Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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Maps for Sustainable Development in Teacher Education: A Digital Learning Unit (OER) to Promote Critical Analysis Skills
Häufig werden nachhaltige und auch nicht nachhaltige Entwicklungen durch Karten dargestellt. Allerdings sind Karten nie objektiv, sondern werden in gesellschaftlichen Diskursen eingesetzt, um eine bestimmte Perspektive sichtbar zu machen. Da Nachhaltigkeitsdiskurse durch eine hohe Kontroversität geprägt sind, ist eine kritische Kartenanalysekompetenz notwendig, um die in großem Umfang verbreiteten Nachhaltigkeitskarten anhand von Kriterien bewerten zu können. Damit Lehrkräfte der Fächer Geografie, Geschichte und Sozialwissenschaften in ihrem späteren Berufsleben kritische Kartenkompetenzen im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung an ihre Schüler*innen vermitteln können, müssen sie während ihres Studiums selbst diese Kompetenzen erwerben und anwenden lernen. Daher wurde eine digitale Lerneinheit zum Thema „Kritische Analyse von Karten zur nachhaltigen Entwicklung“ für die Lehrer*innenbildung konzipiert, im Kontext des Geografiestudiums evaluiert und als Open Educational Resource (OER) veröffentlicht.Im vorliegenden Beitrag wird diese Lerneinheit vorgestellt und in das Konzept einer kritischen Kartografie und deren Didaktik eingebettet. Anschließend werden die Ergebnisse der Evaluation präsentiert.Unsustainable developments are often represented using maps. However, maps are not objective media, but are used in social discourse to shape the formation of opinions. Since sustainability discourses are characterized by a particularly high level of controversy, critical map analysis skills are necessary to evaluate the widely used sustainability maps according to scientific criteria. In order for teachers of geography, history and social sciences to be able to impart critical map skills to their students in the context of education for sustainable development in their later professional lives, they must acquire and learn to apply these skills during their studies. Therefore, a digital learning unit on the topic of “Critical Analysis of Sustainable Development Maps” was designed, evaluated and published for teacher training.In this article, this learning unit is presented and embedded in the concept of critical cartography. The results of the evaluation are then presented
Promoting the Multi-Perspective Professional Vision of Classroom Management and Instructional Support in Primary Science Education: A Video-Based Virtual Learning Environment for Teacher Education
Im naturwissenschaftlichen Sachunterricht lassen sich lernförderliche und -hinderliche Wechselwirkungen zwischen den Qualitätsdimensionen der Klassenführung und der Lernunterstützung beobachten. Der Umgang mit diesen Wechselwirkungen erfordert entsprechendes Professionswissen und die Fähigkeit, diese Wechselwirkungen im Unterricht wahrzunehmen. Daher wurde im Projekt ProdiviS ein digitales, videobasiertes Lernmodul entwickelt und evaluiert, welches die mehrperspektivische professionelle Wahrnehmung von Wechselwirkungen zwischen Klassenführung und Lernunterstützung im naturwissenschaftlichen Sachunterricht fördern soll. Das Potenzial eines digitalen Lernformats wird in der Einbindung von Unterrichtsvideos, der Bereitstellung individueller Unterstützungstools und der Bearbeitung im individuellen Lerntempo gesehen. Dadurch soll eine situierte und adaptive Förderung der mehrperspektivischen professionellen Wahrnehmung ermöglicht werden. Im vorliegenden Beitrag wird das Lernmodul vorgestellt. Aufbauend auf einer konzeptuellen Aufarbeitung der Wechselwirkungen zwischen der Klassenführung und der Lernunterstützung werden die Ziele sowie die inhaltliche und didaktische Konzeption des Lernmoduls beschrieben. Zudem wird eine Evaluation mit Studierenden dargestellt.In primary science education, classroom management and instructional support as two dimensions of teaching quality may interact in a way that promote or hinder learning. Dealing with these interactions requires teachers to have professional knowledge as well as to perceive and interpret these interactions in the classroom. Therefore, a video-based virtual learning environment (VLE) was developed and evaluated in the project ProdiviS. The VLE aims to promote the multi-perspective professional vision of interactions between classroom management and instructional support in primary science education. The potential of a digital learning format is seen in the integration of classroom videos, the provision of individual support tools, and processing at the individual learning pace. This should enable a situated and adaptive promotion of multi-perspective professional vision.In this paper, we present the VLE. Based on a conceptual review of the interac-tions between classroom management and instructional support, we describe the goals as well as the content and didactic design of the VLE. In addition, we report an evaluation with students.
