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Gathering at Night: Yaḥyā Efendī’s Letter of Invitation
Gathering at Night: Yaḥyā Efendī’s Letter of Invitatio
HPI Digitalkolleg: Digitale Zukunft gestalten: Anmeldefrist bis 30. September 2025
Das Digitalkolleg richtet sich an alle IT-interessierten Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7. Die Teilnehmenden werden in Arbeitsgemeinschaften mit verschiedenen Themenschwerpunkten eingeteilt. Themen dieses Jahr sind eine Einführung in Python, Webseitenerstellung und -gestaltung sowie Bots, Mods & more. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Anmeldefrist endet mit 30. September 2025.The digital college is aimed at all students interested in IT from grade 7 onwards. The participants are divided into working groups with different focus areas. Topics this year include an introduction to Python, website creation and design, as well as bots, mods & more. Participation is free. The registration deadline ends on September 30, 2025
Zur Verteidigung von Fanfiction: Das Image von Fanfiction heute, kritisch besprochen unter Anbetracht der Literaturgeschichte
Die Beziehung der Unsterblichen mit der Poesie des 18. Jahrhunderts lief gut, sie war dabei, das Verhältnis zu einem ihrer Elternteile (J.R.R.Tolkien) zu kitten, da schlitterte die Moderne dazwischen und brachte alles durcheinander… Kann Fanfiction ihren scharlachroten Buchstaben (A steht für Adaption) abschütteln und ihren Ruf in der Literaturwissenschaft wiederherstellen oder wird sie für immer vergessen bleiben? Diese und viele weitere Fragen versuchen wir in unserem Essay zu beantworten indem wir Fanfiction und die Praxis des “Weiterschreibens” aus einem literaturhistorischen Blickwinkel betrachten
Rollenspiele und Identitätsfindung
Die steigende Popularität von Spielen wie Dungeons & Dragons rückt Rollenspiele mehr in den Mainstream. Das zeigt sich auch in der Forschung. Besonders in den letzten Jahren haben sich viele Arbeiten mit Table-Top-Rollenspielen beschäftigt und untersucht, was sie ausmacht und ob Spieler*innen, neben einfacher Unterhaltung, einen Nutzen aus ihnen ziehen. Diese Arbeit beginnt mit der besonderen Rolle, die solche Spiele für viele Personen der LGBTQ+ Community einnehmen. Daraufhin stellt sie die erweiterte Möglichkeit einer Identitätsreflexion im Spiel dar und zeigt, wie Spieler*innen aus dieser profitieren können
Insatiable Hunger: A Court Physician’s Account of Dog-Hunger in the Seventeenth Century
Insatiable Hunger: A Court Physician’s Account of Dog-Hunger in the Seventeenth Century
All for a Silver Vase? Osman Hamdi Bey’s Indignant Resignation Letter from the Ottoman Imperial Museum
All for a Silver Vase? Osman Hamdi Bey’s Indignant Resignation Letter from the Ottoman Imperial Museu
Artificially Generated Friendships? On the Possibility of Co-creation in the Age of Generative AI
Dieser Artikel untersucht spekulativ die Möglichkeiten der Co-Creation von Menschen und generativen KI-Systemen. Er stützt sich auf computergestützte, posthumanistische Perspektiven und Ansätze des New Materialism und schlägt ein Verständnis von KI vor, das sie nicht als defizitäre Menschen oder überlegene Werkzeuge betrachtet, sondern als Wesen mit besonderen kognitiven Fähigkeiten. Das Konzept der Freundschaft, das durch Derridas Betonung von Differenz statt Gleichheit neu definiert wurde, bietet eine zusätzliche konstruktive Grundlage für die Untersuchung dieser neu entstehenden Beziehungen. Anstatt von künstlicher Intelligenz zu verlangen, menschliches Bewusstsein zu reproduzieren, untersucht dieser Ansatz, wie unterschiedliche kognitive Prozesse neue Möglichkeiten schaffen können. Indem Unterschiede als generatives Potenzial begriffen werden, eröffnen sich neue Formen der Zusammenarbeit, die das Spannungsfeld zwischen menschlichen, nicht-menschlichen und computergestützten Formen des Handelns einbeziehen. Das Feld der künstlerischen Forschung bietet einen wirkungsvollen Rahmen für die Umsetzung dieser neuen Formen der Co-Creation.This article speculatively explores possibilities for co-creation between humans and generative AI systems. Drawing on computational, new materialist, and posthumanist perspectives, it proposes an understanding of AIs not as deficient humans or superior tools, but as entities with distinctive cognitive capacities. The concept of friendship, reimagined through Derrida’s emphasis on difference rather than sameness, offers an additional constructive foundation for exploring these emergent relationships. Rather than demanding AI to replicate human consciousness, this approach examines how different cognitive processes might generate novel possibilities. By reframing difference as generative potential, new modes of collaborative practices open up, embracing tensions where human, non-human, and computational forms of agency intersect. The field of artistic research provides an effective framework for enacting these emergent forms of co-creation
Denise Labahn: Queere Fanfictions – Queere Utopien? Hetero- und Homonormativität in Fanfictions zu US-Vampir-Serien.: Bielefeld: Transcript 2023. ISBN: 978-3-8376-6919-0. 216 Seiten, 49,00 €.
