Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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Research-based learning regarding the scientific-experimental problem-solving
In den Masterstudiengängen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen an der Technischen Universität Braunschweig wird vom Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften (IFdN) ein Modul mit drei Lehrveranstaltungen über drei Semester zum Projektband des Forschenden Lernens für Studierende der Fächer Biologie, Chemie und Physik angeboten. Parallel dazu besuchen die Studierenden im ersten Mastersemester eine vom Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) angebotene Lehrveranstaltung zur Einführung in die empirische Forschungsmethodik. Zielsetzung der Module im Projektband ist die Anbahnung der Kompetenzentwicklung in den Bereichen Forschungsmethodik und Diagnose. Der thematische Schwerpunkt der Forschungsprojekte, die die Studierenden am IFdN durchführen, liegt im Bereich der Diagnose naturwissenschaftlich-experimenteller Problemlösekompetenzen von Schüler_innen, da dieses ein Kernstück des Unterrichts in allen drei naturwissenschaftlichen Fächern ist. Forschungsmethodisch werden je nach Fragestellung und Forschungsansatz quantitative und/oder qualitative Designs gewählt. Im zweiten Semester erhalten die Studierenden Anleitung zur Datenauswertung gemeinsam durch die Erziehungswissenschaften und die Fachdidaktiken. Im dritten Semester präsentieren sie ihr Forschungsprojekt und schreiben einen wissenschaftlichen Bericht. Am IFdN wird die Diagnosekompetenz der Studierenden hinsichtlich experimenteller Problemlösefähigkeiten der Schüler_innen in der Lehrveranstaltung u.a. durch Videovignetten aus authentischem Experimentierunterricht geschult. Die Messung des Kompetenzzuwachses im Hinblick auf forschungsmethodische Aspekte erfolgt in einem Prä-Post-Design mithilfe eines dafür entwickelten Fragebogens im ersten und dritten Mastersemester. Erste Ergebnisse zeigen eine signifikante Zunahme des Wissens der Studierenden bezüglich der Forschungsmethodik. Subjektiv schätzte die Mehrheit der Befragten die Durchführung von schulischen Forschungsprojekten positiv für ihr Berufsziel ein. Auch im Hinblick auf die Diagnosefähigkeit verbessern die Studierenden ihre Kompetenzen und schätzen die Arbeit mit den Vignetten positiv für ihre Professionalisierungsentwicklung ein.In the master\u27s study program at the Technische Universitaet Braunschweig, the Institute for Didactics of the Natural Sciences (IFdN) offers a module across three semesters in research-based learning for Master students of Biology, Chemistry and Physics. In their first semester, students also attend an introductory course of empirical research methods offered by the Institute of Educational Science (IfE). The students’ research projects focus on the diagnosis of scientific experimental problem-solving skills learned in school, a core element of teaching in all three scientific disciplines. Depending on the research question and research objectives, students choose a quantitative or a qualitative design for their project. The IfE and the institutes for subject didactics jointly offer students additional instruction on data analysis in the second semester. At IFdN, students’ diagnostic skills regarding experimental problem-solving abilities taught in school are trained using video vignettes of authentic experimentation lessons. Increased competence by means of research-based learning has been assessed by means of a pre-post design with the help of a questionnaire developed for the first and third semester of the Master\u27s study program. Initial findings show a significant increase in students\u27 knowledge of research methods. The majority of those surveyed rated the implementation of school-based research projects as positive for their professional goals. In addition, the students gained diagnostic competence and consider the work with the vignettes positive for their professionalization development
Artistic Teaching from the “Laboratory Situation” to the Study Project: A Practice Field for Research-led Arts Education in Elementary Schools
