Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
Not a member yet
321 research outputs found
Sort by
Becoming a Teacher in Times of Corona – A Qualitative Study on the Professionalisation of (Prospective) Teachers under Pandemic Condition: A Qualitative Study on the Professionalisation of (Prospective) Teachers under Pandemic Conditions
Die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen und Einschränkungen stellt das Schulsystem vor große Herausforderungen, die umfangreich erforscht werden. Zum Gesamtbild gehört auch die Lehrer*innenbildung, die ebenfalls von den Folgen der Pandemie betroffen ist (z.B. Wegfall von Praxiserfahrungen aufgrund von Schulschließungen), jedoch bislang keinen Schwerpunkt der Forschung darstellt. Hier setzt der vorliegende Beitrag an mit dem Ziel, die Bedeutung der Pandemie für die Professionalisierung von (angehenden) Lehrkräften zu untersuchen. In der vorgestellten, auf zwölf problemzentrierten Interviews basierenden qualitativen Studie wurde untersucht, wie diese das Lehrer*in-Werden in unterschiedlichen Phasen ihres Bildungsgangs (Lehramtsstudium, Vorbereitungsdienst und Berufseinstieg) erleben und deuten, wie sie Entwicklungsaufgaben begegnen und welche Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten sich für sie daraus ergeben. Im Ergebnis zeigen sich sieben relevante Aspekte der Handlungspraxis, die auf jeweils kontrastierende Orientierungen verweisen und mit denen es in komparativer Analyse möglich ist, die Fälle voneinander zu unterscheiden. Von den Besonderheiten der Einzelfälle abgelöst werden drei Typen gebildet: Fällen vom Typ 1 gelingt es, sich mit der Pandemiesituation zu arrangieren (etwa durch die Etablierung neuer, an die Situation angepasster Handlungsroutinen). Typ 2 umfasst Fälle, die die Pandemie als Zeit des Leidens erleben, wodurch die eigene Professionalisierung erheblich beeinträchtigt wird. Fälle vom Typ 3 begreifen die Corona-Zeit als Möglichkeitsraum und ergreifen Gelegenheiten (z.B. Verkürzung des Masterstudiums durch die mit den weitgehend digital angelegten Semestern einhergehende zeitliche Flexibilisierung des Studiums). Eine Zusammenfassung und Diskussion notwendiger Handlungskonsequenzen für die verschiedenen Akteur*innen in der Lehrer*innenbildung runden den Beitrag ab.The Corona pandemic with its effects and restrictions poses major challenges for the school system, which are being extensively researched. The overall picture includes teacher training, which is also affected by the consequences of the pandemic (e.g., loss of practical experience due to school closures), but has not yet been a focus of research. This is where this article comes in with the aim of examining the importance of the pandemic for the professionalisation of (prospective) teachers. The qualitative study presented, based on twelve problem-centered interviews, examined how teachers experience and interpret becoming a teacher in different phases of their education programme (teaching degree, preparatory service and career entry), how they encounter development tasks and what options for action and design result for them. The result shows seven relevant aspects of practice, each of which refers to contrasting orientations, with which it is possible to distinguish the cases from one another in comparative analysis. Abstracted from the peculiarities of the individual cases, three types are formed: Type 1 cases manage to come to terms with the pandemic situation (e.g., by establishing new routines that are adapted to the situation). Type 2 includes cases who experience the pandemic as a time of suffering, which significantly impairs their own professionalisation. Type 3 cases see the Corona period as a space of opportunities and seize them. A summary and discussion of the necessary consequences for action for the various actors in teacher education complete the article
Teaching Internships during the COVID-19 Pandemic – Tasks, Formats and Students’ Learning Experience
