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    Making Europe Fit for the Digital Age? The EU’s Approach to Regulating Online Disinformation through the Lens of Article 10 ECHR

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    Als Reaktion auf die zunehmende Verbreitung falscher und irreführender Inhalte über digitale Plattformen hat die Europäische Union (EU) ihren regulatorischen Ansatz gegenüber Online-Desinformation in jüngeren Jahren verstärkt. Während sie zunächst auf freiwillige Selbstregulierung durch Plattformbetreiber setzte, hat die EU mittlerweile einen Wandel hin zu einem ko-regulatorischen Ansatz der Inhaltsregulierung vollzogen. Das zentrale gesetzgeberische Instrument in diesem Zusammenhang ist der im Jahr 2022 verabschiedete Digital Services Act (DSA). Dieser sieht spezifische Risikomanagementpflichten für sehr große Online-Plattformen vor, darunter auch Verpflichtungen zur Bewältigung von Risiken im Zusammenhang mit Online-Desinformation. Der DSA enthält jedoch keine präzise Definition sämtlicher Inhaltskategorien, die er zu regulieren beabsichtigt – einschließlich Desinformation. Infolgedessen kann sein Anwendungsbereich auch (unabsichtliche) Misinformation erfassen, was eine Abkehr von früheren, unverbindlichen EU-Initiativen darstellt, die ausdrücklich auf (intendierte) Desinformation abzielten. Dieser erweiterte Regelungsbereich birgt die Gefahr, dass bestimmte Formen von Werturteilen – die grundsätzlich unter dem Schutzbereich des Artikels 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) stehen – im Rahmen der in Artikel 35 DSA normierten Risikominderungsverpflichtungen einer Inhaltsmoderation unterzogen werden. Diese regulatorische Unschärfe wirft daher Fragen hinsichtlich der zulässigen Beschränkungen der Meinungsfreiheit gemäß Artikel 10 EMRK auf. Vor dem Hintergrund der EMRK sowie der umfangreichen und gefestigten Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zur Meinungsfreiheit unterzieht dieser Beitrag das unionsrechtliche Regelungsregime zur Bekämpfung von Online-Desinformation einer kritischen Analyse. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf den Artikeln 34 und 35 DSA. Der Beitrag argumentiert, dass der DSA zwar legitime Ziele verfolgt – wie den Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Rechte Dritter –, seine begriffliche Unbestimmtheit jedoch zu einer Überregulierung führen kann, insbesondere im Hinblick auf bestimmte Formen von Misinformation, die sich in wertenden Stellungnahmen äußern. Der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, dass der DSA zwar im Großen und Ganzen mit menschenrechtlichen Standards im Einklang steht, jedoch eine größere begriffliche Klarheit sowie eine stärkere Orientierung an der EGMR-Rechtsprechung erforderlich sind, um eine vollständige Vereinbarkeit mit den Prinzipien der Meinungsfreiheit nach Artikel 10 EMRK zu gewährleisten. Weitere Forschung ist zudem erforderlich zur tatsächlichen Reichweite und Wirkung von Online-Desinformation sowie zur praktischen Umsetzung der DSA-Vorgaben durch Plattformbetreiber – insbesondere im Hinblick auf informationsgestützte Werturteile.In recent years, the European Union (EU) has reinforced its regulatory approach to online disinformation in response to the growing dissemination of false and misleading content via digital platforms. Departing from its earlier reliance on voluntary self-regulation by platform operators, the EU has now shifted to a co-regulatory model of governance. The principal legislative instrument in this regard is the Digital Services Act (DSA), adopted in 2022. The DSA imposes specific risk management obligations on very large online platforms, including obligations addressing risks associated with online disinformation. However, the DSA does not provide a precise definition of all categories of content it seeks to regulate, including disinformation. As a result, its scope may extend to (non-intentional) misinformation – marking a departure from earlier non-binding EU initiatives that were explicitly focusing on (intentional) disinformation. This broader scope may lead to certain forms of value judgments, which generally enjoy heightened protection under Article 10 of the European Convention on Human Rights (ECHR), to be subjected to content moderation under the risk mitigation obligations set out in Article 35 DSA. Such regulatory ambiguity gives rise to concerns regarding the permissible limits of restrictions on freedom of expression under Article 10 ECHR. Against the backdrop of the ECHR and the European Court of Human Rights’ extensive and well-established case law on freedom of expression, this paper offers a critical analysis of the EU’s regulatory framework on online disinformation. The focus is placed in particular on Articles 34 and 35 of the DSA. It argues that, while the DSA pursues legitimate objectives – such as protecting public health and the rights of others – its conceptual vagueness risks overreach, especially in the moderation of specific forms of misinformation, particularly those expressed as value judgments. The paper concludes that, although the DSA broadly aligns with human rights standards, greater definitional precision and alignment with ECtHR jurisprudence are necessary to ensure full compliance with the principles of freedom of expression under Article 10 ECHR. Further research is needed on the actual reach and harm of online disinformation and on how platforms apply the DSA’s mandates in practice, particularly regarding information-based value judgments

