o-bib - Das offene Bibliotheksjournal (VDB - Verein Deutscher Bibliothekare e.V.)
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Medienneutrale Publikationsworkflows: Praxisbericht aus dem FID Philosophie
Der vorliegende Praxisbericht analysiert die Implementierung und empirische Evaluation des medienneutralen Publikationsworkflows im Fachinformationsdienst (FID) Philosophie unter Verwendung der Open Source Academic Publishing Suite (OS-APS). Als primärer Testanwender des BMBF-geförderten Projekts erprobt der FID Philosophie seit Mitte 2023 ein XML-basiertes Single-Source-Publishing-Verfahren anhand dreier Diamond-Open-Access-Journals. Der Workflow basiert auf JATS-XML-Standards und ermöglicht die automatisierte Generierung multipler Ausgabeformate (HTML, EPUB, JATS-XML, PDF) aus einer einzigen Quelle. Die empirische Evaluation der „Philosophischen Symposien der DFG” dokumentiert eine statistisch signifikante Steigerung der täglichen Zugriffszahlen bei medienneutraler gegenüber traditioneller PDF-Publikation. Die Nutzeranalyse zeigt zudem differenzierte Formatpräferenzen zugunsten der alternativen Formate, was multimodale Rezeptionsgewohnheiten wissenschaftlicher Inhalte nahelegt. Weiterhin bekräftigen die Ergebnisse des Berichts sowohl die technische Umsetzbarkeit als auch die wissenschaftliche Effektivität medienneutraler Publikationsworkflows in den Geisteswissenschaften und gibt evidenzbasierte Argumente für den Aufbau nachhaltiger Diamond Open Access-Infrastrukturen.
The DIAMAS project: Capacity building for institutional publishing in the European Research Area
Implementierung neuer Dienstleistungen rund um die Publikation von Forschungsdaten aus Hochschulschriften: Abschlussbericht des Projektes FoHop! an der TIB
Open Access und Verwertungsgesellschaft Wort: Rechtssichere Wege zur offenen Forschung
Wissenschaftliches Publizieren ist mit urheberrechtlichen Fragen verbunden. Insbesondere das Open-Access-Publizieren stellt viele Rechtsfragen neu, zum Beispiel dessen Kompatibilität mit dem Abschluss eines Vertrags mit Verwertungsgesellschaften zum Bezug von Tantiemen aus urheberrechtlichen Vergütungsansprüchen. Der Artikel widmet sich der Frage, ob und wie Open-Access-Publikationen (umgesetzt mit Creative-Commons-Lizenzen) mit dem Abschluss eines Wahrnehmungsvertrags mit der für Sprachwerke zuständigen Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) vereinbar sind. Dazu erläutern wir zunächst den rechtlichen Hintergrund und geben einen kurzen Überblick über Verwertungsgesellschaften. Nachfolgend stellen wir den konkreten Fall vor, unter Erläuterung der Ausgangssituation, der Hintergründe und des aktuellen Sachstands samt einer Problemlösung. Daran anknüpfend werden weiterführende sowie publikationsethische Fragestellungen erörtert. Abschließend stellen wir mit dem Legal Helpdesk Berlin ein Beispiel für ein Beratungsangebot vor, das auf solche und weitere Rechtsfragen zugeschnitten ist und die Vermittlung von juristischen Kompetenzen zum Ziel hat.Scholarly publishing is associated with copyright issues. Open access publishing in particular poses many new legal questions, for example its compatibility with the signing of a contract with collecting societies for the receipt of royalties from copyright royalty claims. The article addresses the question of whether and how open access publications (implemented with Creative Commons licenses) are compatible with the signing of a collecting agreement with the collecting society responsible for language works (VG Wort). First, we explain the legal background and provide a brief overview of collecting societies. Subsequently, we present the specific case, describing the initial situation, the background and the current state of affairs, including a solution to the problem. This is followed by a discussion of further and publication ethics issues. To conclude, we introduce the Legal Helpdesk Berlin, an example of a counseling service that is tailored to these and other legal issues and aims to impart legal skills
Schritte auf dem Weg zu Open-Science- & Forschungsdatenmanagement-Guidelines am Beispiel des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB)
Zahlreiche Einrichtungen haben mittlerweile eigene Open Science und/oder Forschungsdaten(management)-Policies. Im außeruniversitären Bereich sticht die Policy der Helmholtz-Gemeinschaft hervor. Für die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit ihren 84, inhaltlich teilweise sehr heterogenen Instituten kann es diesbezüglich keine „one-size-fits-all“-Lösung geben.Das Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB) will daher mit der Schaffung von zwei entsprechenden Policies einen geregelten Rahmen für gute Open Science Praktiken und adäquates Forschungsdatenmanagement (FDM) schaffen. Der Praxisbericht, basierend auf einem Vortrag von der BiblioCon 2025, soll einen exemplarischen Einblick in ein mögliches Vorgehen zur Schaffung einer Open Science bzw. FDM-Policy geben.Seit Juni 2024 arbeiteten Mitglieder einer hausinternen Arbeitsgruppe Forschungsdatenmanagement & Open Science an der Erstellung der hausübergreifenden Policies mit dem Ziel, diese im Herbst 2025 zu verabschieden.
