept has been evaluated for its impact on the self-efficacy beliefs of participating pre-service teachers. Evaluation results are presented and discussed in the paper
Functions of Central Subject-Related Concepts in Teacher Education: An Explorative Interview Study on the Science Didactics of Subjects in Teacher Training Programs for Secondary School Teachers
Der Beitrag widmet sich der Rolle zentraler fachlicher Konzepte in Zusammenhang mit wissenschaftsdidaktischen Überlegungen im Lehramtsstudium. Die Auseinandersetzung gilt strukturbildenden Fachkernen, die zugleich als Verbindungsglieder zwischen der Universitätsdisziplin und dem jeweiligen Schulfach dargestellt werden. Nach einer theoretischen Fundierung werden die Ergebnisse einer explorativen Interviewstudie mit in der Lehrer*innenbildung engagierten Wissenschaftler*innen der Fächer und ihrer Didaktiken berichtet. Dabei wird nicht nur die hohe Relevanz von zentralen fachlichen Konzepten in der Lehrer*innenbildung deutlich, sondern auch deren Mehrdimensionalität und Vielschichtigkeit. Ein erster Systematisierungsversuch der Thematisierung von zentralen fachlichen Konzepten im (schul-)fachbezogenen Lehramtsstudium zeigt, dass sie sowohl als Objektivationen von zentralen Denkschemata im Fach als auch als wissenschaftsdidaktische Praktiken des Erklärens, Zeigens und der dynamischen Wissensgenese verstanden werden, die – im metareflexiven Sinn über die Kompetenzorientierung hinausgehend – fachliche Zusammenhänge herstellen sollen, die in einer Zeit der Spezialisierung und Differenzierung verloren gehen könnten.The article is dedicated to the role of central subject-related concepts in connection with science-didactic considerations in teacher training. The discussion focuses on structure-forming subject cores, which are at the same time presented as links between the university discipline and the respective school subject. After a theoretical foundation, the results of an explorative interview study with scientists of the subjects and their didactics involved in teacher education are reported. Not only the high relevance of central subject-related concepts in teacher education becomes clear, but also their multidimensionality and complexity. A first systematization attempt of the thematization of central subject-related concepts in (school) subject-related teacher training shows that they are understood both as objectivations of central thought patterns in the subject and as science-didactic practices of explaining, showing and dynamic knowledge genesis, which – going beyond competence orientation in a meta-reflexive sense – are supposed to establish subject-related connections that could get lost in a time of specialization and differentiation
Making School Development Experiential for Students: The Potential of Digitally Supported Simulation Games in the Context of Teacher Training
Unterricht und Schule kontinuierlich weiterzuentwickeln, gehört neben dem pädagogischen Wissen, dem Fachwissen und dem fachdidaktischen Wissen zur benötigten professionellen Handlungskompetenz von Lehrpersonen. Bereits in der universitären Lehramtsausbildung soll deshalb den Studierenden der Erwerb von Innovationskompetenzen sowie von Professionswissen über Schulentwicklung ermöglicht werden. Ein digital unterstütztes Planspiel setzt genau an dieser Stelle an. Studierende simulieren die Entwicklung einer Schule, sam-meln Erfahrungen bei der Steuerung eines simulierten Schulentwicklungsprozesses und reflektieren die Simulationserfahrungen mithilfe professionsbezogenen Wissens über Schulentwicklungsprozesse. Wie genau dieses Seminarkonzept gestaltet ist und welches Potenzial dieses hinsichtlich der Förderung von Innovationskompetenzen konzeptionell sowie aus Sicht von Lehramtsstudierenden aufweist, wird in dem vorliegenden Beitrag skizziert.In addition to pedagogical knowledge, subject knowledge and subject didactic knowledge, the continuous development of teaching and schools is part of the required professional competence of teachers. Therefore, the acquisition of innovation competencies as well as professional knowledge about school development should already be made possible for students during their university teacher training. This is exactly where a digitally supported business game comes in. Students simulate the development of a school, gain experience in managing a simulated school development process and reflect on the simulation experiences with the help of professional knowledge about school development processes. How exactly this seminar concept is designed and what potential it has with regard to the promotion of innovation competencies conceptually as well as from the perspective of student teachers, is outlined in this article