    Social Change, Morality, and Dress in the Novels of Jane Austen and France Burney

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    peer-reviewed Against the backdrop of the rapid and radical changes in the field of fashion around 1800, the article focuses on the relationship between fashion and intergenerational relationships in the novels of Jane Austen and Frances Burney – exemplified by the contrast between a frivolous, fashion-interested mother figure and a down-to-earth daughter figure. This contrast can be seen, for example, in the change in middle-class values from social status and wealth – and fashion as their materialization – to education and modesty. These processes are analyzed in the novels using the family as a social microcosm through the lens of fashion. Vor dem Hintergrund der schnellen und radikalen Änderungen auf dem Gebiet der Mode um 1800 stellt der Beitrag die Beziehung zwischen Mode und Generationenbeziehungen in den Romanen Jane Austens und Frances Burneys in den Mittelpunkt – exemplarisch im Kontrast zwischen einer frivolen, modeinteressierten Mutterfigur und einer bodenständigen Tochterfigur. Dieser Kontrast lässt sich etwa im Wandel der bürgerlichen Werte von gesellschaftlichem Status und Reichtum – und Mode als deren Materialisierung – hin zu Bildung und Bescheidenheit erkennen. Diese Prozesse werden in den Romanen anhand der Familie als gesellschaftlichem Mikrokosmos durch die Linse der Mode analysiert.peer-reviewed Against the backdrop of the rapid and radical changes in the field of fashion around 1800, the article focuses on the relationship between fashion and intergenerational relationships in the novels of Jane Austen and Frances Burney – exemplified by the contrast between a frivolous, fashion-interested mother figure and a down-to-earth daughter figure. This contrast can be seen, for example, in the change in middle-class values from social status and wealth – and fashion as their materialization – to education and modesty. These processes are analyzed in the novels using the family as a social microcosm through the lens of fashion. Vor dem Hintergrund der schnellen und radikalen Änderungen auf dem Gebiet der Mode um 1800 stellt der Beitrag die Beziehung zwischen Mode und Generationenbeziehungen in den Romanen Jane Austens und Frances Burneys in den Mittelpunkt – exemplarisch im Kontrast zwischen einer frivolen, modeinteressierten Mutterfigur und einer bodenständigen Tochterfigur. Dieser Kontrast lässt sich etwa im Wandel der bürgerlichen Werte von gesellschaftlichem Status und Reichtum – und Mode als deren Materialisierung – hin zu Bildung und Bescheidenheit erkennen. Diese Prozesse werden in den Romanen anhand der Familie als gesellschaftlichem Mikrokosmos durch die Linse der Mode analysiert

    Kroatische Sprachgeschichte während des Ustascha-Regimes (1941–1945) und Milan Begovićs Roman "Giga Barićeva": Digitale und soziolinguistische Analyse von Sprachlenkung und Zensur fiktionaler Prosa

