o-bib - Das offene Bibliotheksjournal (VDB - Verein Deutscher Bibliothekare e.V.)
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Open-Access-Transformationserfahrungen von Zeitschriftenherausgeber*innen
Dieser Artikel liefert einen Einblick in die Erfahrungen, die Herausgeber*innen geisteswissenschaftlicher Zeitschriften während des Transformationsprozesses zu Open Access gemacht haben. Im Rahmen des Open Library of Humanities-Projekts (OLH-DE) an der Universität Konstanz wurde eine Untersuchung anhand leitfragengestützter Experteninterviews mit fünfzehn Herausgeber*innen durchgeführt, die ihre Zeitschrift von einem Subskriptions- auf ein Open-Access-Modell umgestellt hatten. Dabei wurde nach den gewählten Open-Access-Modellen und den Gründen für die Wahl gefragt sowie nach Problemen, die den Herausgeber*innen beim Umstieg begegnet sind und welche Hilfe oder Beratung ihnen geholfen hat und welche sie sich gewünscht hätten. Die Ergebnisse zeigen, dass Modelle mit Kosten für Autor*innen für Herausgeber*innen nicht infrage kommen und die Aufgabe der Print-Version nach dem Umstieg zumeist als kein so großer Verlust empfunden wird, wie anfangs befürchtet. Die Umstellung auf neue Publikationssoftware und Layouts war der arbeits- reichste Baustein im Transformationsprozess. Die Untersuchung zeigt auch auf, welche Bedarfe die Herausgeber*innen an Beratung und Unterstützung haben. Daraus ergeben sich Hinweise für Einrichtungen und Beratungsstellen, wie ihre Angebote für hilfesuchende Herausgeber*innen auf Grundlage von Best-Practice-Empfehlungen weiter verbessert werden können.This article provides an insight into the experiences of editors of humanities journals during the transformation process to Open Access. As part of the Open Library of Humanities project (OLHDE) at the University of Konstanz, a survey was conducted using semi-structured expert interviews with fifteen editors who have switched their journal from a subscription to an open access model. The editors were asked about the open access models they had chosen and their reasons for this, as well as about problems they had encountered during the transition, what help or advice they had got and what kind of support they would have preferred. The results show that models involving costs for authors are not acceptable for editors. Also, leaving the print version behind after the switchover was mostly not perceived as such a great loss as initially feared. The move to a new publication soft- ware and new layouts was judged as the most labour-intensive part of the transformation process. The study also shows editors’ needs in terms of advice and support. This provides information for institutions as to how they can further improve their services for editors who need assistance based on best practice recommendations
Gemeinsame Baukommission von DBV und VDB: Vorstellung der Mitglieder der Amtszeit 2021-2024
Digitalisierte Schweizer Zeitungen auf e-newspaperarchives.ch: Bibliothekskooperation auf der nationalen Plattform
Die Zeitungsdigitalisierung begann in der Schweiz erst spät. Erst 2006 ging die erste digitalisierte Zeitung ins Netz, danach wurde einiges realisiert. Seit 2018 existiert die nationale Plattform e-newspaperarchives.ch für digitalisierte Schweizer Zeitungen. Die Schweizerische Nationalbibliothek ist für den Betrieb verantwortlich und realisiert darauf ihre eigenen Projekte. Auch die meisten Kantons- und Universitätsbibliotheken der Schweiz präsentieren ihre Zeitungen auf dieser nationalen Plattform. Gemeinsames Ziel ist es, der Wissenschaftscommunity aber auch einer grösseren Öffentlichkeit diese Inhalte im Bild und Volltext zugänglich zu machen. Mitte 2021 umfasste e-newspaperarchives.ch 148 Titel und rund 6,7 Millionen Seiten. Die verwendete Software Veridian ist eines der international führenden Produkte für solche Anwendungen und bietet im Frontend alle wünschbaren Funktionalitäten für die Bibliothekskundschaft. Die Universitätsbibliothek Bern ist eine der Partnerorganisationen, die ihre digitalisierten Zeitungen hier aufgeschaltet hat und langjährige Erfahrung mit den einschlägigen Workflows und Standards vorweisen kann.
