Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
Not a member yet
321 research outputs found
Sort by
From a Guiding Principle to a Seminar Concept and Back – Approaches to Reflektierte Handlungsfähigkeit [Ability to Act in a Reflected Way] in an Inclusive and Diversity-Sensitive Pre-Service Teacher Education
Der Artikel stellt zwei Seminarkonzeptionen vor, die im Rahmen des Projekts „Leibniz-Prinzip“ der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ an der Leibniz Universität Hannover entwickelt wurden. Ziel dieser Lehr-Lern-Formate ist die (Weiter-)Entwicklung einer inklusionsorientierten, diversitätssensiblen Haltung, um so einen Beitrag zur Anbahnung einer Reflektierten Handlungsfähigkeit als Leitbild der hannöverschen Lehrer_innenbildung zu leisten. Neben der Darlegung der theoretischen und konzeptionellen Bezüge des Leitbilds und der damit verbundenen professionellen Haltung werden verschiedene Bausteine genannt, die in Lehr-Lern-Formaten im Kontext von Inklusion, Diversität, Intersektionalität und Differenz Berücksichtigung finden sollten. Reflexion nimmt eine zentrale Stellung in der universitären Lehrer_innenbildung ein und bezieht sich zunächst darauf, Reflexionsangebote für Studierende zu schaffen. Doch kann dies ebenso für Lehrende als Anlass dienen, ihre Veranstaltungen retrospektiv einer Analyse hinsichtlich der Reflexionsangebote zu unterziehen. Das EDAMA-Reflexionsmodell diente dazu, die beiden exemplarischen Seminare dahingehend zu untersuchen.In this article, two exemplary seminar concepts are presented. These courses are embedded in the project “Leibniz-Prinzip” [Leibniz Principle] at Leibniz University Hannover, focusing the development of an inclusive and diversitysensitive belief-system, which is basic for the guiding principle Reflektierte Handlungsfähigkeit [Ability to Act in a Reflected Way]. Also other important elements of that principle guideline and the process of professionalization are introduced, which should be taken into consideration for planning pedagogic settings in preservice teacher education. Reflection is a central part of teacher education and should be evoked and supported from the very beginning. The EDAMA model of reflection is used to analyze how lecturers can offer reflective occasions in courses for students
 
Professionalization Opportunities of a Critical-Reflective Seminar on the Subject Educational Justice : Sensibilisierung angehender Lehrkräfte durch die Integration bildungsbiographischer, theoriegestützter und praxisbezogener Reflexionen
Vorstellungen von Bildungsgerechtigkeit, die Lehramtsstudierende mit ins Studium bringen, sind häufig geprägt durch bildungsbiographische Erfahrungen der Studierenden und durch aktuell prominente öffentliche Bildungsgerechtigkeitsdebatten. In der Konsequenz können diese Vorstellungen verkürzt oder sehr fokussiert sein, so dass ein Bewusstsein für die Komplexität gerechtigkeitsbedeutsamer Situationen im Kontext Schule sowie für mögliche gerechtigkeitsrelevante Facetten von (eigenen) Lehrer*innenhandlungen noch geschaffen werden muss. Der Beitrag stellt drei konkrete, in ein Seminar zur Bildungsgerechtigkeitsthematik integrierte Reflexionseinheiten vor, die unterschiedlich akzentuiert sind (biographisch, theoriegestützt und praxisbezogen) und darauf zielen, den Studierenden im Sinne einer reflection-before-action eine bewusste und kritische Auseinandersetzung mit den eigenen (latenten) subjektiven Annahmen ebenso zu ermöglichen wie deren Weiterentwicklung. Professionalisierung wird hier durch die reflektierte Auseinandersetzung mit der eigenen Perspektive und möglichen bisherigen (unbewussten) Fokussetzungen angezielt, wobei eine Perspektiverweiterung wiederum auch die Handlungsoptionen erweitern kann. Das Ziel der Lehrveranstaltung insgesamt besteht in der Sensibilisierung angehender Lehrpersonen für interaktive Praktiken und systembedingte Mechanismen der Reproduktion von Bildungsungleichheit im Kontext Schule sowie für die eigene Handlungsverantwortung.Students imaginations of educational justice are frequently embossed by their own experiences und by public debates. In consequence, the imaginations are possibly shortened, what may restrict the options for action and the responsibility of the budding teachers. The contribution thematizes concrete reflectance units of a seminar to the educational equity issue. The reflections aim to enable the students for a critical and deliberate confrontation with their own (latent) subjective assumptions and for developing their subjective assumptions. Professionalization happens for the purpose of perspective extension that expands the options for action, too. The seminar aims to sensitize the students and the budding teachers for practices and mechanisms of reproduction of educational injustice at school and for their own action responsibility