Wie finden Studierende der Kunstpädagogik Forschungsfragen oder Forschungsgegenstände, die sie im Rahmen von Studienprojekten untersuchen? Lässt sich in universitären Veranstaltungen eine Bewusstheit für die Besonderheiten künstlerischen Lehrens und Lernens in der Grundschule als notwendige Voraussetzung sowohl für den schulpraktischen Teil als auch den Schulforschungsteil des Praxissemesters anbahnen? Der Integrationsvariante des Bielefelder Modells folgend thematisiert der Beitrag, wie diesen Herausforderungen im Fach Kunst- und Musikpädagogik durch ein Praxisfeld künstlerischer Lehre begegnet wird. Student*innen beider Fächer können vor ihrem Praxissemester Erfahrungen in gemeinsam durchgeführten Unterrichtvorhaben sammeln. In der Laborsituation einer KinderKunstMusik-Werkstatt, die der Professionalisierung in einem geschützten und inspirierenden Raum zuarbeitet, vergewissern sich die zukünftigen Kunstlehrer*innen einer fragend-forschenden Haltung, indem sie Lehr-/ Lernprozesse sowie Ergebnisse eigenen und fremden Unterrichts reflektieren und dabei auch auf Themen für ihr Studienprojekt stoßen. Besonders bildnerische Ergebnisse erweisen sich als anregendes Material, das fachdidaktisch relevante Fragen aufwerfen und beantworten kann. Anhand eines auf Unterrichtsergebnisse bezogenen Studienprojekts wird der Weg vom Wahrnehmen eines Phänomens, dem Konkretisieren der Fragestellung über das Konzipieren einer mit der gewählten Methode abgeglichenen Unterrichtssequenz nachgezeichnet. Durchführung und Auswertung des Projekts und die Kontextualisierung im Rahmen fachdidaktischer Theorien kommen ebenso zur Sprache wie Gründe für den Bedarf solch einer universitären Laborsituation als Brücke zur Praxis schulischen Kunstunterrichts.How do students of arts education find research questions or research topics to be investigated within the scope of study projects? Is it possible to raise awareness of the special features of artistic teaching and learning in elementary school as an essential precondition for both the practical component in schools and the research component of the university course’s placement semester? Following the integration model of the University of Bielefeld, this contribution addresses how practice-led teaching in the arts can meet these challenges in the field of art. Joint teaching projects allow for students of either programmes to gain experience before their placement semester starts. In the laboratory situation of a ChildrenArtMusic workshop, which offers protected and inspiring space for professionalising, future art teachers acquire an attitude of enquiring and researching by reflecting on teaching and learning situations as well as their results. During this process within both led and observed lessons, students are likely to come across topics for their study project. Children’s artistic creations, in particular, prove to be stimulating because their visual approaches to the world are highly valuable in primary school as they can equally raise and answer questions relevant to arts education. With a studyproject based on teaching results, each step is documented from the perception of a phenomenon and concretisation of the question to the design of a lesson sequence that matcheswith the chosen method. Both implementation and evaluation of the project as well as its contextualisation within the frame of didactic theories are discussed next to reasons for the need to bridge the university laboratory situation with the practice of arts education in schools
E-Learning Scenarios to Support Student Teachers’ Development of an Inquisitive Mind-Set in Study Projects at the University of Duisburg-Essen
Seit 2015 führt die Universität Duisburg-Essen die Praxissemester-Begleitung in Blended-Learning-Formaten innerhalb eines Blocktagmodells durch. Studierende können so individuell, zeitlich und räumlich flexibel betreut werden. Einen festen Bestandteil bildet hierbei die Praxissemester-E-SupportStation (PSESS), die Dozierenden Unterstützung bei der Konzeption und Umsetzung ihrer e-gestützten Begleitveranstaltungen bietet. In diesen werden die Studierenden bei der Planung, Durchführung und Reflexion ihrer Studienprojekte betreut und bei der Entwicklung einer forschenden Lernhaltung unterstützt. Forschendes Lernen im Praxissemester bezeichnet hier einen theorie- und methodengeleiteten Zugang zum Berufsfeld Schule und damit die Bearbeitung und systematische Reflexion von spezifischen Bedingungen, Herausforderungen und Kennzeichen des Handelns in pädagogischen Kontexten und Interaktionssituationen auf Basis geplanter Befragungen, Beobachtungen, Fallbeschreibungen, Materialanalysen etc. Ziel ist es, dass die Studierenden durch die Förderung berufsfeldbezogener Forschungskompetenzen Fertigkeiten zur evidenzbasierten Qualitätssicherung ihres eigenen pädagogischen Handelns im Rahmen des Berufsfelds Schule erwerben und dazu befähigt werden, ihre eigene berufliche Tätigkeit zu hinterfragen und zu beforschen. In dem Beitrag soll sowohl aus Dozierenden-Perspektive als auch aus der Perspektive der E-Support-Station anhand von Good-Practice-Beispielen aufgezeigt werden, wie durch zielgerichtete E-Learning-Aktivitäten Studierende bei ihren Projekten begleitet und in der reflexiven Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis unterstützt werden können, um zu transferfähigem Wissen für die Praxis zu gelangen.Since 2015 the seminar that provides scaffolding during