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    Künstliche Intelligenz und Hausaufgaben: Eine Replik

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    Petra Missomelius hat in ihrem Beitrag in dieser Ausgabe der Medienimpulse vorgeschlagen, in Schulen bewährte Hausaufgabenformen und Aufgabentypen neu zu gestalten, um den Anforderungen zu entsprechen, die mit Systemen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz gestellt werden, und das mit den Betrugsmöglichkeiten begründet. In diesem Aufsatz wird argumentiert, dass diese Möglichkeiten erstens kaum bestehen, zweitens weitgehend unbedenklich sind und drittens durchaus im gesellschaftlichen Interesse liegen. Statt der Veränderung schulischer Praktiken im Interesse von Technologiekonzernen wird daher die Vermittlung von Medienkompetenz empfohlen.Petra Missomelius has proposed redesigning proven types of homework and task types in schools in order to meet the requirements placed with artificial intelligence systems, which she justifies by the possibilities of fraud. This essay argues that first these possibilities hardly exist, secondly, are largely harmless, and thirdly are in the social interest. Instead of changing school practices in the interest of technology companies, the teaching of critical media literacy is therefore recommended

    Friederike Oberkrome: Über die Wiederkehr des Botenberichts im Theater der Migration.: Berlin: Neofelis 2022. ISBN: 978-3-95808-358-5. 320 Seiten, 32,00 €.

