Herausforderung Lehrer_innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ - Universität Bielefeld)
Not a member yet
321 research outputs found
Sort by
A Cooperative Seminar to Prepare Special Needs Education and Science Education Student Teachers for Collaborative Inclusive Science Teaching
Die Bildung angehender Naturwissenschaftslehrkräfte sowie von angehenden Sonderpädagog*innen ist an zahlreichen Universitäten getrennt institutionalisiert. Studierende, die sich für ein Lehramtsstudium der Sonderpädagogik bzw. der naturwissenschaftlichen Fächer im Regelschullehramt entschieden haben, werden in ihrer späteren Berufspraxis mit Anforderungen konfrontiert, in denen sie kooperativ mit Lehrer*innen der jeweils anderen Lehramtsprofession inklusiven Naturwissenschaftsunterricht planen, durchführen und reflektieren müssen. In der Schulpraxis ist deshalb eine erfolgreiche Kooperation von sonderpädagogischen Lehrkräften und Regelschullehrkräften ein zentraler Baustein für die Förderung aller Schüler*innen in einem inklusiven Naturwissenschaftsunterricht. Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel des vorliegenden Beitrags darin, ein kooperatives Seminarkonzept zu präsentieren, welches grundlegende Kompetenzen und Haltungen von angehenden Regelschullehrkräften und Sonderpädagog*innen zur kooperativen Gestaltung eines inklusiven naturwissenschaftlichen Unterrichts in den Blick nimmt.The education of prospective science teachers and prospective special education teachers is institutionalized separately at numerous universities. Students who have chosen to study special education or science subjects are confronted with requirements in their later professional practice in which they have to plan, implement and reflect on inclusive science lessons cooperatively with teachers of the respective other teaching profession. In school practice, successful cooperation between special education teachers and science teachers is therefore a central component for the support of all learners in an inclusive science classroom. Against this background, the aim of this paper is to present a cooperative seminar concept that focuses on basic competencies and attitudes of prospective science teachers and special educators for the cooperative design of inclusive science instruction
Professionalization in a Course Involving Teaching Units at a Scientific Out-of-School Program: Correlations between Professional Competences and Self-Efficacy Beliefs in a Course Involving Teaching Units at a Biology-Specific Scientific Out-of-School Program
Um Lerngelegenheiten im Biologieunterricht erfolgreich gestalten zu können, benötigen angehende Lehrkräfte entsprechende professionelle Kompetenzen. Grundlage dieser Kompetenzen ist das Professionswissen, dessen Transfer in professionelles unterrichtliches Handeln eine Herausforderung für angehende Lehrkräfte darstellt. Die fachdidaktische Lehrer*innen-Selbstwirksamkeitserwartung als Element der Handlungsregulation beeinflusst diesen Transfer, da sie unmittelbare Auswirkungen auf die Auswahl von Zielen und Verhaltensweisen hat. Lehr-Lern-Labor-Seminaren wird im Rahmen der universitären Ausbildung das Potenzial zugeschrieben, professionelle Handlungskompetenzen bei angehenden Lehrkräften anzubahnen und über Praxiserfahrungen in authentischen Lehr-Lern-Situationen Einfluss auf deren Selbstwirksamkeitserwartung zu nehmen. Es finden sich bisher aber nur wenige Untersuchungen zur Wirksamkeit dieser Lehr-Lernformate im Bereich der Biologiedidaktik, wobei die Frage nach Zusammenhängen zwischen professioneller Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeitserwartung sowie nach der Wirkung von Lehr-Lern-Labor-Seminaren auf diese schwierig zu untersuchenden Merkmale derzeit offen bleibt. In der vorliegenden Studie wurden mit einer Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden im Pre-Post-Design die professionelle Handlungskompetenz sowie die Selbstwirksamkeitserwartung von angehenden Lehrkräften (N = 89) im Kontext eines biologiedidaktischen Lehr-Lern-Labor-Seminars untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das untersuchte Lehr-Lern-Labor-Seminar positive Effekte auf verschiedene Facetten der professionellen Handlungskompetenz sowie auf die Selbstwirksamkeitserwartung in Bezug auf die Durchführung von Experimenten mit Lernenden hat. Darüber hinaus konnten nach der Teilnahme deutlichere Zusammenhänge zwischen den untersuchten Konstrukten festgestellt werden.Prospective teachers need professional teaching competence to successfully create learning opportunities in Biology lessons. However, the transfer of the theoretical professional knowledge, which is the pre-condition for this competence, into teaching performance is a challenge for