Newspaper digitization began rather late in Switzerland. The first digitized newspaper did not go online until 2006, after which a lot was put into practice. Since 2018, there is a national platform, e-newspaperarchives.ch, for digitized Swiss newspapers. The Swiss National Library is responsible for operating this platform and uses it for projects of their own. However, most of Switzerland‘s cantonal and university libraries also present their newspapers on this national platform. The common goal is to make this kind of content available to the scientific community, but also to a larger public, as images and full text. By the middle of 2021, e-newspaperarchives.ch included 148 titles and around 6,7 million pages. The software used, Veridian, is one of the leading international products for applications of this kind, and the front end offers all desirable functionalities for library customers. The University Library of Bern is one of the partner organizations which has made its digitized newspapers available here and has many years of experience with the relevant workflows and standards.
Narrative Information Access for a Precise and Structured Literature Search
Der essentielle Bestandteil des wissenschaftlichen Diskurses ist die Veröffentlichung von Wissen in stringenten Argumentationen. Digitale Bibliotheken kurieren diese Veröffentlichungen in großen Sammlungen und bieten Zugangspfade für das Wissen an. Die Suche nach Argumenten mit Schlüsselworten ist jedoch oft nicht präzise genug.
In enger Kooperation zwischen der Universitätsbibliothek und dem Institut für Informationssysteme der Technischen Universität Braunschweig entsteht im Fachinformationsdienst (FID) Pharmazie ein narrativer Service, um eine präzise und variablen-behaftete Suche nach gezielten Argumentationsstrukturen in wissenschaftlicher Fachliteratur zur Verfügung zu stellen. Dieser wird im zentralen Dienst des FID Pharmazie - der wirkstoffzentrierten Rechercheplattform PubPharm (www.pubpharm.de) - zur Verfügung gestellt.
Der narrative Service bietet eine präzise Suche nach Argumentationsstrukturen, indem Nutzer*innen gezielt Anfragen nach Interaktionen zwischen relevanten pharmazeutischen Entitäten (wie z.B. Wirkstoffe, Krankheiten, Targets) formulieren können. Beispielsweise können so zentrale Wirkmechanismen formuliert und präzise gesucht werden. Ergänzend wird eine variablen-behaftete Suche bereitgestellt. Hier können Nutzer*innen ihr Forschungsfeld explorieren, indem beispielsweise sämtliche Wirkstoff-Krankheit Beziehungen mit zugehörigen Referenzen strukturiert visualisiert werden. Um solche Suchen zu ermöglichen, werden Dokumente vorverarbeitet, indem wichtige Entitäten annotiert und Interaktionen zwischen diesen extrahiert werden. Der narrative Service wird aktuell von der pharmazeutischen Fachcommunity evaluiert. In diesem Beitrag wird die Technik des narrativen Service vorgestellt und die Übertragbarkeit auch für andere Domänen unterschiedlichster Fachdisziplinen erörtert.The essential component of scientific discourse is the publication of knowledge in stringent lines of arguments. Digital libraries curate these publications in extensive collections and must provide effective access paths to them. However, searching for arguments with keywords is often not precise enough.
In close cooperation between the University Library and the Institute for Information Systems at the Technische Universität Braunschweig, a narrative service is being developed in the Specialized Information Service Pharmacy (in German Fachinformationsdienst Pharmazie) to provide a precise and variable-based search for targeted lines of arguments in scientific literature. The service will be integrated into the central service - the drug-centered search platform PubPharm (www.pubpharm.de).
