Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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The Model of Educational Reconstruction: A Framework and Impetus for Developing Subject-Specific Education and Teaching
Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion wird seit rund 20 Jahren in den Didaktiken verschiedener Fächer mit unterschiedlichen Zielsetzungen und in verschiedenen Varianten eingesetzt. Es hat das Selbstverständnis der Fachdidaktik im Sinne einer kritischen Vermittlungswissenschaft und die Bestimmung von Kernaufgaben dieser Wissenschaft maßgeblich mitgeprägt. Dieses Themenheft zielt auf einen Überblick zu aktuellen Einsatzschwerpunkten und (Weiter-)Entwicklungen der Didaktischen Rekonstruktion, um hieran fachdidaktische Potenziale und empirische Befunde zu diskutieren. In den Beiträgen dieses Bandes wird die Didaktische Rekonstruktion als Planungs- und/oder Forschungs- und Reflexionsrahmen für schulische und hochschulische Lehr-Lernprozesse angewendet. Der Schwerpunkt liegt auf dem Bereich der Lehrer*innenbildung; nur wenige Beiträge widmen sich dem „klassischen“ Einsatz zur Planung von Unter-richt. Ansätze für eine weiterführende Diskussion ergeben sich insbesondere 1) im Vergleich der Anwendungskontexte Schule und Hochschule, die unterschiedliche Umsetzungen der drei Untersuchungsaufgaben des Modells erfordern, 2) für die fachbezogenen Modifikation der Didaktischen Rekonstruktion ausgehend von den unterschiedlichen Sachlogiken der verschiedenen Bezugsdisziplinen und 3) mit Blick auf den speziellen Fall der kritischen Fachlichen Klärung in der fachdidaktischen Lehrer*innenbildung.The Model of Educational Reconstruction has been used for about 20 years in educational contexts of various subjects, with different objectives and in different variants. It has had a decisive influence on the self-image of subject-specific education regarding a critical view of science from a teaching-learning perspective and the elaboration of scientific core tasks. This HLZ-issue aims to provide an overview of the current main areas of application and (further) developments of Educational Reconstruction, in order to discuss the potentials of sub-ject-specific teaching and learning as well as empirical findings. In the contributions to this volume, Educational Reconstruction is applied as a planning and/or research and reflection framework for teaching-learning processes in schools and universities. The focus is on the area of teacher education and only a few contributions are dedicated to the “classical” use for planning school lessons. Approaches for further discussion arise particularly with regard to 1) the comparison of the application contexts of school and university, which require different adaptions of the model’s three tasks, 2) the subject-related modification of Educational Recon-struction based on the different factual logics of the various reference disciplines, and 3) the special case of a critical subject clarification in subject-specific teacher education
Vielfalt stärken – Ausbildung von studentischen Sprachförderlehrkräften: Fragebogenstudie mit Projektabsolvent*innen
Der Beitrag beschreibt die Ergebnisse einer Fragebogenstudie aus dem Projekt Vielfalt stärken – Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache der Universität Paderborn. Das Projekt zielt darauf ab, Lehramtsstudierenden aller Studiengänge und Fächer komplexe Lerngelegenheiten außerhalb der obligatorischen Praktika in der ersten Phase der Lehrer*innenbildung zu eröffnen. Die Studierenden werden in einem universitären Begleitseminar zu Sprachförderlehrkräften ausgebildet und unterrichten in Kleingruppen Schüler*innen mit Migrationshintergrund und Sprachförderbedarf an Schulen in Stadt und Kreis Paderborn. Mit einer sprachspezifischen Ausrichtung und einer intensiven Betreuung findet die schulpraktische Lerngelegenheit semesterbegleitend statt. Den Studierenden wird damit über das Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte“ (DSSZ) hinaus eine fakultative, praxisnahe Vertiefung im Bereich Deutsch als Zweitsprache, Interkulturalität und Mehrsprachigkeit angeboten. Der Beitrag geht nach Darstellung des Projektkonzeptes auf die empirische Auswertung eines zur Projektevaluation und Selbsteinschätzung genutzten Fragebogens (n=53) ein. Die empirischen Befunde verdeutlichen, dass die selbstständige wöchentliche Unterrichtsplanung und -durchführung nach subjektiver Einschätzung der Studierenden den größten Effekt auf allgemeine wie sprachdidaktische Fähigkeiten und die Entwicklung der Lehrpersönlichkeit nimmt. Die Projektarbeit als Lerngelegenheit der Sprachförderung im Lehramtsstudium könnte demnach insbesondere für praktische DaZ-Kompetenzen und Lehrkompetenzen entwicklungsförderlich sein. Für die Ausbildung der Sprachförderlehrkräfte und ihre positiven Erfahrungen ist zentral, dass eine enge Betreuung und eine sorgfältige Begleitung der Studierenden gegeben sind.To become a teacher of expertise in profession as in personality a lot of teaching experience is necessary. The