prospective teachers. Self-efficiacy beliefs are seen as an element of regulation and influence this transfer as they have effects on the teachers’ choice of goals and behaviors. Didactic courses involving teaching-learning laboratories are supposed to initiate professional competence of prospective teachers and have an influence on self-efficiacy beliefs. So far, there are only few studies, which examine the effectiveness of these formats in the field of didactics of Biology. The question whether professional competences and self-efficiacy beliefs show a correlation and which effects the participation in a course involving a teaching-learning laboratory might have on this correlation cannot be answered yet. The present study examines professional competences and self-efficiacy beliefs in a pre-post design for a course involving a teaching-learning laboratory in Biology. The results indicate a positive effect of participation in this course on different facets of professional competence as well as on the self-efficiacy beliefs concerning the performance of conducting experiments with students. Furthermore, after participation in this course, there were more clear correlations between the examined variables
Professionalism in Teacher Education for Special Needs Education from a Meta-Reflexive Perspective
Die Diskussion um Professionalität als Zielgröße der Lehrer*innenbildung wurde in den vergangenen Jahren intensiv geführt. Der sonderpädagogische Diskurs stellt in diesem Zusammenhang einen Sonderfall dar. Es haben sich hier eigene und teils kontroverse Vorstellungen davon etabliert, was unter Professionalität verstanden werden kann. Dieser Beitrag stellt sonderpädagogische und allgemeine bildungswissenschaftliche Betrachtungen von Professionalität nebeneinander und bietet durch die Einführung von Meta-Reflexivität eine Sichtweise an, wie diese Perspektiven als sich nicht wechselseitig ausschließend, sondern als synergetische Ergänzungen zur Bestimmung des Kerns sonderpädagogischer Professionalität und zur Modellierung einer entsprechenden Professionalisierungspraxis angesehen werden können.Professionalism as a goal of teacher education has been intensely discussed during the last couple of years. The corresponding academic discourse in special needs education is unique: discrete conceptions of professionalism have been established and debated in controversial ways. This paper juxtaposes special needs education and general education considerations of professionalism. Introducing meta-reflexivity as a theoretical perspective can help to understand these lines in a way so that they don’t mutually exclude each other but can be used as synergetic amendments to define the form and content of professionalism in special needs education more precisely
The Role Hat as Medium : Clarification Processes in the Context of Mul-tiprofessional Cooperations as Topic of Teacher and Social Worker Education and Training at the University
Multiprofessionelle Kooperation zwischen allgemeinen und sonderpädagogischen Lehrkräften und mit weiteren Fachkräften, u.a. der Schulsozialarbeit, der Schulpsychologie und mit Schulbegleitungen, gilt bei der Entwicklung inklusiver Schulen als zentrale Stellschraube. Dementsprechend wird Kooperation im Kontext Schule auch in der universitären Ausbildung von zukünftig miteinander kooperierenden Professionen sowie in Fortbildungen für Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams verstärkt ins Blickfeld gerückt. Zugleich lässt sich beobachten, dass in inklusiven Schulen bislang vermeintlich klare Zuständigkeiten, insbesondere zwischen Sonder- und Sozialpädagog*innen, aufweichen und neu austariert werden müssen. Bei der Entwicklung multiprofessioneller Teams gilt die Klärung von Rollen und Aufgaben als eine besondere Herausforderung, wenn unterschiedliche Professionen mit unterschiedlichen institutionellen Anbindungen und pädagogischen Zielperspektiven oder Grundhaltungen mitei-nander kooperieren. Das vorgestellte Instrument – der Rollenhut – dient dazu, in multiprofessionellen Gruppen eine individuelle Reflexion über die eigenen Aufgaben anzustoßen und auf dieser Grundlage gemeinsam über die gegenseitigen Erwartungen und Rollen zu diskutieren. Das Instrument wurde im Kontext von Fortbildungen multiprofessioneller Teams an Schulen konzipiert und auch im Rahmen der universitären Lehrer*innenbildung erprobt.Multiprofessional cooperation between general and special education teachers and with other specialists, including school social work, school psychology and school support services, is considered a key factor in the development of inclusive schools. Accordingly, cooperation is being given greater attention in university training for professions that will