Die „perfekte“ Kooperationssituation: Rekonstruktionen ambivalenter Kooperationsvorstellungen angehender Lehrkräfte im Kontext schulischer Inklusion entlang von Norm und Expertise
Die Kooperation unterschiedlicher (para-)professioneller Akteur_innen wird im Fachdiskurs als sine qua non für gelingenden Unterricht in inklusiven Schulen verhandelt. Bislang ungeklärt ist, welche Vorstellungen von professioneller Kooperation im Kontext schulischer Inklusion Studierende in der ersten Ausbildungsphase besitzen. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Beitrag Vorstellungen angehender Lehrkräfte von professioneller Kooperation im Rahmen schulischer Inklusion herausgearbeitet, basierend auf Daten aus dem Forschungsprojekt „Unterstützung von Lehrpersonen im Kontext inklusiver Lehr-Lernprozesse“ (UNIP). Entlang einer komparativen Sequenzanalyse von Gruppendiskussionen mit Lehramtsstudierenden werden Kooperationsverständnisse rekonstruiert. Das methodische Vorgehen basiert dabei auf der dokumentarischen Methode der Textinterpretation nach Bohnsack. Die Ergebnisse werden mit theoretischen Bezügen zu Norm und Expertise hinsichtlich einer zu entwickelnden inklusionsorientierten Lehrer_innenbildung eingeordnet und diskutiert.In the discourse of inclusive education, the importance professional cooperation of stakeholders from various professional backgrounds in inclusive schools gains increasing attention. However, the conceptions of students in initial teacher training on professional collaboration in inclusive settings have rarely been focused in research yet. This article aims at approaching this research gap by presenting reconstructions from a research project which gathered data referring to students\u27 conceptions on collaborative practices in inclusive schools. The students\u27 understandings of collaboration have been reconstructed by a comparative analysis of sequences accumulated in group discussions using the documentary method by Ralf Bohnsack. The results of this exploratory study are discussed with theoretical references to norm and expertise. Finally, possibilities of implementations regarding teacher education for inclusion are derived
Use of student feedback in practical term - a research concept to promote reflexivity
Das Praxissemester im Lehramtsstudium weist ein hohes Potenzial für die Förderung von Reflexivität auf und bietet damit die Gelegenheit, systematische Angebote zur Unterrichtsreflexion empirisch zu erforschen. Als unterrichtsbezogene Reflexionsanregung können Lehramtsstudierende im Praxissemester auch die Unterrichtsrückmeldungen der Schülerschaft nutzen, welche sich in der Unterrichtsforschung als valide Informationsquelle für die Unterrichtsqualität erwiesen haben. Obwohl Rückmeldungen der Lernenden für die professionelle Entwicklung der Studierenden hilfreich sein können, werden Schülerrückmeldungen in aktuellen Studien kaum berücksichtigt. Der Beitrag stellt konzeptionelle Grundlagen einer schülerrückmeldungsgestützten Reflexion von Unterricht sowie empirische Befunde eines Forschungsprojekts zur Nutzung dieser Reflexionsformate durch Lehramtsstudierende im Praxissemester vor. Die Schülerrückmeldungsnutzung wird insgesamt von den Untersuchungsteilnehmenden positiv bewertet; die Nutzung wird jedoch durch unterschiedliche Bedingungen beeinflusst. Neben dem zeitlichen und organisatorischen Aufwand des Rückmeldungseinsatzes scheint auch das Reflexionsformat bedeutsam zu sein. Für die Reflexion der Rückmeldungen werden kollegiale Reflexionsformate als hilfreicher eingeschätzt als individuelle Formate. Weiterhin spielt der Informationsgehalt der Rückmeldungen der Lernenden für den Ertrag der Unterrichtsreflexion eine wichtige Rolle. Die Befunde verdeutlichen die