o-bib - Das offene Bibliotheksjournal (VDB - Verein Deutscher Bibliothekare e.V.)
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    Vom Bedarf zum nachhaltigen Service: Einführung eines elektronischen Laborbuchs an der Universität Münster

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    Die jüngste Phase der Digitalisierung – insbesondere vor dem Hintergrund rasanter KI-Entwicklungen – stellt Hochschulbibliotheken vor die Aufgabe, ihre forschungsunterstützenden Services sowohl zu konsolidieren als auch strategisch weiterzuentwickeln. Der Artikel stellt das Konzept des Agilen Service Engineerings vor, das als methodischer Ordnungsrahmen die strukturierte Entwicklung digitaler Produkte und begleitender Dienstleistungen unterstützt. Am Beispiel der Einführung eines webbasierten elektronischen Laborbuchs ("eLab") an der Universität Münster wird gezeigt, wie Services nutzerzentriert, nachhaltig und ressourcenschonend gestaltet werden können. Der Beitrag fasst Erfahrungen zusammen und präsentiert ein übertragbares Framework für resilient gestaltete, digitale Forschungsservices

    Informationsbudgets an wissenschaftlichen Einrichtungen: Ergebnisse einer Befragungsstudie

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    Wissenschaftlichen Einrichtungen wird seitens Wissenschaftsrat und Bundesministerium für Bildung und Forschung angeraten, sich einen vollständigen Überblick über die Finanzströme zu Verlagen zu verschaffen. Anhand von Monitoringverfahren soll dieser Gesamtüberblick realisiert werden und damit die Grundlage zum Aufbau eines Informationsbudgets gelegt werden. Dieser Beitrag untersucht die Implementierung eines Informationsbudgets an wissenschaftlichen Einrichtungen, hier insbesondere an Universitätsbibliotheken und mit Fokus auf die Praxis. Hierfür wurden leitfadengestützte Interviews geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einführung eines Informationsbudgets von den Teilnehmenden als bedeutungsvolles Thema wahrgenommen und in seiner Grundidee als sinnvoll angesehen wird. Aufgrund der Heterogenität in den lokalen Gegebenheiten in den befragten Einrichtungen ist auch die Ausgestaltung des Informationsbudgets sehr divers. Es stellte sich heraus, dass es zwischen den Bibliotheken Gemeinsamkeiten bezüglich der Anforderungen und Herausforderungen am Informationsbudget gibt, genauso aber auch unterschiedliche Herangehensweisen und bibliotheksspezifische Bedürfnisse. Diese Arbeit gibt Erfahrungen und Einschätzungen der Teilnehmenden wieder und macht deutlich, dass die Fördervorgaben und lokalen Strukturen maßgeblich für die Form des Informationsbudgets sind.    Academic institutions are advised by the German Council of Science and Humanities and the Federal Ministry of Education and Research to obtain a complete overview of their financial flows to publishers. This comprehensive view is to be realized by means of monitoring procedures, thus laying the basis for the development of an information budget. This study investigates the implementation of an information budget at academic institutions, in particular at university libraries. For this purpose, guideline-based interviews were conducted. The results show that the introduction of an information budget is perceived by the participants as a significant topic and is considered sensible in its basic idea. Due to the heterogeneity of local conditions in the institutions surveyed, the implementation of the information budget is very diverse. It turned out that there are similarities between libraries in terms of requirements and challenges with the information budget, but also different approaches and library-specific needs. This paper reflects the experiences and assessments of the participants and makes it clear that the funding requirements and local structures are decisive for the form of the information budget

    Der Preis von Diamond Open Access: Erfahrungen bei Berlin Universities Publishing