cooperate with each other in schools in the future, as well as in onsite trainings for teachers and multiprofessional teams. At the same time, it can be observed that in inclusive schools, previously supposedly clear responsibilities, especially between special educators and social workers, need to be rebalanced. In the development of multiprofessional teams, the clarification of roles and tasks is considered a particular challenge when different professions with different institutional ties and pedagogical goal perspectives or basic attitudes cooperate with each other. The presented instrument – the role hat – serves to initiate an individual reflection on one’s own tasks in multiprofessional groups and to discuss mutual expectations and roles on this basis. The instrument was conceived in the context of onsite trainings of multiprofessional teams at schools and was also tested in the context of university teacher training
Prevention Right from the Start: First Results of a Digital Workshop on Burnout Prevention for Prospective Physical Education Teachers, Regarding Job-related Autonomy Satisfaction, Burnout, and Job-Related Self-Efficacy Expectation
Sportlehrkräfte gelten wie Lehrkräfte anderer Fachrichtungen als von Burnout betroffene Berufsgruppe. Im Hinblick auf Belastungsfaktoren sollten sie aufgrund der speziellen Rahmenbedingungen des Sportunterrichts gesondert betrachtet werden. Aus motivationspsychologischer Perspektive spielt die berufsbezogene Befriedigung der drei psychologischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Beziehung eine zentrale Rolle, denn ein Mangel an Bedürfnisbefriedigung kann die Entstehung von Burnout begünstigen. Ziel dieser Arbeit ist der Prä-Post-Vergleich eines digitalen Workshops für angehende Sportlehrkräfte, in dem die berufsbezogenen psychologischen Grundbedürfnisse im Rahmen des Job-Demands-Resources-Modells als zentrale Ressource gestärkt und vorhandene Burnoutsymptome verringert werden sollen. Zudem sollen das berufliche Engagement, die berufsbezogene Selbstwirksamkeitserwartung sowie das allgemeine Wohlbefinden erhöht werden. Mittels validierter Fragebögen werden die berufsbezogene psychologische Bedürfnisbefriedigung, Burnout, berufliches Engagement, berufsbezogene Selbstwirksamkeitserwartung und Wohlbefinden zu zwei Messzeitpunkten, sowohl vor Beginn als auch nach Ende des Workshops, bei n = 43 Lehramtsstudierenden mit dem Unterrichtsfach Sport im Masterstudiengang (31 weibliche, 12 männliche Teilnehmer*innen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren) verglichen. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Erhöhung der berufsbezogenen Autonomiebefriedigung nach der Teilnahme am Workshop sowie signifikante Abnahmen der Burnout-Dimensionen „emotionale Erschöpfung“ und „Leistungsminderung“. Die beiden Dimensionen von Engagement, „Vitalität“ und „Absorbiertheit“, nehmen im Laufe des Workshops signifikant zu. Auch die berufsbezogene Selbstwirksamkeitserwartung erhöht sich nach der Workshop-Teilnahme; beim Wohlbefinden dagegen gibt es keinen signifikanten Effekt. Die Regressionsanalysen zeigen zudem Zusammenhänge zwischen berufsbezogener psychologischer Bedürfnisbefriedigung und Burnout sowie beruflichem Engagement. Künftige Überprüfungen der Wirksamkeit des digitalen Workshops für Burnout-Prävention durch kontrollierte Studien werden empfohlen, um die in dieser Studie dargestellten Ergebnisse weiter abzusichern.Physical education teachers are considered a group of professionals affected by burnout. Strain factors should be examined separately due to the special conditions of physical education. From a motivational psychological perspective, the job-related satisfaction of the three basic psychological needs for autonomy, competence, and relatedness is of central importance, because a lack of need satisfaction may promote the development of burnout. The goal of this paper is a pre-post comparison of a digital workshop for prospective physical education teachers which aims to strengthen job-related basic psychological needs as a central resource within the framework of the job-demands-resources model and to reduce existing burnout symptoms. Using validated questionnaires, we assessed job-related psychological need satisfaction, burnout, job engagement, job-related self-efficacy expectation, and well-being at two measurement time points, before and after workshop participation, in 43 student PE teachers. The results show a significant increase in job-related autonomy satisfaction after workshop participation as well as significant decreases in burnout dimensions of emotional exhaustion and reduced performance accomplishment. The two dimensions of engagement, “vitality” and “absorbedness”, increased significantly after the workshop. Job-related self-efficacy expectations also increased after workshop participation, but there was no significant effect for well-being. The regression analyses also showed associations of job-related psychological need satisfaction with burnout and job-engagement. Future research addressing the effectiveness of the digital workshop for burnout prevention through controlled studies is recommended to further validate the findings
