WE_OS Jahrbuch (Oberstufen-Kolleg, Universität Bielefeld)
Not a member yet
88 research outputs found
Sort by
Referenzrahmen für die Organisation digitalisierungsbezogener Lehrkräftefortbildung: Ein Reflexionsinstrument für Lehrkräftefortbildungen am Beispiel von Schüler*innenlaboren im Mint-Bereich (LFB-Labs-digital)
Der Text stellt einen Referenzrahmen für digitalisierungsbezogene Lehrkräftefortbildung vor, der im Rahmen des Verbundprojekts „LFB-Labs-digital“ erarbeitet wurde. Angesichts tiefgreifender Veränderungen und Unsicherheiten im Bildungssystem durch neue Anforderungen im Hinblick auf Digitalisierung und die Kultur der Digitalität wird ein strukturierendes Orientierungssystem benötigt. Die Ergebnisse der Forschungsbereiche zur lernförderlichen digitalen Infrastruktur, zur Relevanz der DIN 33459 und eines daraus entwickelten Musterqualitätshandbuchs und zur sich wandelnden Bedeutung von Evidenz für Fortbildung im Kontext der Kultur der Digitalität wurden von Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis beraten und die so gewonnenen Erkenntnisse zu einem praxisnahen Fragenkatalog zusammengeführt, der Institutionen und Fortbildner*innen als Reflexions- und Planungsinstrument dienen kann. Die Fragen unterstützen dabei, zentrale Kontextbedingungen – wie Infrastrukturen, Qualitätsstandards und den Umgang mit Evidenz – systematisch zu prüfen. So ermöglicht der Referenzrahmen eine gezielte Orientierung und Vergewisserung bei der Konzeption und Durchführung von Lehrkräftefortbildungen im digitalen Wandel.
The text presents a reference framework for digitization-related teacher training, which was developed as part of the joint project “LFB-Labs-digital.” In view of the profound changes and uncertainties in the education system caused by new requirements with regard to digitization and the culture of digitality, a structured orientation system is needed. The results of the research areas on learning-friendly digital infrastructure, the relevance of DIN 33459 and a model quality manual developed from it, and the changing significance of evidence for continuing education in the context of the culture of digitality were discussed by representatives from academia and practice, and the findings were compiled into a practical questionnaire that can serve as a reflection and planning tool for institutions and continuing education providers. The questions help to systematically examine key contextual conditions, such as infrastructure, quality standards, and the handling of evidence. The reference framework thus provides targeted guidance and reassurance in the design and implementation of teacher training in the digital transformation
In der Schwebe: Forschungs- und Entwicklungsarbeit in unklaren Zeiten: Forschungs- und Entwicklungsplan der Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg für das Jahr 2025
Der Forschungs- und Entwicklungsplan beginnt mit einem Rückblick auf das Jahr 2025, insbesondere auf jene Ereignisse, die die Arbeit der Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg und der Versuchsschule Oberstufen-Kolleg beeinflussen. Im Zentrum stehen die Projekte des Forschungs- und Entwicklungsplans, Überlegungen zu dem ihnen zugrunde liegenden Forschungsansatz sowie daraus abgeleitete Entwicklungsbereiche. Der Forschungs- und Entwicklungsplan endet mit einem Ausblick auf das Jahr 2026.
The research and development plan starts with a review of the year 2025, focusing particularly on those events that have influenced the work of the Scientific Department Oberstufen-Kolleg and the Experimental School Oberstufen-Kolleg. The primary focus is on the projects of the research and development plan, reflections on its underlying research approach, and the developmental areas which are derived from these considerations. The research and development plan concludes with an outlook for the year 2026
„Vertiefte Allgemeinbildung“ in einer „Kultur der Digitalität“? Editorial zum Themenschwerpunkt „Lehrkräfteaus- und -fortbildung in der digitalen Welt“
Im vorliegenden Editorial wird zunächst argumentiert, weshalb gerade im Kontext einer Kultur der Digitalität eine vertiefte Allgemeinbildung notwendig ist. Eine vertiefte Auseinandersetzung ist dabei nicht allein für Schüler*innen, sondern auch für (angehende) Lehrkräfte relevant, die dafür über Aus- und Fortbildung Unterstützung erhalten sollen. Im zweiten Teil des Editorials wird ein Überblick über die Beiträge dieses Jahrbuchs gegeben.