In this paper, we present the VLE. Based on a conceptual review of the interactions between classroom management and instructional support, we describe the goals as well as the content and didactic design of the VLE. In addition, we report an evaluation with students
Raising awareness of multilingualism as a resource in subject-specific language learning: How a Didactic Principle Can Be Experienced in the Oppor- tunity to Learn “Animal Initial Letters (Animalische Anfangsbuchstaben)”
In der Lernaufgabe „Animalische Anfangsbuchstaben“ liegt der thematische Fokus auf der Relevanz mehrsprachiger Ressourcen der Schüler*innen für fachsprachliches Lernen im Unterricht an Grund- und Oberschulen. Das Ziel ist es, durch die Arbeit mit einem Videoausschnitt einer Gameshow Vorwissen und Erfahrungen der Studierenden zum Thema Umgang mit Mehrsprachigkeit zu aktivieren. Im Vordergrund der Lernaufgabe stehen Themengebiete, die sich hauptsächlich in den Dimensionen Mehrsprachigkeit und Didaktik des DaZKom-Strukturmodells (Ohm, 2018) verorten lassen. Schrittweise sollen durch den Transfer der Szene in den Schulkontext Handlungsentwürfe erarbeitet werden, die gemeinsam in Bezug auf die Theorie im Seminar diskutiert werden. Die Studierenden bekommen dabei die Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Einbezug mehrsprachiger Ressourcen einfließen zu lassen,darüber hinaus dieses Verständnis durch die Arbeit mit u.a. theoretischen Ansätzen zur Zweitsprachaneignung und didaktischen Prinzipien zum Einbezug des gesamten Sprachrepertoires beim Lernen auszubauen und eine für sie ggf. neue Haltung probeweise anzunehmen und auszutesten.In the task “Animal Initial Letters”, the thematic focus is on the relevance of students’ multilingual resources for subject-specific language learning in primary and also secondary schools. The aim is to activate and discuss the pre-service teacher’s prior knowledge and experiences on the topic of multilingualism by working with a video of a game show. The focus is on topics that can mainly be located in the dimensions of “multilingualism” and “didactics” of the DaZKom structural model (Ohm, 2018). Step by step, by transferring the scene into the school context, drafts for action are to be developed, which will be discussed in relation to the theory. The students will have the opportunity to incorporate their own experiences on the topic of the inclusion of multilingual resources, to expand this understanding by working with theoretical approaches to second language acquisition and didactic principles for the inclusion of the entire language repertoire in learning, and to adopt and test out an attitude that may be new to them
The DaZKom Structure Model 2023.: Modelling Competence for Multilingual- and Register-Sensitive Linguistic Expansion in Content Teaching
Das DaZKom-Strukturmodell zur Beschreibung der Kompetenz von (angehenden) Lehrpersonen aller Schulfächer im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) wurde seit 2009 in den Projekten DaZKom, DaZKom-Video und DaZKom-Transfer erarbeitet, kritisch reflektiert und weiterentwickelt. Es modelliert die Lehrkompetenz anhand der drei Dimensionen Fachregister, Mehrsprachigkeit und Didaktik, die in Subdimensionen und Facetten ausdifferenziert sind. Die Dimension Fachregister legt den Fokus auf die Funktion von Sprache beim Fachlernen. Für Fachlernen ist der systematische Ausbau der sprachlichen Fähigkeiten in fachlich-formelle Register, die sich an schriftkultureller Praxis orientierten, konstitutiv. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dieser Sprachausbau den funktionalen Einbezug weiterer semiotischer Ressourcen impliziert. Die Dimension Mehrsprachigkeit fokussiert die unter mehrsprachigen Bedingungen ablaufenden Lernprozesse im Fachunterricht. Die von der Schule zu leistende Sprachentwicklung in fachlich-formelle Register des Deutschen ist Teil einer gesamtsprachlichen Entwicklung, die den Ausbau der Registerflexibilität aller Schüler*innen zum Ziel haben muss. Die Dimension Didaktik stellt die fachlich-funktionale Sprachbildung auf Basis einer formativen Diagnose dar. Die theoretischen Grundlagen liegen in einer soziokulturellen Theorie des Lernens mit den Konzepten der Zone der nächsten Entwicklung (ZPD), der Internalisierung und der Mediierung sowie in einer sozialen Theorie von Sprache mit ihrer funktionalen Metasprache und dem Fokus auf genre-spezifischer funktionaler Angemessenheit. The DaZKom model describes (pre-service) teachers’ competence in the field of German as a second language (GSL). It has been developed since 2009 during the project DaZKom. Since that time, it has been critically reflected upon and further developed in the follow-up projects DaZKom-Video and DaZKom-Transfer. It models teaching competence on the basis of the three dimensions subject registers, multilingualism and didactics, which are differentiated into sub-dimensions and facets. The dimension subject registers focuses on languages’ function in subject learning. For that it is essential to systematically develop more formal language registers, which orient towards written cultural practice. This linguistic expansion implies the functional inclusion of further semiotic resources. The dimension multilingualism focuses on the learning processes that take place under multilingual conditions in subject lessons. The development of language in formal German registers, which schools are required to facilitate, is part of an overall linguistic development that aims at the expansion of the register flexibility of all pupils. The dimension didactics represents subject-functional language education based on formative diagnosis. The theoretical foundations lie in a sociocultural theory of learning with the concepts of the zone of proximal development (ZPD), internalization, and mediation, as well as a social theory of language with its functional metalanguage and a focus on genre-specific functional appropriateness.