the long internship (Praxissemester) at the University of Duisburg-Essen has taken the form of a blended learning course that combines three long face-to-face sessions with online activities on a Moodle platform. This concept aims for flexible and individual support of students that is not bound to a specific time and space. The central institution and port of call for any support that has to do with the design of the blended learning courses is the PSESS (Praxissemester E-Support Center). They help lecturers from all the different subjects to create courses that serve the purpose of guiding students through the whole Plan-Do-Reflect & Review processes connected with their research-based projects, aiming at developing inquisitive mind-sets in students, which is the prerequisite of lifelong learning in the teaching profession. Research-based learning in the context of the Praxissemester at the University of Duisburg-Essen requires student teachers to approach their future field of work from a theory-driven perspective and with a focus on research methods, which help to understand and reflect the complex structure of conditions, challenges and different natures of action and interaction within the school environment. Enquiries are, for example, based on interviews, questionnaires, observations, case studies or material analysis. Through the development of basic research competences, the future teachers should be enabled to question their own practice and to do Practitioner Research in their future field of work. This article provides samples of good practice from the perspective of the PSESS as well as from the perspective of lecturers from two different subjects. These perspectives illustrate the various ways in which e-learning activities can help to guide students through their projects and in which they can scaffold students in their reflection on the link between theory and practice, so that they can develop transferable knowledge for their future practice
Reflexive Writing concerning origin-related prejudices in class
Diversitätssensible Angebot im schulischen Unterricht sind anspruchsvoll und mit verschiedenen Fallstricken verbunden. In diesem Beitrag wird ein Arbeitsauftrag aus der Erziehungswissenschaft für Lehramtsstudierende vorgestellt, der die Möglichkeit bietet, sich mit herkunftsbezogenen Vorurteilen zu beschäftigen. Ausgangspunkt für die Arbeitsphase ist ein Textauszug aus Mark Terkessidis (2010) Interkultur, in dem der Autor eine schulische Erfahrung schildert. Skizziert werden Vorurteile und der Umgang mit schulischer Heterogenität als theoretische Grundlagen, der Fokus des Beitrags liegt auf der Beschreibung des Arbeitsauftrags. Hierzu wird der Seminarkontext erläutert und das reflexive Schreiben, das als Methode genutzt wird, anhand von Leitfragen eingebettet. Anhand von studentischen Arbeitsergebnissen werden konkrete Einblicke in die Arbeitsphase ermöglicht. Kontextualisierungen über Workshops mit Lehrenden werden herangezogen.Discussing diversity in school context is challenging and often entails some pitfalls. This article presents a work assignment for trainee teacher students in education science. It shows an opportunity to address origin-related prejudices in class. Starting point is a passage from the book Interkultur by Mark Terkessidis (2013), in which the author describes his high school experience. The article first presents a theoretical foundation of prejudice and dealing with diversity. Because the work assignment taking center stage is part of a seminar in education science, the article next presents some background information on the setting at university and reflexive writing as a teaching method in higher education. In addition, the article presents examples from trainee teacher students and the author’s experience from workshops with teacher educators in higher educatio
Mentoring Model for Research-based Learning in Teacher Training during School Practicums
Der Beitrag stellt ein prozessbegleitendes Beratungsmodell mit Blick auf Forschendes Lernen im Praxissemester vor, in dessen Zentrum der individuelle Lernprozess der Studierenden steht und das die unterschiedlichen Akteur_innen an Schule und Universität und deren Expertisen in den Blick nimmt. Die Einbeziehung verschiedener Akteur_innen in den Beratungsprozess soll Studierende dazu anregen, ihr Forschungsprojekt und ihr forschendes Handeln kontinuierlich zu reflektieren und ihre Forschungskompetenz weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Beitrags wird beleuchtet, wie Studierende zu ihren Forschungsprojekten beraten und unterstützt werden können. Hierzu wird auf unterschiedliche Gesprächs- und Coaching-Techniken sowie praktische Erfahrungen aus der Hochschullehre zurückgegriffen, und diese werden beispielhaft veranschaulicht.
