Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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How can teacher education concepts made visible and usable? Editorial from the HLZ 2018
oai:biejournals.de:article/2382Wie können wir Konzepte und didaktische Ansätze aus der Lehrer_innenbildung sicht- und nutzbar machen? Im Editorial zur ersten Ausgabe der HLZ werfen wir einen Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte und spezifische Ausrichtung der Zeitschrift, geben einen Überblick der in diesem Jahresheft publizierten Beiträge und schließen mit einem Ein- und Ausblick in aktuelle Entwicklungen.How can teacher education concepts made visible and usable? The present editorial from the first edition of the HLZ looks back on how the HLZ was conceptualized and founded in 2017, gives an overview of published articles and concludes with some insights into current developments
Interdisciplinary Anchoring of Research-based Learning in Teacher Education: Verankerung im Rahmen eines Kompetenzentwicklungsportfolios
Der Beitrag berichtet über ein Konzept zur Implementierung forschenden Lernens in der Ausbildung von angehenden Lehrkräften an berufsbildenden Schulen im Rahmen eines Kompetenzentwicklungsportfolios. Das Portfoliokonzept wird regelhaft im Bachelor und Master eingesetzt und verbindet beide Studienabschnitte miteinander. Es zielt auf die Beförderung der (Selbst-) Reflexionsfähigkeit ab und widmet sich in Teilen explizit dem forschenden Lernen. So werden in einem Bachelormodul die Studierenden systematisch darin unterstützt, eigene Forschungsskizzen zu erstellen, diese zu begründen und zur Diskussion zu stellen. Im Master wird in einem Praxismodul konkret an diese Forschungsskizzen angeknüpft. Hier entwickeln und erproben die Studierenden konkrete Erhebungsinstrumente und Auswertungsverfahren. Die in beiden Modulen gewonnenen Einsichten fließen wiederum in die Planung und Durchführung einer empirischen Masterarbeit ein. Das Kompetenzentwicklungsportfolio dient dabei der Institutionalisierung und Verstetigung von Reflexionsanlässen über die verschiedenen Module, sodass eine kontinuierliche (Weiter-)Entwicklung der (Selbst-)Reflexionsfähigkeit sichergestellt werden kann. Es begleitet und unterstützt somit die Studierenden beim forschenden Lernen, indem durch das Hinterfragen der eigenen Forschungsaktivitäten eine (selbst-)reflexive Haltung befördert wird.Research-oriented learning as an academic didactic approach is becoming increasingly important in university teacher education, as indicated by the increase in the proportion of research-oriented learning in the study program proposed by the KMK (see Weyland & Busch, 2009, pp. 1ff.). For example, research-oriented learning fosters gaining specialist knowledge and promotes an inquisitive-reflexive attitude, and key competences such as creativity, perseverance, and social competence (see Bastian et al., 2006, pp. 155f.). In order to enable a successful implementation, research-oriented learning in studies needs to be supported by organizational, curricular and personnel measures (see Weyland & Busch, 2009, p. 1). This paper reports on a concept for implementing researchoriented learning in the education of prospective teachers in vocational schools through a competency development portfolio. The po rtfolio is regularly used during Bachelor and Master Studies and combines both study sections. It aims at the promotion of (self-)reflectivity and is dedicated in part to research-oriented learning. In a Bachelor module, for example, students are systemati cally supported in creating their own research sketches, justifying them and putting them up for discussion. These research sketches include the formulation of research questions and hypotheses, the selection of a survey tool, the selection of a sample, and the development of the study design and work plan. In the Master, a practice module ties in with these research sketches. Here, the students develop and test concrete survey instruments and evaluation methods. The insights gained in both modules in turn feed into the planning and execution of an empirical master thesis. The article shows how across the two phases of the study an inquisitive -reflexive attitude among prospective teachers can be fostered
