o-bib - Das offene Bibliotheksjournal (VDB - Verein Deutscher Bibliothekare e.V.)
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Potentiale nutzen und Verbindungen herstellen: Neue fachliche Aufgabenbereiche für Bibliotheken am Beispiel Forschungsdatenmanagement
In diesem Artikel werden Handlungsoptionen und -spielräume wissenschaftlicher Bibliotheken im Kontext eines sich durch die Digitalisierung verändernden Aufgaben- und Anforderungsspektrums thematisiert. Dieses Themenfeld wird durch die Linse der Berufsgruppe der wissenschaftlichen Bibliothekar*innen bzw. Fachreferent*innen betrachtet. Bestehenden Strukturen, insbesondere den Fachreferaten, kommt in diesem Prozess eine besondere Rolle zu, bieten sie doch Chancen, neue Themen effizient und gezielt an der eigenen Einrichtung einzubinden. Durch die Übernahme neuer Aufgaben durch die Fachreferent*innen besteht jedoch der Bedarf einer Selbstvergewisserung, um adäquat auf neue Situationen reagieren zu können. Anhand des Beispiels Forschungsdatenmanagement (FDM) an der Universitätsbibliothek der LMU (UB der LMU) werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie eine Kooperation zwischen FDM-Beratung, Fachreferaten und Forschenden aussehen kann. Welche Rolle spielen dabei Konzepte wie „Embedded Librarian“ oder „Data Literacy“? Und wie können Fachreferent*innen einbezogen werden, um die FDM-Strukturen der eigenen Einrichtung erfolgreich weiterzuentwickeln?This article discusses the opportunities and challenges for academic libraries in the context of changing requirements and tasks due to digitization. These developments are viewed through the lens of the professional group of academic librarians, more specifically the subject librarian. Existing structures, especially the subject librarian departments, play a crucial role in these developments, as they offer opportunities to efficiently and adequately address new topics within their institution. However, when subject librarians take on new tasks, there is a need for self-assurance in order to react adequately to new situations. Using the example of research data management (RDM) at the University Library of LMU, new possibilities like a cooperation between RDM services, subject librarians and researchers are emerging. What role do concepts such as “Embedded Librarian” or “Data Literacy” play in the context of RDM? And how can subject librarians be involved to successfully improve the RDM structures of their institutions
Fachreferat plus X: Transformation des wissenschaftlichen Dienstes an der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen
Als Ergebnis formaler und strategischer Leitungs- und Personalentscheidungen hat sich an der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen in den letzten Jahren das Modell „Fachreferat plus X“ entwickelt. Entlang zahlreicher thematischer Felder wird in diesem Aufsatz dargestellt, wie sich Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche des wissenschaftlichen Personals verändert haben. Zudem werden daraus resultierende unterschiedliche Folgen für die Universitätsbibliothek als Organisationseinheit und ihr Dienstleistungsportfolio beschrieben.Based on formal and strategic decisions with respect to human resources management and general library management, this paper presents the Duisburg-Essen University Library’s model “subject librarian plus x”, which has evolved in recent years. The authors focus on changes in organisational structure as well as in service portfolio by giving examples of tasks and in fields of activities of the scientific library staff
Fenster öffnen! Wissenschaftskommunikation, Fachinformationsdienste und Fachreferat: Ein Tagungsbericht
CARE Principles for Indigenous Data Governance: Eine Leitlinie für ethische Fragen im Umgang mit Forschungsdaten?