Durch den Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat sich das Angebot an schulpraktischen Lerngelegenheiten für Studierende erheblich verändert. In Österreich wurden die schulpraktischen Anteile überwiegend im Distanz-Modus durchgeführt. Der Beitrag stellt die Ergebnisse einer explorativen Studie vor, bei der 213 österreichische Lehramtsstudierende zu den Praktikumsformaten während der COVID-19-Pandemie, zu ihren Lernerfahrungen sowie zu Lerngelegenheiten, die sie in diesem Rahmen vermisst haben, befragt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Formate, die synchron durchgeführt wurden, aus Studierendensicht zu besseren Lerngelegenheiten führten, während asynchrone Formate tendenziell negativer bewertet wurden.Due to the outbreak of the Covid-19 pandemic, the options for teaching practice for students underwent considerable change. In Austria teaching internships was predominantly carried out in distance mode. The article presents the results of an exploratory study questioning 213 Austrian student teachers concerning formats of practical training during the Covid-19 pandemic, their learning experiences as well as options for learning they missed in these settings. Results indicate that especially formats that were carried out synchronous were better opportunities for learning from the students’ point of view whereas asynchronous formats were by trend rated adversely
Irritation of Interaction: A Seminar to Facilitate Critical-Reflective Thinking
Jede aktive Auseinandersetzung mit dem Phänomen Behinderung ist eine leibliche Fremdheitserfahrung (vgl. Singer, 2018). Lehrkräfte sollen eine professionelle Haltung zu Inklusion entwickeln, deren Diskurs häufig auf Behinderung verengt wird (vgl. Dannenbeck, 2015, S. 237f.). Je nach (bewussten) Vorerfahrungen und -urteilen gegenüber Menschen mit Behinderungen bedarf es langfristiger Einstellungsänderungen, z.B. durch Konfrontation mit eigenen Ängsten (vgl. Haubl, 2015). Sie können durch irritierende biografische Lernanlässe (vgl. Schäffter, 1997) angestoßen und unterstützt werden. Der Beitrag skizziert ein erstmals im Wintersemester 2018/2019 an einer Universität durchgeführtes Seminarkonzept. Unter dem Titel „Behindert-Sein oder Behindert-Werden“ werden ausschließlich Behinderungsphänomene theoretisch und erfahrungsbasiert fokussiert. Eine wahrnehmbar beeinträchtigte Erziehungswissenschaftlerin und eine Soziologin leiten gemeinsam die wöchentliche, im Bachelor-Grundlagenmodul „Bildung, Sozialisation, Erziehung“ verortete Veranstaltung für u.a. Soziologie-, Pädagogik- und Lehramtsstudierende. Die offensiv thematisierte Beeinträchtigung einer Lehrenden irritiert Studierende eventuell. Sie begleitet die theoriegeleitete, diskursive Gegenstandsannäherung ebenso wie studentische Vorannahmen und -erfahrungen mit (eigener) Behinderung. Sofern Studierende sich darauf einlassen können und nicht aktiv vermeiden, ermöglicht beides kritische (Meta-)Reflexion und Sensibilisierung. Als Studienleistung setzen sich die Studierenden in einem unbenoteten Portfolio mit ihrer individuellen Einstellungsveränderung zu Behinderung auseinander. Sie wählen frei zwischen eigenen Erfahrungen, Anstößen durch die Interaktion mit Lehrenden und Kommiliton*innen, Narrationen der Lehrenden zu ihrer Lebenssituation, wissenschaftlichen und medial vermittelten Inhalten und Materialien. Das Interesse an geschilderten Beeinträchtigungserfahrungen der Lehrenden ist groß und wird wiederkehrend im Seminarverlauf und in den Portfolios aufgegriffen.Conscious irritations of interaction as reflection offer to learn more about phenomena of disability and handicap: a seminar concept to facilitate a critical-reflective attitude. Every active debate about the phenomenon disability is a physical experience of strangeness (cp. Singer, 2018). Teachers should develop a professional attitude towards inclusion, the discourse on which is often narrowed on disability (cp. Dannenbeck, 2015, pp. 237f.). Depending on (conscious) experiences with disabled people, long-term attitude changes become necessary, which are realized by confrontations with individual anxieties for example (cp. Haubl, 2015). They may be initiated and supported by irritating biographical learnings (cp. Schäffter, 1997). The article describes