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    Die Studie Recherche und Erkundung. Über die Wiederkehr des Botenberichts im Theater der Migration von Friederike Oberkrome untersucht – wie im Titel vorweggenommen – eine Wiederkehr des Botenberichts im postmigrantischen Theater der Gegenwart. "Recherche" und "Erkundung" dienen dabei als Oberbegriffe für unterschiedliche Verfahrensweisen des Berichtens, während der Botenbericht als heuristische Denkfigur verstanden wird, mit der die Autorin untersucht, wie im postmigrantischen Theater soziale, kulturelle und ethnische Ausgrenzung sicht- und erfahrbar gemacht werden können. Als Analysebeispiele werden vier dokumentarische Produktionen herangezogen, die Oberkrome zufolge für das Theater der Migration charakteristisch sind: In Form einer städtischen Erkundung rücken migrantische Lebensrealitäten in den Mittelpunkt der Aufführung, indem öffentliche Räume als Aufführungsort(e) bespielt werden und deren Anwohner*innen als Bot*innen in Erscheinung treten. Darüber hinaus werden in Theaterarbeiten, die als fiktionalisierte Recherchestücke teilweise auf den Biografien des Ensembles basieren, Konstellationen sozialer Marginalität beleuchtet. Die Studie gliedert sich in zwei Hauptteile mit jeweils drei Kapiteln. Im ersten Teil erarbeitet Oberkrome eine theoretische Grundlage für das Verständnis des Botenberichts aus medien- und gesellschaftstheoretischer sowie theaterhistorischer und -theoretischer Perspektive. Dabei werden verschiedene Konzepte wie die Medialität des Boten, dessen Rolle als Vermittler zwischen heterogenen Welten sowie die damit verbundene Problematik der Authentizität und Evidenz von Dokumentarismen eingehend diskutiert. Im zweiten Hauptteil werden vier Theaterarbeiten einer detaillierten Analyse unterzogen: Kahvehane – Turkish Delight, German Fright? (2008) von Tunçay Kulaoğlu und Martina Priessner, Die Lücke (2014) von Nuran David Calis, Common Ground (2014) von Yael Ronen und Ultima Ratio (2015) von Nicole Oder. Diese Theaterproduktionen zeichnen sich durch ihre Annäherung an migrantisch geprägte Wissens- und Erfahrungsräume aus. Sie basieren auf Rechercheprozessen und kollaborativer Stückentwicklung und setzen dabei auf dokumentarische Mittel wie Video- und Audiodokumente. Nach Oberkrome ist den von ihr gewählten Beispielen gemein, dass sie von performativen Widersprüchen des Dokumentarischen geprägt sind: einerseits werden sie mit Authentizität, Evidenz und Echtheit in Verbindung gebracht, wodurch ein Objektivitätsanspruch der inszenierten (Lebens-)Geschichten impliziert wird. Andererseits sind diese dokumentarischen Mittel als Erzeugnisse gesellschaftlicher Vermittlungs- und Konstruktionsprozesse stets kritisch zu betrachten. Diese in den Inszenierungen beobachtbare, paradoxe Gegenbewegung bildet den Ausgangspunkt der Untersuchung und zugleich ihren analytischen und methodischen Ansatz. Darüber hinaus folgt die Studie zwei wechselseitig aufeinander verweisenden Thesen: Der Botenbericht wird zur Form eines (postmigrantischen) marginalen Berichtens, wogegen die vier Theaterbeispiele der These von einer Wiederkehr des Botenberichts im Theater der Migration dienen. Aufgrund der gesellschaftlichen Randständigkeit solcher migrantischen Wissens- und Erfahrungsräume, bezeichnet die Autorin die untersuchten Botenformen als "marginales Berichten" (S.14). Die unterschiedlichen Formen des Berichtens gestalten sich "weniger als ein Berichten vom Rand, sondern als ein Berichten am oder auf dem Rand" (S. 15), wodurch mediale Konstruktionen des Migrantischen zwar berührt, jedoch nicht affirmiert und reproduziert werden.  Schwerpunktmäßig geht es in der Arbeit um dokumentarische Ästhetiken des Berichtens, die Oberkrome als mediale Vorgänge mit politischen Implikationen versteht, weswegen diese zugleich ein unscharfes und im Spannungsfeld von Authentizitätsversprechen und Realitätskonstruktion ambivalentes Medium darstellen. Die Autorin nähert sich dieser Problemstellung, indem sie zunächst die medien- und gesellschaftstheoretischen Implikationen des Berichtens in den Fokus ihrer Untersuchung rückt. Hierfür stützt sich Oberkrome auf Sybille Krämers medienphilosophische Überlegungen zur Botenfigur als einer zentralen Reflexionsfigur für Übertragungsvorgänge. In Medium, Bote, Übertragung. Kleine Metaphysik der Medialität (2008) beschreibt Krämer den Boten als Mitte und Mittler – als eine Figur des Dritten, die eine Kommunikation zwischen heterogenen Welten ermöglicht. Ferner sind für diese ersten theoretischen Schritte vor allem Aspekte der Distanz und der Heteronomie in Krämers Botenmodell zentral: Der Bote tritt als Reflexionsfigur für eine Vielfalt medialer Gegebenheiten auf, in denen Distanzierung und Annäherungsprozesse zusammenfallen. Diese Überlegungen zum Vermittlungsvorgang sowie zur Figur des Boten bei Krämer sind für die Analysen Oberkromes insofern ausschlaggebend, als dass sie unterschiedliche asymmetrische und nicht-dialogische Formen der Ansprache untersuchen und zugleich inszenatorische Strategien sowie ästhetische Besonderheiten in den Fokus der Untersuchung rücken kann. Vor dem Hintergrund einer postmigrantisch strukturierten und kolonial geprägten Gesellschaft, die in den vier Theaterbeispielen thematisiert wird, geht Oberkrome in ihrer Studie der Frage nach, inwiefern das Botenmodell Fremd- und Selbstbestimmtheit kritisieren und reflektieren kann bzw. ob der Bote als Mittler vorhandene Wahrnehmungsmuster und bestimmte soziale Ordnungen sichtbar macht und aufbricht. Hierzu bezieht sich