Relevanz einer konzeptionellen Weiterentwicklung der im Projekt entwickelten Reflexionsinstrumente und liefern wichtige Hinweise für die Entwicklung schülerrückmeldungsgestützter Reflexionsangebote, die sowohl in der Lehrpersonenausbildung als auch im Lehrerberuf eingesetzt werden können.: During practical terms in teacher education different opportunities for reflection of teaching are usually provided. In order to encourage teaching-related reflections, pre-service teachers can also make use of student feedback during their practical term. Recent studies have confirmed the reliability and validity of students’ perceptions of teaching. However, the potential of students’ feedback for pre-service teachers’ reflections and professional development in practical terms has hardly been investigated so far. The following article presents results of a quasi-experimental study which aims at analyzing pre-service teachers’ reflections on student feedback to their instruction during practical term. The descriptive findings indicate a generally positive attitude of 87 pre-service teachers towards the use of student feedback during their practical term. The findings further demonstrate the relevance of time resources and organizational effort for the use of feedback-based reflection settings. Moreover, pre-service teachers evaluate collegial reflection settings as being more helpful for the reflection of student feedback than individual settings. Furthermore, the content of student feedback plays an important role in the yield of lesson reflection. All in all, the findings hint at the necessity of further development of prompts and settings for a feedback-based reflection during practical term in teacher education
Internship reports as causes of reflection? Reflection between professionalization hope and coping with practice in the first phase of teacher training
Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern sich durch die Aufforderung Praktikumsberichte anzufertigen Reflexionsleistungen bei Studierenden anregen lassen. Ausgehend von vielfältigen Professionalisierungshoffnungen, die im Diskurs um universitäre Lehrer_innenbildung mit Reflexion verbunden werden, werden mit dem strukturtheoretischen Ansatz nach Helsper und den reflexionstheoretischen Ausführungen von Häcker zunächst zwei in diesem Diskurs häufig genutzte Konzeptionen miteinander verglichen und dadurch Kennzeichen von Reflexion herausgearbeitet (Kapitel 1). Daraufhin wird – teilweise im Kontrast zu diesen Positionen – das Reflexionsverständnis der Praxeologischen Wissenssoziologie nach Bohnsack entfaltet, nach dem sich Reflexion in implizite und theoretische Reflexion ausdifferenzieren lässt (Kapitel 2). Aufbauend auf offenen Fragen, die sich aus der Thematisierung der genannten Ansätze mit Blick auf die Anbahnung von Reflexionsleistungen im Lehramtsstudium ergeben, werden die Fragen für die Datenanalyse, der Projektkontext (Begleitseminar zu PRAKTIKUMSTYP) und das methodische Vorgehen (Analyse von 26 studentischen Praktikumsberichten mit Hilfe der Dokumentarischen Methode) offengelegt (Kapitel 3). Am Beispiel eines Falls und unter Einbezug von Vergleichsfällen wird dann Reflexionsleistungen v.a. in einer sog. „Dichten Beschreibung“ zu einer Praktikumssituation nachgespürt, wie sie von den Studierenden im Rahmen des Begleitseminars angefertigt werden mussten. Im Ergebnis zeigt sich, auf welche Praxis sich implizite Reflexionsleistungen der Studierenden beziehen und welche Formen theoretische Reflexionen annehmen (Kapitel 4). Basierend auf den Ergebnissen wird abschließend das Potential diskutiert, das Praktikumsberichte für die Anbahnung studentischer Reflexionsleistungen besitzen. Beleuchtet wird zudem, wie eine universitäre Lehrer_innenbildung aussehen könnte, die bei Reflexionsleistungen ansetzt, die Studierende bereits erbringen (Kapitel 5).This article examines the question in what way the request to prepare internship reports can stimulate reflection processes of students. Based on the manifold hopes of professionalization connected with reflection in the discourse on university teacher training, the structural-theoretical approach according to Helsper and reflection-theoretical statements of Häcker are compared with each other and thus characteristics of reflection