WE_OS Jahrbuch (Oberstufen-Kolleg, Universität Bielefeld)
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    „… dass ich da jeden Tag meine sozialen Kontakte habe. Das fehlt mir auf jeden Fall!“: Explorative Zugänge zur Lebenswelt von Jugendlichen in pandemischen Zeiten

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    In Folge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie musste ein mobilitätsbezogenes Praxisforschungsprojekt der Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg und der Wissenschaftlichen Einrichtung Laborschule sowie beider Versuchsschulen angepasst werden. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wurden Jugendliche vom Oberstufen-Kolleg interviewt und ihre Erfahrungen hinsichtlich ihrer Mobilität vor und während des Lockdowns, ihre Aktivitäten vor und in dieser Zeit sowie die Pflege ihrer Kontakte erhoben und in mehreren Schritten mit verschiedenen qualitativen Vorgehensweisen analysiert. So konnte eine unerwartete Fokussierung der Jugendlichen auf eine bestimmte Form des Kontakts in der Schule wahrgenommen und aufgegriffen werden. Der Beitrag spiegelt die Suchbewegungen in Folge der notwendigen Flexibilisierung des Vorgehens wider und zeigt die Potenziale qualitativer Vorgehensweisen bei der Erschließung von Lebenswelten auf. As a consequence of the measures to combat the Covid pandemic, a mobility-related practical research project of the scientific institution Oberstufen-Kolleg and the scientific institution Laborschule as well as of both experimental schools had to be adapted. After the first lockdown in spring 2020, adolescents from the Oberstufen-Kolleg were interviewed and their experiences regarding their mobility before and during the lockdown, their activities before and during this time, as well as the maintenance of their contacts were collected and analyzed in several steps, using different qualitative approaches. In this way, an unexpected focus of the young people on a certain form of contact in school could be perceived and picked up. The article reflects the search movements as a consequence of the necessary flexibility of the procedures and shows the potentials of qualitative procedures in the exploration of their living environment

    Wie durch Perspektiven aus Problemen Herausforderungen werden! Editorial zum Jahrbuch 2021 der Wissenschaftlichen Einrichtung der Versuchsschule Oberstufen-Kolleg zum Thema „Herausforderungen und Perspektiven für die Oberstufe“

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    Der Beitrag gibt einen Überblick über die Themenfelder, die im Jahrbuch 2021 der Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg behandelt werden. Ausgehend von Reflexionen zu den besonderen pädagogischen Herausforderungen von Oberstufenunterricht in Zeiten der Pandemie werden Studien zum Fremden und zum Umgang mit dem Fremden in der Oberstufe skizziert sowie weitere Themen der Schulreform wie beispielsweise die Flexibilisierung der Oberstufe und der Projektunterricht adressiert. This article provides an overview of the topics covered in the 2021 yearbook of the Wissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg. Starting with reflections on the special pedagogical challenges of upper secondary school teaching in times of the pandemic, studies on the foreign and on dealing with the foreign in the upper secondary school are outlined; further topics of school reform such as the flexibilisation of the upper secondary school and project teaching are addressed

    Mobilitätsforschung an den Versuchsschulen im Lockdown?! Flexibilisierung in schulischer Praxis und Praxisforschung

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    Praxisforschungsprojekte an den Bielefelder Versuchsschulen zeichnen sich durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften der Schulen und Mitarbeiter*innen der Wissenschaftlichen Einrichtungen aus. Durch die Verortung in den Schulen sind die Forschungstätigkeiten auf den Ablauf des Schuljahres abgestimmt und nehmen die Belange und Bedarfe der Schüler*innen sehr ernst. Durch die weltweite COVID-19-Pandemie und die weitreichenden Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen mussten in der Forschungsarbeit neue Wege gefunden werden, da diese wertvollen Arbeitsstrukturen zeitweise nicht umgesetzt werden konnten. Dieser Beitrag zeichnet nach, welche Zugänge und Arbeitsformen eine Praxisforschungsgruppe in dieser Zeit gefunden hat, die genau den Umstand erforschte, der in Pandemie-Zeiten eigentlich nicht mehr beobachtbar war: die Mobilität von Schüler*innen. Practitioner research projects at the experimental schools in Bielefeld are characterised by close cooperation between teachers at the schools and staff at the scientific institutions. By being located in the schools, the research activities are coordinated with the course of the school year and take the concerns and needs of the pupils very seriously. Due to the worldwide COVID-19 pandemic and the far-reaching contact restrictions including school closures, new ways had to be found in the research work, as these valuable working structures could not be implemented at times. This article traces the approaches and forms of work that a practitioner research group found during this time, researching precisely the circumstance that was actually no longer observable in pandemic times: the mobility of pupils