Oberkrome zunächst auf Homi K. Bhabhas Hybriditäts-Begriff, um "die subversive Kraft des Dritten als Störfaktor binärer Ordnungssysteme zu bestimmen" (S. 23). Um sich dem machtkritischen Potenzial der Botenfigur zu nähern, stützt sich Oberkrome ferner auf Frantz Fanons phänomenologische Auseinandersetzung mit kolonialen Blickregimen, wodurch sie sich den Bedingungen und Effekten von rassifizierenden Fremdzuschreibungen medialer Übertragung nähert. In Schwarze Haut Weiße Maske (1952) kritisiert Fanon basierend auf seinen eigenen Erfahrungen, wie eine "Welt der Weißen" die Selbsterfahrung sowie die Erfahrungswelt Schwarzer Menschen bestimmt und dominiert. Bei Fanon steht dementsprechend ein medial übertragenes Bild von Schwarzen Menschen im Zentrum, das durch weiße Blickregime und radikale Fremdbestimmung determiniert ist. Ferner scheint sich Oberkrome auf die Begriffe weiß und Schwarz, die besonders im Kontext der Critical Whiteness Anklang finden, zu berufen, was jedoch nicht näher ausgeführt wird und bezogen auf die vielfältigen und disparaten migrantischen Erfahrungswelten im Kontext der deutschen Einwanderungsgeschichte stellenweise für Irritationen sorgt. Hierzu wäre eine kritische Diskussion bezüglich der Verwendung dieser Konzepte, die sich nicht auf die Hautfarbe, sondern auf Rassismuserfahrungen sowie auf gesellschaftliche Normen und Machtpositionen beziehen, aufschlussreich gewesen. Im Hinblick auf die Auswahl der Theaterbeispiele, in denen rassistische Erfahrungen türkischer Gastarbeiter*innen und ihrer Nachkommen sowie Kriegs- und Fluchterfahrungen eines postjugoslawischen Ensembles thematisiert werden, stellt sich die Frage, warum sich Oberkrome hierzu nicht auf konkrete Untersuchungen von Postkolonialität im deutschsprachigen Raum bezieht, etwa auf den von Hito Steyerl und Encarnación Gutiérrez Rodriguez herausgegeben Band Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik (2003). Auch hinsichtlich rassistischer Fremdzuschreibungen von Personen aus Südosteuropa hätte sich Oberkrome auf eine vielfältige Auswahl an bedeutenden Studien zu antislawischem Rassismus stützen können, wodurch es ihr möglich gewesen wäre, sich den jeweils unterschiedlichen migrantischen Erfahrungen in Deutschland, die in den Theaterbeispielen bereits implementiert sind, präziser zu nähern. Im zweiten Teil der Studie widmet sich Oberkrome schließlich den vier Theaterbeispielen, die sie einerseits unter dem Aspekt der urbanen Erkundung und andererseits als szenischen Rechercheprozess untersucht. Hierzu nimmt sie zunächst Kahvehane – Kahvehane ‒ Turkish Delight, German Fright? und Die Lücke vergleichend in den Blick, die auf unterschiedliche Weise einen öffentlichen städtischen Raum bespielen. Theater-Parcours Kahvehane – Kahvehane ‒ Turkish Delight, German Fright? wurde 2008 im Rahmen von Dogland – Junges postmigrantisches Theaterfestival produziert. Das Theaterprojekt brachte insgesamt zwölf junge Künstler*innen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, wie etwa Bosnien und Herzegowina, Israel oder der Türkei mit jeweils einem Kaffeehaus in Kreuzberg oder Neukölln zusammen, um vorherrschende Bilder und Mythen über türkische Arbeitsmigrant*innen zu beleuchten. Auf der anderen Seite thematisiert das Stück Die Lücke den verheerenden Nagelbombenanschlag, der am 9. Juni 2004 in der Kölner Keupstraße vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) verübt wurde. Diese Aufführung stellt die Lebensrealität der migrantischen Anwohner*innen nach dieser traumatischen Erfahrung extremer Gewalt in den Mittelpunkt ihrer Handlung. Daran anschließend analysiert Oberkrome im fünften Kapitel die Inszenierungen Common Ground und Ulima Ratio, um sich der zeitlich komplexen Vermittlungen zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu nähern, die sich in beiden Beispielen im Motiv der Reise niederschlagen. Während in Common Ground die vom Ensemble für die Stückentwicklung unternommene Reise nach Sarajevo sowie darauf basierende Erinnerungen mit Kindheitserinnerungen des postjugoslawischen Ensembles verschränkt werden, erzählt Ultima Ratio die Fluchtgeschichte eines somalischen Paares, das in Deutschland vergeblich Asyl zu beantragen versucht. Mit dieser gezielten Auswahl strebt Oberkrome einen repräsentativen Querschnitt an, der das Theater der Migration in Deutschland breit abbilden soll. Dabei werden spezifische Zeitabschnitte abgedeckt, die für die Geschichte der Migration nach Deutschland von großer Bedeutung sind, wie etwa die Migration von Arbeitskräften, die ab den 1950er Jahren als sogenannte Gastarbeiter*innen in die Bundesrepublik kamen. Des Weiteren wird die Migration der vor den jugoslawischen Zerfallskriegen flüchtenden Menschen während der 1990er Jahre thematisiert sowie die jüngste Fluchtmigration nach Deutschland. In den Analysen gelingt es der Autorin, auf präzise Weise zentrale Aspekte des Berichtens beziehungsweise eine aktualisierte Version der Botenfigur im postmigrantischen Theater herauszuarbeiten: Der Bote ist selbstreflexiv, bezieht sich auf (inter-)mediale Konstellationen und ist eng mit der Frage nach Ethik und Darstellung verbunden sowie von sozialer Marginalität geprägt. Die Studie bietet somit präzise Einblicke in Strategien der Emanzipation von hegemonialen Identitätszuschreibungen im Theater der Migration. Sie setzt dabei konkrete Vorkenntnisse über postkoloniale Theorien voraus und richtet sich darum vor allem an Leser*innen, die mit postkolonialen Diskursen im deutschsprachigen Raum und postmigrantischem Theater vertraut sind