project Vielfalt stärken – Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache at the University of Paderborn intends to improve students’ development of specialized expertise in teaching German as a second language in middle school. For six months students’ attend a class at university to improve not only pedagogical and subject-specific competence but also for personally becoming proficient in teaching. Contemporaneous they get first-hand experience by preparing lessons and teaching small classes at school. In an annual questionnaire the personal developments and the project are evaluated and statistically recorded. The intention of this article is to give a brief description of the practical project work, it’s design and the outcome of the questionnaire as well as to outline the consequences and prospects for the future of the project and the teachers’ practical experience. The empirical study shows, that weekly teaching experiences combined with personal advice and individual support by the project staff could lead to an improvement for most of the planed competence
Secondary-School Students’ Views on Pull-out as an Opportunity for Reflective Practices in Inclusive Teacher Education: A Cased-Based Approach within a (Collaborative) Online Learning Format
In dem Beitrag wird eine Lehrkonzeption für eine digitale (lehramtsübergreifende) Fallarbeit vorgeschlagen. Diese umfasst zwei Sitzungen und wurde im digitalen Sommersemester 2020 zum einen an den Standorten Aachen und Hannover „lehramtsübergreifend“ mit Studierenden der Sonderpädagogik sowie des Lehramts an Gymnasien und Gesamtschulen bzw. des Lehramts an Berufskollegs, zum anderen am Standort Göttingen im gymnasialen Lehramt erprobt. Die Konzeption umfasst eine individuelle Auseinandersetzung mit kasuistischem Material sowie daran anschließend einen digitalen Austausch in Studierendengruppen mittels Videokonferenz. Auf Basis von qualitativ-empirischen Ergebnissen rückt das Phänomen „Rausgehen“ im Sinne einer leistungsbezogenen äußeren Differenzierung im Kontext des Förderschwerpunktes Lernen in den Fokus. Hierbei wird an ein Verständnis von Schule als Ort der (Re-)Produktion von Differenz angeschlossen. Der Schwerpunkt der Fallarbeit liegt auf Perspektiven von Schüler*innen. Hierbei geht es sowohl um das eigene Rausgehen als auch das Rausgehen anderer. Die Lehrkonzeption zielt darauf, den Studierenden die Reflexion von Differenzkonstruktionen im schulischen Kontext zu ermöglichen. In der Konzeption der Fallarbeit werden u.a. Strategien der Grounded Theory aufgegriffen, jedoch erfolgt keine im engeren Sinne forschungsmethodische Ausrichtung. Ausgehend von gängigen Systematisierungen kasuistischer Ansätze, die u.a. zwischen forschungsorientiert/rekonstruktiv und praxisreflexiv/-analytisch unterscheiden, kann dies als „Mischform“ gefasst werden. Das fokussierte Phänomen Rausgehen greift (multi-)professionelle Kooperation als Thema inklusiver Lehrer*innenbildung auf; in der lehramtsübergreifenden Variante spiegelt sich diese zudem im Format wider. In dem Beitrag werden Ablauf und Materialien sowie studentische Rückmeldungen zur digitalen (lehramtsübergreifenden) Fallarbeit vorgestellt.In this paper we present a concept as well as case materials for a digital (collaborative) case-based approach within pre-service inclusive teacher education. Based on the BMBF funded project ReLInk, this was developed following the changeover to online teaching and learning in summer semester 2020. This online cased-based learning approach was carried out within a collaborative format between special and general education courses of the universities of Aachen and Hanover as well as within an advanced secondary education course at Göttingen university. In the first week, students engaged with case materials individually. Based on this, online meetings in small groups took place in the following week. Drawing on empirical results of the project ReLInk the case-based learning focuses on secondary students’ views on pull-out situations in the context of ability grouping linked to special education need categorization. In accordance to previous research, we refer to an understanding which emphasizes the role of school in (re)producing difference. With our cased-based learning we aim to encourage reflective practices in pre-service teacher education which address the construction of difference in schools. While our concept for cased-based learning is inspired by Grounded Theory, we do not concentrate on research methods or research-oriented learning. By thus, our concept can be regarded as a mixed-form with respect to given distinctions between cased-based learning formats. By focusing on pull-out, we join current attempts to increase considerations of (inter-)professional collaboration within pre-service teacher-training. In our paper, we present materials, tasks and impulses as well as students’ feedback
How Are Professional Knowledge in Education, Attitudes towards Re-flection and the Reflective Performance of Prospective Teachers Related?