Inquiry-based Learning in Pre-Service Physical-EducationTeacher Education during Student Teaching: Evaluation of Students’ Inquiry-based Projects in Physical Education and Didactic Consequences
In der Ausbildungsregion Münster realisieren die Studierenden im Praxissemester drei Studienprojekte. Laut Orientierungsrahmen (Steuergruppe, 2014, S. 8) sollen sie Studierenden ermöglichen, „eigene Fragestellungen im Sinne des Forschenden Lernens zu entwickeln und ihnen im Rahmen des Praxissemesters eigenständig nachzugehen.“ Studienprojekte dienen der fachlichen, fachdidaktischen und unterrichtsmethodischen Kompetenzerweiterung sowie der professionellen Selbsterkundung der Studierenden. Seit Einführung des Praxissemesters im WS 2014/15 wurden 254 Studienprojekte an der WWU Münster im Fach Sport betreut und durchgeführt. Ziel des Beitrages ist es, diese Projekte genauer in den Blick zu nehmen, um Schlussfolgerungen für vorbereitende Lehrveranstaltungen zu ziehen und diese ggf. weiterentwickeln zu können. Im ersten Teil des Beitrags werden die Studienprojekte hinsichtlich der bearbeiteten Themen und forschungsmethodischen Zugänge ausgewertet und mit dem Rahmenthema des Vorbereitungsseminars verglichen. Zudem wird dargestellt, wie häufig Unterrichtsvorhaben und Studienprojekte miteinander verbunden werden. Auf Grundlage der Übersicht wird im zweiten Teil der Frage nachgegangen, inwiefern Indikatoren für Forschendes Lernen in den Studienprojekten identifiziert werden können. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass Forschendes Lernen über die pragmatische Anwendung von Forschungsmethoden hinausgeht und sich erst in einer tiefgehenden, professionalisierungssensiblen Reflexionsleistung zeigt. Aus der Bilanzierung Forschenden Lernens in Studienprojekten werden Überlegungen zur Weiterentwicklung der vorbereitenden Veranstaltungsformate insbesondere hinsichtlich der Förderung Forschenden Lernens aufgezeigt. At the University of Münster, three inquiry-based projects are required during the pre-service teacher education practicum (cf. Steuergruppe,2014). According to these requirements students are expected to develop their own research questions – an aspect considered substantial in the concept of inquiry-based learning – and to complete their inquiry-based projects during the field practicum. The purpose of these projects is to enhance the students’ competences and professional self-investigation by relating and connecting theory and practice. Since the introduction of the field practicum in teacher education in the winter semester of 2014/15, 254 inquiry-based projects have been mentored at the University of Münster in physical education. The purpose of this study is to analyse these projects to draw conclusions for preparatory classes and to promote inquiry-based learning. In the first part of the article, the inquiry-based projects are analysed with regard to the students’ thematic preferences and research methods. Moreover, these themes are compared to the topics of the preparatory course. In addition, the que stion is addressed as to whether or not the inquiry-based projects are connected to the students’ own teaching projects. In the second part of the paper, the author attempts to identify the presence and type of indicators of inquiry-based learning in the students’ projects. The basic hypothesis is that inquiry-based learning is more than a pragmatic application of research methods and that it shows a profound and sensitive reflection on the learning experiences. The evaluation of inquiry-based learning as reflected in these projects is intended to enrich and improve preparatory classes, inquiry-based learning arrangements and finally the students’ appreciation of inquiry-based learning in physical-education teacher education
From Research-Based Learning to Project-Based Learning: Implementation in the Master’s Program of Business Education at the University of Graz