    Navigating Precarity: Health and Safety Challenges in Southeast Asia’s Gig Economy Food Delivery Sector

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       This article examines the health and safety challenges of food delivery couriers in Southeast Asia within the gig economy, focusing on the roles of third-party platforms, like GrabFood, Foodpanda, and GoFood. It critically assesses how these platforms navigate courier safety amidst algorithmic management and precarious employment, employing a framework to evaluate corporate commitment, operational practices, and worker support. The study scrutinizes public corporate reports to reveal the gap between companies’ safety claims and actual practices, advocating for more genuinely worker-centric safety measures. By highlighting discrepancies in the operationalization of health and safety standards, the research contributes to discussions on gig economy labor conditions, emphasizing the need for platforms to prioritize worker welfare alongside operational efficiency. This work calls for a shift towards sustainable models that do not compromise courier health and safety, filling a gap in the literature on the real-world impacts of algorithmic management and precarious work

    Social Theory for Quantum Times : Discourse Meets Agential Realism

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    Discourse theories and methods have been a staple in social and political studies for a long time. However, even in the most advanced accounts of post-structuralist ontology and epistemology within the social sciences, materiality is somewhat under-theorized, weakening discursive approaches and leading to a sense that social and material/natural worlds are in some significant way separate and operate differently. In this paper Karen Barad’s theory of agential realism, which builds on quantum physics, is deployed to show that this need not be the case. The paper explores the question of materiality and matter and its relation to discourse, by bringing Barad’s insight and a strand of post-structuralist discourse theory together. I argue that Barad’s agential realism can account for how matter matters also in post-structuralist social science, by discussing the similarities of the two approaches and how they work together.  The article contributes to the discussion on new materialism, the question of agency and structure and to the onto-epistemology of social sciences and the concept of matter.&nbsp