In der Debatte um das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis wird der Reflexionskompetenz angehender Lehrpersonen eine große Bedeutung zugeschrieben, da sie vielfach als Vermittlungsinstanz zwischen theoreti-schem Wissen und praktischen Handlungserfahrungen verstanden wird (z.B. Häcker, 2017). Anknüpfend an kompetenztheoretische Rahmenmodelle (von Aufschnaiter, Fraij & Kost, 2019; Blömeke, Gustafson & Shavelson, 2015) sowie ein kognitiv-psychologisches Reflexionsverständnis (Aeppli & Lötscher, 2016; Korthagen, 2001) werden im vorliegenden Beitrag Ergebnisse einer Untersuchung zum Zusammenhang von Wissen und Reflexion berichtet. In einer Stichprobe von N=295 Lehramtsstudierenden aller Schulformen wurden das bildungswissenschaftliche Professionswissen mittels eines Wissenstests, reflexionsbezogene affektiv-motivationale Dispositionen durch Selbsteinschätzungsskalen sowie reflexionsbezogene Performanz mit Hilfe schriftlicher Situationsvignetten erfasst. Durch Korrelations- und Regressionsanalysen können signifikante, positive Zusammenhänge zwischen dem Wissen der Studierenden, der subjektiven Einschätzung der Relevanz von Reflexion im Lehramtsstudium, ihren reflexionsbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen sowie der reflexionsbezogenen Performanz nachgewiesen werden. In den Regressionsanalysen zeigt sich ein Effekt ausschließlich bzgl. des bildungswissenschaftlichen Wissens auf die reflexionsbezogene Performanz der Studierenden.In the debate about the relationship between theory and practice, great importance is attributed to the reflection competence of prospective teachers, as it is often understood as a mediating instance between theoretical knowledge and practical experiences (e.g. Häcker, 2017). Following competence-theoretical framework models (von Aufschnaiter, Fraij & Kost, 2019; Blömeke, Gustafson & Shavelson, 2015) as well as a cognitive-psychological understanding of reflection (Aeppli & Lötscher, 2016; Korthagen, 2001), this article reports results of a study on the connection between knowledge and reflection. In a sample of N=295 student teachers for all types of schools, the professional knowledge of educational science was assessed by means of a knowledge test, reflection-related affective-motivational dispositions by means of self-assessment scales, and reflection-related performance by means of written situation vignettes. Through correlation and regression analyses, significant, positive correlations between the students’ knowledge, their subjective assessment of the relevance of reflection in teacher training, their reflection-related self-efficacy expectations and reflection-related performance can be demonstrated. The regression analyses show an effect exclusively with regard to educational science knowledge on the reflection-related performance of the students
Coping with Profession-Specific Demands: Evaluation of Case-based Learning Modules for Pre-Service Teachers
Der Beitrag umfasst die Beschreibung und Evaluation von Lernbausteinen zum Umgang mit beruflichen Anforderungen für angehende Lehrkräfte. Insgesamt elf Lernbausteine wurden in einem multiprofessionellen Team konzipiert. Kernelement jedes Lernbausteins ist eine Fallbeschreibung, die einen empirisch belegten Stressor des Lehrkräfteberufs beinhaltet. Ziel der Lernbausteine ist die Entwicklung von Handlungsalternativen zur Bearbeitung der konzipierten Situationen. Damit greifen die Lernbausteine eine Forderung für die Lehrerausbildung auf und schaffen entsprechend der KMK-Kompetenzen eine Lerngelegenheit, die sowohl zur Auseinandersetzung mit relevanten „Ergebnissen der Belastungs- und Stressforschung“ als auch zum „Umgang mit Belastungen“ anregt (KMK, 2019). Die Lernbausteine wurden im Rahmen eines Master-Seminars an der Leuphana Universität Lüneburg mit Lehramtsstudierenden (N = 30) eingesetzt und dort mit einem Prä-Post-Design evaluiert. Der Fokus der Evaluation lag auf der möglichen gesundheitsförderlichen Wirkung der Arbeit mit den Lernbausteinen. Hierfür wurden das Kohärenzgefühl (Antonovsky, 1997) bzw. dessen Kerndimensionen Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit und Bewältigbarkeit als bedeutsame Gesundheitsressource erhoben. Die Studierenden bewerteten berufliche Belastungen anhand der Kohärenz-Dimensionen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kohärenz-Dimensionen nach der Arbeit mit den Lernbausteinen überwiegend signifikant