a unique seminar in the winter term 2018/ 2019 at university. An educationalist with a visible handicap and a sociologist organized it. Students of educational science, sociology and student teachers participated. The offensively focused teacher’s disability may irritate students. It accompanies the discussion, which is based on theory, as well as student’s guesses and experiences with disability. Both facilitate student’s critical (meta-)reflection and may also sensitize them. Their willingness to identify learning occasions instead of active avoidance is required. The unmarked task for students is a portfolio questioning the individual change of attitude towards disability and handicap. They freely choose between reflecting individual experiences, inputs caused by experienced interactions with the teachers or other students, narrations by the handicapped educationalist about her situation, media and scientific content and other material. The interest in narrations by the teacher with handicap is big and gets space throughout the seminar
Social Inequality in the Education of Physical Education Teachers: A Concept to Sensitize Future PE Teachers at Bielefeld University
Soziale Ungleichheit prägt die deutsche Gesellschaft nach wie vor. Ihre Effekte durchziehen das Bildungssystem und werden auch im Schulsport deutlich sichtbar. Deshalb müssen sich (Sport-)Lehrkräfte der Herausforderung stellen, die Auswirkungen sozialer Ungleichheit im Schulsport fachgerecht zu bearbeiten und sie bestenfalls zu kompensieren. Das Seminar „Umgang mit Heterogenität: Sportunterricht im Kontext sozialer Ungleichheit“ hat sich daher zum Ziel gesetzt, Sportlehramtsstudierende dazu zu befähigen, Wirkungsmechanismen sozialer Ungleichheit im Schulsport zu identifizieren, Schüler*innen individuell sensibel zu begegnen und damit die Reproduktion sozialer Ungleichheit zu verhindern. Im vorliegenden Beitrag werden drei dieser Sitzungen, die auf Basis des Konzepts der „reflexiven Inklusion“ von Budde und Hummrich (2013) konzipiert wurden, im Detail vorgestellt und hinsichtlich ihrer Zielerreichung evaluiert.Social inequality continues to shape German society and its effects are clearly visible in the education system and especially in physical education. As a result, (PE) teachers have to face the challenge of professionally addressing and, at best, compensating for the effects of social inequality in physical education. The seminar “Dealing with Heterogeneity: Physical Education in the Context of Social Inequality” has therefore set itself the goal to enable physical education students to identify mechanisms of social inequality in physical education, to deal sensitively with individual pupils and thus to prevent the reproduction of social inequality in physical education. Three of the sessions, which were designed on the basis of the concept of ‘reflexive inclusion’ by Budde and Hummrich (2013), are presented in detail in this article and evaluated with regard to the achievement of their objectives
Conception and Evaluation of an Open Educational Resource (OER) for the Linguistic Support of Students in Argumentative Writing in Geography Lessons in the Context of Teacher Education
Im Rahmen der Hochschullehre für Lehramtsstudierende der Geographie wurde im Zuge des BMBF-Projekts „Generalisierbarkeit und Transferierbarkeit digitaler Fachkonzepte am Beispiel mündiger digitaler Geomediennutzung in der Lehrkräftebildung“ (DiGeo) eine Open Educational Ressource zum Thema „Sprachliche Förderung beim argumentativen Schreiben im Geographieunterricht für die Lehrer*innenbildung“ konzipiert. Diese kann in Seminaren verwendet werden, um den angehenden Lehrkräften auf Schüler*innen angepasste sprachliche Fördermethoden aufzuzeigen, die sie in ihrem späteren Geographieunterricht didaktisch-begründet einsetzen können. Diese sprachlichen Unterstützungsmethoden zum argumentativen Schreiben sind relevant, um Schüler*innen dazu zu befähigen, eine Positionierung zu gesellschaftlichen Diskursen zu artikulieren. Die Open Educational Ressource (OER) bildet Lehramtsstudierende dahingehend aus, argumentative Schüler*innentexte