This article presents a process-based model for mentoring, focusing on research-based learning in teacher training during school practicums. The model responds to the individual learning process of the student and considers various mentors at school and university, taking into account their respective fields of expertise. The involvement of several mentors in the counselling process was adopted with the aim of encouraging students to continuously reflect on their research projects and research activities as well as to further develop their research competence. This paper examines ways of mentoring students during their research activities; different coaching techniques are presented and illustrated using an example from higher education practice
Requirements of Research-based Learning in the German Practical Semester: Development of a Model and First Validation Results
Mit der in den meisten Bundesländern bereits vollzogenen Einführung des Praxissemesters wurden studentische Forschungsprojekte fest innerhalb der ersten Phase der Lehrer_innenbildung verankert. Doch obwohl entsprechende Formate Forschenden Lernens bereits an vielen Hochschulstandorten umgesetzt werden, mangelt es ihnen meist an einer umfassenden theoretischen und empirischen Fundierung. An diesem Desiderat setzt der vorliegende Beitrag an. Es wird ein Modell vorgestellt, das die bei der Anfertigung von Studienprojekten zu bewältigenden Anforderungen anhand von fünf Kategorien mit jeweils drei untergeordneten Kriterien systematisiert. Die Modellvalidierung erfolgt auf Basis von zwei Studierendenbefragungen (n = 484) und einer bundesweiten Expert_innenbefragung (n = 58). Die einzelnen Kriterien werden dabei im Hinblick auf ihre Relevanz, ihren Schwierigkeitsgrad sowie ihre (curriculare) Verankerung in der universitären Praxissemestervorbereitung beleuchtet. Die Ergebnisse bestätigen die Validität des Anforderungsmodells und deuten auf eine sehr große Relevanz sowie überwiegend auf einen hohen Schwierigkeitsgrad der kriterienbezogenen Anforderungen hin. Zudem zeichnet sich ab, dass Forschendes Lernen sowohl aus Expert_innen- als auch aus Studierendensicht noch nicht ausreichend in den Lehrcurricula der Lehramtsstudiengänge bzw. in den Veranstaltungen zur Vorbereitung auf das Praxissemester repräsentiert ist.Due to the implementation of the practical semester, which has already been completed in most German federal states, student research projects were firmly anchored within the first phase of teacher education. However, although corresponding formats of research-based learning have already been put to practice at many university locations, they usually lack a comprehensive theoretical and empirical foundation. The present article addresses this desideratum. We present a model that systematizes the requirements associated with the preparation of student research projects. The model comprises five categories with three subordinated criteria each. The validation of the model is based on two student surveys (n = 484) and a nationwide expert survey (n = 58). The individual criteria are examined with regard to their relevance, their degree of difficulty, and their (curricular) integration in the university courses. The results support the validity of the model and indicate a very high relevance as well as a predominantly high degree of difficulty of the criterion-related requirements. It also becomes apparent that both experts and students consider research-based learning to be not yet sufficiently represented in the curricula of teacher training courses or in the preparatory courses of the practical semester
Learning Thinking and Working Methods in Physics: A Lecture and Tutorial Concept Using the ACER Model
Eine wesentliche Herausforderung des ersten Studiensemesters im Fach Physik stellt die Auseinandersetzung mit komplexen und häufig stark mathematisierten Problemstellungen. Studierenden fehlen hier häufig nicht nur das physikalische Fachwissen sondern zusätzlich mathematische Kenntnisse und anwendbare Problemlösefähigkeiten. Insbesondere letztere werden in typischen Lehrveranstaltungen der Physik nur implizit gelehrt und selten explizit eingefordert. Der Beitrag reflektiert aktuelle Modelle des Problemlöseprozesses und versucht, diese Fähigkeiten explizit zu lehren und bei der Bearbeitung von Aufgabenstellungen anzuwenden. Das Modell des Wissenszentrierten Problemlösens (Friege, 2001) strukturiert