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    Für die Herrschaft des kroatischen Ustascha-Regimes zwischen 1941 und 1945 war eine rigorose, direktive Sprachpolitik, sprachliche Überwachung und Zensur kennzeichnend. Die Editionen des Romans Giga Barićeva von Milan Begović (1876–1948), die während der Ustascha-Zeit erschienen, wurden entsprechend stark sprachlich zensiert. Das im Beitrag beschriebene Projekt untersucht die Textgeschichte des Romans mit dem Ziel nachzuvollziehen, wie sich die Sprachpolitik der Ustascha selbst auf literarische Sprache auswirken konnte. Wesentlicher Bestandteil der Analyse ist eine computergestützte Kollation von Editionstexten von Giga Barićeva, die vor und während des Ustascha-Regimes veröffentlicht wurden, mit dem Programm CollateX. The rule of the Croatian Ustasha regime between 1941 and 1945 was characterised by strict authoritarian language politics, linguistic surveillance and censorship. So those editions of the novel Giga Barićeva by Milan Begović (1876–1948) which were published during the Ustasha period were heavily linguistically censored. The research project described in this paper studies the textual history of the novel aiming to understand how Ustasha language politics affected even literary language. An essential part of the analysis is a digital collation of the editions of Giga Barićeva that were published before and during the Ustasha regime, using the software tool CollateX

    中国社会的量化研究: 梁启超为何呼吁统计学?

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    This article seeks to explain the sharply increasing tendency to quantify Chinese society in the twentieth century. It argues that this trend is inherently connected to the passage from a hierarchically stratified society to a one that was more functionally differentiated, which also resulted in the emergence of a new concept of society. The relation between social differentiation and quantification is explored by way of comparing an eighteenth-century essay by Qian Weicheng, which presents a rather typical late imperial vision of social order, with an early twentieth-century article by Liang Qichao, which is one of the earliest texts to lament the lack of numbers and statistics regarding the Chinese population.   本文探討了20世紀中國社會在量化管理方面迅速增長的趨勢及其成因。研究發現,這一趨勢與社會結構從傳統的等級分化轉向現代的功能分化密切相關,並促使新型社會概念的出現。通過對比18世紀錢維城關於封建社會秩序的論述與20世紀初梁啟超對中國缺乏人口統計數據的反思,本文深入分析了社會功能分化與量化管理之間的關係。本文探討了20世紀中國社會在量化管理方面迅速增長的趨勢及其成因。研究發現,這一趨勢與社會結構從傳統的等級分化轉向現代的功能分化密切相關,並促使新型社會概念的出現。通過對比18世紀錢維城關於封建社會秩序的論述與20世紀初梁啟超對中國缺乏人口統計數據的反思,本文深入分析了社會功能分化與量化管理之間的關係

    Othering und Rassismus in ausgewählten österreichischen Ethikschulbüchern

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    Schulbücher sind ein beliebtes Unterrichtsmittel in den meisten österreichischen Schulen. Die Inhalte werden von den Schüler*innen als wahr hingenommen und selten kritisch hinterfragt. Aus diesem Grund ist es wichtig, Schulbücher vor dem Hintergrund einer diversen Gesellschaft zu schreiben und zu veröffentlichen. Ich habe mich daher in meiner Masterarbeit darauf konzentriert, Ethikschulbücher aus den letzten 3–4 Jahren im Kontext von postkolonialer Theorie zu analysieren. Durch die Einführung des neuen Schulfaches Ethik wurden auch die dazugehörigen Bücher neu verfasst. Ziel der Masterarbeit war daher herauszufinden, inwiefern in den Ethikschulbüchern Inhalte mit Hilfe von postkolonialer Theorie vermittelt werden. Im Rahmendieses Artikels werden zwei Teilaspekte, Othering und Rassismus, der gesamten Analyse herausgenommen und präsentiert

    Manufacturing dissent. Die Rolle von Dissensen an Hochschulen: Von demokratischer Theorie und akademischer Praxis