Der/die Vampir*in als Gegenbild zu gesellschaftlichen Normvorstellungen ist die Prämisse für Denise Labahns Dissertation Queere Fanfictions – Queere Utopien? Hetero- und Homonormativität in Fanfictions zu US-Vampir-Serien. Die Vampir*innen findet sie in US-amerikanischen Serien der 1990er/2000er Jahre und sie interessiert sich dabei besonders für deren Rezeption. Labahn verortet ihre Arbeit im Forschungsfeld um Fanfiction und rollt dieses aus zwei Perspektiven auf – mit Blick auf Fanfictiontexte und im Austausch mit Fanfiction Schreibenden und Lesenden.
"Die Möglichkeit zum prozesshaften, offenen und auch kollektiven Schreiben, als eine Besonderheit von Fanfictions" (S. 13) ist das, was Labahn (die sich selbst als Fan "outet") ihrer Hypothese voranstellt. Sie fragt nach dem utopischen Potential von Fanfictions und untersucht spezifisch den Kontext queerer Fanfictions. "[E]benso wie Vampir*innen auf umfassendere gesellschaftliche Problemlagen verweisen, kann dies auch für Utopien festgestellt werden" (S. 64), konstatiert Labahn und legt mit dieser konzeptuellen Nähe den Grundstein für ihr Forschungsvorhaben.
Sie unterteilt ihre Arbeit in zwei Gegenstandsfelder – zum einen wählt sie verschiedene deutschsprachige Fanfictions aus, die zu Vampirserien auf der Online-Plattform fanfiktion.de verfasst wurden. Hier konzentriert sie sich auf Texte zu den US-amerikanischen Serien Buffy – Im Bann der Dämonen (US 1997-2003), True Blood (US 2008-2014) und Vampire Diaries (US 2009-2017). Zum anderen verwendet Labahn eine von ihr angeleitete Online-Gruppendiskussion mit 57 Fanfiction Schreibenden und Lesenden, die sich durch eine Ausschreibung vorab selbst als queer identifiziert haben.
Für die Teilnehmer*innen der Diskussion verwendet Labahn den Begriff der Produser*innen, geprägt von Axel Bruns. Die Unterscheidung zwischen Erschaffen und Rezipieren von Fanfictiontexten wird hier weitestgehend aufgelöst. Bruns verbindet dies in seiner Theorie mit einer Gegenwirkung zu industriellen Wertschöpfungsketten (vgl. S. 108). Im Begriff des Produsage bündelt Labahn so disruptives Potential im Hinblick auf Utopien im Kontext von queeren Fanfictions.
Die Fanfictiontexte und die Online-Gruppendiskussion unterzieht Labahn einem Analyseverfahren, das sie als "queere Inhaltsanalyse" betitelt (in Anlehnung an Udo Kuckarzts und Philipp Mayrings qualitative Inhaltsanalyse, sowie den Ansatz des Queer Readings nach Eve Kosofsky Sedgwick und weiteren (vgl. S. 160)). So möchte Labahn "queer[e] Potenziale auch solcher Texte heraus[arbeiten], die nicht explizit queere Themen behandeln, sondern, bei denen sich queeres Begehren unter der Oberfläche ansiedelt" (S. 163). Dieses Spannungsfeld macht Labahn für ihre Analyse in den Fanfictions der Vampirserien aus.
Mit einer ausführlichen Einordnung der Figur der Vampirin bzw. des Vampirs im filmgeschichtlichen Kontext wird mit Magrit Dorn die Funktion der Vampir*in als Maß gesellschaftlicher Machtverhältnisse und Krisen nachgezeichnet (vgl. S. 53ff). Vampir*innen bilden insofern den Ausgangspunkt von Labahns Forschungsvorhaben, als dass ihnen von Grund auf etwas Grenzüberschreitendes, mit Normen Brechendes, Queeres innewohnt (vgl. S. 62f). Sie untersucht queeres Potential in der Ambiguität von Alter, Sexualität und Verwandtschaft der Vampir*innen-Figuren. Offen bleibt an dieser Stelle eine Positionierung von Labahn zu Vampir*innen-Figuren, die trotz ihrer fantastischen Konstruktion tradierte, patriarchale Narrative dezidiert verstärken und romantisieren; in Twilight (US 2008) beispielsweise genauso wie in den drei ausgewählten Serien. Da Labahn in der Reflexion ihrer Arbeit problematisiert, dass Teile des von ihr ausgewählten Fanfiction-Korpus patriarchale und heteronormative Strukturen ungefiltert reproduzieren (vgl. S. 255), fragt sich, inwiefern mit dem Analysefokus auf queere Utopien dieser Schwerpunkt bereits bei der Auswahl des Materials gewinnbringender hätte gesetzt werden können.