den Prozess des Problemverstehens, des Aufbaus eines mentalen Models, die Nutzung von Problemschemata bei der Suche nach einem nutzbaren Lösungsansatz und die Reflexion der Lösung. Das ACER-Modell (Wilcox et al., 2013) befasst sich dagegen eher mit der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen der Aktivierung mathematischer Werkzeuge und der Konstruktion eines Modells, von dem aus zu einem lösbaren mathematischen Ausdruck gelangt werden kann. Das vorgestellte Lehrkonzept umfasst eine klassische Vorlesung, die explizit das ACER Modell nutzt um einerseits mathematische Werkzeuge entpackt und andererseits den Studierenden Gelegenheit gibt, Problemschemata anhand ausgearbeiteter Beispielproblemen aufzubauen. In der anschließenden Übung lösen Studierende im Rahmen einer Gruppendiskussion ähnliche Probleme unter Nutzung der Inhalte der Vorlesung.A major issue in the first semester in physics at universities is learning to deal with complex and often mathematically formulated problems. Students here not only lack the physics content knowledge but often also the mathematics as well as problem solving skills needed. In typical physics courses especially the latter skills are often only taught implicitly and rarely explicitly called for. This article reflects on current models concerning problem solving and explores how to explicitly teach and utilize them in lectures and tutorials. The model of knowledge-based problem solving (Friege, 2001) structures the process of understanding the problem text, building a mental model, using problem schemes to find an adequate approach to a solution up to reflecting on that solution. The ACER model (Wilcox et al., 2013) on the other hand describes the mutual dependency between activating the mathematical tools and creating a model to then arrive at a solvable mathematical expression. The presented teaching concept uses a classical lecture to explicitly teach the ACER model and use it to unpack the needed mathematics as well as help the students build problem schemes by working through presented example problems. In the associated tutorials students have to solve similar problems in a group discussion setting using the content presented in the lecture
Rollenspiel zur Rollenklärung – Filmbeispiel und methodisch-didaktische Hinweise zur universitären Professionalisierung für Kooperation in inklusiven Ganztagsschulen
Multiprofessionelle Kooperation wird zunehmend als Thema der universitären Ausbildungsphase verhandelt. Gleichzeitig stellen Rollenklärungsprozesse eine zentrale Herausforderung dar. Für den Einsatz in der Lehre wurde ein Rollenspiel-Film entwickelt, der Rollenklärungsprozesse thematisiert und die Studierenden zum Austausch darüber einlädt. Schließlich sollen Reflexionsprozesse hinsichtlich der eigenen Professionalisierung für Kooperation in inklusiven Ganztagschulen angeregt werden, um die Entwicklung kooperativer Kompetenzen zu begünstigen.Multi-professional cooperation is increasingly being discussed as a topic of the university education phase. At the same time, role clarification processes are a key challenge. A role-playing film has been developed for usein university teaching, which focuses on role-clarification processes and invites students to exchange views on them. Finally, reflection processes regarding their own professionalisation for cooperation in inclusive All-Day Schools should be encouraged in order to foster the development of cooperative competences
Challenges in Developing Subject-specific Research Projects
Ein wesentliches Element bei der Entwicklung eines professionellen Lehrerhandelns stellt im Rahmen des Praxissemesters die Verankerung des Forschenden Lernens dar (LK, 2011). Das professionelle Handeln beinhaltet hier die Fähigkeit zur Diagnostik, Reflexion des eigenen Handelns und Entwicklung theoriegeleiteter, auf praktischen Erfahrungen basierender Fragestellungen, die durch das Forschende Lernen im Praxissemester geschult werden sollen. Für das Fach Sachunterricht ergeben sich bei der Umsetzung des Forschenden Lernens im Rahmen des Praxissemesters wie für andere Fächer fachspezifische Herausforderungen. Ziel sollte es sein, dass Studierende fachdidaktische Schlüsselprobleme identifizieren können, die im Forschungsprojekt später gewinnbringend untersucht und reflektiert werden können. Ein essenzielles Gelingenskriterium ist dabei das Finden einer geeigneten Forschungsfrage. Im