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Zygosis
John Heartfield wurde vor einem Jahrhundert, im Jahre 1891, als Helmut Herzfeld in Berlin geboren. Als einer der Begründer der Berliner DadaBewegung war Heartfield der erste Künstler, der die Fotomontage als politische Waffe entwickelte und sie sehr erfolgreich gegen Hitler, den gescheiterten Künstler, einsetzte. Heartfield arbeitet entweder mit einer Verbindung oder einer Gegenüberstellung von Fotografien und Texten, durch die ein politischer Einblick sowohl visuell stimuliert als auch unmittelbar verdeutlicht wird. In den 20er und den frühen 30er Jahren wurden Heartfields Arbeiten im ganzen Deutschland veröffentlicht. Aber wie können seine Techniken in der heutigen Zeit angewendet werden, wo das Massenmedium das Fernsehen ist und das Rohmaterial aus Videobändern und Computergrafiken besteht? Und selbst wenn wir politische Videomontagen produzieren würden, wie können diese in einem Fernsehen gezeigt werden, das im Besitz des Staates oder privater Geschäftsleute ist, das also gerade von den Institutionen kontrolliert wird, die im Mittelpunkt der Kritik solcher Produktionen stehen würden? ZYGOSIS rekonstruiert die antinazistischen Fotomontagen Heartfields in bewegten Bildern. Gleichzeitig enthält der Film eine Reihe eigener Interpretationen der Nazi-Ikonografie sowie moderne Beispiele für Heartfields Techniken, wie sie im Fernsehen verwendet werden, ein Stil, der als "Scratch Video" bezeichnet wird
WAX oder die Entdeckung des Fernsehens unter den Bienen
Zur Zeit des 1. Weltkrieges treffen sich in London die Mitglieder der Gesellschaft für spirituelle Photographie. Unter ihnen James Maker, der Photos von Geistern über den Schlachtfeldern von Ypern vorführt. Seine Halbschwester Ella Spivalum arbeitet an einem elektrischen Teleskop, mit dem Bilder über das Telefon übertragen werden. Während ihrer Seancen lernen sie den ungarischen Bienenzüchter Zoltan Abassid kennen, der von einer Forschungsreise durch den heutigen Irak einen Schwarm einheimischer Bienen mitgebracht hat. James Maker ist selbst Hobbyimker und daran interessiert, die mesopotamischen Bienen mit seinen englischen zu kreuzen. Siebzig Jahre später: James Makers Enkel Jakob Maker lebt und arbeitet auf einem militärischen Testgelände in der Wüste von New Mexico. Er entwickelt Flugsimulatoren für die US-Airforce. Obgleich hochdotierter Spezialist fristet er ein recht eintöniges Dasein in der Isolation des Wüstencamps, dessen menschenleere Umgebung den künstlichen Landschaften seines Computers durchaus ähnlich ist. Jakob Maker hat die Bienenstöcke seines Großvaters geerbt und widmet ihnen, sehr zum Unbehagen seiner Frau Melissa, die gesamte Freizeit. Bei seiner Arbeit an den Bienenstöcken entdeckt Jakob einige merkwürdige Phänomene. Er sieht sich nach Kansas in die Zeit seiner Kindheit zurückversetzt. Zu seiner Überraschung trifft er dort seinen Großvater, der längst vor seiner Geburt verstorben war. Er entdeckt auch dessen Tagebuch. Mit erkennbarem Unbehagen beschreibt der Großvater darin die Heirat seiner Schwester mit Zoltan Abbassid. Zwanzig Seiten später stirbt Abbassid unter merkwürdigen Umständen. Etwas verwirrt kommt Jakob Maker neben seinen Bienenstöcken wieder zu Bewusstsein. Die Reise in die Vergangenheit kann keine Erinnerung oder Phantasie gewesen sein, hatte er sich doch an diesen Orten