Promoting Cognitively Activating Conversations in Mathematics Lessons: Insights into the Development and Testing of a Training Program
Der Beitrag stellt ein Trainingsprogramm für Lehramtsstudierende der Grundschule vor, das das Ziel verfolgt, die Teilnehmenden zu einer kognitiv aktivierenden Gesprächsführung im Mathematikunterricht zu befähigen. Eine ebensolche Gesprächsführung wird im Unterricht oft als herausfordernd erlebt, weshalb ein solches Training als wichtiger Ausbildungsinhalt im Lehramtsstudium angesehen wird. Neben Einblicken in die Trainingskonzeption werden erste Ergebnisse aus der Erprobung im Versuch-Kontrollgruppen-Design präsentiert. Zur Auswertung der von den Teilnehmenden im Rahmen einer praktischen Erprobung geplanten Gesprächssequenzen wurde ein hoch inferentes Rating angewendet, mit dem die Qualität der konzipierten Gespräche zu einer gegebenen Mathematikaufgabe beurteilt wurde. Es zeichnet sich ein moderater Trainingseffekt auf der Konzeptebene bei der Versuchsgruppe ab. The article presents a training program for primary students training to become primary teachers, which aims to enable participants to conduct cognitively activating conversations during mathematics lessons. Carrying out this kind of conversation has often been experienced as challenging by students, which is why such a training is regarded as an important part of teacher training programs. The article presents insights into the training concept as well as first results from the testing in an experimental-control group design. In order to assess the quality of conversation sequences planned by the participants as part of a practical trial, a high inference rating was used. There is a moderate training effect at the concept level in the experimental group.
Language-Sensitive Textbook Analysis in the Context of the Scaffolding Approach: A Learning Activity
Dieser Beitrag stellt eine Lerngelegenheit vor, die die diagnostische Kompetenz zukünftiger Lehrkräfte aller Fächer im Sekundarstufenbereich auf der Grundlage von Lehrwerkstextanalysen fördern soll. Konkret werden gemäß des Makro-Scaffolding-Ansatzes (vgl. z.B. Beese et al., 2014; Gibbons, 2015) im Rahmen der Bedarfsanalyse Lehrwerksmaterialien in Bezug auf allgemeine Kriterien der Textqualität sowie im Hinblick auf sprachliche Herausforderungen auf der lexikalisch-semantischen, syntaktischen und textlinguistischen Ebene analysiert. Aufgrund ihrer Bedeutsamkeit in der schulischen Praxis als Medium des Lehrens und Lernens ist der reflektierte Umgang mit Lehrwerken und ein vertieftes Verständnis ihrer sprachlichen Herausforderungen ein wichtiger Aspekt der didaktischen Kompetenz zukünftiger Lehrkräfte. Die im Rahmen des Artikels vorgestellte Lerngelegenheit verfolgt das übergeordnete Ziel, auch Studierende mit geringen linguistischen Vorkenntnissen und in nur begrenzt zur Verfügung stehender Zeit an einen reflektierten Umgang mit Unterrichtsmaterialien (wie Lehrbuchtexte, Aufgabenstellungen etc.) heranzuführen. Die Verortung im DaZKom-Modell liegt daher im Bereich der Didaktik und fokussiert die didaktischen Entscheidungen und somit die Lehr-/Lernprozesse.This article presents a learning task that intends to enhance prospective secondary school teachers’ diagnostic competences on the basis of analyzing respective teaching material. Following Gibbon’s (2015; cf. also Beese et al., 2014) macro-scaffolding approach, teaching material is analyzed focusing on general criteria of text quality as well as considering challenges at the lexico-semantic, syntactic and text-linguistic level. Given their significance as a medium of teaching and learning in actual teaching practice, the knowledge of how to reflectively use textbooks in the classroom and to understand the language challenges related to textbooks is an essential aspect of teachers’ diagnostic competence. This learning task is especially designed for students with only basic linguistic knowledge to help them acquire this reflexive knowledge in a limited amount of time. Within the DazKom model the task reflects the dimension didactics and focuses on pedagogical decision-making processes which are related to teaching and learning processes
Gender-sensitive Physical Education: A Seminar Concept for the Promo-tion of Gender Competence as Part of the Academic Qualification of Physical Education Teachers