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    Um den finanziellen und infrastrukturellen Abhängigkeiten der Wissenschaft von kommerziellen Großverlagen zu begegnen, werden wissenschaftspolitisch zunehmend gemeinwohlorientierte Publikationsmodelle gefordert und gefördert. Diese mit Diamond Open Access bezeichneten Ansätze sollen auf Kostenfreiheit für Lesende und Publizierende, nicht-kommerziellen Geschäftsmodellen und wissenschaftsgeleiteten Infrastrukturen basieren. Daher ergeben sich für wissenschaftliche Bibliotheken neue Herausforderungen. Dieser Beitrag zeigt dies am Beispiel von Berlin Universities Publishing auf, dem gemeinsamen Open-Access-Verlag der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Neben den Aspekten der institutionellen Kooperation und des Reputationsaufbaus steht vor allem die nachhaltige Finanzierung im Fokus sowie die Frage, inwieweit gängige Auffassungen von Diamond Open Access der Praxis von institutionellen Publikationsdienstleistern gerecht werden.In order to counter the financial and infrastructural dependencies of academia on large commercial publishers, science policy is increasingly calling for and promoting publication models that are orientated towards the common good. These approaches, known as Diamond Open Access, should be based on free access for readers and publishers, non-commercial business models and scholar-led infrastructures. This poses new challenges for academic libraries. This article presents the example of Berlin Universities Publishing, the joint Open Access publishing house of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin and Charité - Universitätsmedizin Berlin. In addition to the aspects of institutional cooperation and reputation building, the focus is on sustainable financing and the extent to which current concepts of Diamond Open Access do justice to the practice of institutional publishing service providers

    TIB Open Publishing: Aufbau und Betrieb eines neuen Diamond-Open-Access-Verlags

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    Europäische Ansätze zur Stärkung von institutionellen Diamond Open Access Journals

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    Das Diamond Open Access-Modell, das Publizieren in der Hand von Forschenden bzw. Forschungseinrichtungen ohne Kosten für Schreibende oder Lesende ermöglicht, erfährt seit ein paar Jahren einen neuen Aufschwung und viel Sichtbarkeit in dem wissenschaftlichen Publikationswesen und der Wissenschaftsförderung. Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick über aktuelle europäische Entwicklungen anhand von den derzeit EU-geförderten Projekten zu Diamond Open Access und institutionellem Publizieren. Hierbei wird darauf geschaut, welche Rolle das europäische Netzwerk OPERAS für die Sozial- und Geisteswissenschaften dabei übernimmt, welche Angebote für Betreibende von Publikationsplattformen entwickelt werden und wie sich das institutionelle Publikationswesen in die European Open Science Cloud (EOSC) einfügen kann.The Diamond Open Access model, i.e., publishing which is scholarly-led and scholarly-owned at no cost to writers or readers, has seen a new uptake and a lot of visibility in academic publishing and funding during the past few years. This article provides a general overview of current European developments based on ongoing EU-funded projects on Diamond Open Access and institutional publishing. In particular, it points to the role of the European OPERAS network for Social Sciences and Humanities in this development, explains the services being developed to support publication platforms and discusses how institutional publishing can be integrated into the European Open Science Cloud (EOSC)

    Bibliothekarischer Brückenschlag: Rückblick auf die deutsch-tschechische Partnerland-Initiative

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    Innovativer Ansatz eines Bibliothekshaushaltes in Zeiten publikationsabhängiger Lizenzverträge