auf sprachliche Fehler zu untersuchen, diese zu benennen und anhand dessen passendes Fördermaterial zu gestalten und didaktisch zu begründen. Der Artikel stellt die OER vor und evaluiert anhand eines dreischrittigen Auswertungsverfahrens, wie das Lernmodul „Sprachliche Förderung beim argumentativen Schreiben“ dazu beiträgt, die Kompetenzen von Studierenden bezüglich der Ausgestaltung und didaktischen Begründung von sprachlichen Fördermaterialien zum argumentativen Schreiben im Geographieunterricht auszubauen.Within the framework of university teaching for student teachers of geography, an open educational resource on the topic of “Language Support in Argumentative Writing in Geography Lessons for Teacher Training” was designed in the course of the project “Generalisability and Transferability of Digital Subject Concepts, using the Example of Responsible Digital Geomedia Use in Teacher Education”. This can be used in seminars to show trainee teachers linguistic support methods adapted to pupils, which they can use in their later geography lessons in a didactically justified way. These linguistic support methods for argumentative writing are relevant to enable students to articulate a position on social discourses. The Open Educational Resource (OER) trains student teachers to examine students’ argumentative texts for linguistic errors, to identify them and to use them to design and didactically justify suitable support material. The article presents the OER and evaluates how the learning module “Linguistic Support for Argumentative Writing” contributes to the development of students’ competences in the design and didactic justification of linguistic support materials for argumentative writing in geography lessons by means of a three-step evaluation procedure
Understanding, Utilising, and Shaping the Spatial Conditions of School: “Spatial Literacy” as a Subject Matter in Teacher Training
Versteht man Schulgebäude nicht einfach als „containers within which learning activities occur“, sondern vielmehr als „‚built pedagogies‘ that could influence teaching and learning practices, activities and behaviours“ (Cleveland & Fisher, 2014, S. 23), dann gerät die derzeitige Forderung nach einer Wende vom „Klassenzimmer zur Lernlandschaft“ in besonderem Maße auch zu einer Angelegenheit der Lehrer*innenbildung. Dies berücksichtigend, wird in der englischsprachigen Diskussion zum Thema seit einigen Jahren vermehrt für eine gezielte Förderung der schulraumbezogenen „Spatial Literacy“ von Lehrer*innen plädiert: dafür also, diese ganz grundsätzlich für die pädagogische Bedeutung des Raumes in der Schule zu sensibilisieren und sie zugleich systematisch auf die Inbesitznahme und dauerhafte Nutzung eines neuen, möglicherweise deutlich offeneren Schulgebäudes vorzubereiten. Im Aufsatz wird daher der Versuch unternommen, ebendiese spezifische Form der schulraumbezogenen Professionalisierung von Lehrer*innen theoretisch genauer zu fassen und zu diskutieren – wobei zu diesemZweck insbesondere drei Dimensionen der schulraumbezogenen Spatial Literacy von Lehrer*innen in den Blick genommen werden: Verstehen, Nutzen und Gestalten.Understanding school buildings not simply as “containers within which learning activities occur”, but instead as “‘built pedagogies’ that could influence teaching and learning practices, activities and behaviours” (Cleveland & Fisher, 2014, p. 23) makes current demands for a turn from classroom to learning landscape an issue to be addressed in teacher training. With this premise in mind, the idea of fostering “spatial literacy” among teachers has increasingly been ad-dressed in English-speaking discussions of this topic in the last few years. Specifically, this means raising teachers’ awareness of the pedagogical significance of spatial conditions of school as well as systematically preparing them for permanently occupying and inhabiting a new, possibly more open-plan school building. This article therefore attempts to define and discuss this specific form of teacher professionalisation with regard to school architecture – while considering three dimensions of spatial literacy with a specific focus on schools: understanding, utilising, and shaping