“You Are Virtually Submerged in a Sea of Language, of Words, and the Brain Takes on a Life of Its Own”: A Seminar on Higher Education Didactics to Introduce Competence-oriented Linguistic Analysis of Learner Generated Texts
Bevor Lehrkräfte mit der sprachlichen Förderung der Lerner*innen beginnen können, ist es unablässig, im Rahmen einer Diagnostik mögliche sprachliche Potenziale sowie Förderbedarfe der jeweiligen Lerner*innen genau zu ermitteln. Im Weiterbildungsstudium Deutsch als Zweitsprache intensiv an derUniversität zu Köln, das Teil der NRW-weiten Weiterbildungsinitiative Deutsch als Zweitsprache ist, wird daher viel Wert auf eine intensive Schulung der sprachlichen Diagnosefähigkeit der (angehenden) Lehrkräfte gelegt. In diesem Kontext kann die kompetenzenorientierte linguistische Lernertextanalyse (KLLA; vgl. Veiga-Pfeifer et al., 2020) als ein vielfältig verwendbares Sprachdiagnostikverfahren eingesetzt werden. Dabei werden authentische Text(teil)e von Sprachlerner*innen anhand unterschiedlicher Sprachebenen untersucht. Grundlegend bei ihrem Einsatz ist jedoch, dass die Lehrkraft über linguistische Grundkenntnisse verfügt und bei der Analyse ressourcen- und nicht defizitorientiert vorgeht. Damit die KLLA seitens der (angehenden) Lehrkräfte adäquat umgesetzt werden kann, findet im oben genannten Weiterbildungsstudium eine systematische Einführung in dasVerfahren statt. Der vorliegende Artikel behandelt zunächst die fachlich-theoretischen Hintergründe der KLLA sowie das Verfahren selbst und die methodischdidaktische Verortung der hochschuldidaktischen Konzeption. Darauf aufbauend erfolgt dann ein detaillierter Einblick in die hochschuldidaktische Konzeption, an den sich eine Darstellung von Evaluationsergebnissen und Erfahrungsberichten durch fortgebildete Teilnehmer*innen und ein kurzer Ausblick anschließen.Before teachers can begin with the linguistic support of a learner, it is indispensable to precisely determine possible linguistic potentials as well as support needs of the respective learners within the framework of a diagnosis. In the further education programme Deutsch als Zweitsprache intensiv at the University of Cologne, which is part of the NRW-wide further education initiative Deutsch als Zweitsprache, a lot of emphasis is therefore placed on intensive training of the (prospective) teachers’ linguistic diagnostic skills. In this context, the competence-oriented linguistic analysis of learner-generated texts (KLLA; vgl. Veiga-Pfeifer et al., 2020) can be used as a versatile language diagnostic procedure. Authentic texts of language learners are analysed on the basis of different language levels. However, it is essential that the teacher has a basic knowledge of linguistics and that the analysis is resource-oriented and not deficit-oriented. In order for the KLLA to be adequately implemented by the (prospective) teachers, a systematic introduction to the method takes place in the above-mentioned further education programme. This article first discusses the theoretical background of the KLLA as well as the procedure itself and the methodological-didactic positioning of the university didactic concept. Building on this, it then provides a detailed insight into the didactic concept of higher education, followed by a presentation of evaluation results and reports on the experiences of trained participants and a brief outlook
Professional Competence of Teachers in School Networks
Schulnetzwerke stellen eine effektive Möglichkeit zur professionellen Weiterentwicklung von Lehrkräften dar. Allerdings befassen sich nur wenige Untersuchungen mit der Bedeutung der Teilnahme von Lehrkräften in Schulnetzwerken für ihre professionelle Handlungskompetenz. Die vorliegende Studie hat daher zum Ziel, zu untersuchen, inwiefern die Netzwerkarbeit zwischen Schulen und Universität mit der professionellen Handlungskompetenz teilnehmender Lehrkräfte in Zusammenhang steht. In der Studie wurden Interviewdaten von zwölf Lehrkräften, die an einem Schulnetzwerk zwischen sechs Schulen und einer Universität mitwirkten, inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Lehrkräfte einen Zuwachs an fachdidaktischem Wissen erleben sowie dass die Netzwerkarbeit bei den Lehrkräften unterrichtsbezogene Reflexionsprozesse anregt. Die