    Rezension: Filder, Harald (2023). So funktioniert Österreichs Medienwelt. Wien: Falter Verlag

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    Filder, Harald (2023). So funktioniert Österreichs Medienwelt. Wien: Falter Verlag, 232 Seite

    Enarxis: All’origine di un equivoco

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    This study investigates the origins of the interpretation in our contemporary times of the Greek term enarxis (lit. beginning) as synonymous with a celebratory macro-structure prior to the entry with the Gospel in the Byzantine Divine Liturgy. The examination of the manuscript sources of the 10th–11th centuries shows that this interpretation is arbitrary. According to the current state of research, it seems that the first author to make the semantic expansion from beginning to initial macro-structure was Frank E. Brightman.This study investigates the origins of the interpretation in our contemporary times of the Greek term enarxis (lit. beginning) as synonymous with a celebratory macro-structure prior to the entry with the Gospel in the Byzantine Divine Liturgy. The examination of the manuscript sources of the 10th–11th centuries shows that this interpretation is arbitrary. According to the current state of research, it seems that the first author to make the semantic expansion from beginning to initial macro-structure was Frank E. Brightman.This study investigates the origins of the interpretation in our contemporary times of the Greek term enarxis (lit. beginning) as synonymous with a celebratory macro-structure prior to the entry with the Gospel in the Byzantine Divine Liturgy. The examination of the manuscript sources of the 10th–11th centuries shows that this interpretation is arbitrary. According to the current state of research, it seems that the first author to make the semantic expansion from beginning to initial macro-structure was Frank E. Brightman.Lo studio studia le origini dell’interpretazione in epoca contemporanea del termine greco enarxis (lett. inizio) quale sinonimo di una macro-struttura celebrativa prima dell’ingresso con il Vangelo nella Divina Liturgia bizantina. L’indagine nelle fonti manoscritte del X–XI secolo dimostra che tale interpretazione è arbitraria. Allo stato attuale della ricerca sembra che il primo autore ad operare l’ampliamento semantico da inizio a macro-struttura iniziale sia stato Frank E. Brightman

    Theresa Schütz: Theater der Vereinnahmung. Publikumsinvolvierung im immersiven Theater. : Berlin: Theater der Zeit 2022. ISBN: 978-3-95749-405-4. 346 Seiten, 22,00 €.