    Exkurs über das (nächste) Fremde: Perspektiven aus der lateinischen Fachdidaktik

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    Die Antike als das nächste Fremde zu bezeichnen, ist ein wiederkehrendes Phänomen in der Altphilologie. In diesem Kontext wird das zu erwerbende Verständnis für die Differenz, die aus der zeitlichen Distanz erwächst, als Argument für die Reflexion der Gegenwart formuliert. Dieser essayistische Exkurs offenbart, dass die Fremde, die in der lateinischen Literatur verhandelt wird, über die Reflexion der zeitlichen Distanz hinausgehende Argumente für die Reflexion des Begriffs Fremde per se bietet. Mittels einer interdisziplinären Zugangsweise wird ausgehend von Simmels soziologisch-philosophischer Deutung des Fremden diese mit der Latinistik dahingehend verknüpft, schulische Praxis zu reflektieren. So wird – exemplarisch an Caesars Germanenbild und Senecas commutatio loci – klar, dass die lateinische Literatur konkrete Anknüpfungspunkte ausweist, die vor allem in Inklusion betreffenden Aspekten praxisrelevant sind: die Deutung der Fremde aus dem Blickwinkel derjenigen Gruppe, welche die kulturellen Eigenheiten der als fremd beschriebenen Menschen für sich als wertvolle Erfahrungen schätzen lernen kann; und die durch Migration erworbenen Fähigkeiten im Sinne selbstreflexiver Erfahrungen, die gleichsam als Qualitäten bestehende Lerngruppen in vielfältiger Hinsicht bereichern können. Referring to antiquity as close strangeness is a recurring phenomenon in classical philology. In this context, the understanding to be acquired of the difference that arises from temporal distance is formulated as an argument for reflecting on the present. This essayistic excursus reveals that the strangeness negotiated in Latin literature offers arguments for the reflection of the concept of strangeness per se that goes beyond the reflection of temporal distance. Using an interdisciplinary approach based on Simmel’s sociological-philosophical interpretation of the stranger, this is linked with Latin studies to reflect on school practice. In this way, it becomes clear – using Caesar’s image of Germanic peoples and Seneca’s commutatio loci as examples – that Latin literature has concrete points of contact that are relevant to practice, especially in aspects relating to inclusion: the interpretation of strangeness from the perspective of the group who can learn to appreciate the cultural peculiarities of the people described as strange as valuable experiences for themselves, and the skills acquired through migration in the sense of self-reflective experiences that can enrich existing learning groups as qualities in many ways

    „Und das Schwierigste ist und bleibt halt, alleine zu lernen“: Eine explorative Untersuchung zum Lehren und Lernen auf Distanz in der Oberstufe

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    Der Beitrag zielt auf die explorative Bearbeitung zweier wenig beachteter Forschungsfelder im Rahmen der bildungsbezogenen Covid-19-Forschung: Zum einen soll er Aufschluss darüber geben, welche Potenziale und Herausforderungen der „Fernunterricht“ in der Oberstufe im Vergleich zu anderen Schulstufen und ‑formen birgt; damit verbunden steht zum anderen die Frage im Mittelpunkt, wie die Förderung von Autonomieerleben, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit über die Distanz dazu beitragen kann, den besonderen Bedingungen im „Fernunterricht“ der Oberstufe zu begegnen. Methodisch stützt sich der Beitrag auf Impulse aus einer Interviewstudie (N = 14) sowie aus einer detaillierten Analyse eines Fallbeispiels als Sonderfall im Datenmaterial. Die Interviews wurden – als Nachfolgeerhebung zu einer Befragung im April 2020 – zwischen April und Juni 2021 geführt und nach Anonymisierung und Transkription inhaltsanalytisch mithilfe des Programms MAXQDA ausgewertet. Aus dem Material wurden die Kategorien Selbstständigkeit, Corona-bedingte Unsicherheiten sowie Wissenschaftspropädeutik durch fachliches und überfachliches Lernen als Besonderheiten für den Distanzunterricht in der Oberstufe herausgearbeitet. Das Fallbeispiel wiederum zeigt als „practice example“ Möglichkeiten auf, diesen Besonderheiten durch Stärkung von Autonomieerleben, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit produktiv zu begegnen. The paper presents an exploratory study on two current research gaps within the context of Covid-19 educational research: On the one hand, the study aims to examine the potentials and challenges of “distance learning” at upper secondary school (Oberstufe) compared to other school forms and tracks. On the other hand, it focuses on investigating how fostering students’ autonomy, competence and relatedness through distance learning can help meet the special learning and teaching conditions at upper secondary school. Following a qualitative research design, the study analyses data from an interview study (N = 14) including an in-depth exploration of data material from a case study. Concerning the interviews, data stems from a follow-up survey conducted between April and June 2021. After anonymization and transcription, the data was analyzed using the MAXQDA program. From the material, the categories of self-regulated learning, Corona-related uncertainties, and science propaedeutics through subject-specific and interdisciplinary learning were worked out as special features concerning distance teaching and learning at the upper level of secondary school. Furthermore, the case study serves as a “practice example” and sheds information on the possibilities to productively work these peculiarities by strengthening autonomy, competence and relatedness