Blended Learning Training for Inquiry-Based Learning in Science and Technology Education
In diesem Artikel wird das Konzept einer Blended-Learning-Fortbildung für Lehrkräfte zur Unterstützung von Forschendem Lernen in der Grundschule vorgestellt, das im Rahmen des Programms Experimento der Siemens Stiftung entwickelt wurde. Zielsetzungen sind die Vermittlung von fachlich-methodischem Wissen zum Forschenden Lernen und dessen Operationalisierung im Forschungskreis zum Experimentieren sowie insbesondere der Wissenstransfer auf die aktuelle Unterrichtspraxis. Um diese Ziele zu erreichen, wurde sowohl auf die Lehrmethoden des Blended Learning und problembasierten Lernens als auch auf mediendidaktische Gestaltungselemente zurückgegriffen. Mithilfe einer digitalen Lernumgebung haben die Lehrkräfte im Blended Learning die Möglichkeit, zeitlich und räumlich flexibel auf die Lerninhalte zuzugreifen, um Experimente für ihren Unterricht vorzubereiten. Im Rahmen des problembasierten Lernens werden digitale authentische Unterrichtsvideos bereitgestellt, die zahlreiche didaktischeAnknüpfungspunkte zur Aufbereitung des Unterrichts bieten. Mediendidaktische Gestaltungselemente ermöglichen auch eine fokussierte inhaltliche Bearbeitung und sinnstiftende kognitive Verarbeitung. Die digitale Lehr-Lernumgebung ist allen Bildungsinteressierten nach Anmeldung frei zugänglich.This article presents a blended learning training for teachers to foster inquiry-based learning in elementary schools, which was developed within the program Experimento of the Siemens Stiftung. The objectives are knowledge acquisition on inquiry-based learning and its operationalization with a research cycle for experimenting as well as knowledge transfer to actual teaching practice. To achieve these objectives, didactical approaches like blended learning and problem-based learning were applied as well as media-didactical design elements. The digital phases in the blended learning approach make it possible for teachers to learn flexibly at their own pace to acquire knowledge for experimenting and prepare experiments for their lessons. Problem-based learning includes authentic classroom video sequences which offer numerous didactical connecting factors for preparing a teaching outline. Media didactical design elements enable focused and meaning-ful content processing. After registration, the digital teaching-learning environment is freely accessible to all those interested in education
Linking Competences for Inclusion and Digitalisation Required in Teach-er Training: Theoretical and Conceptual Foundations of the Learning and Teaching Environment inklud.nrw
Inklusions- und digitalisierungsbezogene Kompetenzen bilden aktuelle Querschnittsaufgaben der Lehrkräftebildung. Eine systematische, konzeptionelle Verzahnung beider Anforderungsbereiche in Schule und Hochschule steht bislang aus, obwohl Synergieeffekte sowohl für Schüler*innen als auch für angehende Lehrkräfte zu erwarten sind. Es bedarf daher entsprechender Professionalisierungsangebote, die Inklusion und Digitalisierung sinnvoll aufeinander beziehen. Im Projekt inklud.nrw erfolgt dies in einem hochschuldidaktischen Lehr-/Lernkonzept für die bildungswissenschaftliche Lehrkräftebildung mittels der Methode der Fallarbeit. Inklusion und Digitalisierung werden dabei in der Orientierung am Ziel der umfänglichen Teilhabe aller Schüler*innen verzahnt; Studierende werden für die pädagogische und didaktische Gestaltung inklusivmedialen Unterrichts qualifiziert. Der Beitrag zeigt auf, wie eine solche innovative Lehr-/Lernumgebung theoretisch fundiert und konzeptionell gestaltet werden kann. Dazu werden die theoretischen Grundlagen beider Bezugsdisziplinen entfaltet, in praxeologischer Perspektive Einblicke in die konzeptionelle Gestaltung des Lehr-/Lernmaterials inklud.nrw für die bildungswissenschaftliche Lehre insbesondere in den Studiengängen der Primar- und Sekundarstufe I gewährt und dabei Fragen der Qualitätssicherung aufgeworfen.The acquisition of competences concerning inclusion and digitalization