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    Wie demokratische Gesellschaften können auch Hochschulen als Strukturen betrachtet werden, die sich aus heterogenen Gruppierungen zusammensetzen. Aus Heterogenität im Sinne von Uneinheitlichkeit resultieren verschiedene Meinungen und Werte, wobei Meinungsverschiedenheiten auch als Dissense bezeichnet werden. Diese machen Aushandlungsprozesse notwendig, die in der Theorie eines der zentralen Wesensmerkmale von Demokratien als beteiligungsorientierte Formen des Zusammenlebens darstellen. Aktuell ist zu beobachten, dass Dissensen und anschließenden Aushandlungsprozessen in demokratischen Gesellschaften zunehmend ausgewichen wird, sei es durch einzelne Gesellschaftsmitglieder oder durch Personen bzw. Institutionen des öffentlichen Lebens. Der Beitrag stellt ein Plädoyer für Dissense dar, sowohl im gesellschaftlichen als auch im akademischen Raum. Grundlegend für die Notwendigkeit dieses Plädoyers sind zwei Arbeitsthesen: Erstens wird in Bezug auf die agonistische Demokratietheorie der belgischen Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe angenommen, dass ständige Dissense im Sinne konstruktiver Diskussionen zur Gestaltung einer lebendigen (politischen wie akademischen) Gemeinschaft beitragen. Die zweite Arbeitsthese lautet, dass Dissense im akademischen Raum bei der Gestaltung des Lehrbetriebs sowie im Kontext wissenschaftlicher Publikationen aktuell vermieden werden. Nach begrifflichen Einordnungen werden Dissense zunächst aus demokratietheoretischer Perspektive dargestellt, worauf eine kritische Bestandsaufnahme aktueller akademischer Praktiken folgt. Hervorzuheben ist die Übertragung der radikalen Demokratietheorie Mouffes auf den bildungswissenschaftlichen Kontext, welche den Beitrag an die Schnittstelle von Politik- und Bildungswissenschaft rückt

    Introduction II – An experiment of didactics: Translating politics – AI-assisted translating of political research

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    An Examination of the Concept of ‘Honorary Male’: Why are Female Leaders Criticized?”

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    An Examination of the Concept of ‘Honorary Male’: Why are Female Leaders Criticized? 「名誉男性」概念をめぐる考察: 女性リーダー批判の背景をさぐるWritten by Suzuki AyakaTranslation by Audrey Chau, Nina Urban, Johanna Wieser, and Julian WollingerAn Examination of the Concept of ‘Honorary Male’: Why are Female Leaders Criticized? 「名誉男性」概念をめぐる考察: 女性リーダー批判の背景をさぐるWritten by Suzuki AyakaTranslation by Audrey Chau, Nina Urban, Johanna Wieser, and Julian Wollinger This paper aims to examine the meaning of the term “honorary male” (meiyo dansei), which has been used by female citizens in contemporary Japan. Japan’s Gender Gap Index ranking continues to stagnate. The primary factor for Japan’s poor ranking is attributed to the lack of progress in the appointment of women mainly in the political and economic domains. The Japanese government has been implementing policies to increase female leadership since the 2000s; however, these efforts have not borne fruit. In fact, today, some female leaders such as politicians and bureaucrats are criticised as being “honorary male”. Through an analysis of newspaper articles containing the term “honorary male”, this paper argues that this term has been in use since the 1980s in Japan. In the 1990s, women who worked among men used this term in narratives reflecting on their own work styles. In the late 2010s, the term “honorary male” began to be used by intellectuals when criticizing female leaders who appeared to be “assimilating” into the male paradigm. While Japanese feminism had similar terms such as “daddy’s girl” and “kō-itten” this paper suggests that the term “honorary male” is an accessible term for female citizens when they criticize women in male-dominated groups or organisations

    上表紙と目次・ミニコミ 第九十号

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    ミニコミ 第九十号   【特集】 今こそ民主的な未来        DEMOCRATIC FUTURES NOW

    Open Repositories 2025 (Chicago, 15–18. Juni 2025)

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