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    Das Eintauchen in simulierte, virtuelle (Parallel-)Welten ist kein neues Phänomen. Ob im Themenpark, in Computerspielen oder IMAX-Kinos: was aus dem Bereich der Unterhaltungsindustrie nicht wegzudenken ist, hat sich mit Beginn der 2010er Jahre unter dem Begriff der Immersion auch im Feld des Theaters etabliert. Mit Theater der Vereinnahmung. Publikumsinvolvierung im immersiven Theater legt Theresa Schütz eine umfassende Studie zu zeitgenössischen, immersiven Theaterformen vor. Wie der Titel nahelegt, ist die zentrale These dieser hoch interessanten Abhandlung, dass die diversen Modi der Publikumsinvolvierung im Kontext von immersiven Theaterformen wirkungsästhetisch auf eine Vereinnahmung der Rezipierenden abzielen. Zur Untersuchung dieser These hat Schütz zwischen 2014 und 2020 eine dreistellige Zahl an Aufführungen aus dem Bereich des partizipativen Gegenwartstheaters besucht, um schließlich 25 Inszenierungen als Korpus für ihre Untersuchung auszuwählen. Dabei hat sie sich dezidiert auf Arbeiten konzentriert, bei denen das Publikum in inszenatorisch durchgestaltete (alternative) Weltversionen beziehungsweise Wirklichkeitssimulationen involviert wird. Was man bei der Lektüre der Monografie nach und nach begreift, bestätigt Schütz im Fazit unter Nennung klarer Fakten: 18 dieser 25 gesichteten Produktionen entwerfen "fiktionalisierte Lebenswelten, in denen Vereinnahmung bereits selbst thematisch wird." (S. 281, hier und ff. Herv. i. O.). Sowohl dystopische Abgründe als auch vielversprechende Potentiale (bspw. in puncto Selbstreflexion seitens der Besuchenden dieser immersiven Theaterinszenierungen) zeichnet Schütz äußerst bildlich und in ihrer Komplexität nach. Auf diese Weise erweitert sie die häufig binär gedachte Perspektive auf Immersion. Ihre Publikation zeigt dabei vor allem, wie vielschichtig die Inszenierung, die Umsetzung, die Wahrnehmung und die teilweise weit über die Dauer einer einzelnen Aufführung anhaltende Wirkungsweise der Publikumsinvolvierungen in immersiven Theaterformen eigentlich sind. Die Monografie besteht aus vier Hauptteilen. Im ersten Kapitel wird den Lesenden ein kompakter und gut zugänglicher Überblick über Theorien der Immersion geliefert. Schütz schildert neben den einschlägigen Theorien zu Immersion aus dem Feld der (englischsprachigen) Theaterwissenschaft (u. a. Josephine Machon, Rose Biggin, Adam Alston, Jen Harvie, Gareth White) den sogenannten take off des Immersionsdiskurses, der von den Studien von Oliver Grau (Virtuelle Kunst in Geschichte und Gegenwart, 2001) und Janet Horowitz Murray (Hamlet on the Holodeck, 1997) ausgeht. Auf diese Studien, so wird gezeigt, bezieht sich eine beachtliche Anzahl an Wissenschaftler*innen aus diversen Fachgebieten Mitte der Nullerjahre, als sich Immersion als Forschungsfeld herauszubilden beginnt. Die Immersionsforschung ist dabei von Anfang an eine transdisziplinäre Forschung. Schütz fasst zusammen, dass in der Gesamtschau der vorliegenden transdisziplinären Forschungspositionen zwei Positionen klar benannt werden können: entweder werde Immersion "a) als Modus ästhetischer Rezeption" (S. 19) oder aber "b) von den Mechanismen und Wirkweisen der Apparaturen und medialen Gefüge her" gedacht (S. 20). Schütz selbst geht es in ihrer Studie darum, eine "produktive Synthese" (S. 46) dieser beiden Perspektiven zu erzeugen. Dabei stellt sie deutlich heraus, wie stark "kontext-, medien- und subjektabhängig" (S. 20) Immersion funktioniert. Den Fokus legt Schütz auf das "Verhältnis von Selbst und Welt" (S. 20). Sie zeigt auf, dass sich Immersion aufgrund der allgemeinen Offenheit der Metapher des "Eintauchens" als enorm vielfältig anwendbare Beschreibungskategorie anbietet, die auf unterschiedlichste "Beziehungen zwischen Rezipierenden und Rezipiertem" (S. 26) angewendet werden kann. So unterschiedlich die Beziehungen jedoch auch sein mögen, allen gemein ist Schütz zufolge stets eine besondere "Intensität des Rezeptionsvorgangs" (S. 26). Des Weiteren stellt Schütz klar heraus, dass dem Immersionsdiskurs immer eine Ambivalenz eingeschrieben ist, die auch die von ihr gewählte Konzeption von Vereinnahmungsprozessen in immersiven Theaterformen betrifft: Immersion kann zum einen als eine positive, bereichernde Erfahrung gelten, zum anderen läuft Immersion aber auch Gefahr, aufgrund von Manipulation und damit verbundenem Distanzverlust seitens der Rezipierenden negativ erlebt zu werden. Schütz zeigt uns in ihrer Studie klar und deutlich, dass diese Ambivalenz der Kern immersiver Theatererlebnisse ist und sie stellt den Lesenden in ihren Analysen vor, wie dieser Ambivalenz beschreibend nähergekommen werden kann, ohne sie künstlich aufzulösen. Im zweiten Kapitel geht es darum, abzustecken, wodurch sich immersive Dispositive im Gegenwartstheater auszeichnen. Das äußerst gut strukturierte Kapitel legt dar, welche (zentrale) Funktion der Raumgestaltung, der Kopräsenz und dem affektiven Körper der Rezipierenden in immersiven Theaterformen zukommt. In einem zweiten Schritt erfahren wir dann, was Schütz unter immersivem Theater "im engeren Sinn" versteht: Aufführungen immersiven Theaters werden von ihr als "Wirklichkeitssimulationen" (S. 67) bezeichnet. Dabei betont Schütz mit Blick auf die Wirkungsästhetik immersiven Theaters, "dass es für Zuschauer*innen hinsichtlich Wahrnehmung und Erfahrungsschatz zu einer symptomatischen Verflechtung von fiktiver Weltversion und geteiltem Aufführungsgeschehen kommt." (S. 67) Wir erfahren in diesem Kapitel auch, warum Schütz den Begriff der Vereinnahmung wählt. Und zwar, weil er – wie auch der Begriff Immersion – eine Ambivalenz in sich trägt: "Prozesse der Vereinnahmung sind demnach nie rein passiv, sondern stets konstitutiv reziprok und relational." (S. 86f) Von etwas oder jemandem eingenommen zu sein oder in den Bann gezogen zu werden, kann sowohl positiv als auch negativ empfunden werden. Das Kapitel wird mit der Vorstellung des Beispiel-Korpus abgeschlossen: Hier stellt Schütz die Gründe vor, weshalb aus den 25 Aufführungen immersiven Theaters, die uns im Verlauf der Studie bereits immer wieder als Beispiele begegnet sind, im Weiteren sechs Inszenierungen genauer in den Blick genommen werden: "Gemeinsam ist allen Beispielen, dass sie ihre Zuschauenden mit Aufführungsbeginn und Schwellenübertritt als Gäste einer fiktiven Institution framen und sie für die Dauer der Aufführung systematisch an der Hervorbringung der Wirklichkeitssimulation beteiligen." (S. 93) Es wundert entsprechend nicht, dass im weiteren Verlauf der Monografie immer wieder auf Sara Ahmed rekurriert wird (u. a. auf On Being Included. Racism and Diversity in Institutional Life). Die sechs ausgewählten Produktionen werden zum Ende des Kapitels einmal systematisch vorgestellt. Schütz erarbeitet hier auch einen wertvollen, bisher nicht vorliegenden Wissenskatalog zum Entstehungskontext, den Aufführungsorten und -zeitpunkten sowie zu den involvierten Theaterschaffenden und Künstler*innen der Produktionen. Das dritte Kapitel entfaltet die Methoden, mittels derer Schütz die sechs Beispiele untersucht: Es ist eine beachtliche Leistung dieser Studie, wie gut es gelingt, eine Vielzahl verschiedener Methoden, teilweise auf sehr experimentelle Weise miteinander zu verbinden und dennoch eine enorme Stringenz und ausgeprägte Lesendenfreundlichkeit an den Tag zu legen. Schütz wählt eine Mischung aus inszenierungs- und aufführungsanalytischen Ansätzen, (auto-)ethnografischen Methoden und Experimenten mit empirischen Ansätzen (Interviews oder Publikumsbefragung). Dabei spielt der Aspekt der "Polyperspektivität" auf mehreren Ebenen eine zentrale Rolle: Zum einen ergeben sich polyperspektivische Aufführungsanalysen, indem Schütz mit verschiedenen, eigenen Erinnerungsprotokollen zu unterschiedlichen Aufführungen derselben Inszenierung arbeitet. Zum anderen erweitert Schütz ihre eigene Perspektive um die von weiteren Theaterbesuchenden, indem sie (eigens von ihr durchgeführte) Publikumsbefragungen, Interviews und im Internet veröffentlichte Blog-Einträge von Zuschauenden nutzt. Schütz zeigt im vierten Kapitel schließlich in zahlreichen, vergleichenden, polyperspektivischen Analysen auf, welche Rolle unter anderem Strategien der Desorientierung, das Erteilen von Handlungsanweisungen für das Publikum, körperliche Berührungen, gezielt eingesetzte Klänge, Musik, Geräusche, Gerüche und Zeichen bei der Involvierung der Besuchenden von immersiven Theateraufführungen spielen. Dabei untersucht sie formale Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf Strategien der Vereinnahmung in Inszenierungen des dänischen Kollektivs SIGNA, der britischen Theatergruppe Punchdrunk, des österreichischen Regisseurs Paulus Manker und der US-amerikanischen Theaterschaffenden James Scruggs und Tamilla Woodard, Scruggs/Woodard. Insgesamt schließt Theresa Schütz mit dieser Monografie eine Forschungslücke in puncto Publikumsinvolvierung in immersiven Theaterformen der Gegenwart. Sie zeigt, wie dieses "übergriffige Theater" Rezipierende zu Kompliz*innen werden lässt und nicht nur das Eintauchen, sondern gerade auch das Nach-Luft-Schnappen beim Auftauchen (oder Herausgeworfen-Werden) aus dem Sog dieser immersiven Inszenierungen Potentiale der Transformation und kritischen (Selbst)Reflexion erzeugen können – oder nicht, oder teilweise … Und das ist der springende Punkt: Diese Studie zeigt, dass die Wirkungsweisen immersiven Theaters eine hochkomplexe und mehrschichtige Reaktionsvielfalt seitens der Theaterbesuchenden evozieren. Wir lernen von Theresa Schütz, wie komplex Immersion im Theater der Gegenwart ist