Forschendes Lernen ist aktuell in unterschiedlichen LehrLern-Kontexten en vogue, seine Bedeutung und Notwendigkeit nahezu unbestritten. Man findet es sowohl in der universitären Praxis auf allen Ebenen der gestuften Studienstruktur als auch in unterschiedlichen Ausformungen. Dabei können Ansätze des forschungsnahen, forschungsbasierten, forschungsorientierten sowie des forschenden Lernens und des Projektstudiums (z.B. Huber, 2014) von den Lehrenden verfolgt werden. Im Beitrag sollen die unterschiedlichen Herangehensweisen dieser Ausprägungen dargestellt und diskutiert werden, insbesondere, ob diese als aktivierende Lehr-Lern-Methode zu verstehen sind oder ob es sich doch eher um ein durchgehendes didaktisches Konzept im Studium handelt. Im Masterstudium der Wirtschaftspädagogik am Standort Graz ist forschendes Lernen basisbildend. Bei der Integration dieses in die schulpraktische Phase muss aber bedacht werden, dass das Studium der Wirtschaftspädagogik in Österreich kein Lehramtsstudium ist. Damit ist auch kein verpflichtendes Referendariat nach Studienabschluss vorgesehen; das Schulpraktikum ist ins Studium integriert und muss damit mehrere Zielsetzungen erreichen. Forschendes Lernen wird somit über das gesamte Studium integriert und ist, neben dem Schulpraktikum, an unterschiedlichen Stellen im Curriculum verankert. Als Einbegleitung und Unterstützung für die Studierenden wird dabei u.a. eine Lernplattform eingesetzt, welche gemeinsam mit den Wirtschaftspädagogik-Standorten aus Leipzig und Dresden entwickelt respektive weiterentwickelt wurde. Der Beitrag soll zeigen, wie eine Integration von forschendem Lernen (bzw. genauer forschungsnahem Lernen) über das gesamte Studium, beginnend mit dem ersten Semester, über das Schulpraktikum im vierten Semester bis zum Masterseminar im fünften Semester, gelingen kann.The importance of Research-Based Learning is almost undisputed and it has become a central part at all different university levels. A wide variety of different forms of Research-Based Learning can be found in the literature (for example Huber, 2014): Research-Related, Research-Based, Research-Oriented or Project-Based Learning are some examples. In this paper, the different forms will be presented and discussed, in particular, whether they are an activating teaching method or more a continuous didactic concept for the curriculum. ResearchBased Learning is a central element in the master’s program of business education at the University of Graz. A learning platform, which was developed together with the Universities of Leipzig and Dresden, will be used as a support tool for the students. This paper shows a best practice example of the integration of Research-Based Learning in the master curriculum from the 1st to the 5th term
Personality Development before and during the Practical Semester: Profiling Research-based Learning in Educational Science
Schul- und Lehrer_innenbildung erschöpfen sich nicht in Ausbildung, sondern haben auch die Aufgabe der Persönlichkeitsbildung. Hier fragen Lernende und Lehrende nach einem sinnvollen und verantwortlichen Sich ins-Verhältnis-Setzen zu anderen, anderem und sich selbst. Diese Fragestellung und die durch sie provozierte Diskussion können auch bei der Vorbereitung und Begleitung der Projekte zum Forschenden Lernen relevant werden, wenn dieses in seiner Bildungsrelevanz anhand ausgewählter Texte herausgeste llt und diskutiert wird. Auf dieser Grundlage können Studierende die Bildungsrelevanz ihres geplanten Forschungsprojekts prüfen und erfahren, dass Forschendes Lernen mehr sein kann als die Internalisierung und Erprobung empirischer Forschungsmethoden. Die Vorbereitung der Praxisprojekte kann durch eine bildungstheoretische Fundierung erfolgen, indem z.B. nach einer sinnvollen Ausrichtung von Bildung, Erziehung und Lehr-Lern-Interaktion gefragt wird. So kann z.B. in konkreten Projekten untersucht werden, was ein gelungenes Classroom-Management ausmacht, wie Lehrende ihren Erziehungsauftrag verstehen oder wo Schüler_innen ein bewusst selbsttätiges Lernen erleben und reflektieren. Schließlich können die angehenden Lehrer_innen sich anhand ihrer Projekte selbst fragen, inwiefern sie eine kritisch wertende Haltung zu schulischen Realitätserfahrungen ausbilden und fortgesetzt überprüfen. Praxissemester-Projekte sollten