This editorial begins by arguing why an enhanced general education is necessary, particularly in a culture of digitality. Such comprehensive debate is essential not only for students, but also for (prospective) teachers, who should get supported in training and further education. The second part of the editorial provides an overview of the contributions to this yearbook
Oberstufe im Spiegel von Lern- und Bildungsgangreflexionen: Reflexionen von Kollegiat*innen zu Leistungserbringung, Leistungsrückmeldung, pädagogischen Beziehungen und der Bedeutung von Fachlichkeit
Am Ende ihres fünften Ausbildungssemesters absolvieren die Kollegiat*innen des Oberstufen-Kollegs ein obligatorisches Kolloquium, in dessen Rahmen u.a. eine schriftliche Reflexion des individuellen Bildungsgangs in der Oberstufe vorzulegen ist. Dieser umfangreiche, bisher noch nicht systematisch erfasste Dokumentenpool wurde im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Oberstufe im Spiegel von Lern- und Bildungsgangreflexionen“ gesichtet, ausgewertet und für die Weiterentwicklung des Oberstufen-Kollegs nutzbar gemacht. Das Potenzial des Materials liegt insbesondere darin, dass Oberstufe hier konsequent aus Sicht der Lernenden betrachtet und beschrieben wird. Der Spiegel, den die Kollegiat*innen vorhalten, sollte nicht nur genutzt werden, um ganz allgemein einen anregungsreichen Blick auf die Wahrnehmung von hilfreichen Bedingungen, Anforderungen, Angeboten, Interventionen für ein oberstufengemäßes Lernen zu bekommen, sondern auch, um im Konkreten zu sehen, was am schulischen Handeln als wie fruchtbar oder hinderlich wahrgenommen wird. Der Blick auf die besondere Perspektive der Lernenden auf Leistungserbringung, Leistungsrückmeldung, pädagogische Beziehungen und fachliches Lernen und der wohl einzigartige Materialpool sind auch vielversprechend für einen Anschluss an den erziehungswissenschaftlichen Diskurs zur Oberstufe.
At the end of their fifth semester, students at the Oberstufen-Kolleg complete an obligatory colloquium, during which they are required to submit a written reflection on their individual course of education on the upper secondary level. This extensive pool of documents, which has not yet been systematically evaluated, was reviewed and analysed as part of the research and development project “Oberstufe im Spiegel von Lern- und Bildungsgangreflexionen" [Upper Secondary School as Mirrored by Students’ Reflections on Their Course of Learning and Education] and has been made available for the further development of the Oberstufen-Kolleg. The potential of the material lies particularly in the fact that the upper secondary level is consistently reviewed and described from the learners’ perspective. The mirror held up by the students should not only be used to gain an inspiring general insight in the perception of helpful conditions, requirements, offers and interventions for upper secondary learning, but also to see in concrete terms what is perceived as fruitful or obstructive at school. The focus on the learners’ special perspective on school performance, feedback, pedagogical relationships and learning as regards content and the probably unique pool of materials are also promising to get connected to the Educational Scientific discourse on upper secondary schools
Pädagogik im Wandel: Impulse für den Umgang mit KI in der Schule