Die CARE-Prinzipien fordern dazu auf, im Umgang mit Forschungsdaten ethische Fragestellungen, Machtdynamiken und historische Kontexte zu reflektieren und systematisch zu berücksichtigen. Sie lassen sich damit als komplementär zu den Grundsätzen der FAIR-Prinzipien verstehen, die den Fokus vor allem auf Eigenschaften von Daten und den Datenaustausch legen. In der Diskussion über CARE im deutschsprachigen Raum bleibt bisher jedoch weitgehend außen vor, dass die CARE-Prinzipien von der Global Indigeneous Data Alliance dezidiert für die Handhabung indigener Daten entwickelt wurden. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Entstehungskontext der Prinzipien fehlt bis - her ebenso wie ein spezifisches Verständnis für Möglichkeiten der Übertragung von CARE auf die allgemeine Thematisierung von Verantwortung oder die Lösung ethischer Fragen im Kontext von Infrastrukturentwicklung und Datenmanagement. Der Aufsatz versteht sich als Beitrag zur Debatte. Er skizziert die Entstehungsbedingungen sowie die spezifischen Anliegen der CARE-Prinzipien und diskutiert Potenziale und Grenzen von CARE als allgemeinen Rahmen und ethische Leitlinie für die Arbeit mit Forschungsdaten.The CARE principles call for a more systematic and reflected consideration of ethical issues, power dynamics, and historical contexts related to the management of research data. These principles complement the existing FAIR principles, which focus primarily on the properties of data and data exchange. However, the fact that the CARE principles were developed by the Global Indigenous Data Alliance specifically for the handling of indigenous data has been largely disregarded in the current usage of CARE in the German-speaking world. A thorough examination of the context in which the principles were developed has been lacking and it is not yet well understood how CARE could be transferred to general questions of responsibility or solving ethical questions in the context of infra- structure development and data management. This paper is intended as a contribution to the debate. It outlines the context in which the principles were developed and the related concerns regarding their potentials and limitations as a general framework and ethical guideline for working with research data
Von Hamburg in die ganze Welt: Das Zeitungsportal der SUB geht online
Obgleich die Hansestadt Hamburg schon seit dem 17. Jahrhundert als ein bedeutendes Zentrum der Presse gilt und auch die ehemalige Stadt- und heutige Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) kontinuierlich eine umfangreiche Zeitungssammlung aufbaute, steht sie heute aufgrund der immensen Verluste im Zweiten Weltkrieg weitgehend ohne historischen Zeitungsbestand da. In den vergangenen zehn Jahren wurde deshalb in ausgedehnten Digitalisierungsprojekten mit Hilfe zahlreicher Partnereinrichtungen daran gearbeitet, die für Hamburg relevanten Presseblätter in digitaler Form zusammenzutragen und damit einen neuen Zugang zu ermöglichen. In der bisher letzten Phase wurden noch ausstehende Titel wie das umfangreiche „Hamburger Fremdenblatt“ mit Hilfe einer DFG-Förderung vorwiegend von Originalbänden digitalisiert, um eine besonders gute Bild- und OCR- Qualität zu gewährleisten. Alle bislang digitalisierten Zeitungstitel im Umfang von ca. 4 Mio. Seiten werden sukzessive in das eigenständige Portal „Hamburger Zeitungen Digital“ ins Netz gebracht und sind fortan zeit- und ortsunabhängig recherchierbar.Even though Hamburg has been considered an important centre of German publishing since the 17th century, and the former City Library, now the State and University Library (SUB), has continuously built up an extensive newspaper collection, the library is today largely without a historical newspaper collection. This is due to immense losses during the Second World War. Therefore, over the last ten years the SUB has tried to recreate a digital collection of historic Hamburg newspapers in cooperation with various partner libraries throughout Germany. Now in its final phase, gaps have been closed and titles like “Hamburger Fremdenblatt”, a main Hamburg daily newspaper, have been digitised, mainly from original volumes, to ensure particularly good image and OCR quality. This was done with support from the German Research Foundation (DFG). Soon “Hamburger Zeitungen Digital” will hold all digitised titles (4 million pages) and will provide free online access
Next Level Information Dissemination: Videoproduktion an der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin
Pandemiebedingt finden seit März 2020 an der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin Kurse nur noch im Digitalen statt. Ein Erkunden und Kennenlernen des Ortes Bibliothek war nicht mehr möglich. So entstand die Idee, mit Hilfe eines Films die Bibliothek digital erlebbar zu machen und so den Neustudierenden einen guten Einstieg ins Studium zu ermöglichen. Was als kleines Projekt einer videogestützten Bibliotheksführung begann, entwickelte sich zu einem Selbstläufer und einem neuen Kompetenzbereich der Teaching Library. Neben Screencasts und Aufzeichnungen von Veranstaltungen ergänzen nun auch Realvideos den digitalen Content der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin. Aus dem erarbeiteten Wissen der durchgeführten Videoprojekte entwickelte sich zudem eine Hands-on-Veröffentlichung aus Praxistipps und Vorlagen zum Nachmachen für andere Bibliotheken oder öffentliche Einrichtungen.Due to the pandemic, courses at the university library of the Technische Universität Berlin have been held only virtually since March 2020. Thus, it was no longer possible to explore and get to know the library as a place. Therefore, the idea was born to make a film to help new students experience the library in a digital format. What began as a small project for a video-based library tour quickly gained importance and became a new area of expertise for the Teaching Library. In addition to screencasts and recordings of events, real videos now complement the digital content of the university library of the Technische Universität Berlin. Also, the knowledge gained from the video projects was published as a hands-on manual with practical tips and templates for other libraries or public institutions to reuse
Look what we’ve got for you! Promoting library collections
Bibliothekar*innen verbringen viel Zeit damit, sich zu überlegen, welche Medien sie für ihre Bibliothek kaufen sollten, um den Bedürfnissen ihrer Nutzer*innen am besten entsprechen zu können. Was aber passiert eigentlich, nachdem es ein Buch oder eine Datenbank ins (virtuelle) Regal geschafft hat? Wie erfahren die Nutzer*innen von Neuerwerbungen oder anderen interessanten Beständen? Dieser Artikel sammelt ausgewählte Bestandsbewerbungsaktivitäten verschiedener wissenschaftlicher Bibliotheken, die sich zur Nachnutzung eignen könnten.