Ergebnisse werden in Bezug auf die Bedeutung von Schulnetzwerken als Möglichkeit der Entwicklung professioneller Kompetenz von Lehrer*innen diskutiert.School networks represent an effective way to further advance teachers’ professional development. However, only a few studies investigate the relations between teachers’ professional competencies and their membership in school networks. The aim of the present study therefore was to examine how the participation in professional networks between universities and schools affects aspects of the professional competence of the participating teachers. The study used content analysis to analyse interview data from twelve teachers who participated in a school network between six schools and one university. Our results indicate that participating teachers experience an increase in their subject-specific pedagogical content knowledge and that the school network activities initiate processes of reflection of teaching practice. The results are discussed in relation to the importance of school networks as a way of developing teachers’ professional competence
Linking Theory and Teaching Practice in Teacher Education by Analysing Teaching Artefacts on the Basis of Situation-specific Skills
Studien zeigen, dass universitär erworbenes Wissen häufig nicht in der Schulpraxis angewendet wird und die Gefahr besteht, dass es lediglich träge Wissensbestände bildet. Demnach bedarf es praxisbezogener Lerngelegenheiten, die systematisch explizite Bezüge zwischen universitärem Wissen und der Schulpraxis herstellen und es ermöglichen, Theorie und Praxis zu verknüpfen. Um die Theorie-Praxis-Verknüpfung in der Lehre explizit zu adressieren, stellt der Beitrag ein Konzept für entsprechende Lerngelegenheiten auf Grundlage der Professionellen Unterrichtswahrnehmung vor. Die Lerngelegenheiten bestehen dabei aus drei zentralen Bausteinen: (1) Wissenschaftliches Wissen wird mit der Schulpraxis in Form von (2) Praxisdokumenten durch (3) Aufgabenstellungen, die sich auf die Subfacetten der Professionellen Unterrichtswahrnehmung beziehen (Wahrnehmen, Interpretieren, Entscheiden), verknüpft. Der Artikel offeriert konkrete Beispiele aus den Fachdidaktiken Mathematik und Geographie, in denen die Lerngelegenheiten in verschiedenen Seminaren eingesetzt wurden. Das Konzept zur Gestaltung der Lerngelegenheiten ist prinzipiell aber auf verschiedene Disziplinen der Lehrkräftebildung übertragbar und innerhalb dieser auf unterschiedliche Inhalte adaptierbar. Insgesamt zeigt sich in den Evaluationen der Studierenden, bekräftigt durch den Eindruck der Dozentinnen, dass die Lerngelegenheiten zur Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Lehrkräfteausbildung ergiebige Lernanlässe schaffen.Studies show that it is difficult for teachers to transfer knowledge acquired in university to teaching practice in schools. There is the risk that inert knowledge – knowledge that is seemingly available, but not used for problem solving – is accumulated. To respond to this problem, pre-service teachers need learning opportunities, which systematically and explicitly link university knowledge and teaching practice. The article presents a concept for creating learning opportunities based on situation-specific skills. The learning opportunities consist of three central components: (1) scientific knowledge is linked to teaching practice in the form of (2) teaching artefacts (3) through tasks based on situation-specific skills (perception, interpretation, decision-making). The article provides examples from two different subjects: Mathematics and Geography teacher education, to substantiate the concept. In principle the concept of these learning opportunities is transferable to different disciplines of teacher education and adaptable to different contents. Overall, pre-service teachers’ evaluations confirmed the lecturers’ impression that these learning opportunities are productive and effective to strengthen the link between theory and teaching practice
Review of Experiences Related to Teacher Training: Results of an Exploratory Interview Study: Ergebnisse einer explorativen Interviewstudie mit Lehrkräften
