Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
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Didactic Reconstruction: Students’ Beliefs about Entrepreneurial Thinking and Acting
Die Vorstellungen von Schüler*innen zu ökonomischen Inhalten werden bei der Unterrichtsplanung vielfach berücksichtigt, bspw. um Lernsituationen im Sinne eines handlungs- und problemorientierten Wirtschaftsunterrichts zu gestalten. Innerhalb der Hochschullehre spielen Studierendenvorstellungen jedoch häufig eine untergeordnete Rolle. Empirische Befunde machen allerdings deutlich, dass sowohl bei Studierenden der Wirtschaftswissenschaft allgemein als auch bei (angehenden) Wirtschaftslehrkräften eine Reihe von Alltagsvorstellungen vorherrscht, die für die professionelle Lösung von ökonomischen Problemen inadäquat sind. Vor diesem Hintergrund wird im vorliegenden Beitrag die Relevanz des Ansatzes der Didaktischen Rekonstruktion im Bereich Wirtschaftswissenschaft herausgearbeitet. Darüber hinaus werden die Ergebnisse einer Fragebogenstudie vorgestellt, die auf die Erfassung der Vorstellungen von Studierenden der Wirtschaftswissenschaft zum ökonomischen Inhaltsbereich Unternehmerisches Denken und Handeln abzielt. Die Studienergebnisse bilden die Basis, um zu verdeutlichen, wie Studierendenvorstellungen in die Hochschullehre einfließen können, um ein ganzheitliches Verstehen ökonomischer Konzepte zu fördern.Students’ beliefs in economic content are often taken into account in lesson planning, e.g., in order to design learning situations in the sense of active and problem-based learning. Within higher education, however, students’ beliefs often play a subordinate role. Empirical findings, however, make it clear that students have a number of preconceptions that are inadequate for the solution of economic problems. Against this background, the relevance of the approach of didactic reconstruction in the field of economics is discussed in this article. To highlight the importance of students’ (pre-)conceptions, the results of a questionnaire study are presented which aims to record the beliefs of economics students regarding the content of entrepreneurial thinking and action. Based on the study results, it will be shown how students’ beliefs can be incorporated into higher ed-ucation in order to initiate a holistic understanding of economic concepts
Digitalization in Scientific Literature on the Teaching Profession: Stocktaking and Relationing by Means of a Critical Review
Digitalisierung im Lehrer*innenberuf erfährt seit Beginn der Corona-Pandemie in Wissenschaft und Öffentlichkeit eine noch stärkere Aufmerksamkeit. Bislang ist aber weitgehend ungeklärt, was in der einschlägigen Fachliteratur konkret unter dem Begriff und Gegenstand der Digitalisierung verstanden wird. Dieser Beitrag fragt danach, welche begrifflichen Konnotationen und gegenstandsbezogenen Bestimmungen in der Diskussion prominent sind und wie Digitalisierung theoretisch gerahmt wird. Anhand einer critical review wird ein heuristischer Überblick zum Begriffsgebrauch und Gegenstand gegeben. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Diskussion auf digitale Kompetenzen von Lehrpersonen oder auf technische Aspekte enggeführt wird und eine Ausweitung des Diskurses zu einer gewinnbringenden Perspektivenerweiterung führen kann.Since the outbreak of the corona pandemic, digitalization in the teaching profession has gained even greater attention. So far, it is unclear what the term and scope denote when used in relevant literature. This article enquires about prominent conceptual connotations, subject related designations, and theoretical framing. On the basis of a critical review, a heuristic overview over term usage and scope is given. The results show that the discourse is restricted to digital competencies of teachers or technical aspects. An extended and broader discussion could open up new and enhancing perspectives
On the Concept of Culture and Understanding of Cultural Education of Students in Primary Schools: Seminar Unit in Courses of Basic Language Education and Educational Science