elaborated (chapter 1). Then – partly in contrast to these positions – the understanding of reflection of the Praxeological Sociology of Knowledge according to Bohnsack is unfolded. According to this, reflection can be differentiated into implicit and theoretical reflection (chapter 2). Based on open questions arising from the approaches, the questions for data analysis, the project context (accompanying seminar to a professional field-related practical study) and the methodological approach (analysis of 26 student internship reports with the use of the documentary method) are revealed (chapter 3). Using one case as an example and including selective comparative cases, forms of reflections are then traced in internship reports as they had to be prepared by the students in the context of the accompanying seminar. The result shows to which practice implicit reflections refer and which form of theoretical reflection occurs (chapter 4). Based on these results, the potential of internship reports for initiating reflections of student is discussed. It is also examined how university teacher training might look like, based on reflections already carried out by students (chapter 5)
Gleichberechtigte Teilhabe im Sportunterricht – eine videobasierte Lehrveranstaltung zu heterogenen Schülervoraussetzungen
Im Sportunterricht geht es nicht nur um die Entwicklung körperlich-motorischer Fähigkeiten, sondern auch um die Förderung kognitiver und sozialer Kompetenzen. Auf Seiten der Sportlehrkraft erfordert dies unterschiedliche, parallel ablaufende Aufmerksamkeiten im Unterricht. Vor diesem Hintergrund wird im Beitrag ein Fachdidaktik-Seminar im Master of Education vorgestellt, in dem die Professionelle Unterrichtswahrnehmung in inklusiven Settings anhand von videographierten Spielen im Sportunterricht in der Sekundarstufe I gefördert wird. Im Vordergrund steht dabei die gleichberechtigte Teilhabe aller Schüler*innen, die in Teilnahme, Teilgabe und Teilsein differenziert wird (vgl. Pfitzner, 2017). Professionell wahrzunehmen bedeutet in diesem Kontext, die Aufmerksamkeit unter einem spezifischen Wahrnehmungsfokus zu steuern und die in den Blick genommenen Ereignisse unter Zuhilfenahme theoretischen Wissens zu deuten und zu verknüpfen (vgl. Sherin & van Es, 2009). Im Beitrag wird zunächst das zugrundeliegende Wahrnehmungskonzept für die gleichberechtigte Teilhabe vorgestellt und in Bezug zum inklusiven Sportunterricht gesetzt. Bevor die methodischen Entscheidungen für das Seminarkonzept dargestellt und begründet werden, erfolgt eine Verortung des Seminars im Modul „Sportdidaktik“ an der Universität Münster. Im Folgenden wird der Aufbau des Seminars beschrieben; dabei wird ein Überblick über die Ziele und Inhalte der einzelnen Seminarsitzungen gegeben. Ausgewählte Ergebnisse der Seminarevaluation und ein Ausblick beschließen den Beitrag
Die erste Sitzung: Wie entwerfen Hochschullehrende ihr Fachgebiet für Studienanfänger*innen im Lehramtsstudium?
Gefragt wird, wie von Hochschullehrenden unterschiedlicher Studiengebiete, die in die Lehrerbildung involviert sind, Zusammenhänge zwischen dem Fachlichen und den Studienstrukturen hergestellt werden. Anknüpfend an die akademischen Fachkulturforschungen von Tony Becher und Ludwig Huber werden diese Zusammenhänge als fachkulturelle Muster verstanden. Empirische Grundlage dieses Beitrags sind erste Sitzungen von Vorlesungen für Erstsemesterstudierende. Rekonstruiert werden drei Entwürfe von Hochschullehrenden, ihr jeweiliges Fachgebiet und die Studienstrukturen in ihrer Lehre in ihrem Verhältnis zueinander zu bestimmen. Aufgezeigt wird auch, wie dabei Professionsbezüge für die Zielgruppe der Lehramtsstudierenden hergestellt werden. Bilanziert wird, dass die fachkulturellen Muster im Vergleich zwar sehr unterschiedlich, aber inhärent sowie bezogen auf den Lehrerberuf im Wesentlichen als stimmig entworfen werden. Das Wissen über unterschiedliche fachkulturelle Muster ist für die Weiterentwicklung der Lehrerbildung relevant, wenn es um die Frage geht, wie mehr Kohärenz zwischen Fächern, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften erzeugt werden könnte. Dabei geht es darum, fachkulturelle Differenzen anzuerkennen, aber auch mögliche Barrieren zu reflektieren, die auf den eigenen fachkulturellen Wurzeln fußen.