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    Mit der Open-Access-Transformation verändert sich die Kostenbasis für wissenschaftliche Zeitschriften zunehmend in Richtung publikationsbasierter Modelle. Zusammen mit stagnierenden Etats und der Forderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrats nach einem Informationsbudget führt dies seit Jahren zu Veränderungen im Mitteleinsatz an wissenschaftlichen Bibliotheken und zu Anpassungen bei etablierten Etatmodellen. In diesem Artikel wird der Frage nachgegangen, ob ein Etatmodell gelingen kann, das für den Zeitschriftenbereich als Kern eine rein publikationsbasierte Mittelverteilung vorsieht. Für einen zentralen Zeitschriftenartikeletat sollen diverse Geldquellen, wie z. B. fachspezifische Zeitschriftenetats der Bibliothek, Open-Access-Fonds und Beteiligungen von Autorinnen und Autoren, vereinigt werden und daraus alle Kosten für den Zugang zu wissenschaftlichen Zeitschriften und die Publikationen beglichen werden. Die Integration aller Finanzströme im Bereich der Zeitschriften liefert einen ersten Schritt in Richtung eines Informationsbudgets. Die zentralen Aspekte eines solchen Modells, wie die nötige Etat- und Finanzstruktur und die Kostenaufteilungen anhand verschiedener Kriterien, werden am Publikationsaufkommen der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau verdeutlicht.      With the Open Access transformation, the cost basis for scientific journals is increasingly shifting towards publication-based models. Additionally, the budgets of academic libraries are stagnating since many years and the German Research Foundation (Deutsche Forschungsgemeinschaft) and the German Council of Science and Humanities (Wissenschaftsrat) are demanding an information budget. All of this has led to changes in the established budget models of academic libraries and on how money is used. This article explores the viability of a budget model that allocates funds for the journal sector exclusively on a publication-based basis. A central journal article budget for all journal and publication-related costs, shall combine various funding sources, including subject-specific journal budgets of the library, Open Access funds, and contributions from authors. At the same time this central budget will cover all costs concerning access of and publication in scientific journals. The integration of all financial flows in the field of journals thus represents an initial step towards introducing an information budget. The central aspects of such a model, including the necessary budget and financial structure, as well as cost allocations based on various criteria, are illustrated using the publication volume of the RPTU University Kaiserslautern-Landau

    Vom Ende der Schichtigkeit: Herausforderungen in einer programmatisch dezentralen Umgebung

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    Über viele Jahrzehnte hinweg ließen sich Universitätsbibliotheken anhand des Begriffspaars Einschichtigkeit / Zweischichtigkeit kategorisieren: Für die sogenannten ein- bzw. zweischichtigen Bibliothekssysteme galt jeweils eine eigene Logik, wobei aus bibliothekarischer Sicht die Einschichtigkeit oder zumindest die sogenannte funktionale Einschichtigkeit als anzustrebender Goldstandard galt. Dieser Beitrag zeichnet zunächst die Genese dieser beiden Begriffe nach. Auf ihrer historischen Entwicklung aufbauend werden die Kriterien für (funktionale) Ein- bzw. Zweischichtigkeit entwickelt und mit aktuellen Strukturen, Entwicklungen und Anforderungen im Bibliothekswesen abgeglichen. Dabei zeigt sich, dass die Begriffe der Ein- bzw. Zweischichtigkeit auf Gegebenheiten des 20. Jahrhundert beruhen und aufgrund des Medienwandels, der veränderten Rezeptionsgewohnheiten aber auch grundlegender Veränderungen im Bereich von Forschung und Lehre nicht mehr zeitgemäß und daher nur noch von Interesse für die Bibliotheksgeschichte sind. In einem weiteren Teil wird diese These am Beispiel der Universitätsbibliothek der LMU gestützt und dargelegt, warum die Begriffe der Ein- und Zweischichtigkeit die aktuellen Herausforderungen für eine Universitätsbibliothek an einer sehr großen und forschungsstarken Universität mit einer langen Tradition nicht abbilden und welche Herausforderungen sich für eine räumlich verteilte Bibliothek an einer hinsichtlich ihrer Organisation und Governance programmatisch dezentralen Universität heute eigentlich stellen.For many decades, German university libraries have been classified according to the concepts of Einschichtigkeit / Zweischichtigkeit (one-/two-track systems), which can be described with one-track system / two-track system. Each of these concepts follows its own internal logic, with the Einschichtigkeit (one-track system) – or at least the so-called funktionale Einschichtigkeit (functional one-track system) – traditionally regarded as the gold standard from a librarian’s perspective. This article first traces the origins of these two concepts. Based on their historical development, the criteria for (funktionale) Einschichtigkeit (functional one-track system) and Zweischichtigkeit (two-track system) are analysed and compared with current structures, developments, and requirements in the library field. The analysis demonstrates that these concepts, rooted in the conditions of the 20th century, have become outdated due to shifts in media formats, changes in user behaviour, and fundamental transformations in research and teaching. As a result, they are now primarily of interest to library history. This argument is further illustrated through the case of the University Library of the LMU Munich, highlighting why the traditional concepts of Einschichtigkeit and Zweischichtigkeit no longer adequately reflect the challenges faced by a large, research-intensive university with a long-standing academic tradition. Finally, the article explores the organisational and governance challenges associated with managing a spatially distributed university library in this evolving context