Vor dem Hintergrund von Globalisierungsprozessen und einem damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel gewinnt kulturelle Bildung für den Erwerb von fächerübergreifenden Schlüsselkompetenzen zunehmend an Bedeutung. Dabei weist der Lernort Schule im Hinblick auf die kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten sozialen Lagen besonderes Po-tenzial auf. Um kulturelle Bildung in der Schule erfolgreich zu implementieren, müssen Lehrer*innen über entsprechendes Wissen verfügen. Dass sich bislang nur in wenigen Konzepten der Lehrer*innenbildung eine thematische Verankerung von Aspekten kultureller Bildung feststellen lässt, wird mit dem vorliegenden Beitrag aufgegriffen. Es wird eine Seminareinheit zur Einführung in das Thema kulturelle Bildung aus zwei Masterseminaren der sprachlichen Grundbildung sowie einem bildungswissenschaftlichen Seminar vorgestellt. Teil dieser Seminareinheit sind zwei Arbeitsaufträge, die mithilfe einer Fotodokumentation und einer Grup-penarbeit (World-Café) mit anschließender Postergestaltung das Verständnis der Lehramtsstudierenden von Kultur und kultureller Bildung thematisieren.Against the background of increasing globalization and social change, cultural education is becoming increasingly important for the acquisition of interdisciplinary key competences. In this context, schools as a learning location have particular potential with regard to the cultural participation of children and young people from disadvantaged social backgrounds. In order to successfully implement Arts Education in schools, teachers must have the appropriate knowledge and skills. The present article addresses the fact that only a few concepts of teacher education have so far been able to anchor aspects of Arts Education thematically. A unit introducing the topic of cultural education, consisting of two master\u27s seminars on basic language education and one seminar on educational science, is presented. Part of this seminar unit are two work assignments that focus on the understanding of culture and cultural education by means of a photo documentation and a group work (World-Café) with subsequent poster design
Simulation Game “Support Committee”: Conception and Materials for Analogue and Digital Use in the Context of an Inclusion-oriented Teacher Education
Inklusion stellt ein normatives Leitbild sowie einen (bildungs-) politisch forcierten Anspruch an Schule dar, der jedoch im Widerspruch zur selektiven Funktionsweise des Schulsystems steht. Angehende Lehrkräfte müssen entsprechend im Rahmen ihrer Ausbildung auf den reflektierten Umgang mit pädagogischen Entscheidungen im Spannungsfeld von Inklusion und Exklusion vorbereitet werden. Eine „Lupenstelle“ für professionelles Handeln in diesem Spannungsfeld stellen Entscheidungen über den Beschulungsort dar. Eine Methode, welche in den Sozialwissenschaften zur Förderung des reflexiven Lernens eingesetzt, in der Lehrkräftebildung bisher jedoch selten genutzt wird, ist das Planspiel. Planspiele simulieren eine Entscheidungssituation, in der konfligierende Positionen durchgesetzt werden sollen. Vor diesem Hintergrund wird im Beitrag ein Planspieldesign mit realitätsnahem Szenario vorgestellt, in dem eine Entscheidung über die inklusive versus exklusive Beschulung eines Kindes mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Fokus steht. Es ist untergliedert in eine Vorbereitungsphase zur Erarbeitung der Argumentationsstrategie für die zu vertretende Position, eine Spielphase, in welcher die Entscheidungssituation simuliert wird, und eine Reflexionsphase zur Aufarbeitung des Spielverlaufs sowie zur Anbahnung des Lerntransfers. Das Planspiel wurde über mehrere Semester entwickelt und in der ersten und zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung eingesetzt; entsprechende Materialien sind dem Beitrag als Online-Supplement beigefügt. Der Beitrag schildert Phasen, Rollen und den genauen zeitlichen Ablauf in zwei Seminarsitzungen und veranschaulicht dies durch Beispiele aus der Praxis. Ergebnisse einer formativen Evaluation werden berichtet und Schlussfolgerungen für einen phasenübergreifenden Einsatz gezogen.Inclusive education that aims at achieving equity among students with heterogeneous individual predispositions has become a normative as well as political objective, despite the general operational mechanisms within selective school systems. Within these conflicting conditions, teachers need to deal with specific dilemmas of difference as in the ones of identification, curriculum and school placement. As simulation games are defined as reconstructions of real-life situations or the anticipation of future situations, where groups with conflicting interests have to solve a problem, they could be an appropriate method to foster reflection and change of belief in teacher education. This paper presents a simulation