Folgenden werden unter Rückgriff auf das Verständnis von Forschendem Lernen im Praxissemester Sachunterricht, auf den „Qualitätsrahmen Lehrerbildung Sachunterricht“ sowie auf das sachunterrichtliche Fachverständnis Kriterien einer guten Forschungsfrage für den Sachunterricht abgeleitet und in einer Checkliste zusammengetragen. Es werden Kriterien definiert, die bei der Formulierung einer Forschungsfrage im Sachunterricht für das Studienprojekt im Praxissemester berücksichtigt werden sollten und die zeigen, welchen Herausforderungen sich Studierende und Lehrende stellen müssen.Within the model of the “Praxissemester” [practical semester] at Bielefeld University, explorative learning is included as a basic element for the development of a teaching profession. Professional action involves the ability of diagnostic analysis, reflection on personal growth, and the development of questions through theory as well as practical experiences. Explorative learning during the “Praxissemester” aims at improving these skills. For the subject “Sachunterricht” [lower social and scientific studies] specific challenges result from the implementation of explorative learning. How these challenges are met in the respective context of a seminar is of major importance, since it plays an essential role in the ability of students to identify didactical key problems that can be analysed and evaluated in research projects. A crucial element here is the finding of a suitable research question. Subsequently, criteria of valuable research questions are developed and collated in a check list. Furthermore, challenges and problems of suitable research questions are discussed and an approach on how to deal with these challenges in the context of a supporting seminar is presented
Considerations Regarding the Function of Study Projects in the Subject History on the Basis of Empirical Findings: Überlegungen zur Funktion von Studienprojekten im Fach Geschichte anhand empirischer Befunde
Dieser Aufsatz bedient sich vorliegender Befunde aus einem seit 2016 laufenden Forschungsprojekt in der Geschichtsdidaktik Bielefeld, in dem die Entwicklung domänenspezifischer Kompetenzen für das Fach Geschichte untersucht wird. Dabei werden narrative und hermeneutische Kompetenzen – als zentrale Kernkompetenzen angehender Geschichtslehrer gesehen – mithilfe von Testbögen im Zuge eines Pre-Post-Follow up-Verfahrens in lehramtsbezogenen und auf das Praxissemester gerichteten Veranstaltungen getestet. Die Didaktik stellt sich die Frage, wie weit besagte Kompetenzen bereits bis zum Masterstudium ausgebildet sind und inwiefern sie sich durch den praktischen Teil der universitären Ausbildung entwickeln? Können die vor-, nachbereitenden und begleitenden Veranstaltungen und das Praxissemester selbst diese fördern und welche Inhalte stellen geeignete Interventionen dar? Zur Beantwortung der Frage, ob Studienprojekte als Kernelement Forschenden Lernens im Praxissemester eine solche Intervention darstellen könnten, werden neben der Vorstellung relevanter Aspekte des Forschungsdesigns und -instruments bisherige Befunde herangezogen und diskutiert sowie mögliche Konsequenzen aus den Erkenntnissen generiert.This article uses available findings from a research project in the didactics of history in Bielefeld running since 2016, in which the development of domain-specific competencies of student teachers in the subject history are evaluated. In the process, narrative and hermeneutic competencies – seen as main competencies of prospective history teachers – are tested in seminars, designed for preparing the students for their practical semester in school, by a PRE-POST-FOLLOW UP-method with test sheets. Leading question within the didactics is the level of said competencies after nearly completing a master’s degree and in how far they are developed through the practical phases in the academic education. Can they be promoted by the preparing and accompanying seminars and the practical semester itself? Which content provides suitable interventions? In response to the question, whether study projects – seen as main element of research-based learning in the practical semester – can present such an intervention, previous findings will be used and discussed after presenting some therefore relevant aspects of design and instrument of the research project. Furthermore, possible consequences will be generated from the results.