Angesichts der Körperzentriertheit im Sportunterricht ist ein geschlechtersensibler Umgang von Sportlehrkräften mit ihren Schüler*innen unerlässlich. Trotz des Anspruchs auf Förderung von Genderkompetenz in der Lehramtsausbildung liegen bislang für die sportwissenschaftliche Lehre diesbezüglich kaum publizierte Konzepte vor. Ausgehend von diesem Desiderat möchte der Beitrag eine Seminarkonzeption zur Förderung genderbezogener Kompetenz im Rahmen der Sportlehrkräftebildung an der Universität Bielefeld vorstellen. Das Lehrkonzept besteht aus drei zusammenhängenden Sitzungen des Seminars „Umgang mit Heterogenität“, die im vorliegenden Beitrag beschrieben und im Hinblick auf das Erreichen der Lehrziele reflektiert werden. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Lehrkonzeption vor allem zur Vermittlung von genderbezogenem Wissen im Kontext von Sport und Sportunterricht geeignet ist.Regarding the focus on the body in physical education, teachers re-quire a gender-sensitive approach towards their students. However, despite the growing demand for promoting gender competence in teacher training, there are few published concepts addressing this issue for sports. Considering this desideratum, the present article proposes a seminar concept addressing the training of physical education teachers at Bielefeld University. The educational concept consists of three interconnected sessions of the seminar “Dealing with Heterogeneity”, which are subsequently described and reflected upon regarding the teaching objectives to be achieved. It was shown that the teaching concept is particularly suitable for conveying gender-related knowledge in the context of sports and physical education
A Relationship of Collegiality and Hierarchy?! Challenges Between Mentors and Pre-service Teachers at Vocational Schools
In dem vorliegenden Beitrag geht es um das Verhältnis von schulischen Mentor*innen und Lehrkräften im Vorbereitungsdienst (LiV) und die Konsequenzen einer möglichen widersprüchlichen Beziehung. Auf Basis eines Unterrichtsnachgespräches zwischen einem Mentor und einer LiV werden in einer sequenziellen Analyse verschiedene Formen der Kritikäußerungen expliziert, die in letzter Konsequenz eine Kritik ohne Kritik evozieren.This article deals with the relationship between school mentors and pre-service teachers and its contradictory nature. Based on a post-lesson discussion between a mentor and a pre-service teacher, a sequential analysis explores various forms of criticism that ultimately evoke criticism without criticism
Learner text analysis as a learning opportunity in the field of language diagnostics
Die im Beitrag fokussierte DaZ-bezogene Lerngelegenheit Lerner*innentextanalyse verbindet die Nutzung linguistischer Beschreibungskategorien mit den Erkenntnissen aus der Zweitspracherwerbsforschung vor allem in Bezug auf die Syntaxentwicklung in der deutschen Sprache (Grießhaber, 2013, 2014, 2019). Die zweitsprachendidaktische Fundierung beruht auf dem Konzept des Scaffolding (Gibbons, 2006; Kniffka, 2010, 2012), in dem die Analyse der sprachlichen Voraussetzungen von Schüler*innen eine Grundlage für die sprachsensible Unterrichtsplanung darstellt. Mit dem Einsatz der Lerngelegenheit wird das Ziel verfolgt, angehende Lehrer*innen bei der Entwicklung diagnostischer Fähigkeiten zur Feststellung lerner*innenspezifischer Sprachentwicklungen zu unterstützen. Im Rahmen der Analyse eines authentischen Lerner*innentextes lernen die Studierenden Ziele und Spezifika des sprachdiagnostischen Verfahrens Profilanalyse kennen und üben, den sprachlichen Stand der Schüler*innen in der deutschen Sprache zu erheben sowie Konsequenzen für die Sprachförderung abzuleiten. Im Anschluss an die Vorstellung der Lerngelegenheit werden im Beitrag die Wahl und Passung linguistischer Beschreibungskategorien zur Durchführung der Lerner*innentextanalyse (Dietze, 2021) sowie die Möglichkeiten der Verzahnung von Diagnostik und Förderung im Sinne des Konzeptes der Zone der nächsten Entwicklung (Vygotskij, 2002) diskutiert.The learning opportunity for learners’ text analysis, which is the focus of this article, combines the use of linguistic description categories with the findings of second language acquisition research, especially with regard to syntax development in German (Grießhaber, 2013, 2014, 2019). The second language didactic foundation is based on the concept of scaffolding (Gibbons, 2006; Kniffka, 2010, 2012), in which the analysis of students’ linguistic prerequisites forms a basis for language-sensitive lesson