game that prompts realistic decision-making processes of inclusive school placement practices. It consists of three phases: the preparatory stage “briefing”, which aims at collecting suitable information and developing arguments for the respective roles, the simulation phase, which allows participants to act out their lines of argumentation within a scenario, and the concluding reflective discussion, which serves as systemic debriefing of the simulation part. We report on the roles used in the simulation, the different phases and the implementation in pre-service teacher education, including the results of a formative evaluation in university classes. This article contains a supplement with a manual and the required documents for implementation
Educational Reconstruction as a Model for Designing Science Teaching at University: Insights from a Massive Open Online Course for Early Career Science Instructors
Dropout rates for university students in STEM fields are high, and students often cite poor teaching as contributing factor. Improving the teaching skills of university science instructors needs a different approach from school-teacher training, as university instructors often have different career goals and different views of the role of students in learning. In this paper, we present “Teaching Science at University,” a professional development course focused on developing pedagogical content knowledge (PCK) and grounded in the Model of Educational Reconstruction (MER) as a framework for the design of teaching interventions. Course participants are early career scientists (PhD researchers to tenure-track professors) with expertise in their scientific field, but little educational training. They start the course with sophisticated content knowledge (CK), and through the course, they gain content- and audience-specific pedagogical techniques (PCK). To assess the effects of the course, we analyzed participants’ assignments (n=63) and pre- and post-course surveys (n=100, 54). We found that participants demonstrated increased valuing of student-centered teaching, especially the consideration of students’ prior knowledge. We found participants were not only able to build conceptual change interventions specific to their learners’ levels of knowledge, but that they also expressed appreciation for the structure that the MER provided to the design of teaching and its role in emphasizing student conceptions. We conclude that PCK-based teaching training should have a role in improving instruction in higher education. We also conclude that the MER provides a useful framework for the design of teaching interventions by science instructors at the university level, and we propose a five-step MER approach for daily teaching practice
Fostering Pre-Service Teachers’ Diagnostic Abilities Regarding Students’ Conceptions: Anwendung der Didaktischen Rekonstruktion zur Gestaltung eines hochschuldidaktischen Seminars
Die Förderung von wissens- und fähigkeitsbezogenen Aspekten der Diagnose von individuellen fachlichen Lernendenvorstellungen ist ein wichtiger Bestandteil vieler universitärer Fachdidaktiken. Unter Anwendung des Planungsrahmens der Didaktischen Rekonstruktion wurde daher eine Seminarkonzeption exemplarisch für die chemiedidaktische Lehre entwickelt und durchgeführt. In diesem Beitrag werden entsprechend zwei Ziele verfolgt: Einerseits wird eine Seminarkonzeption vorgestellt, welche zur Förderung der Diagnosefähigkeiten angehender Lehrkräfte beitragen soll und welche auch von weiteren Fachberei-chen verwendet werden kann, in denen Lernendenvorstellungen eine zentrale Rolle spielen. Andererseits wird die konkrete Anwendung der Didaktischen Rekonstruktion zur Planung dieses Seminars exemplarisch vorgestellt. Im Rahmen dieses Beitrags werden außerdem Evaluationsergebnisse aus zwei Umsetzungen des Seminars präsentiert. Diese zeigen, dass die Studierenden ihr diagnostisches Wissen sowie ihre diagnostischen Fähigkeiten im Rahmen des Seminars verbessern können. Auch ihre Perspektive hinsichtlich der Bedeutung von Lernendenvorstellungen für ihren späteren Unterricht entwickelt sich hin zu einer wertschätzenden Variante. Durch die Konfrontation mit alternativen Lernendenvorstellungen beginnen die Studierenden, kritisch ihr eigenes Fachwissen zu reflektieren, und ziehen Parallelen zwischen ihren persönlichen Lernprozessen und denen der Schüler*innen. In einem Ausblick werden Anknüpfungspunkte für kommende Lehrveranstaltungen skizziert.