positiver eingeschätzt werden (Post-Erhebung). Der Effekt für die Bewältigbarkeit ist dabei besonders hoch.The article includes the description and evaluation of learning modules for coping with profession-specific demands for pre-service teachers. A total of eleven learning modules were designed in a multiprofessional team. The core element of each learning module is a case description that includes an empirically documented stressor of the teaching profession. The aim of the learning modules is the development of action alternatives to deal with the situations. Hence, the learning modules take up a claim for teacher training and, in accordance with the KMK competences, create a learning opportunity that stimulates both the examination of relevant “results of strain and stress research” and “dealing with demands” (KMK, 2019). The learning modules were used as part of a master seminar at the Leuphana University of Luneburg with pre-service teachers (N = 30) and were evaluated with a pre-post design. The evaluation focuses on the possible health-promoting effect of working with the learning modules. For this purpose, the sense of coherence (Antonovsky, 1997) resp. its core dimensions comprehensibility, meaningfulness and manageability was measured as a significant health resource. The students assessed job-specific demands based on the coherence dimensions. The results show that most coherence dimensions are rated significantly more positive after working with the learning modules (post survey). The effect for the manageability is particularly high
“Difficulties with Students” – The Ambivalence of Empowering Teachers through Supervision
Mit dem vorliegenden Beitrag wird eine objektiv hermeneutische Rekonstruktion eines Interviews dargestellt, in dem eine Lehrerin eine entgrenzte Unterrichtssituation mit einer 10. Klasse und deren supervisorische Bearbeitung schildert. Die Rekonstruktion zeigt, wie einerseits ihre fragile Einnahme der Lehrer*innenrolle mithilfe der Supervision gestärkt wird, aber auch, wie dadurch andererseits die spezifischen Bedingungsgefüge in der schulischen Interaktion ausgeblendet werden, was dann zu einer wiederum entgrenzten Wiederherstellung der organisationalen Ordnung führt.This article presents a reconstruction of an interview with a teacher who tells about a challenging situation in a 10th class and how she dealt with it within the supervision. On the one hand, the reconstruction shows how she empowered herself in her insecure professional role through the supervision. On the other hand, it also shows that she ignores the specific character of the institutional interaction within school and because of this, the organizational hierarchy is improperly re-established
How Do Biodiversity Researchers Reconcile Professional Knowledge and Personal Nature Experience? An Attempt to Clarify Socioscientific Issues
Zentrale Annahme dieser Studie ist, dass das Potenzial der fachlichen Klärung, als Teilaufgabe im Modell der Didaktischen Rekonstruktion, bei gesellschaftlich relevanten Themen wie Biodiversität im Vergleich zu klassischen Verstehensproblemen weiter ausgeschöpft werden muss. Eine fachliche Klärung des Biodiversitätsbegriffes kann sich nicht darin erschöpfen, nur den ob-jektivierenden Naturzugang zu beschreiben. Der Untersuchung liegt dagegen die Annahme zugrunde, dass auch der subjektive Naturzugang berücksichtigt werden muss. Biodiversitätsforscher*innen scheinen über ihr professionelles Wissen hinaus auch eine individuelle Beziehung zur biologischen Vielfalt aufgebaut zu haben. Die Expert*innenbefragung innerhalb der fachlichen Klärung erfolgte mittels moderierter Gruppendiskussionen. Als Ergebnis einer qualitativen Analyse unter Verwendung der Grounded Theory wurde aus den Gesprächsdaten bei zwölf Teilnehmenden das Verhältnis zwischen dem wissenschaftlichen und dem subjektiven Naturzugang rekonstruiert. Bei acht von zwölf fanden wir zu diesem Verhältnis zwei verschiedene Phänomene: Trennung der beiden Zugänge sowie Vermittlung zwischen beiden Zugängen. Die Ergebnisse der fachlichen Klärung ermöglichten die Entwicklung einer Vermittlungssituation mit dem Ziel, die Naturbeziehung von Jugendlichen (n=18) in Bezug auf objektivierende und subjektivierende Bezüge zu biologischer Vielfalt zu untersuchen. Durch den Vergleich der jeweiligen Naturbeziehung wurden im Sinne einer ersten didaktischen Strukturierung vorläufige Leitlinien formuliert.