Labahn versteht Utopie in ihrer Arbeit als Normabweichung und zeichnet den Utopie-Begriff in Abgrenzung zu statischen Zukunftsbildern, wie sie in zukünftigen Gesellschaftsmodellen nach der Tradition von Thomas Morus ("Utopia", 1516) formuliert werden, nach. Das Experimentieren, Erproben und Austesten von Abweichungen zu patriarchalen oder heteronormativen Normen setzt Labahn als Ausgangspunkt ihrer Frage nach queeren Utopien und bezieht sich auf den Ansatz der "prozessualen Utopie" von Erin McKenna (vgl. 72ff). Hier geht es als pragmatistischer Ansatz also nicht um ein spezifisches, utopisches Ziel, sondern um das gemeinschaftliche Denken und Handeln, das den Weg zu einem solchen Ziel überhaupt erst ebnet. Ergänzend nimmt Labahn María do Mar Castro Varelas Forschung zu Heterotopien auf und spricht von gelebten Utopien (vgl. 78f). Darunter fasst Labahn eine Veränderung von individuellen Selbstverständnissen, sozialen Gefügen oder gesellschaftspolitischen Perspektiven und bezieht sich für ihre Frage nach queeren Utopien damit konkret auf den Vorgang des Produsage von Fanfictions.
Der erste Analyseschwerpunkt liegt auf dem Gegenstandsfeld der Fanfictiontexte. In der Auswertung der ausgewählten Texte identifiziert Labahn drei Themenkomplexe: Familie und Verwandtschaft, Liebe und Verbundenheit, und Geschlecht und Sexualität. Sie arbeitet heraus, inwiefern die Vampir*innen-Figuren in den Fanfictiontexten eine Projektionsfläche für Grenzüberschreitungen bieten und tradierte Konstruktionen von (Kern)Familie und Reproduktion hinterfragt werden (vgl. S. 227ff). Im Sinne einer "VerUneindeutigung" nach Antke Engel (vgl. S. 21) identifiziert Labahn die Ambiguitäten der Vampir*innen-Figuren als Destabilisierungsprozesse von Heteronormativitäten.
Die Auswertung der Online-Diskussion stellt den zweiten Analyseschwerpunkt dar und bietet im Vergleich zur inhaltlichen Analyse der Fanfictiontexte eine tiefgreifendere Argumentation. "Insofern das Verändern, Modifizieren und Anpassen des Originaltextes als Widerstand gegen hegemoniale Bedeutungsproduktionen gewertet wird, lassen sich im Schreiben von Fanfictions queere Potenziale herausarbeiten" (S. 119), stellt Labahn voraus. Aspekte von Community und Zusammenarbeit zeigen sich in der Auswertung der Online-Diskussion als grundlegend (vgl. S. 298ff). Den digitalen Raum von Fanfiction-Websites markiert Labahn als Ort queerer Agency, da er als Schutzraum für persönliche und intime Erzählungen und Austausch dient (vgl. S. 340).
Fanfiction als digitales Medium versteht Labahn als Praxis queerer Utopie (vgl. S. 19), zum einen durch ihre Zugänglichkeit und geteilte Community, zum anderen im Umdeuten oder Gegen-den-Strich-Lesen existierender Narrative. Besonders die Zugänglichkeit des Fanfiction Schreibens ist jedoch kritisch zu befragen, so stellt Labahn heraus, dass die Mehrheit der Produser*innen (sowohl in der von ihr befragten Gruppe als auch in weiteren Erhebungen) weiße Frauen sind, die vor allem genug Zeit zur Verfügung haben, diese in Fanfiction zu investieren (vgl. 205ff). Labahn bietet zum Ende ihrer Arbeit den Ausblick, das Feld (queerer) Fanfiction weiterführend auf dessen intersektionale und transnationale Beschaffenheit zu befragen. Besonders mit Blick auf das utopische Potential von Fanfictions erscheint diese Ergänzung als sinnvoll und hätte mitunter tiefgreifender auch in Labahns Analyse integriert werden können.