Eine besondere Herausforderung für die Policy-Entwicklung ergab sich aus der Diversität der am MPIB vertretenen Forschungsdisziplinen und der von diesen genutzten Forschungsmethoden. Konzeptionell und praktisch wurde dieser Herausforderung begegnet mit einer verschiedenste Stakeholder*innen (z.B. Forschende mit verschiedenen fachlichen Hintergründen, Infrastruktur-Mitarbeitende) einbeziehenden, „inklusiven“ und mehrstufigen Vorgehensweise bei der Policy-Entwicklung. Unterstützend wurde dabei auf GitLab zurückgegriffen, um die Textarbeit so transparent wie möglich zu gestalten und auch eine spätere Weiterentwicklung der Policies zu vereinfachen. Der Bericht beschreibt mögliche Schritte auf dem Weg zu eigenen Policies, inklusive „lessons learned“, die dazu ermutigen sollen, eigene Projekte anzustoßen.Numerous institutions now have their own open science and/or research data (management) policies. In the non-university sector, the policy of the Helmholtz Association stands out. For the Max Planck Society (MPG), with its 84 institutes, some of which are very heterogeneous, there can be no “one-size-fits-all” solution in this regard.The Max Planck Institute for Human Development (MPIB) therefore wants to create a regulated framework for good open science practices and adequate research data management (RDM) by establishing two corresponding policies. The practical report, based on a presentation at BiblioCon 2025, is intended to provide an exemplary insight into a possible approach to creating an open science or RDM policy.Since June 2024, members of an internal working group on research data management and open science have been working on the creation of cross-institutional policies with the aim of adopting them in fall 2025.
A particular challenge for policy development arose from the diversity of research disciplines represented at the MPIB and the research methods used by them. Conceptually and practically, this challenge was met with an “inclusive” and multi-stage approach to policy development that involved a wide range of stakeholders (e.g., researchers with different disciplinary backgrounds, infrastructure staff). GitLab was used to support this process, making the text work as transparent as possible and also simplifying the subsequent further development of the policies. The report describes possible steps on the way to developing policies, including lessons learned, which are intended to encourage to initiate similiar projects.