represents current cross-sectional tasks in teacher training. A systematic, conceptual interlocking of both in school and university has not yet been achieved, although synergy effects can be expected for students as well as for teachers. Therefore, suitable offers for professionalization, which link inclusion and digitalization in a meaningful way, are needed. The project inklud.nrw uses case work to develop a learning concept for teacher training in educational sciences. Inclusion and digitalization are linked to ensure the full participation of all pupils; students are to be qualified for the pedagogical and didactical design of inclusive media teaching. The article shows exemplarily how this type of innovative learning environment can be theoretically founded and conceptually designed. At the same time, questions of sustainable quality assurance are raised
Fostering Becoming Teachers’ Parent Communication Competence: Efficacy of a Brief Intervention
Elterngespräche sind eine wichtige Aufgabe von Lehrpersonen, die in der Ausbildung oft vernachlässigt wird. Für einige Trainingspro-gramme liegt positive Wirksamkeitsevidenz vor, ein Transfer dieser Programme zwischen Hochschulen ist jedoch schwierig. Im vorliegenden Beitrag wird daher ein kurzer Lehrbaustein zur Elternberatung beforscht, der auf eine leichte Übertragbarkeit hin entwickelt wurde. Ziel des Beitrags ist die empirische Prüfung der Wirksamkeit des Lehrbausteins, der zwei Präsenzsitzungen sowie zwei Videoreflexionsaufgaben umfasst. Als Assessment von Gesprächsführungskompetenz dienten simulierte Elterngespräche mit trainierten Schauspieler*innen. In einer experimentellen Studie wurden Studierende, die den Lehrbaustein durchlaufen hatten (Untersuchungsgruppe), mit untrainierten Studierenden (Wartekontrollgruppe) verglichen. Als Kovariaten von Gesprächsführungskompetenz wurden die bisherige Studiendauer sowie das beratungsbezogene Selbstkonzept berücksichtigt. Die videographierten Gespräche wurden von geschulten Rater*innen mit hoher Reliabilität beurteilt. Die Ergebnisse zeigen einen statistisch bedeutsamen, moderaten Trainingseffekt der trainierten im Vergleich zu den untrainierten Studierenden, was für die Wirksamkeit des Lehrbausteins spricht. Der Trainingseffekt blieb auch unter Einbezug des Beratungsselbstkonzepts und der Studiendauer als Kovariaten bestehen, wobei sich das Selbstkonzept einflussreich bzgl. der Performanz im simulierten Elterngespräch zeigte. Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass sich durch einen kurzen didaktischen Baustein messbare Effekte hinsichtlich der Gesprächsführungskompetenz erzielen lassen.Despite communicating with parents being an important professional task, the respective competencies are often not part of teacher education curricula. Some existing training programs with positive evidence for their efficacy are quite time-consuming and are not thoroughly documented – which makes it difficult to transfer them between different teacher education curricula. Hence, we have developed a didactically innovative and concise instructional module about communication with parents. It has been designed to be easily transferred between different curricula. In this empirical study, we research the efficacy of the instructional module which comprises two lessons in person and two video-based reflection-exercises as homework. As an assessment of communication competence, we used simulated conversations with trained actors. In an experimental study, students who had worked on the instructional module (intervention group) were compared with untrained students (wait list control group). As covariates of our dependent variable, conversation competence, we took the semesters studied and the counselling-related self-concept into account. The videotaped conversations were judged by trained raters with high reliability. Our analyses showed a statistically relevant, but moderate effect of the trained compared to the untrained students, which is an indicator for the effectiveness of the instructional module. The effect remained stable when taking the counselling-related self-concept and the semesters studied into account. The self-concept, however, showed to be relevant for the performance in the simulated conversations. Our results amend existing research because they illustrate that by means of a rather brief didactic module, tangible effects regarding communication competence can be achieved