dann nicht nur produkt-, sondern auch prozessorientiert betrachtet werden, wobei stets mit Rückschlägen und Ungewissheiten zu rechnen ist. Darum sollten Hochschullehrende eine ermutigende, aber auch irritierende Begleitung angehender Lehrer_innen als unentbehrlich anerkennen, um Lerngelegenheiten zu provozieren und bei der dadurch bedingten Um- und Neuorientierung anhand fortgesetzter Forschungserfahrungen der Studierenden Hilfestellung zu bieten.Pupils’ and teachers’ education is more than training. It should be focused on personality development which can be accentuated as positioning oneself reasonably and responsibly to others, to the other one and to oneself. This can be discussed regarding the preparation and mentoring before and during the practical semester, especially the students’ projects of research-based learning carried out during the practical semester. These projects can be planned and examined by asking how they are suitable to improve the students’ personal development. For this purpose students interpret specialised literature concerning the aims and methods of research-based learning to find out that research-based learning is more than collecting data by empirical methods. Preparing the practical semester in this way, fundamental terms of education and educational theory like teaching or learning can be shaped to prove the educational value of each project. On this basis for example projects can be planned to find and use criteria to establish a successful classroom management, to ask teachers for their concept of education, or to find out how pupils reflect their learning processes. Student teacher candidates can also prove how their projects improve their own critical position towards school reality. Therefore projects should not only be regarded product-, but also process-oriented, taking into account the possibility of crisis situations and uncertainty. University teachers should support their students by encouragement as well as irritation to provoke learning experiences throughout students’ process of constant relearning
“This Is within the Bounds” - The Knowledge of University Teachers from Subject-related Didactics about the Appropriateness of Student Research during School Practicums
Universitären Lernbegleitern im Praxissemester wird eine hohe Bedeutung in der Begleitung der Studierenden bei der Umsetzung Forschenden Lernens zugeschrieben, ohne dass diese bislang selbst aber im Fokus empirischer Untersuchungen stehen. Mit einem Fokus auf die Verknüpfung von Theorie und Praxis im Praxissemester wurde eine Gruppendiskussion unter universitären Lehrenden unterschiedlicher Fachdidaktiken durchgeführt. Mittels der dokumentarischen Methode werden das Verständnis und das Verhältnis von Theorie, Praxis und Forschung bezüglich studentischer Forschungsprojekte im Praxissemester rekonstruiert. In der Rekonstruktion eines Orientierungsrahmens lässt sich ein Primat der Praxis als konjunktives Wissen über die Angemessenheit dieser Forschungsprojekte der Studierenden nachzeichnen. Die Relevanz von Theorie und Forschung im Praxissemester wird aus der Perspektive der Lehrenden nur durch eine Instrumentalisierbarkeit für eine diffus bleibende Unterrichtspraxis gegeben. Forschendes Lernen wird in die Nähe wissenschaftlicher, nicht für Praxis instrumentalisierbarer, Forschung gerückt und damit als ungeeignet für das Ausbildungsziel des Praxissemesters bestimmt.This article presents a process-based model for mentoring, focusing on research-based learning in teacher training during school practicums. The model responds to the individual learning process of the student and considers various mentors at school and university, taking into account their respective fields of expertise. The involvement of several mentors in the counselling process was adopted with the aim of encouraging students to continuously reflect on their research projects and research activities as well as to further develop their research competence. This paper examines ways of mentoring students during their research activities; different coaching techniques are presented and illustrated using an example from higher education practice. 
