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People's Passion, Lifestyle, Beautiful Wine, Gigantic Glass Tower, all Surrounded by Water
Neil Beloufas Video tarnt sich als hyperrealer Appetizer für eine gläserne Stadt der Zukunft, in der Arbeit und Freizeit eins werden und das Leben eine lange Party ist, bei der man sich gerne
zusehen lässt. Unheimlich wird es, wenn einem schwant, dass es hier um eine bereits gelebte Realität geht und der Narzissmus der Befragten voller Ernst ist
101+1
Das Kostüm ist nur Fassade. Wer verbirgt sich
dahinter? Ist es der Wolf im Dalmatinerpelz
Deranged
Staatstrauer in Nordkorea. Ästhetisch verfremdet laden die Nachrichtenbilder der wehklagenden Massen zur Reflexion über das Wesen der
Simulation ein.
„Dissimulieren heißt fingieren, etwas, das man hat, nicht zu haben. Simulieren heißt fingieren, etwas zu haben, was man nicht hat. Das eine verweist auf Präsenz, das andere auf Absenz. Doch
die Sache ist komplizierter, denn Simulieren ist
nicht gleich Fingieren.” (Jean Baudrillard
Controlled
Maik ist sympathisch und kommt aus guten Verhältnissen. Dennoch sitzt der 18-Jährige während einer Therapiestunde einer Psychologin gegenüber und muss sich den Geschehnissen einer
aufwühlenden Nacht stellen. Seine aufgebaute
Fassade bröckelt mehr und mehr, je tiefer er gedanklich in diese Nacht zurückgeht
Terre blanche
In einer sich mit dem Eindruck traditioneller
Grafik vermischenden 3D-Animation erscheint
eine schwarz-weiße Umgebung. Diese besteht aus Landschaft und verlassenen, landwirtschaftlichen Gebäuden. Der simulierte Kamerablick fliegt über diese hinweg oder geht durch
einzelne Gebäude hindurch. Ein poetischer, innerer Monolog scheint von einer Person zu stammen, die dort einmal gelebt und gearbeitet hat
Satellites
Bilder eines rätselhaften Ohnmachts-Rituals unter Jugendlichen. Ein YouTube-Trend wird auf der
Kinoleinwand zur Meditation über den sozialen Kosmos Jugend. Über Posen, Gesten und Berührungen, sich fallen lassen und, manchmal, fallen
gelassen werden
Fratzengulasch
Eine Gruppenfotografie vom Flohmarkt wird im Musikclip FRATZENGULASCH mittels grafischer
Animationen collagiert und in eine skurril anmutende Bild-Ton-Montage verwandelt. Die statischen Schwarzweißfotos werden mit Buntstiftten verziert und die abgebildeten Schüler der 20er Jahre bekommen die grimassierenden Köpfe der
Bandmitglieder „Die Vögel“ aufmontiert. Am Ende entlarvt ein Rückwärts-Zoom der Kamera das Ganze als an die Wand gehängte Collage
Apnoe
APNOE beschreibt vordergründig den Tagesablauf einer Familie. Die Protagonist/innen haben jedoch erhebliche Probleme bei der Bewältigung
ihres Alltags. Mit Schwerelosigkeit konfrontiert, gerät das Familiengefüge ins Wanken und die
hierarchische Struktur beginnt sich aufzulösen.
Der Filmemacher Harald Hund und Paul Horn führen mit feinem Gespür für Ironie, Absurdität
und Slapstick räumliche Verhältnisse und die
Vorstellung von Normalität ad absurdum
The Chief
Monte Bettogli, Carrara: Menschen und Maschinen beim Marmorabbau. IL CAPO (Der Chef) koordiniert Arbeiter und schwere Gerätschaften mit Hilfe einer Sprache, die nur aus Gesten und Zeichen besteht. Wie ein Maestro dirigiert er sein
grandioses Orchester aus tonnenschweren Steinblöcken und Baumaschinen vor dem erhabenen Hintergrund der Schluchten und Bergspitzen der Apuanischen Alpen. Eine Arbeit im totalen Lärm,
der eine paradoxale Stille schafft
The Wave
Im Oktober 2011 haben Sarah Vanagt und Katrien
Vermeire die schichtweise Exhumierung eines
Massengrabs aus dem spanischen Bürgerkrieg
mit der Kamera begleitet. Entstanden ist ein pathosfreies und in keinster Weise effekthascherisches Zeitdokument. THE WAVE ist in mehrfachem Sinn ein Zeitdokument, denn der Film
dokumentiert nicht nur den Prozess der Ausgrabung, Freilegung und Sichtbarwerdung der
Überreste der Ermordeten bis hin zur Wiederverschließung der Grabungsstelle, sondern reflektiert mit dem Wechsel von Zeitraffer und statischen Totalen auch die zeitlichen Bedingungen
der filmischen Beobachtung. Wie kann die filmische Geste hier zu einem Dokument werden?
Wie kann ein 20minütiges Video von der schwindelerregenden Diskrepanz erzählen zwischen
der über 70jährigen Verborgenheit und dem nun
filmisch verdichteten Moment der Sichtbarmachung? Fragen dieser Art werden sich Sarah Vanagt und Katrien Vermeire gestellt haben und
die Antworten, die sie gefunden haben, sind von größter Integrität