The acquisition of ethical skills in teacher training from the perspective of students
Die Veränderung der Schullandschaft hin zu einem inklusiven Bildungssystem geht mit vielfältigen ethischen Herausforderungen einher, die sich Lehrkräften im Umgang mit heterogenen Lerngruppen, bei der individuellen Förderung von Schüler*innen sowie der Realisierung ihrer Bildungschancen und sozialen Teilhabe stellen. In der inklusionsorientierten Lehramtsausbildungwird der Erwerb ethischer Kompetenzen bisher jedoch vernachlässigt. Erstmals wurden Lehramtsstudierende (N = 517) im Rahmen einer Online-Befragung um Einschätzungen zum Bedarf und zur Relevanz einer ethischen Ausbildung gebeten. Studierende erachteten ethische Kompetenzen für ein breites Spektrum schulischer Aufgaben als notwendig; dennoch gaben nur 16,7 Prozent an, in ihrem bisherigen Studium entsprechende Kompetenzen erworben zu haben. Auch die Vermittlung weiterer Lehrkraftkompetenzen für die Tätigkeit in inklusiven Schulen wurde als gering ausgeprägt erlebt. Die Studierenden wünschten sich hier Kompetenzzuwächse und sprachen sich dafür aus, dass die Vermittlung ethischer Kompetenzen zukünftig im Lehramtsstudium einen höheren Stellenwert einnimmt. Als vorrangige Lern- und Kompetenzziele gaben sie an, ethische Entscheidungen kritisch reflektieren und in der Kommunikation mit Anderen argumentativ begründen zu können. Eine anwendungsbezogene Ausbildung zogen sie dem Erwerb ethischen Grundlagenwissens deutlich vor. Erfahrungen im Praxissemester hatten auf den Wunsch nach Vermittlung ethischer Kompetenzen in der Lehramtsausbildung keinen Einfluss. Es zeigten sich aber Bezüge zu einer positiven Einstellung zur schulischen Inklusion sowie zu Erwartungen bezüglich diverser Tätigkeiten und Arbeitsweisen von Lehrkräften in inklusiven Schulen. Insgesamt bringen die Ergebnisse zum Ausdruck, dass Lehramtsstudierende sich auf die ethische Dimension ihres pädagogischen Handelns in inklusiven Schulen nicht hinreichend vorbereitet fühlen. Ihr Wunsch nach einer berufsethischen Qualifizierung in der universitären Erstausbildung sollte in zukünftigen Studiengangsentwicklungen berücksichtigt werden.The changes to the German school landscape toward a more inclusive educational system is accompanied by a variety of ethical challenges that teachers face when dealing with heterogeneous learning groups, in pursuit of supporting individual students and in helping them realize their educational opportunities and achieve social participation. In inclusion-oriented teacher training, however, the acquisition of ethical skills has so far been neglected. For the first time, student teachers (N=517) were asked to assess the need and relevance of ethical training in an online survey. Ethical skills were considered necessary by the students for a wide range of school tasks; nevertheless, only 16.7% stated that they had acquired the relevant skills in their previous studies. The imparting of additional teacher skills for work in inclusive schools was also experienced as poorly developed. The students wished for an increase in competence and spoke out in favor of the teaching of ethical competences taking on a higher priority in future teacher training courses. They stated that the primary learning and competency goals were to be able to critically reflect on ethical decisions and justify them with arguments in communication with others. Application-related training was clearly preferred to the acquisition of basic ethical knowledge. Overall, the results demonstrate that student teachers do not feel adequately prepared for the ethical dimension of their pedagogical actions in inclusive schools. Their desire for a professional ethics qualification in the initial university education should be taken into account in future course developments