Interdisciplinary Thinking as Object and Means for Reflexivity in the Academic Education of Prospective Teachers: Das Kooperationsprojekt „Forschendes Lernen im Praxissemester ─ interdisziplinär" (FLIP-I)
Im Praxissemester-Modell der Universität zu Köln werden alle Lehramtsstudierenden regulär zu Beginn ihres Masterstudiums in drei ihrer Studienfächer bzw. Förderschwerpunkte auf das Praxissemester vorbereitet. Die betreffenden Seminare sind inhaltlich unabhängig voneinander aus Perspektive der betreffenden Disziplinen heraus konzipiert. Im Praxissemester selbst führen die Studierenden dann nur in einem Fach, der so genannten Profilgruppe, ein universitärbegleitetes Studienprojekt durch und müssen sich also z.B. zwischen ihrem Förderschwerpunkt und ihrem Fach entscheiden. Vor dem Hintergrund von Inklusion und der im Kontext aufgeworfenen Forschungsdesiderata entwickeln, erproben und erforschen wir (Falkenstörfer, Keeley & Zepter) derzeit ein neues Studienprojekt-Format. Im WS 2016/2017 startete das Kooperationsprojekt zwischen dem Fach Deutsch und dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung mit einem ersten Piloten. In dem neuen Format erarbeiten die Studierenden in einer „Zwei-Disziplinen-Profilgruppe“ ein interdisziplinäres Studienprojekt. Ein konzeptionelles Prinzip bildet die ausschließlich gemeinsame Betreuung: Alle Betreuungskomponenten werden von zwei Dozentinnen, jeweils eine aus den beiden Disziplinen, zusammen ausgerichtet. Das Projekt stellt auch an sich ein interdisziplinäres Forschungsprojekt dar, das bei den zwei Forschungsfragen ansetzt, wie (a) Theorien und empirische Erkenntnisse aus Fach und Förderschwerpunkt zueinander in Bezug gesetzt werden können und wie sich (b) interdisziplinäres Denken im Rahmen der „Zwei-Disziplinen-Profilgruppe“ entfalten kann. Ziel ist es, den Studierenden die forschungsbezogene Kooperation der beiden Disziplinen und derart interdisziplinäres Denken exemplarisch bzw. unterstützend aufzuzeigen, um sie dazu zu befähigen, unterrichtsbezogene Fragestellungen (disziplinenübergreifend) metatheoretisch reflektiert bzw. wo nötig interdisziplinär zu bearbeiten. Unsere These ist dabei, dass interdisziplinäres Denken zugleich ein Ziel und ein Mittel für Reflexivität in der Lehrer*innenbildung konstituiert.It is a key component of the internship-model of the University of Cologne that at the beginning of any teaching degree master program, all students get prepared in three of their subjects of study in parallel seminars planned separately by each discipline. During the internship, the students work on a research assignment in only one discipline, the so-called “Zwei-Disziplinen-Profilgruppe” [“two disciplines profile group”]. Taking into account the topic of inclusion and corresponding research demands, we are currently developing a new format of the assignment in a cooperation between the disciplines “German Studies” and “Education and Rehabilitation of Students with (Profound) Intellectual and Multiple Disabilities.” In the new format, implemented since fall semester 2016/17, the students plan and undertake an interdisciplinary research assignment in a "Zwei-Disziplinen-Profilgruppe” (group consisting of members from two disciplines). A key principle of the supervision is team teaching: all components are conducted by two instructors, one of each discipline. The cooperation is in itself an interdisciplinary research project, with the focus on two research questions: (a) how theories and empirical findings of the two disciplines can be brought together and related to one another; and (b) how interdisciplinary thinking can be developed in the context of the "Zwei-Disziplinen-Profilgruppe”. The aim is to ex emplarily introduce the students to the research cooperation in order to enable them to work on teaching-related questions in an interdisciplinary and theoretically reflected approach. In this respect, our claim is that interdisciplinary thinking is at the same time object of and means for reflexivity in the academic education of prospective teachers
Formulating Error-type Based Corrective Feedback: Potentials of the Feedback Function in E-Learning Exercises for Future Teachers in the Foreign Languages English and Latin