und in der Vergangenheit frei bewegen können. Auf verblüffende Weise ähnelte diese Zeitreise seinen Flügen durch die synthetischen Landschaften des Flugsimulators. Die Bilder jedoch waren real... Der junge amerikanische Videokünstler David Blair unternimmt parallel zur Seelenwanderung seines Protagonisten eine Tour de Force durch die Welt elektronischer Bilder. Digitale Videoeffekte und Computergrafiken, die wir sonst aus Unterhaltungsshows und Sportsendungen kennen, setzt er jedoch in seinem experimentellen Fernsehspiel streng narrativ ein. Der fortschreitende Realitätsverlust seiner Hauptfigur wird mit Verfremdung und Abstrahierung der Bilder bis hin zur rein synthetischen Computergrafik fortgeführl. 1987 konzipiert, 1989 gedreht und 1990/91 geschnitten, besitzt die zum Teil im Irak spielende Geschichte fast vorausschauende politische Bezüge
Neon Diver
Das Schwimmbecken als Metapher für Identität, Vergnügen und Voyeurismus. Kunstspringer lenken unsere Wahrnehmung auf Fragen an das Becken
Leisure Society
Eine Welt in der magische Ereignisse geschehen können, in der das ganze Jahr ein einziger vorweihnachtlichter Einkaufstag ist. Eine Welt, die befreit ist von aller Bürokratie und jeglichen Vorschriften. In der das einzige Lebensziel im Konsum besteht
Mona-Dissa
Wenn in das Video eingedrungen wird, wenn Video sich selbst sieht, wird Video zu einem Virus des Sichtbaren. Dies erzeugt eine Störung, eine gewaltige Symmetrie in den Eingeweiden, die einen Vervielfachungseffekt der Bilder, einen Bombardierungseffekt, einen falschen "Record"-Effekt, wo das Gehörte und das Gesehene zwar im Einklang zueinander stehen, aber nicht übereinstimmen, oder nicht im Einklang zueinander stehen, aber übereinstimmen, oder auch weder im Einklang zueinander noch übereinstimmen, und ein planetarischer Erweiterungseffekt von dem was man "sieht" sein kann
Suspens
In einem Film, dessen Struktur sein eigenes Leitmotiv ist, zeigen verschiedene ausgewählte Zusammenhänge versetzte Wege auf, um den Hintergrund einer Geschichte zu erforschen. Zwischen vielen Verbindungen aus Gespinsten und Verstrickungen erfolgt eine Weiterverfolgung zu den Kontakt.punkten der Knoten, wo alles durch Unbestimmtheit bestimmt ist. Alles ist jedoch nur die Spitze eines Mysteriums
Hitler and Me
Eine seltsame, lässige Meditation Geschichte und scheinbar über Zeit, Film mit Bezügen auf persönliche Erfahrung und Popkultur, die den Popsong "Son of a Preacher Man" verwendet
Bewitchment, The
Mit seinem 35mm-Experimentalfilm EI Embrujo unterstreicht John Petrizzelli den international anerkannten Weg dieses Genres, auch wenn er dem Dokumentarfilm eigene narrative Elemente verwendet. Die Handlung dreht sich um die erfundene Biographie einer kolumbianischen Gastwirtin, die nachts in Bierkneipen in Venezuela arbeitet. Sie wird beschuldigt, den Selbstmord eines verzweifelten Gastes durch Hexerei begünstigt zu haben. Auf der Bildebene werden Fotos der Reste der früheren Brauerei Caracas durch außergewöhnliche Montage mit Familienfotos der Angeklagten zusammengebracht
Walk
Der Film ist eine Forschungsreise. Er dekonstruiert die Bausteine männlicher Sexualität und metaphysischer Zusammenhänge: die Art und Weise, wie die etablierten Formen der Selbstdarstellung, durch die sich das "Thema" in seinen transzendentalen Zusammenhängen definiert, wird durch die Neuformulierung hinterfragt