    Das OS auf Distanz: Wie erlebten Kollegiat*innen in der Eingangsphase das Lernen unter Corona-Bedingungen?

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    Das Oberstufen-Kolleg wurde, wie auch andere Schulen in Deutschland, zu Beginn des Jahres 2020 von den Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit zusammenhängenden Wechsel von Präsenz- auf Distanzunterricht überrascht. Um die Perspektive der Kollegiat*innen auf das Lernen während der Schulschließungen und des Distanzunterrichts darzustellen, wurden im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Erhebungen der Verlaufs- und Absolventenstudie des Oberstufen-Kollegs (VAmOS) Kollegiat*innen zu ihren Erfahrungen während der coronabedingten Schulschließungen in der Eingangsphase 2019/20 befragt. Dieser Beitrag fokussiert dabei die Frage, wie Kollegiat*innen den Distanzunterricht erlebt haben. Dazu wird zunächst auf der Grundlage von deskriptiven Daten ein Überblick über die Situation der Kollegiat*innen während der Zeit der Schulschließungen sowie deren Erleben gegeben. Mittels multipler linearer Regressionen wird genauer betrachtet, welche Faktoren für die Lernqualität und das Belastungsempfinden der Kollegiat*innen im Distanzunterricht eine Rolle spielten. Des Weiteren werden Ergebnisse zu positiven Aspekten während der Zeit der Schulschließungen aus der kategorienbasierten Auswertung der offenen Antworten der Kollegiat*innen dargestellt. Zu diesem sehr ausführlichen Beitrag liegt ein Supplement vor, in dem die grundlegenden Befunde kurz zusammengefasst sind. The Oberstufen-Kolleg, like other schools in Germany, was surprised at the beginning of 2020 by the school closures due to the Corona pandemic and the associated change from classroom to distance learning. In order to provide the students’ perspectives on learning during the school closures and distance learning, students were questioned about their experiences during the Corona-related school closures in the introductory phase of the school year 2019/20 as part of the regular surveys of the course and graduate study (VAmOS). This article focuses on the question of how the students experienced the distance learning. For this purpose, an overview of the situation of the students during the time of the school closures and their experience is first given on the basis of descriptive data. By using multiple linear regressions, we take a closer look at which factors played a role in the learning quality and students’ perception of stress during distance learning. Furthermore, results on positive aspects during the time of the school closures are presented from the category-based analysis of the open answers of the students. A supplement to this extensive paper is provided, in which the basic findings are briefly summarised

    Aiguafreda: Eine interkulturelle Erfahrungsreise von Oberstufenschüler*innen als Türöffner zur Neugestaltung der Gesellschaft