With respect to the Model of Educational Reconstruction, the clarification of science contents is usually done with the aim to identify basic ideas and representations. In the context of this study, we widened the scope of the scientific clarification, as we included biodiversity researchers’ personal nature experiences. The underlying assumption was that these experts seem to have established an individual relationship to biodiversity beyond their professional knowledge. We used group discussions to collect data and analysed it by coding steps of the Grounded Theory methodology. We reconstructed two different phenomena: dissociating both approaches and conciliating both approaches. According to the model, we also investigated students’ perspectives on biological diversity. For this purpose, we carried out group discussions with 18 adolescents. The data was also analysed qualitatively. Our findings show that students refer to scientific concepts as well as to subjective and emotional aspects, when they think of biodiversity. We finally compared the students’ perspectives with those of the experts and derived guidelines for teaching biodiversity
Beliefs – The Model of Didactic Reconstruction as a Framework for the Curriculum in Sciences and Social Studies at the Zurich University of Teacher Education: Didaktische Rekonstruktion als Grundlage für die Lehrentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Zürich
Nicht zuletzt auch wegen der nur sechssemestrigen Stu-diendauer von angehenden Primarstufenlehrpersonen an der PH Zürich ist es im Sinne des Modells der Didaktischen Rekonstruktion (MDR) (Kattmann, Duit, Gropengießer & Komorek, 1997) für Dozierende der Fachdidaktik Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) nötig und wichtig, die fachlichen Vorstellungen, Überzeugungen und Einstellungen der Studierenden zu Gegenständen, Strukturen, Zielen und Prinzipien des NMG-Unterrichts zu kennen. Nur so können möglichst wirkungsvolle Lehrveranstaltungen gestaltet werden. Dieser Beitrag gibt einen Einblick, wie das MDR als Bezugsrahmen für die hochschuldidaktische Curriculumsentwicklung sowie als Forschungs- und Reflexionsrahmen für die Lehre an der PH Zürich genutzt wird. Eine empirische Erhebung untersucht beispielsweise bei Studienanfänger*innen mittels qualitativer Fragebögen epistemische Überzeugungen zur Geschichte (Mathis, 2021). Im Kontext der Einführung des neuen Kompetenzberei-ches Ethik werden in einer zweiten Studie die epistemischen Überzeugungen von Studierenden zum Philosophieren mit Kindern (PmK) untersucht (Kümin, 2020). Eine weitere Studie untersucht quantitativ die Überzeugungen und motivationalen Aspekte von Primarstufenstudierenden in Naturwissenschaften mittels eines Prä-Postfragebogens (Breitenmoser, Brückmann & Detken, n.d.).It is essential for lecturers at universities of teacher training to know the subject-specific beliefs of their students. However, little is known about the beliefs of primary school level teacher students within the sciences and social studies curriculum. Within the framework of the model of didactic reconstruction (Kattmann, Duit, Gropengießer & Komorek, 1997), this article describes three current projects at the Zurich University of Teacher Education to address this research gap. A first empirical project studies epistemological beliefs in the field of history with a qualitative questionnaire (Mathis, 2021). Within the context of introduction of Ethics into the curriculum, a second study examines epistemological beliefs of teacher education students about philosophy with children (Kümin, 2020). A third project evaluates beliefs and enjoyment of teacher training students in science, using a quantitative pre-post questionnaire (Breitenmoser, Brückmann & Detken, n.d.)