Vorgehen: Wir werten die Websites und, so vorhanden, die Web-2.0- bzw. Social-Media-Aktivitäten der Bibliotheken aus, die Mitglied in der IATUL sind. Dazu kommen Literatur- und Zufallsfunde.
Ergebnisse: Unsere Sammlung gibt einen Überblick über Verfahren zur Bestandsbewerbung in wissenschaftlichen Bibliotheken aus aller Welt, die wir anhand von Beispielen vorstellen, ergänzt um einen Bericht über einige jüngere Maßnahmen in der Bibliothek einer der Autor*innen.
Einschränkungen: Wir können nur die Aktivitäten derjenigen Bibliotheken auswerten, deren Website in Englisch, Deutsch, Französisch oder einer skandinavischen Sprache verfügbar ist. Außerdem nehmen wir nur die Perspektive der Bibliotheken ein – nicht aber die ihrer Nutzer*innen. Eine Analyse, die der Frage nachgeht, welche Erwartungen und welchen Informationsbedarf sie rund um Bibliotheksbestände haben, denen die Bibliotheken bislang noch nicht entsprechen können, wäre eine interessante Ergänzung zu unserer Studie.Librarians put a lot of time and thought into the question "what to buy for the library?" to meet users’ needs as best as possible. But what happens once a book or a database or a journal has made it onto the (virtual) shelf? How do users learn about new acquisitions or other interesting holdings? In this article, we take a tour through collection-marketing activities by academic libraries, highlighting some interesting examples and collecting ideas for reuse.
Method: We scouted the internet presence of all IATUL member libraries, considering their websites and, if available, their web 2.0 / social media activities. We added findings from literature and from chance encounters.
Results: Our data collection provides an overview of collection-marketing activities in academic libraries all over the world. We discuss the different types of activities, present some examples that we consider interesting, and share insights into recent activities at one of the authors’ libraries.
Limitations: We can only analyse the activities of those libraries that use a working language we understand, which rules out some libraries that don’t have, e.g., a version of their website in English, German, French, or a Scandinavian language. Moreover, we only consider the perspective and activities of the libraries – but not the perspective and expectations of their users. Investigating whether they have informational needs about collections that are not yet met by libraries would be an interesting complement to our study
5. Workshop Computerunterstützte Inhaltserschließung: Bericht und thematischer Überblick zu den Beiträgen
Der Artikel gibt einen Überblick über den 5. Workshop Computerunterstützte Inhaltserschließung. Während der erste Tag eine Bestandsaufnahme der Inhaltserschließung an deutschsprachigen Bibliotheken unternahm, informierte der zweite Tag über neue Konzepte der Verbindung von intellektueller und maschineller Erschließung.
The article provides an overview of the 5th Workshop on Computer-Assisted Subject indexing. While the first day took stock of Subject indexing at German-language libraries, the second day informed about new concepts of combining intellectual and machine indexing
Datentracking in den Wissenschaften: Wissenschaftsorganisationen und die bizarre Asymmetrie im wissenschaftlichen Publikationssystem
Das wissenschaftliche Publikationssystem ist in seinen Grundzügen nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen und dann in die einmal eingeschlagene Richtung zum Nachteil der Wissenschaft und ihrer Bibliotheken weiterentwickelt worden. Im Ergebnis ist es inzwischen ein Quasi-Monopol mit allen Folgen für die Wissenschaft und ihre Bibliotheken. Die aktuellen Entwicklungen in Richtung Science Tracking vertiefen diese Monopolbildung noch weiter zu ihren Ungunsten. Der Beitrag zeichnet die Entwicklung zu einem asymmetrischen System des wissenschaftlichen Publizierens nach, analysiert die jüngsten Entwicklungen um das Datentracking über Bibliotheken und diskutiert Auswege aus der bizarren Situation des Publikationssystems.The scientific publication system was designed in its basic features after World War II and then further developed in this direction to the disadvantage of the sciences and the academic libraries. As a result, scientific publishing has become a quasi-monopoly with all the consequences for the sciences and libraries. The current developments towards science tracking strengthen this monopoly even further to their disadvantage. The article traces the evolution towards an asymmetrical system of scientific publishing, analyses the latest developments around data tracking via libraries and discusses ways out of the bizarre situation of today’s publication system in the sciences