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    Im Januar 2019 fand im Rahmen des Vereins ZUsammenKUNFT eine Exkursion des Oberstufen-Kollegs Bielefeld (OS) mit zwölf Kollegiat*innen nach Aiguafreda nahe Barcelona statt. Es waren Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen als Fremde, als Nicht-Zugehörige der Dominanzgesellschaft gesehen wurden. Durch den räumlichen Abstand und die Lektüre eines Simmel-Textes sollte anhand zentraler Begriffe Simmels eine Analyse erfolgen, um die Lebenswirklichkeit der Kollegiat*innen zu reflektieren und Kategorien von Zugehörigkeit und Ausgrenzung zu erkennen. Der Transfer der Theorie ergab sich durch das Zelebrieren des yezidischen Batizmi-Festes. Eine Kollegiatin, die der yezidischen Religion angehört, wollte als Ersatz der großen Familienfeier ein kleines Ritual veranstalten. Alle anderen Gruppenmitglieder– unabhängig von Religion und Herkunftsland – ließen sich komplett auf die Vorbereitungen und die Feier ein. In Folge dessen waren wirklich alle damit beschäftigt, nach Deryas Anweisungen alles vorzubereiten und das Fest zu feiern. Es gab neue Regeln und Prinzipien – eine neue Normalität, die nun reflektiert werden konnte, da sich Relationen und Positionen innerhalb der Gruppe verändert hatten. Mithilfe von Begriffspaaren aus Simmels Text wurde dann die Position des Fremden auf bestimmte Aspekte des Festes projiziert und damit schriftlich reflektiert. Das Zelebrieren des Batzimi-Festes wurde mithilfe der Achtung der Tradition, aber auch des individuellen Blickwinkels zu etwas Neuem, das Verbindung herstellte, nicht Trennung in religiöse Zugehörigkeiten. Die Möglichkeit, das soziale Umfeld zu verändern und die Neugestaltung gesellschaftlicher Zusammenhänge führten zur Selbstermächtigung und Selbstwirksamkeitserfahrung der jungen Menschen. An excursion of the Oberstufen-Kolleg Bielefeld (OS) to Aiguafreda near Barcelona took place in January 2019 as part of the association ZUsammenKUNFT, where twelve fellow students participated. It was a group of young people the members of whom, for various reasons, were seen as strangers, as non-associated. The spacial distance and reading a text written by Simmel should result in an analysis based on central terms of Simmel in order to reflect the reality of life of the fellow students and to recognize categories of belonging and exclusion. The transfer of the theory resulted from the celebration of the Yezidic festival. A fellow student, Derya, who belongs to the Yezidic religion, wanted to hold a small ritual to replace the big family celebration. All other group members, regardless of religion and country of origin, were fully involved in the preparations and the celebration. As a result, everyone was really busy preparing everything and celebrating the festival according to Derya’s instructions. There were new rules and principles, a new normality that could now be reflected on, as relationships and positions within the group had changed. With the help of pairs of terms from Simmel’s text, the position of the stranger was then projected onto certain aspects of the festival and thus reflected in writing. The celebration of the Batzimi festival turned into something new with the help of respect for tradition, but also for the individual point of view, which did create a connection between religious affiliations. The possibility to change the social environment and the redesign of social contexts led to self-empowerment and self-efficiacy experiences of the young people

    Gerechtigkeit durch Flexibilisierung: Eine internationale Perspektive auf Gestaltungsmöglichkeiten der Oberstufe

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    Ziel des Beitrags ist, den Bedarf einer bildungsgerechten Oberstufe zu erläutern und internationale Flexibilisierungsangebote als Antwort darauf vorzustellen. Schüler*innen mit geringem Zugriff auf kulturelles, ökonomisches und soziales Kapital erleben auf ihrem Weg zur sowie in der Oberstufe Bildungsbenachteiligung. International gibt es bereits gute Beispiele für eine bildungsgerechtere Ausgestaltung von Oberstufen. Mit Fokus auf der kriterialen Bezugsnorm sowie formativem Feedback offenbart die internationale Bildungslandschaft Flexibilisierungsangebote vor und am Ende der Oberstufe. Das irische „Transition Year“ sowie die dänische „Efterskole“ schaffen Schüler*innen durch gezielte pädagogische Maßnahmen bei der Vorbereitung auf die Oberstufe Raum zur Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung. Mithilfe von flexibel kombinierbaren Lernmodulen sowie einer individualisierbaren Oberstufenzeit und Abschlussprüfungsanzahl bietet sich finnischen Schüler*innen ein bedürfnisorientierter Gestaltungsraum. In Kanada besteht wiederum die Möglichkeit, Kurse und Abschlussprüfungen zu wiederholen. Schlussendlich bedarf eine bildungsgerechtere Oberstufe in Deutschland eines neuen Designs durch mehr Flexibilisierung. This contribution discusses the need of a fairer upper secondary school and presents international flexibilisation concepts which react to this issue. Students with little cultural, economic and social capital experience educational disadvantage on their way to and through upper secondary schools. But there exist already good international examples for a more equitable design of upper secondary schools. The international education landscape shows flexibilisation opportunities at the beginning and at the end of upper secondary schools which focus on the criterial reference standard and on formative feedback. The Irish “Transition Year” and the Danish “Efterskole” provide students, who prepare for upper secondary school, freedom to develop their personality and their competences, taking specific educational measures. By means of flexibly combinable learning modules, individualised study times, and numbers of final examinations, Finnish students find a needs-oriented organisation room. In Canada, students are allowed to repeat courses and final examinations. In conclusion, an educationally fairer upper secondary school in Germany needs a new design with more flexibilisation