    Christoph A. Büttner/Felix Raczkowski (Hg.): Magnetwand, Monitor, Meme. Büroarbeit und ihre Medien. AugenBlick Nr. 89, 1/2024.: Marburg: Schüren 2024. ISBN: 978-3-7410-0472-8. 134 Seiten, 12,90 €.

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    Das Heft Magnetwand, Monitor, Meme. Büroarbeit und ihre Medien widmet sich der komplexen Arbeitsumgebung Büro und fokussiert die Strukturen sowie die medialen (Möglichkeits-)Bedingungen der dort vollzogenen Arbeit. Mit dezidiert medienkulturwissenschaftlicher Perspektive geraten dabei die medialen Voraussetzungen gegenwärtiger Büroarbeit ebenso in den Blick wie die vielschichtig machtvolle Verfasstheit seiner Umgebung. Das Büro erscheint dabei als ein "hybrider Ort" (S. 18), in dem sich komplex verschiedenste Wissensbestände versammeln. Gedacht wird das Büro hier als ein relationales Gefüge, in dem sich menschliche und nicht-menschliche Akteur*innen verknüpfen, das gleichzeitig als "symbolischer […] Raum fungiert" (S. 8) und Wirksamkeiten entfaltet. Es gerät so als eine "Verbindung […] von materiellen und sozialen Praktiken" (S. 8) in den Blick. Diese theoretische Annäherung an das Büro greift dabei auf medienkulturwissenschaftliche Theoriebildung der vergangenen Jahre zurück.Zentral sind für den in der Reihe AugenBlick. Konstanzer Hefte zur Medienwissenschaft erschienenen Band mithin die "Medien des Büros" (S. 6), jene Medien(-technologien), die das Büro durchziehen und die dort ausgeführte Arbeit immer schon vielfältig unter Bedingung setzen. So beschäftigen sich die Beiträge des Bandes beispielsweise mit Medien der Kontrolle im Kontext von Arbeitsumgebungen. In ihrer Einleitung zum Heft verweisen Christoph A. Büttner und Felix Raczkowski auf die bisher geringe Aufmerksamkeit medienwissenschaftlicher Forschung für das Büro und seine Medien. Das Heft soll daher einen Beitrag dazu leisten, diese Lücke zu schließen (vgl. S. 6). Der Band fokussiert auch die in diesem Kontext wirksamen Politiken, fragt nach den Ein- und Ausschlüssen, die das Büro als "Regierungstechnologie" (S. 10), die wiederum selbst "Regierungstechnologien geformt und popularisiert" (S. 10) hat, ins Spiel bringt und plausibilisiert. Der Büroarbeit der Gegenwart und den damit verbundenen Medien nähert sich der Band weniger abstrakt-theoretisch an "als vielmehr auf einer […] gegenstandsorientierten, analytischen Ebene" (S. 9). In sechs interdisziplinären Beiträgen aus Medienwissenschaft, Soziologie und Architektur fragt der Band nach den "verschiedenen Verfasstheiten des Büros" (S. 18) in der Gegenwart, nimmt seine "Seinsweisen" (S. 18) in den Blick, fokussiert seine Medien und die in ihm vollzogene Arbeit. Anja Breljak fragt im Beitrag "Hybride Arbeit, Neue Medien. Modi behavioreller Macht in medialen Arbeitsumgebungen" (S. 21–35) danach, wie sich die Kontrolle von Arbeit ausgestaltet und vollzieht, wenn der Ort, an dem sie verrichtet wird, kein "kollektiver […] der Präsenz" (S. 22) mehr ist. Mit genealogischer Perspektive widmet sich der Aufsatz der Frage nach der Kontrolle von Arbeit. Deren gegenwärtige Krise in digitalen Umgebungen hybrider Arbeit, so wird gezeigt, zieht wiederum "Medien der Kontrolle nach sich" (S. 35). Der Aufsatz fragt nach historischen Modi und gegenwärtigen Formen der Erfassung von Arbeit, betont die Rolle, die Medien für die Geschichte der Arbeit respektive ihrer Kontrolle spielen und nimmt so die "Modi behavioreller Macht" (S. 25) in den Blick. Büttner und Raczkowski blicken im darauffolgenden Beitrag "Spielend regiert werden. Zu Medien unternehmerischer Gouvernementalität am Beispiel von LEGO Serious Play" (S. 37–54) auf eine Beratungspraktik bzw. Methode, die von der Firma LEGO selbst vermarktet wird und auf der angeleiteten Verwendung von Legosteinen basiert. Der Aufsatz erkundet, wie Beratungspraktiken unterschiedliche Medien nutzen und auf verschiedene Wissensbestände zugreifen, um den Beratungsprozess "zu strukturieren und ihn so […] regierbar zu machen" (S. 38). Im Rückgriff auf Überlegungen der Gouvernementalitätstheorie und das Affordanzkonzept wird hier gezeigt, wie LEGO Serious Play "als ein gouvernementaler […] Zugriff auf Spielzeug, Spiel und Spielende" (S. 54) wirksam wird. Laura Niebling beschäftigt sich im Beitrag "Ein preiswerter \u27guter Geist\u27": Eine kleine Geschichte der medizinischen Bürokratisierung am Beispiel der computerisierten \u27Arzthelferin\u27 in der BRD, 1970–2000" (S. 55–73) mit der Digitalisierung westdeutscher Ordinationen ab 1970. Dabei nimmt der Aufsatz die Verbindung aus medizinischer Fachkraft und dem Medium Computer sowie damit verbundene Veränderungen medizinischer Arbeitsumgebungen und die Entwicklung einer "Bürokratie der Medizin" (S. 56) in den Blick. Nachvollzogen werden so Aspekte einer "medizinischen Digitalisierungsgeschichte" (S. 73). Johannes Coughlan schlägt im Beitrag "Eine Objektökologie des Architekturbüros" (S. 75–94) eine "methodologische Perspektive" (S. 76) vor, die es ermöglicht, das Architekturbüro als Arbeitsumgebung in den Blick zu nehmen, ohne dabei Analogien zu anderen Räumen ziehen zu müssen (vgl. S. 76). Das in diesem Sinne entwickelte Konzept der "Objektökologie" ermöglicht es dem Aufsatz, anhand von zwei konkreten Gegenständen – der Magnetwand und dem Skizzenpapier – herauszuarbeiten, wie verschiedene Objekte das Arbeitsumfeld Architekturbüro hervorbringen. Dieses erscheint hier als "ein Zusammenhang aus Objekten, der in spezifischen, lokalen Praktiken zusammengesetzt wird" (S. 93). Beim vorletzten Beitrag des Bandes handelt es sich um ein Gespräch zwischen dem Medien- und Kommunikationswissenschaftler Andreas Wagenknecht und dem Architekten Jörn Wächtler, der bei Adidas arbeitet und sich "mit der Zukunft von Arbeit und Arbeitsorten beschäftigt" (S. 95). Basierend auf Wagenknechts Fragen entwickelt sich ein Gespräch, in dem sich die Sprechenden vielfältig mit Arbeitsumgebungen, der Büroarbeit sowie ihrer Gestaltung und Strukturierung auseinandersetzen (S. 95–111). Das Heft endet mit dem Beitrag "#officehumor. Verhandlungen eines kollektiven Erfahrungsraums in Büro-Memes auf TikTok" (S. 113–132) von Jana Zündel. Der Aufsatz beschäftigt sich mit "Büro-Memes" auf TikTok. Darunter versteht Zündel nur solche TikTok-Beiträge, "die das Office Setting reproduzieren und die dort stattfindenden Handlungen vorführen" (S. 114). Gefragt wird hier danach, wie das Büro medial vermittelt wird. Die untersuchten Büro-Memes erscheinen dabei nicht nur als Verfahren, die fortwährend an der Darstellbarkeit von Büro- und Arbeitsalltag mitwirken, vielmehr tragen sie auch "zum Erhalt und zur (Selbst-)Legitimierung von Büro-Arbeitsumgebungen bei" (S. 116).Das von Büttner und Raczkowski herausgegebene Heft leistet mit seinen spezifischen Anliegen, Interessen und Thesen einen wertvollen Beitrag zur gegenwärtigen Forschung der Medienkulturwissenschaft. Der Band liefert Erkenntnisse, die vielfältige Einsätze für weitere (medien-)wissenschaftliche Auseinandersetzungen ermöglichen. Er macht die für medienkulturwissenschaftliche Arbeiten immer schon zentrale Frage nach der Rolle und Funktion von Medien stark und bringt dabei eine dezidiert kritische Sichtweise auf gegenwärtig wirksame Politiken der vielschichtigen Arbeitsumgebung Büro in Anschlag. Die unterschiedlichen Verfasstheiten des Büros, die Transformationsprozesse, die es als Arbeitsumgebung immer wieder neu strukturieren und verfertigen, sowie die medialen Bedingungen der Büroarbeit erhellt der Band auf eindrückliche Weise