The Model of Educational Reconstruction in the Training of Geography Teachers: An Opportunity for In-Depth Considerations on Lesson Planning and Lesson Reflection
Dieser Beitrag ist ein Werkstattbericht über ein Seminar in der Fachdidaktik Geographie für Lehramtsstudierende für die Sekundarstufe I an Pädagogischen Hochschulen. Mit dem Seminar sollte ein professioneller Reflexionsrahmen geschaffen werden, in dem das Modell der Didaktischen Rekonstruktion (Kattmann, Duit, Gropengießer & Komorek, 1997) in seinen Bezügen zur Unterrichtspraxis diskutiert wird. Die Lernziele des Seminars bestanden darin, das Modell als Forschungs- und Entwicklungsrahmen für Unterricht kennenzulernen, sich vertieft mit dem Modell auseinanderzusetzen und Leitideen und Strategien für lernförderliche Lehr-Lernangebote für das Fach Geographie zu entwickeln. Im Beitrag werden das Konzept des Seminars sowie ein Unterrichtsvorschlag, der auf der Basis des Modells im Seminar entwickelt wurde, vorgestellt. Es wird diskutiert, welche Lernfortschritte die Studierenden im Seminar erzielen konnten und mit welchen Lernschwierigkeiten sie zu kämpfen hatten.This paper is a report on a seminar on geography education for students in pre-service teacher training for the lower secondary level held at teacher education colleges. The seminar aimed at creating a professional framework for the reflection of the Model of Educational Reconstruction in relation to teaching practice (Kattmann, Duit, Gropengießer & Komorek, 1997). The learning objectives of the seminar were to acquaint students with the model as a research and development framework for teaching, to discuss the model in detail and to develop guidelines and strategies for a learning environment in geography that promotes in-depth learning. This paper introduces the concept of the seminar and includes a proposal for a learning environment designed according to the principles of educational reconstruction and developed by the students in the course of the seminar. In addition, the paper discusses the learning progress that the students were able to achieve in the seminar and the particular difficulties they faced
Degree Programs of General Studies from NRW under Scrutiny: A Document Analysis of the Bachelor and Master Examination Regulations
Aufgrund der Charakteristika des Faches Sachunterricht und seiner Didaktik gilt das Studium als komplex. Bisherige Studien weisen auf die bundesweit sehr heterogene Ausbildungssituation für dieses Grundschulfach hin. Vor dem Hintergrund vergleichbarer Studienabschlüsse, der Umsetzung der Ansprüche der Sachunterrichtsdidaktik und der Ausbildung einer entsprechenden Fachidentität gilt es, derzeitige Ausbildungsstrukturen und -inhalte näher zu untersuchen. Anknüpfend an das kürzlich von der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts entwickelte Qualifikationsmodell zu Mindeststandards für die Aus- und Weiterbildung von Sachunterrichtslehrkräften wird exemplarisch für das Bundesland Nordrhein-Westfalen das intendierte Curriculum der hiesigen acht Studienstandorte auf der Ebene von Prüfungsordnungen und Modulhandbüchern für die sachunterrichtsbezogenen Bachelor- und Masterstudiengänge untersucht. Die Ergebnisse der Dokumentenanalyse zeigen, dass die Ausbildungssituation im Hinblick auf das intendierte Curriculum nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Bundeslandebene und sogar innerhalb einer Universität äußerst heterogen gestaltet ist. Es gibt große Unterschiede hinsichtlich der Berücksichtigung und Gewichtung fachwissenschaftlicher Anteile verteilt auf die Perspektiven des Sachunterrichts sowie hinsichtlich der Realisierung einer Vernetzung der Perspektiven.Due to the characteristics of the subject General Studies and its didactics, the course of study is considered rather complex. Previous studies indicate the very heterogeneous training situation for this elementary school subject nationwide. Against the background of comparable degrees, the implementation of the requirements of General Studies and its didactics and the development of a corresponding subject identity, it is necessary to examine current training structures and study contents more closely. The qualification model for minimum standards, recently developed by the ‘Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts’, can be used as an orientation framework for teacher training in the field of General Studies. Drawing on this model, the intended curriculum of the eight study locations for General Studies in the federal state of North Rhine-Westphalia has been chosen to be examined with focus on examination regulations and module handbooks (Bachelor’s and Master’s degrees). The results of the document analysis show that the training situation with regard to the intended curriculum is extremely heterogeneous not only at the federal level, but also at the state level and even within a university. There are major differences in the consideration and prioritisation of subject-specific parts distributed across the perspectives of General Studies as well as with regard to the implementation of linkage of perspectives