In Bezug auf die Fanfiction-Community weist Labahn auf verschiedene Feedbackstrukturen und Formen der Zusammenarbeit hin, die Fanfictiontexte und Produsage als Projekte des Austauschs und als gemeinsame Aushandlungsprozesse kennzeichnen, beispielsweise sogenannte "Partner*innen-Fics" (vgl. S. 320ff). Auf der Basis dieser kollaborativen und ergebnisoffenen Interaktionen ordnet Labahn die Praxis des Produsage als "prozessuale Utopie" ein. Schlussfolgernd sieht sie die Verflechtung aus intendierter Unabgeschlossenheit und communitybasiertem Austausch als Experimente der Produser*innen, die mit Labahns Verständnis von Utopie als Modus des Austestens von und Experimentieren mit Normabweichungen zusammenpasst.
Die ausgewählten Fanfictiontexte über Vampir*innen als Grenzüberschreiter*innen im Spannungsfeld heteronormativer Liebeserzählungen und die Online-Diskussion mit queeren Produser*innen schlagen den Bogen zu den von Labahn spezifisch als queer untersuchten Utopien. Die Analyse der Vampir*innen-Figuren in den Fanfictions der ausgewählten Serien unterscheidet sich in ihrem Fazit der Grenzüberschreitungen nicht maßgeblich von Charakteristika subversiver oder queerer Vampir*innen in weniger prominenten Serien, wie First Kill (US 2022) und Interview with the Vampire (US 2022) oder Filmen, wie The Hunger (UK 1983) und Only Lovers Left Alive (UK 2013). Auch wenn die Arbeit zu Vampirserien keine gänzlich neuen Perspektiven eröffnet, liefert Labahn eine aufschlussreiche Untersuchung von queeren Positionen im Produsage von Fanfictions und trägt dazu bei, diesen Fokus im Feld der Fanforschung zu schärfen
Toxic Unilateralism: How the EU’s Unilateral Trade-Related Measures Drive Polarization in Global Trade Relations
Handelsmächte wie die Europäische Union und die Vereinigten Staaten greifen zunehmend zu unilateralen handelsbezogenen Maßnahmen, um ihre nationale Sicherheit zu schützen oder die Folgen des Klimawandels abzumildern. Gleichzeitig zeichnet sich eine immer stärker werdende Polarisierung der globalen Handelsbeziehungen, gekennzeichnet durch ideologische Gräben und gegensätzliche Wirtschaftspolitiken, ab. Diese Trends deuten auf eine Abkehr von kooperativem Multilateralismus der Welthandelsorganisation zu nationalstaatlichen Alleingängen hin. Dies birgt die Gefahr einer wirtschaftlichen Fragmentierung und erschwert die Lösung globaler Herausforderungen.
Unilaterales Handeln ohne internationale Zustimmung, das sowohl eine Ursache für als auch eine Reaktion auf diese Polarisierung ist, schafft einen Teufelskreis. Dieser „toxische“ Unilateralismus stört Handels- und Investitionsflüsse, richtet Handelsallianzen neu aus, marginalisiert Entwicklungsländer und untergräbt die Effektivität des multilateralen Handelssystems. Wenn das Vertrauen in das multilaterale System schwindet, wird auch der Anreiz zur Zusammenarbeit geschwächt.
Dieser Aufsatz untersucht diese Dynamik durch die Analyse von EU-Maßnahmen wie dem CO2- Grenzausgleichssystem und dem Instrument zur Bekämpfung von Zwangsmaßnahmen. Er zieht Lehren aus den 1920er und 1930er Jahren, einer Zeit des Wirtschaftsnationalismus und Protektionismus. Dieser Aufsatz zeigt, dass Unilateralismus zwar kurzfristige Lösungen für dringende Probleme bieten kann. Stabilität, Vorhersehbarkeit und effektive globale Zusammenarbeit erfordern jedoch multilaterale Lösungen.Trading powers such as the European Union and the United States are increasingly using unilateral trade-related measures to protect national security or mitigate the effects of climate change. At the same time, global trade relations are becoming more polarized, marked by ideological divides and contrasting economic policies. These trends suggest a shift from the cooperative multilateralism of the World Trade Organization to unilateralism, which risks geoeconomic fragmentation and complicates solutions to global challenges.
Unilateralism, defined as action by a single polity without international consent, both responds to and exacerbates polarization, creating a vicious cycle of tit-for-tat measures. This “toxic” unilateralism disrupts trade and investment activities, realigns alliances, marginalizes developing economies, and undermines compliance with multilateral rules. As confidence in the multilateral system erodes, cooperation on global issues weakens.
The paper examines these dynamics by analyzing EU policies such as the Carbon Border Adjustment Mechanism and the Anti-Coercion Instrument. It draws lessons from the 1920s and 1930s, a period of economic nationalism and protectionism. It argues that, while unilateral action can address pressing issues, multilateralism remains essential for stability, predictability, and effective global cooperation