 
Teachers’ assessment literacy: Proposal of a comprehensive model
Leistungsbeurteilungen gehören zum Schulalltag. Lehrkräfte schätzen die mündliche Mitarbeit ihrer Schüler*innen ein, sie bewerten fachspezifisches praktisches Tun oder korrigieren Klassenarbeiten. Für erziehungswissenschaftliche Forschung stellt sich daher die Frage, was im Kontext von schulischer Leistungsbeurteilung professionelles Lehrer*innenhandeln auszeichnet. Als Antwort auf diese Frage kann das im internationalen Raum zunehmend anerkannte Rahmenkonzept Assessment Literacy gelten. Ziel dieses Beitrags ist, die verschiedenen Konzepte von Assessment Literacy unterschiedlicher Autor*innen in einem kohärenten Modell zusammenzuführen. Hierzu werden zunächst verschiedene Konzepte der Assessment Literacy von Lehrkräften systematisch geordnet. Anschließend erfolgt eine Synthese dieser Konzepte in einem umfassenden Modell. Implikationen des vorgeschlagenen Assessment-Literacy-Modells für die erziehungswissenschaftliche Forschung und für die Verbesserung der Lehrer*in-nenbildung werden am Ende des Beitrags diskutiert.Performance assessment is a prominent part of teachers’ school routine. During lessons teachers evaluate the oral participation of their students but also assess their own subject-specific practical activities. Furthermore, they have to design and mark assignments and tests. Therefore, the question arises: What characterizes a teacher who acts professionally in such a contexts? An answer to this question offers the increasingly popular concept of teachers’ assessment literacy. This article aims to provide a systematic review of conceptualizations of teachers’ assessment literacy and finally proposes a comprehensive model of teachers’ assessment literacy. Implications are discussed for educational research, the improvement of teacher preparation and in-service teacher education programs
Reflection in two practices: Discrimination different modes of reflection in teacher education
Reflexion ist zur Konsensformel in der Lehrer_innenbildung geworden. Im Beitrag wird zunächst gefragt, für welches Problem „Reflexion“ eine Lösung darstellt und welche Form der Lösung damit tatsächlich zu erzielen ist. Aufgrund der kritischen Einschätzung des epistemologischen Status von „reflexiv“ gewonnenen Aussagen wird zunächst eine Rahmung für die Lehrer_innenbildung skizziert, die eine Alternative zur gängigen Figur von Theorie und Praxis darstellt. In dieser alternativen Rahmung werden dann verschiedene Modi von Reflexion unterschieden, die deutlich machen, dass darunter sehr Verschiedenes zu verstehen ist. In der Verschiedenheit wird auch unterschieden, welcher Modus wo erworben werden kann und wo die Stärken der Institutionen der Lehrer_innenbildung dabei liegen. seems to be a broad and unquestioned agreement, that “reflection” is something important in teacher education programs. In this contribution, we challenge this view by asking for what kind of problems reflection may offer an answer. We also ask if “reflection” is an answer, which is a. epistemologically convincing and b. something, which academic institutions can deal with in an expert way. Due to the critical valuation of these questions, we suggest a framework for teacher education programs beyond “theory and practice”. In the “new” framework, we discriminate different modes of reflection. The discrimination illustrates, that “reflection” is a container for very different ways of thinking. In this clarified diversity, it is possible to describe where these modes of “reflection” can (only) be learned. It becomes very clear, what kind of reflection academic institutions can offer as experts
Case portraits of primary school children from Bielefeld:: Casework in (multi-phase) teacher education
In dem vorliegenden Beitrag werden insgesamt zehn authentische Fallportraits von Bielefelder Grundschulkindern vorgestellt. Sie bieten sowohl Einblicke in die familiäre als auch in die schulische Situation von Kindern, so dass heterogene Lebenswirklichkeiten mehrperspektivisch abgebildet werden. Die Fallportraits können im Rahmen der phasenübergreifenden Lehrer_innenbilung eingesetzt werden, um bspw. Transferprozesse zwischen Theorie und Praxis zu unterstützen, eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung sowie ein Sensibilisieren für heterogene Lebenswirklichkeiten zu fördern, etc. Didaktische Implementierungsmöglichkeiten und Anknüpfungspunkte zur Portfolioarbeit (2), vier exemplarische theoretische Schwerpunkte (3) sowie der Prozess der Fallportraitgenerierung (4) werden zunächst im vorliegenden Beitrag erläutert, ehe die zehn Fallportraits (5), ein Fazit (6) und zwei exemplarische Veranschaulichungsmaterialien (7) den Beitrag beenden.The following contribution includes ten authentic case portraits of primary school children from Bielefeld. The case portraits provide insights into the family and school situations of these children and represent their heterogeneous daily realities from multiple perspectives. The case portraits can be used in the context of multi-phase teacher education to support the transfer processes between theory and practice, promote a critical-reflective engagement and create more sensitization for heterogeneous daily realities, etc. The following contribution elucidates the didactic implementation possibilities and connecting factors of portfolio work (2), four exemplary theoretical focus areas (3) as well as the process of creating a case portrait (4)