    Zur Unverzichtbarkeit von Schulsozialarbeit in der Oberstufe: Ein wissenschaftliches Plädoyer

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    Schulsozialarbeit hat sich in Deutschland seit den 1970er-Jahren als Angebot an der Schnittstelle von Kinder- und Jugendhilfe und Schule etabliert (vgl. u.a. Rademacker, 2009, S. 16). Insbesondere in den vergangenen 20 Jahren ist ein umfassender Ausbau von Angeboten der Schulsozialarbeit erfolgt, einhergehend mit einer entsprechenden Aufstockung der in diesem Bereich tätigen Fachkräfte (vgl. Knoche & Liel, 2020, S. 122; Speck, 2019, S. 381f.). Neben der somit wachsenden Bedeutsamkeit von Schulsozialarbeit in der Praxis in den letzten Jahrzehnten hat auch das wissenschaftliche Interesse an diesem Gegenstand zugenommen, wie zahlreiche Publikationen und Studien dokumentieren. Allerdings sind sowohl schulsozialarbeiterische Angebote in der Praxis als auch auf Schulsozialarbeit bezogene wissenschaftliche Auseinandersetzungen auf den Primarbereich und die Sekundarstufe I, mittlerweile auch auf berufsbildende Schulen fokussiert; die Oberstufe als möglicher Ort von Schulsozialarbeit spielt sowohl in der Praxis als auch in wissenschaftlichen Auseinandersetzungen so gut wie keine Rolle. Weshalb Schulsozialarbeit – entgegen der gegenwärtigen Situation – ein auch für die Oberstufe unverzichtbares Angebot repräsentiert, wird im Rahmen eines wissenschaftlichen Plädoyers dargelegt. Zurückgegriffen wird in diesem auf ein sozialisations- und modernisierungstheoretisches, auf ein schultheoretisches, auf ein bildungstheoretisches und auf ein rollen- und professionstheoretisches Begründungsmuster für Schulsozialarbeit (vgl. Speck, 2014, S. 51ff.), die jeweils spezifisch mit Blick auf die Oberstufe, unter Berücksichtigung aktueller Einflüsse der Covid-19-Pandemie, ausbuchstabiert werden. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf Schulsozialarbeit in Post-Covid-19-Pandemiezeiten. In Germany, school social work has been established since the 1970s. School social workers provide services for students, parents, and teachers. It is an offer at the intersection of child and youth welfare and school (cp. Rademacker, 2009, p. 16). Particularly in the past 20 years, there has been a comprehensive expansion of school social work services, accompanied by a corresponding increase in the number of social workers working in this field (cp. Knoche & Liel, 2020, p. 122; Speck, 2019, pp. 381f.). In addition to this growing importance of school social work, the scientific interest has also increased as numerous publications and studies show. Both school social work services and scientific examinations focus on the primary and secondary school level I, as well as on the vocational school level. School social work on the upper secondary school level (in German: Oberstufe), however, as well as corresponding scientific works, can hardly be found. This article argues why, in contrast to the current situation, school social work on the upper secondary school level really matters. Several theoretical arguments (cp. Speck, 2014, pp. 51ff.) are discussed, considering the current influences of the Covid-19 pandemic. Finally, there is an outlook on the increased importance of school social work in post-Covid-19 pandemic times

    Distanzunterricht am Oberstufen-Kolleg

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    Wie an anderen Schulen musste auch am Oberstufen-Kolleg ab März 2020 der Unterricht für einige Wochen in Distanz durchgeführt werden. Die Umsetzung des Distanzunterrichts war dabei unterschiedlich. In diesem Beitrag wird die Phase von März bis Sommer 2020 aus der Perspektive einer Kollegiatin des Oberstufen-Kollegs geschildert, und es werden die jeweiligen Vor- und Nachteile der Umsetzung abgewogen. As in other schools, classes at the upper secondary level had to be held by distance learning for a few weeks from March 2020. The implementation of distance learning varied. This article describes the phase from March to summer 2020 from the point of view of a student in the experimental upper school Oberstufen-Kolleg Bielefeld and weighs up the respective advantages and disadvantages of the implementation

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