Im Artikel werden die Relevanz von Lehrer*innenfortbildungen für die Professionalität und Expertise von Lehrkräften beschrieben sowie Forschungsergebnisse zu Lehrer*innenfortbildungen zusammengefasst. Im Zentrum des Beitrags stehen Ergebnisse einer Interviewstudie mit Lehrkräften, die Einblicke in die aktuelle Situation und Praxis von Lehrer*innenfortbildungen aus Sicht von Lehrkräften geben. Dabei werden folgende Fragestellungen aufgegriffen, indem die explorative Studie die Wahrnehmung von Fortbildungsveranstaltungen durch Lehrkräfte erhebt und darstellt: Wie bewerten Lehrkräfte die Rahmenbedingungen externer Lehrer*innenfortbildungen? Was sind aus Sicht von Lehrkräften Aspekte guter bzw. schlechter Fortbildungen? Was wünschen sich Lehrkräfte in Bezug auf die Planung, Gestaltung und Durchführung von Fortbildungen? Nach der Diskussion der Befunde endet der Beitrag mit einem Fazit.The article describes the relevance of teacher training for the professionality/expertise of teachers and summarizes research results. The focus of the article is on the results of an interview study with teachers, to explain the current situation and practice of teacher training from the perspective of teachers. The following questions are taken up: How do teachers assess the framework conditions of external teacher training? From the point of view of teachers, what are aspects of good or poor training? What do teachers want in terms of planning, designing and implementing training? After discussing the findings, the article ends with a conclusion
The Encouragement of Collegial Cooperation in University Teacher Training: A Training Program for Collegial Teacher Cooperation
An vielen deutschen Schulen wird unterrichtsbezogene Kooperation, trotz der immer wieder herausgestellten Relevanz in der empirischen Forschung, weiterhin nur selten realisiert. Dabei wird zunehmend gefordert, kollegiale Arbeitsweisen im Lehrberuf bereits in der Lehrer*innenbildung zu thematisieren und angehende Lehrkräfte auf zukünftige Kooperationen in der Schulpraxis vorzubereiten. Im Kontext der Qualitätsoffensive Lehrerbildung, die mit dem Ziel der Verankerung innovativer Lehrveranstaltungen an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster etabliert wurde, konnte im Fach Erziehungswissenschaft ein neues Lehrkonzept zur kollegialen Kooperation im Lehrberuf entwickelt werden, welches sowohl eine theoretisch-konzeptionelle Auseinandersetzung mit dem Thema beinhaltet als auch die kollegiale Kooperation der Lehramtsstudierenden in Professionellen Lerngemeinschaften fördert (= Pädagogischer Doppeldecker). Das Ziel des Lehrkonzepts ist es, 1) eine Sensibilisierung der angehenden Lehrkräfte für kooperative Arbeitsweisen in der Schulpraxis zu generieren sowie 2) das Training spezifischer Kooperationskonzepte zu ermöglichen. Die Evaluation des Seminars umfasst ein Mixed-Methods-Design, welches die Auswertung eines a) standardisierten Fragebogens sowie die Analyse von b) Gruppendiskussionen und c) studentischen Reflexionsberichten beinhaltet. Die Datenauswertung erfolgt mithilfe von Einzelitemanalysen sowie der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015). Die Analysen verdeutlichen, dass das Lehrkonzept von den Studierenden insgesamt gut angenommen und als gewinnbringend für die zukünftige Schulpraxis angesehen wird. Vor allem der Einsatz des pädagogischen Doppeldeckers im Seminar zeigte die gewünschte Wirkung auf die Studierenden. Die Hauptziele der Lehrveranstaltung konnten insgesamt erreicht werden, sodass das Lehrkonzept als erfolgreiche Intervention in der universitären Lehrer*innenbildung angesehen wird.In many German schools, lesson-related teacher collaboration is still rarely implemented, despite the relevance that has been repeatedly emphasized in empirical research. At the same time, there is an increasing demand to address collegial working methods in teacher education programs. Prospective teachers should be sensitized to the topic and learn cooperative working methods. In the context of the nationwide research project Qualitätsoffensive Lehrerbildung, a new teaching concept for collegial cooperation in teaching profession was developed at the University of Münster. This training program includes both a theoretical-conceptual discussion of the topic and encouraging student collaboration in professional learning communities (= principle of the “pedagogical double-decker”). The aim of the teaching concept is to generate awareness among prospective teachers for cooperative working methods in schools and to enable the training of specific cooperation concepts. In the evaluation of the learning course, a mixed-methods-design is used, which includes a) a standardized questionnaire, b) focus group discussions, and c) student reflection reports. The quantitative data analyses focus on descriptive evaluation; for the interpretation of the qualitative data, Mayring’s qualitative content analysis is used. The analyses make clear that the teaching concept is generally well received by the students and is seen as profitable for future school practice. Moreover, the use of the pedagogical double-decker showed the desired effect on the students. Overall, the main aims of the course could be achieved, so the teaching concept can be seen as a successful intervention in university teacher training