The narrative service offers a precise search for lines of arguments by allowing users to formulate their queries as relationships between pharmaceutical entities (such as active ingredients, diseases, targets). For example, pharmaceutical mechanisms can be formulated and precisely searched. In addition, the service supports placeholders in the queries that allow users to explore their research field. For example, the service can visualize all drug-disease relationships with associated literature in a structured representation. The narrative service requires a pre-processing of documents, i.e., annotating pharmaceutical entities and extracting relationships between them. The pharmaceutical community is currently evaluating the narrative service. In this paper, we present the technique of our narrative service and discuss its transferability to other domains of various disciplines
Making information more accessible : Augmented and virtual reality at the ETH Library
Die ETH-Bibliothek und die Sammlungen und Archive der ETH Zürich nahmen 2019 zwei Veranstaltungen – die Zürcher Wissenschaftstage (Scientifica) und die Europäischen Tage des Denkmals – zum Anlass, Erfahrungen mit Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) im Veranstaltungskontext zu sammeln. Entstanden sind zwei Anwendungen: Eine AR-Applikation lässt Schmetterlinge und Käfer in 3-D zum Leben erwachen; eine für VR-Brillen konzipierte 360°-Rekonstruktion eines historischen Chemielaboratoriums ermöglicht das Eintauchen in die Welt der Chemie der ETH Zürich um die Zeit von 1900. Die Entwicklung beider Anwendungen erfolgte auf der Basis von Objekten sowie Bild-, Plan- und Textquellen aus den Sammlungen und Archiven der ETH-Bibliothek und der ETH Zürich. Der Einsatz von AR und VR stiess bei den Veranstaltungsbesuchenden auf positive Resonanz. Das Ziel, mit modernen Technologien neue Zugänge zu Bibliotheks-, Archiv- und Sammlungsbeständen zu schaffen und dadurch ein breiteres Publikum anzusprechen, wurde erreicht.In 2019, the ETH Library and the collections and archives of ETH Zurich took the opportunity to gain experience with augmented reality (AR) and virtual reality (VR) in the context of events on two separate occasions: the Zurich Science Days (Scientifica) and the European Heritage Days. Two applications were created: an AR app that brings butterflies and beetles to life in 3D and a 360° reconstruction of a historic chemistry lab designed for VR headsets that enables users to immerse themselves in the world of ETH Zurich chemistry around the turn of the last century. Both apps used sources such as objects, images, plans and texts from the collections and archives of the ETH Library and ETH Zurich. Visitors reacted positively to the use of AR and VR. The goal of using modern technology to make library, archive and collection holdings more accessible, thus appealing to a broader audience, was achieved
“Ich habe mich noch nicht mit Pollux beschäftigt” - eine Zufriedenheits- und Bedarfsanalyse des Fachinformationsdienstes Politikwissenschaft
Der Fachinformationsdienst Politikwissenschaft Pollux hat im Juni 2020 unter den Politikwissenschaftler*innen in Deutschland eine Online-Umfrage durchgeführt. Ziel der Umfrage war es, die Bedarfe und die Zufriedenheit der Zielgruppe mit dem Angebot von Pollux zu ermitteln. Es wurden Fragen aus den Bereichen Literaturrecherche, Open-Access-Publizieren, Forschungsdatenmanagement und Kommunikation gestellt. Ziele aus den Ergebnissen der Umfrage sind, dass Pollux bekannter gemacht werden muss, die Kernservices weiter ausgebaut und stetig zu verbessern sind sowie künftig auch über Open-Access-Publizieren und Forschungsdatenmanagement informiert und beraten werden soll.In June 2020, the Specialised Information Service for Political Science Pollux conducted an online survey among political scientists in Germany. The aim of the survey was to determine the needs and satisfaction with the services offered by Pollux. Questions were asked in the areas of literature research, open access publishing, research data management and communication. The key outcomes from the survey are that Pollux needs to be better known, that the main services of Pollux should be further expanded and continuously improved, and that in the future, information and advice on open access publishing and research data management should also be provided
Überregionale Lizenzierung: Bilanz eines DFG-Förderprogramms
Das Förderprogramm „Überregionale Lizenzierung“ der DFG wurde in den Jahren 2018 und 2019 ausgewertet, um den Gremien der DFG eine Basis für Entscheidungen zum Umgang mit dem Förderangebot nach Ablauf des bis Ende 2020 befristet eingerichteten Programms zu schaffen. Die Förderung zielte seit 2010 auf die optimierte Versorgung der Wissenschaft mit forschungsrelevanten digitalen Ressourcen ab. Nach zehn Jahren der Förderung von Allianz-Lizenzen kann das Programm nun in seinem Gesamtbeitrag zu einer Strukturbildung auf nationaler Ebene gewürdigt werden.