Eine hohe Instruktionsqualität ist ein wichtiger Gelingensfaktor erfolgreichen Unterrichtens. In der konzipierten Seminareinheit üben die Studierenden die Fähigkeit ein, nicht nur Aufgabenstellungen, sondern auch fehlerspezifisches Feedback korrekt und verständlich zu formulieren. Die anglistische Fachdidaktik hat eine ausgefeilte Didaktik des korrigierenden Feedbacks (corrective feedback) entwickelt und die Wirkung einzelner Feedback-Formen empirisch untersucht. Als besonders wirkungsvoll erweist sich der metasprachliche Kommentar. Dieser stellt jedoch die höchsten sprachreflexiven Anforderungen an die zukünftigen LehramtskandidatInnen, da nicht nur der Gegenstand der jeweiligen Übung grammatikalisch korrekt zu beschreiben ist, sondern die metasprachliche Erklärung an den Lernenden orientiert und auf die jeweilige Fehlerursache bezogen werden muss. Nun lässt sich die Feedback-Form des metasprachlichen Kommentars hervorragend in E-Learning-Umgebungen implementieren. Die E-Learning-Plattform Moodle bietet eine Funktion zur Erstellung von E-Learning-Tests, mit der die Eingabe fehlerspezifischen Feedbacks möglich ist. Die Studierenden versuchen in einem ersten Schritt, eine Übungsaufgabe klar und korrekt zu formulieren, antizipieren in einem zweiten Schritt mögliche Fehler der SchülerInnen und formulieren drittens ein auf die jeweiligen Fehler bezogenes Feedback. Im letzten Schritt erstellen sie auf dieser Basis eine Moodle-Übung mit fehlerspezifischer Feedback-Funktion. Die fertigen E-Learning-Übungen werden durch die KommilitonInnen online getestet und dabei hinsichtlich Sprache und Struktur optimiert. Die Online-Übungen können die Basis verschiedener Studienprojekte werden. So kann die Wirksamkeit verschiedener Feedback-Formen und -Formulierungen vergleichend untersucht werden. Eine Gegenüberstellung mit konventionellen Übungen kann Potentiale und Grenzen von E-Learning-Aufgaben explorieren.High quality instructions are a crucial part of successful teaching. In the conceptualised seminar units, the future teachers improve their skills of precisely formulating tasks and error-type based corrective feedback that is relevant to the recipients. English Foreign Language Teaching has developed a set of corrective feedback types and studied their effect empirically. According to Lyster and Rana (1997), especially the metalinguistic comment is received well by learners in different settings. However, it is the type of feedback that demands the highest language skills from future teachers. The grammar of the task needs to be identified and named correctly and the metalinguistic explanation has to be learner-oriented as well as related to the cause of the error that has been made. The metalinguistic comment is one type of feedback that can easily be implemented into an e-learning environment. The e-learning platform Moodle offers the opportunity to create e-learning tests that can be supported by added feedback based on the type of error. The future teachers first try to phrase a task correctly, then anticipate potential mistakes from learners and formulate feedback that relates to these mistakes. Finally, they create the conceptualised task and feedback on Moodle. These tasks are then evaluated and optimised online by their fellow future teachers. The online tasks can be the basis of various research projects. For example, the effectiveness of different types of feedback can be compared and analysed. A comparison with conventional tasks could explore potentials and limits of e-learning tasks
CLIL in Germany and Europe: Overview of the current state of research
Bilingualer Unterricht (im europäischen Kontext ‚Content and Language Integrated Learning‘, kurz: CLIL) ist seit Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Schullandschaft. Evaluiert wurden diese Programme anfangs jedoch selten und nur mit geringen Stichprobenumfängen sowie mittels zweifelhafter Designs, sodass Ergebnisse schwer verallgemeinert werden konnten. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die bisherige Forschung zu CLIL und zeigt Forschungslücken auf, die bisher selten beachtet wurden. So ergibt der Studienreview seit 2000 überwiegend positive Forschungsergebnisse in Bezug auf die sprachlichen Kompetenzen der Schüler und auch inhaltlich wird selten von Einbußen berichtet. Bei einer genaueren Betrachtung der bisherigen Studien wird deutlich, dass sehr oft an vorselektierten Stichproben geforscht wurde – dieser Umstand basierte auf der Tatsache, dass in traditionellen bilingualen Programmen Schülerinnen und Schüler gezielt nach Noten und Motivation für bilinguale Klassen ausgesucht wurden, was den Vergleich mit regulär beschulten Kontrollgruppen invalide machte. Dementsprechend wenig ist bisher über die Wirkung von CLIL auf reguläre, heterogene Klassen bekannt. Weitere Ergebnisse zeigeneinerseits, dass Lehrer wie auch Eltern von dem Unterrichtskonzept überzeugt sind, andererseits aber große Unsicherheit besteht, was die ‚korrekte‘ Erteilung von CLIL-Unterricht angeht. Es deutet sich an, dass weitere Evaluationen von allen bilingualen Unterrichtsformen in gut durchdachten Forschungssettings durchgeführt werden müssen, darüber hinaus aber auch vermehrt Schritte in der Lehrerausbildung unternommen werden müssen, um bilingualen Unterricht für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte noch effektiver zu gestalten.Bilingual Teaching (in the European context ‘Content and Language Integrated Learning‘, short: CLIL) has been an inherent part of the German school system for years. However, these programmes were rarely evaluated and if so, only with small sample sizes and by means of critical study designs that did not allow generalisations. This article gives an overview of the research so far and emphasises shortcomings and potential for further research. The study review from the year 2000 onwards reports mainly positive results regarding students’ language and subject-content competencies. If looking closely at the samples, it becomes apparent that CLIL-students compared to control groups were often in highly selected classes due to the nature of selecting students with excellent grades and high motivation for these programmes. Because of these invalid comparisons, potential effects of CLIL on a heterogeneous student group are unknown. A different area of research shows that teachers are still uncertain about how the concept is taught correctly, which is due to lacking pre- and inservice advanced education. Further evaluations of CLIL practice in well thought out settings have to take place and additionally, practical implementations for teacher education have to be established in order to keep CLIL a successful teaching concept with benefits for all participants
Study Projects in the Practical Semester as a Contribution to the Professionalisation of P.E. Students?!
Im Praxissemester haben Studierende die Chance, das an der Universität Gelernte mit der Praxis in der Schule zu verknüpfen, um diese gezielt hinterfragen und letztlich (besser) verstehen zu können. Hierdurch rückt die Fähigkeit angehender Lehrkräfte, das eigene pädagogische Handeln zu reflektieren, vermehrt in den Fokus der Lehrer_innenprofessionalisierung. Zur Anbahnung einer so verstandenen Ausbildung hat sich als hochschuldidaktisches Konzept das Forschende Lernen etabliert, das sich u. a. in Studienprojekten konkretisieren lässt. Empirische Befunde machen deutlich, dass die hierin geforderte reflexiv-forschende Auseinandersetzung mit dem (eigenen) Handeln im Praxisfeld Schule bei Studierenden allerdings nur geringe Akzeptanz erfährt. In der Durchführung von Studienprojekten zeigt sich ihnen nicht unbedingt ein Sinn. Unter bestimmten Bedingungen – auch das zeigen die Forschungsergebnisse – kann diese Sinnhaftigkeit jedoch hergestellt werden. Der Beitrag zeigt ausgehend von diesen Befunden Möglichkeiten auf, wie unter den formulierten Bedingungen für die Studierenden sinnstiftende Professionsgehalte entwickelt werden können.In the practical semester, students have the chance to combine the learning acquired at university with the school practice; as a result they’re able to question it and ultimately understand it better. Training teachers reflecting on their own educational actions is therefore increasingly becoming central to teacher professionalisation. In order to initiate this kind of education, research-based learning has become established as a didactic concept, concretized in study projects. Empirical results clearly show that this hereby demanded reflexive-exploratory examination and the actual practice of it among students at school has only received little acceptance. In the implementation of these study projects, they don’t necessarily make sense to them; however under certain conditions – as the research results show – it can be made to make sense. Based on these results, the article shows how meaningful tutorial content can be developed for the students, so long as it’s under the conditions formulated