planning. The aim of this learning opportunity is to support prospective teachers in developing diagnostic skills to identify learner-specific language development. Within the framework of analyzing an authentic learners’ text, the students learn about the goals and specifics of the language diagnostic procedure profile analysis and practice ascertaining the linguistic status of the students in the German language as well as deriving consequences for language support. Following the presentation of the learning opportunity, the article discusses the choice and suitability of linguistic descriptive categories for conducting learner text analyses (Dietze, 2021) as well as the possibilities of dovetailing diagnostics and support in the sense of the concept of the zone of proximal development (Vygotskij, 2002)
Music Education in Near\u27n\u27Peer-Review: A digitally supported university seminar format oriented on the principle of the scientific double-blind review process with a focus on student feedback competence
Wie können sich Studierende mit für musikalische Bildung relevanten gesellschaftlichen Themen in Seminarkontexten vertieft auseinandersetzen und gleichzeitig in ihrer Feedbackkompetenz mit Blick auf ihre spätere Lehrtätigkeit gefördert werden? In dem vorliegenden Beitrag präsentieren wir unser Seminarkonzept „Musikalische Bildung im Near’n’Peer-Review“, das diese Fragen fokussiert. So haben sich im WiSe 2022/23 Lehramtsstudierende des Faches Musik an der Universität Osnabrück mit drei gesellschaftlich aktuell intensiv diskutierten Themen und ihrem Einfluss auf musikalische Bildung auseinandergesetzt: Gendersensibler Musikunterricht; Kulturelle Aneignung und Musikunterricht; Teilhabe im/am Musikunterricht. Im Seminarkonzept, das durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wurde, wird das Prinzip des wissenschaftlichen Double-Blind-Review- Verfahrens in die Seminarstruktur eingebettet: Die Studierenden werden eine Community (Peer), in der sie in Einzelarbeit zu den genannten Themen Essays verfassen und diese im Near’n’Peer-Review-Verfahren gegenseitig reviewen. Die Reviews werden von den Empfänger*innen zusätzlich ebenfalls bewertet. Das so entstehende Ranking zeigt, welche Studierenden besonders hilfreiche Reviews zu den Essays verfasst haben. Zur Evaluation der Veränderungen im Bereich Feedbackkompetenz werden mittels validierter Fragebögen die berufsbezogenen Selbstkonzepte „Beratung“ und „Diagnostik“ (feedback-bezogene Selbstkonzepte) mittels einer Prä-Post-Messung bei n = 13 Lehramtsstudierenden mit dem Unterrichtsfach Musik im Masterstudiengang erhoben. Die Ergebnisse können so interpretiert werden, dass die Studierenden nach dem Seminar zwar kein gesteigertes feedbackbezogenes Selbstkonzept aufweisen, aber ihr Selbstkonzept realistischer geworden ist.How can students deal in depth with social issues relevant to music education in seminar contexts and at the same time develop their feedback skills with a view to their future teaching activities? In this article, we present our seminar concept “Musical Education in Near’n’Peer Review”, which focuses on these questions. In the winter semester 2022/23, student teachers of music at the University of Osnabrück explored three topics that are currently the subject of intense social debate and their influence on music education: Gender-sensitive music lessons; cultural appropriation and music lessons; participation in/at music lessons. In the seminar concept, which was funded by the Niedersächsische Ministry of Science and Culture, the principle of the scientific double-blind review process is embedded in the seminar structure: The students become a community (peer) in which they write individual essays on the topics mentioned and review them in a near’n’peer review process. The reviews are also evaluated by the recipients. The resulting ranking shows which students have written particularly helpful reviews of the essays. To evaluate the changes in the area of feedback competence, the job-related self-concepts ‘counselling’ and ‘diagnostics’ (feedback-related self-concepts) are surveyed using validated questionnaires by means of a pre-post measurement in n = 13 teaching students with music as a teaching subject on the Master’s degree program. The results can be interpreted to mean that although the students did not exhibit an increased feedback-related self-concept after the seminar, their self-concept has become more realistic