    Nachlaßerschließung mit Studierenden an der Staats- und UUniversitätsbibliothek Bremen: Erschließung historischer Bestände mit Nutzendenunterstützung

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    In der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen befinden sich ca. 80 Nachlässe und mehrere tausend Autographen. Diese sind nur teilweise in der übergeordneten Nachlassdatenbank Kalliope nachgewiesen. Wie in anderen Bibliotheken fehlen auch hier die Kapazitäten, um einen adäquaten, vollständigen Nachweis zu gewährleisten. Ein Lösungsansatz kam aus der Kooperation mit den Wissenschaftlern: Ausgewählte historische Nachlässe werden von Studierenden der Geschichtswissenschaften an der Universität Bremen teils physisch geordnet sowie formal und inhaltlich erschlossen.  Die Nachlasserschließung wird im Rahmen regulärer Proseminare im Handschriftenlesesaal der SuUB Bremen unter Anleitung durch die historischen Sammlungen durchgeführt. Den Studierenden werden dabei nicht nur grundlegende paläographische Fähigkeiten und historische Kenntnisse sowie Einblicke in die Arbeit mit originalen Handschriften vermittelt, die für Bachelorstudierende keinesfalls selbstverständlich sind. Auch lernen sie das Berufsfeld Bibliothek, das Regelwerk RNAB und die Gemeinsame Normdatei kennen. Die Seminare tragen zur Grundbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Bibliotheken bei und lösen zugleich zentrale Herausforderungen der Erschließung historischer Bestände angesichts knapper Ressourcen.

    Transformationsverträge sind eine Sackgasse: In Erinnerung an Irene Barbers (1966–2025)

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    Dieser Beitrag zeichnet die Entstehung von Transformationsverträgen nach und analysiert ihre Auswirkungen auf die Entwicklung von Open Access (OA). Die Flipping-Raten von zwei großen Verlagen (Springer Nature und Wiley) sowie die Ergebnisse des „Transformative Journals“-Programms der cOAlition S werden anhand verschiedener Ansätze analysiert. Es wird gezeigt, dass diese Verträge ungeachtet ihrer möglichen wirtschaftlichen Vorteile die Transformation des Publikationswesens nicht effektiv vorantreiben, da sie das „Flipping“ von Subskriptionszeitschriften in Open Access-Zeitschriften nicht ausreichend fördern. Die Transformation der Mehrzahl der Zeitschriften in den Open Access auf dem Weg der Transformationsverträge würde viele Jahrzehnte dauern. Als Konsequenz wird für eine stärkere Förderung von Diamond Open Access als Alternative zu Transformationsverträgen sowie für eine kritische Evaluierung von Transformationsverträgen vor deren Verlängerung plädiert.This article analyses the impact of transformative agreements on the development of the open access landscape. It is shown that, regardless of their potential economic benefits, these transformative agreements do not effectively advance the transformation of the publishing industry because they do not sufficiently promote the flipping of subscription journals into open access journals. The flipping rates of two major publishers (Springer Nature and Wiley) and the results of the cOAlition S ‘Transformative Journals’ programme are examined using various approaches, with the result that the transformation of the majority of journals to open access via transformative agreements would take many decades. As a consequence, the author calls for greater promotion of Diamond Open Access as an alternative to transformation agreements, as well as for critical evaluation of transformation agreements before their renewal

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