The development and training of skills enabling pre-service teachers (PSTs) to diagnose students’ conceptions is an important aspect of university teacher education. In order to achieve this goal, a course concept using the Model of Educational Reconstruction as a scaffold was created and tested at the University of Hannover in the field of chemical education. The goal of this article is therefore twofold: Firstly, a course concept for the development and training of pre-service teachers’ diagnostic skills will be presented. Secondly, the concrete use of the Model of Educational Reconstruction for establishing a course will be outlined. PSTs’ feedback and evaluation from two years show that PSTs’ knowledge and abilities regarding students’ conceptions increase during the course. Furthermore, PSTs’ perception of students’ conceptions as well as their critical role for learning change towards an appreciating perspective. When confronted with alternative conceptions, PSTs begin to reflect critically on their own content knowledge and draw parallels between their personal learning processes and those of the students. In addition, starting points for future courses are outlined.
Individual Support in Inclusive Schools as Ethical Challenge: A Model Conception for the Acquisition of Ethical Literacy in Teacher Training
Die ethischen Fragen und Spannungsfelder individueller Förderung in inklusiven Schulen werden in der Ausbildung von Lehrkräften bisher nicht ausreichend behandelt. Gleichwohl wird erwartet, dass Lehrkräfte neben fachlichen und methodischen Kompetenzen auch ethische Kompetenzen in die Förderdiagnostik und das anschließende Fördervorgehen einbringen: Sie sollen ethische Implikationen ihrer Entscheidungen reflektieren, über eine wertebasierte Urteilsfähigkeit verfügen sowie Verantwortung für ihr pädagogisches Handeln übernehmen. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, wird in diesem Beitrag für die Einführung einer ethischen Ausbildung angehender Lehrkräfte plädiert. Vorgestellt wird eine Modellkonzeption für zwei konsekutive Module im bildungswissenschaftlichen Anteil von Lehramtsstudiengängen, in denen Studierende eine Ethical Literacy in Bezug auf ihr förderpädagogisches Handeln in inklusiven Schulen erwerben.The ethical questions and areas of tension of individual support in inclusive schools have not been dealt with sufficiently in the training of teachers up to now. Nevertheless, it is expected that teachers, in addition to professional and methodological skills, also have ethical skills to apply diagnostics and the subsequent process of individual support: They should reflect the ethical implications of their decisions, make value-based judgments and take responsibility for their pedagogical actions. In order to meet these requirements, this article advocates the implementation of an ethical education for prospective teachers. A model conception is presented for two consecutive modules in the educational science part of teacher training courses, in which university students acquire ethical literacy with regard to their pedagogical acting in inclusive schools
Educational Reconstruction as a Planning and Research Framework: Scientific Clarification, Design and Evaluation of a University Course on Learning and Memory
Empirische Studien zeigen, dass Studierende über ihr Stu-dium hinweg an Fehlvorstellungen zum Thema Gehirn und Lernen (Neuromythen) und transmissiven Lehr-Lern-Überzeugungen festhalten. Derartige Befunde stellen ein Gelingen des allgemeinen Studienziels in Frage, angehenden Lehrkräften ein angemessenes Konzept von Lernen nahezubringen. Mit dem Ziel, Biologielehramtsstu-dierende besser bei der Konstruktion wissenschaftlich angemessener Lehr-Lern-Vorstellungen zu unterstützen, wurde in dem im Rahmen dieses Beitrags beschriebenen Projekt das Modell der Didaktischen Rekonstruktion auf den Hochschulbereich übertragen und als Planungs- und Forschungsrahmen für die Gestaltung und Evaluation der universitären Lehrveranstaltung Gehirngerechtes Lernen – Konzept oder Mythos? verwendet. Im Beitrag wird das Modell der Didaktischen Rekonstruktion für die Hochschulbildung (MDRH) in seinen Unterschieden zu anderen Modellen vorgestellt. Erläutert wird, wie sich eine fachliche Klärung mit fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Analyse gestaltete und wie sie zur theoretischen Fundierung der Lehrveranstaltung genutzt wurde. Beschrieben wird weiterhin, wie sich die drei Lehrveranstaltungselemente (1) Verschachteltes Lehren von Seminarinhalten, (2) Erfahrungen stiften mit Methoden nachhaltigen Lernens, Lernversuchen und neurodidaktischen Prinzipien sowie (3) Einsatz von Konzeptwechseltexten gestalten, die mittels didaktischer Strukturierung konzipiert wurden. Erläuterungen übertragbarer Konzepte, Durchführungshinweise sowie Onlinematerial sollen einen Transfer