    Verantwortung als medienpädagogische Reflexionsfigur

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    Der Beitrag analysiert den Verantwortungsbegriff als Reflexionsfigur in der Medienpädagogik. Dabei werden drei Ebenen von Verantwortung untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt: die individuelle Verantwortung des Subjekts, die professionelle Verantwortung der Medienpädagogik und die gesellschaftliche Verantwortung im Kontext daten-kapitalistischer Strukturen. Durch die Verknüpfung erziehungswissenschaftlicher Verantwortungskonzepte mit aktuellen Governance-Ansätzen entwickelt der Beitrag eine differenziertere Perspektive auf medienpädagogische Verantwortung. Dies mündet in ein Plädoyer für ein politisch handlungsfähiges Wissenschaftsverständnis – eine Position, die innerhalb der Wissenschaft durchaus kontrovers diskutiert wird.This article analyzes the concept of responsibility as a figure of reflection in media education. It examines and interrelates three levels of responsibility: the individual responsibility of the subject, the professional responsibility of media education, and societal responsibility within structures of data capitalism. By connecting educational concepts of responsibility with current governance approaches, the article develops a more nuanced perspective on responsibility in media education. This leads to an argument for a politically capable understanding of science – a position that remains controversial within academia

    Rezension: "Jahrbuch Wissenschaftsfreiheit" des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit e.V.

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    Der vom „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit e.V.“ herausgegebene erste Band zum Thema Wissenschaftsfreiheit liefert zahlreiche Beiträge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Die These: Wissenschaftsfreiheit ist zum Teil gefährdet, sei es, dass (massive oder subtile) Eingriffe in die Wissenschaft erfolgen, sei es, dass durch die „Schere im Kopf“ bereits eine Verengung erfolgt. Allerdings gehen manche Texte über das angestrebte Ziel hinaus. Eckhard Jesse hat für die Leserinnen und Leser der MEDIIENIMPULSE rezensiert.The first volume on academic freedom published by the “Netzwerk Wissenschaftsfreiheit e.V.” provides numerous contributions from various academic disciplines. The thesis: academic freedom is in part endangered, be it that (massive or subtle) interventions in science are taking place, be it that the “scissors in the head” are already narrowing the field. However, some texts go beyond the intended goal. Eckhard Jesse has reviewed for the readers of MEDIIENIMPULSE

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