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Factor der Aehnlichkeit
Das Ziel von Yong Joon Yang ist es, in der Musik dieser Komposition ein koreanisches Gedicht bzw. in dem koreanisch ausgesprochenen Text deutsch hörbar zu machen. Sich auf den Punkt auszudrücken bedarf in jeder Sprache einzigartiger Akzente und einzigartiger Aussprache-Methoden. Dennoch ist erkennbar, dass die beiden Sprachen an einigen Stellen gleich klingen, obwohl die Bedeutung sich natürlich unterscheidet. Also die Unterschiede, und die Identitäten sind Material dieses Stücks. Verwendeter Text (von JungEun KIM): Heute laufe ich doch langsamer. Gleichwie die Augen an meinen Ohren angesetzt wuerden, stammeln und stammeln Ich folge den leise flüsterten Klangewand. Ich folge Klangewand, der flüstert leise
Gastkünstler im Gespräch mit Ludger Brümmer & Till Kniola
Im heutigen IMA | lab stellen sich zwei sehr verschiedene Gast-Komponisten im Gespräch mit Ludger Brümmer & Till Kniola vor. Michael Iber (*1965) arbeitet stark konzeptuell und entwickelt anhand von Spektralanalysen bestehender Musikaufnahmen (oft aus dem klassischen Repertoire) sogenannte „soundalikes“ – Musik gewordene Abbilder von Musik. Thomas Ankersmit (*1979) entdeckt als junger Komponist die Welt der historischen Synthesizer (Serge, Buchla) für sich und arbeitet an digitalen Erweiterungen und Möglichkeiten des Einsatzes dieser der speziellen Klangästhetik in Form von Live-Elektronik.
In einem „Doppel-lab“ werden beiden Komponisten sich und ihre Arbeit vorstellen
Dusty Night
Die Nacht bricht über Kabul herein. Irgendwo an
der Peripherie schultert eine Gruppe Männer
große, archaische Besen und macht sich auf den
Weg in die Stadt. Im Gegenlicht des dicht vorbeifahrenden Verkehrs bilden ihre rhythmisch ausschwingenden Silhouetten eine rätselhafte Prozession: Straßenkehrer, Sensenmänner oder
Strafexpedition? Nicht jedem ist wohl, wenn die
fegende Truppe vorbeikommt, und keiner
scheint zu wissen, wozu dieses Sisyphoswerk gut
sein soll in einer Stadt, in der es an vielem mangelt, außer an Staub und Sand
Two Islands
Jan Iljäs lakonischer Kurzfilm ist zwei Endlagern der Metropole New York gewidmet: einer mittlerweile zugeschütteten Mülldeponie auf Staten Island und einem Friedhof auf Hart Island, wo seit dem 17. Jahrhundert die Mittellosen und Namenlosen der Weltstadt begraben werden. Das schwankende Wasser, das beide Orte umgibt, und die geflüsterten Fakten erzeugen einen Schwindel, der von weit her kommt