ermöglichen. Ein Erfahrungsbericht fasst Evaluationsergebnisse zusammen und diskutiert Praktikabilität und Innovationskraft des MDRH für konstruktivistisches Lehren an Universitäten. Zusammengefasst zeigt sich am Beispiel des Themas Gehirn und Lernen, dass sich das MDRH in der Hochschulbildung anwenden lässt, die didaktisch rekonstruierte Lehrveranstaltung Gehirn und Lernen – Konzept oder Mythos? positive Wirkungen auf Professionswissen, Lehr-Lern-Überzeugungen und Fehlvorstellungen Biologielehramtsstudierender erzielt und die fachliche Klärung zur Theoriebildung in Bezug auf Neuromythen, Professionsforschung und Hochschuldidaktik beitragen kann.Empirical studies show that university students retain misconceptions about learning and memory (neuromyths) and transmissive beliefs about teaching and learning throughout their studies. These findings call into question whether university teacher education’s general goal of providing pre-service teachers with an appropriate concept of learning is being met. To better support pre-service teachers in constructing scientifically-appropriate conceptions about teaching and learning, the project described in this article transferred the Model of Educational Reconstruction to university education – employing it as a planning and research framework to design and evaluate the university course Brain-friendly Learning – Concept or Myth?. This article presents the Model of Educational Reconstruction for Higher Education (ERM-HE), highlighting its differences to other models. It outlines how a scientific clarification including different analysis was used as a theoretical foundation for the course at hand. The article also presents how the three learning elements (1) interleaved teaching of content, (2) experiences with learning experiments, sustainable learning methods, and neurodidactic principles and (3) conceptual change texts were constructed. Transferrable concepts, implementation tips, and online materials are provided to encourage further use. An experience report summarizes the evaluation results and discusses the practicality and innovation of ERM-HE for constructive learning at universities. In brief, the pre-sented example concerning learning and memory shows that the ERM-HE is applicable to university education, that the course Brain-friendly Learning – Concept or Myth? had positive effects on pre-service biology teachers’ professional knowledge, beliefs about teaching and learning, and misconceptions, and that the scientific clarification contributed to theory-building on neuromyths, profession research, and university didactics
Educational Reconstruction of a Teacher Training Concept for Interdisciplinary Science Education
Der vorliegende Artikel stellt die fachdidaktische Entwicklung einer Lehrkräftefortbildung nach dem Modell der Didaktischen Rekonstruktion vor. Ziel ist es, Lehrkräfte auf das Unterrichten fächerübergreifender Naturwissenschaften fachlich wie fachdidaktisch vorzubereiten. Die Studie legt dar, dass Basiskonzepte, naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen, Kontextorientierung und Experimente sinnstiftende Konstruktionskriterien sind. Der Fokus dieses Artikels liegt auf der empirisch begleiteten Analyse ausgewählter Fortbildungsinhalte. Umrahmt wird die inhaltliche Rekonstruktion durch eine Interviewstudie und ein begleitendes Evaluationskonzept. Die so entwickelte Fortbildung ist durch die fachliche Fundierung physikalischer, chemischer und biologischer Grundlagen gekennzeichnet. Dabei wird insbesondere die Rolle von fachfremdem Unterricht be-rücksichtigt, der für fächerübergreifende Naturwissenschaften charakteristisch ist. Mit Blick auf diese besondere Situation diskutiert der Artikel spezifische Herausforderungen im integrierten Unterricht und liefert Beiträge für eine weitere Professionalisierung von Lehrkräften für diese Unterrichtsform.This article introduces the didactic development of teacher training according to the Model of Educational Reconstruction. The aim is to prepare teachers for the teaching of interdisciplinary natural sciences, both subject-specifically and didactically. The study shows that basic concepts, scientific inquiry, context-based teaching, and experiments are meaningful design criteria. The focus of this article is on the empirical analysis of selected training content. The content reconstruction is framed by an interview study and an accompanying evaluation concept. The training thus developed is characterized by the focus on physical, chemical and biological foundations. In particular, the role of non-specialist teaching, which is characteristic of interdisciplinary science, is taken into account. Considering this particular challenge, the article discusses specific challenges in interdisciplinary education and contributes to the further professionalization of teachers in this type of teaching