Wie die Auswertung zeigt, konnte die digitale Informationsversorgung der Wissenschaft in allen Fächern und fachübergreifend durch die Förderung verbessert werden. Dies wird deutlich an der Entwicklung des Verbreitungsgrads (Teilnehmende) und an der Relevanz der Angebote (Nutzung). Die Förderung hat insbesondere einen Mehrwert hinsichtlich der Finanzierung von „Moving Walls“ gebracht, welche in der Regel zeitverzögert einen deutschlandweiten Zugriff auf wissenschaftliche Inhalte ermöglicht haben. Weiterhin sind durch die Förderung die Bezugskonditionen für die Produkte optimiert worden. Die Wirtschaftlichkeit der geförderten Produkte war gegeben, allerdings sind auch viele Lizenzen aufgrund der finanziellen Angebotskonditionen nicht gefördert worden. Die Verhandlungen auf nationaler Ebene haben insgesamt zu mehr Transparenz hinsichtlich der Konditionen beigetragen und durch die Grundsätze für die Förderung standardisierende Effekte auf andere Vertragskontexte, z. B. im regionalen konsortialen Umfeld, gehabt. Weitere Ergebnisse im Detail bestehen in einer Analyse des Nutzens der über die Förderung umzusetzenden innovativen Lizenzmodelle oder Mehrwertkomponenten. Darunter fallen die Regelungen zum Open Access (grüner Weg), zum Hosting und zum Text-and-Data-Mining. Die Mehrwertkomponenten konnten unterschiedlich gut verhandelt und umgesetzt werden.
Als Teil des Förderprogramms wurde von 2017-2020 die Ausschreibung „Open-Access-Transformationsverträge“, parallel zu den ersten DEAL-Verhandlungen, ins Leben gerufen. Diese Ausschreibung hat wichtige Erkenntnisse gebracht, welche in die weitere Gestaltung der Open-Access-Transformation über Verträge auf nationaler Ebene einfließen sollen, aber nicht in diesem Beitrag behandelt werden
Rezension zu: Libraries and their architecture in the 21st century / edited by Ines Miersch-Süß
Bestandscontrolling bei elektronischen Ressourcen: Entscheidungshilfen für die Lizenzierung
Jede Bibliothek steht vor der Herausforderung, das zur Verfügung stehende Erwerbungsbudget im Einklang mit dem jeweiligen Bibliotheksauftrag möglichst effizient und zielgerichtet einzusetzen. Eine Umfrage unter 181 Einrichtungen zeigt, dass neben den klassischen Kosten pro Download auch eine Vielzahl anderer Entscheidungsparameter eine wichtige Rolle spielt. Dabei besteht ein starkes Interesse am bibliotheksübergreifenden Austausch, der die einrichtungsspezifische Definition von Entscheidungskriterien erleichtern und optimieren könnte. In Anbetracht der zunehmenden Komplexität der Lizenzmodelle ist ein systematisches und kontinuierliches Bestandscontrolling – unabhängig vom hektischen Jahresendgeschäft – eine wesentliche Voraussetzung dafür, fundierte Lizenzierungsentscheidungen treffen zu können.Every library faces the challenge of using the available acquisition budget as efficiently and appropriately as possible in accordance with the respective library mission. A survey of 181 institutions shows that, in addition to the classic costs per download, a variety of other decision parameters also play an important role. There also is a strong interest in inter-library exchange which could facilitate and optimize the institution-specific definition of decision criteria. In view of the increasing complexity of licensing models, systematic and continuous content controlling – independent of the hectic year-end business – is an essential prerequisite for being able to make sound licensing decisions