Die Hochschulbibliothek der ZHAW als Begegnungs-, Beratungs- und Lernort für wissenschaftliches Schreiben und Arbeiten
Hochschulbibliotheken verstehen sich zunehmend als Informations- und Bildungseinrichtungen, wobei die Informationskompetenzvermittlung dabei als eine zentrale Aufgabe der Bibliotheken gesehen wird. Auch das wissenschaftliche Schreiben und Arbeiten ist, wie die Informationskompetenz, eine Schlüsselqualifikation für ein erfolgreiches Studium. Wissenschaftliche Schreibkompetenz sowie Informationskompetenz beziehen sich eng aufeinander und Schreiben kann in einem erweiterten Verständnis als Teil von Informationskompetenz definiert werden. An der Hochschulbibliothek der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften werden verschiedene Veranstaltungen und Formate zum wissenschaftlichen Schreiben und Arbeiten angeboten, beispielsweise die Schreibberatung, eine Schreibnacht sowie Workshops für Bachelorstudierende, und auf diese Weise Informations- wie auch Schreibkompetenz vermittelt. Die Bibliothek ist hier ein geeigneter Lehr- und Lernort für wissenschaftliches Schreiben und Arbeiten und übernimmt damit departements- und institutsübergreifende Bildungs- und Ausbildungsaufgaben.The university libraries increasingly see themselves as information and educational institutions, with the teaching of information literacy being considered as a central task of the libraries. Scientific writing and working, like information literacy, are key qualifications for successful studies. Academic writing competencies and information literacy are interrelated, and writing can be defined as part of information literacy in a broader sense. The library of the Zurich University of Applied Sciences (ZHAW) offers various events and formats for scientific writing and working, such as writing consultations, writing nights, and workshops for bachelor students, thereby imparting both information literacy- and writing-competencies. The library is a suitable teaching and learning environment for scientific writing and working, and thus assumes educational and training tasks across universities
Stärke statt Macht: Neue Autorität in der Praxis der bibliothekarischen Führung
Der Einsatz von modernen, mitarbeiterzugewandten und kooperativen Führungsstilen sollte zwar im Management von Bibliotheken selbstverständlich sein, ist jedoch durch bürokratische Strukturen und hierarchische Traditionen oftmals nur schwer durchzusetzen. Das Konzept der „Neuen Autorität“ wird als eine Möglichkeit vorgestellt, Autorität ohne Macht auszuüben. Es basiert auf der Idee, dass Stärke anstelle von Macht für Führung steht und dass Autorität ausschließlich in Beziehungen entsteht. Das Konzept umfasst sieben Elemente, darunter Selbstführung, Beharrlichkeit und Deeskalation, sowie Transparenz und Präsenz. Für die Anwendung von neuer Autorität in der Führungspraxis werden Grenzen und offene Fragestellungen aufgezeigt, wie z.B. die nach den Grenzen von Transparenz in der Kommunikation einer Führungskraft. Dennoch ist das Konzept der neuen Autorität stimmig für moderne Bibliotheken, die zwischen Tradition und Veränderung schwanken.Although the use of modern, employee-centred and cooperative leadership styles should be a matter of course in library management, bureaucratic structures and hierarchical traditions often make it difficult to implement. The concept of “New Authority” is presented as a way of exercising authority without power. It is based on the idea that strength replaces power in leadership and that authority arises exclusively in relationships. The concept comprises seven elements, including self-leadership, perseverance and de-escalation, as well as transparency and presence. For the application of new authority in management practice, limits and open questions are identified, such as the limits of transparency in a leader’s communication. Nevertheless, the concept of new authority is suitable for modern libraries that oscillate between tradition and change
Anforderungsanalyse für die semi-automatisierte Sacherschließung an der Staatsbibliothek zu Berlin
Ein verteiltes Langzeitarchivsystem für Kultureinrichtungen: Das Konzept der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Datenschutz und Datentracking in Verlagsverträgen
Dieser Beitrag erörtert das „Was?“, das „Wie?“ und das „Warum?“ des Datentracking von Verlagen und nimmt eine juristische Einordnung vor. Am Beispiel der DEAL-Verlage und ausgewählter weitere Verlage wird dargestellt, welches Datentracking in der Praxis geschieht und in welchem Umfang es in den DEAL-Verhandlungen gelungen ist, Datentracking zu begrenzen. Dabei wird deutlich, dass vertraglich häufig nicht mehr vereinbart werden konnte, als gesetzlich sowieso vorgeschrieben ist. In vielen Fällen werden mehr Daten und für einen längeren Zeitraum gespeichert, als es eigentlich notwendig wäre.This article discusses the “what?”, the “how?” and the “why?” of data tracking by publishers, along with some legal considerations. Using the example of DEAL publishers and selected other publishers, it shows which data tracking happens in practice and to what extent it has been possible to limit data tracking in the German DEAL negotiations. It becomes clear that it is often not possible to contractually agree on more than is required by law anyway. In many cases, more data is stored and for a longer period of time than would actually be necessary