Seit der Veröffentlichung generativer Künstlicher Intelligenz im November 2022 steht auch das schulische Lernen vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Nutzung dieser Systeme durch Schüler*innen stellt Lehrkräfte vor neue Herausforderungen in Bezug auf die Unterrichtsgestaltung und die Bewertung von Prüfungsleistungen. Für das Oberstufen-Kolleg als eine der Versuchsschulen des Landes Nordrhein-Westfalen, das Lernende zu selbstständigem, wissenschaftspropädeutischem Arbeiten sowie zu einem reflektierten, gesellschaftlich verantwortungsvollen Umgang mit Wissen und Technologie befähigen möchte, gewinnt diese Entwicklung eine besondere Relevanz. Vor diesem Hintergrund widmete sich das Entwicklungsprojekt „Digitale Unterrichts- und Personalentwicklung“, in dem Lehrende und wissenschaftliche Mitarbeitende gemeinsam an Themen der digitalen Transformation arbeiten, dieser Thematik. Ein zentrales Ergebnis ist die in diesem Beitrag vorgestellte Handreichung zum Umgang mit KI, die im Sommer 2025 dem Kollegium vorgestellt wurde. Der vorliegende Beitrag skizziert zunächst den Entstehungsprozess der Handreichung und ergänzt diesen durch einen Exkurs, in dem Carolin Piotrowski und Simone Homeier, zwei Lehrende des Oberstufen-Kollegs, ihre Beobachtungen einer sich verändernden pädagogischen Praxis darstellen. Im Anschluss wird die Handreichung selbst vorgestellt. Ihr Ziel ist es, den Blick über die reine Anwendung generativer KI im Unterricht hinaus zu erweitern und technische, didaktische sowie gesellschaftlich-kulturelle Dimensionen in den Fokus zu rücken. Darüber hinaus enthält sie praxisorientierte Impulse zum Einsatz von KI in Unterricht und Prüfungen sowie eine Einführung in das KI-Kompetenzmodell nach Alles et al. (2025).
Since the publication of generative artificial intelligence in November 2022, school learning has also been facing profound changes. The use of these systems by pupils presents teachers with new challenges in terms of lesson planning and the assessment of exam performance. This development is particularly relevant for the Oberstufen-Kolleg, one of the pilot schools in the state of North Rhine-Westphalia that aims to enable learners to work independently and scientifically, and to use knowledge and technology in a reflective and socially responsible manner. Against this backdrop, the development project ‘Digital Teaching and Staff Development’, in which teachers and academic staff work together on topics related to digital transformation, addressed this issue. A key result is the guide to dealing with AI presented in this article, which was introduced to the teaching staff in the summer of 2025. This article first outlines the process of developing the guide and supplements this with an excursus in which Carolin Piotrowski and Simone Homeier, two teachers at the Oberstufen-Kolleg, present their observations of changing pedagogical practice. The guide itself is then presented. Its aim is to broaden the perspective beyond the mere application of generative AI in the classroom and to focus on technical, didactic and socio-cultural dimensions. In addition, it contains practical ideas for the use of AI in teaching and examinations, as well as an introduction to the AI competence model according to Alles et al. (2025)
Lernprozessbegleitung ko-konstruktiv gestalten und entwickeln: Ausgangslagen, Vorgehensweisen und Ergebnisse des ersten Schritts des DBR-Prozesses im Verbundprojekt „QualiPro“
Der Text stellt das Verbundprojekt QualiPro vor. Das Projekt zielt darauf ab, Forschungsergebnisse zur Qualität von Lernprozessbegleitung zu generieren, die empirisch evident (in einem breiten Begriffsverständnis; vgl. van Ackeren et al., 2013) und gleichzeitig anwendungsnah und anschlussfähig an die schulische Praxis von Lehrpersonen sind. Damit werden für den Transfer geeignete, übertragbare Modelle erfolgreicher Qualitätsentwicklung generiert, die auf die Ermöglichung individueller Bildungs- und Entwicklungswege von Schüler*innen bezogen sind. Vier Schulen mit unterschiedlichen Profilen arbeiten mit Hochschulen im Design-Based-Research-Ansatz kooperativ zusammen. Im Text werden die Ausgangslagen, Vorgehensweisen und Ergebnisse der Standorte vorgestellt, um die Unterschiede in der Praxis genauso sichtbar zu machen wie die Gemeinsamkeiten der Fragestellungen und Vorgehensweisen.
This text introduces the QualiPro consortium project. The project aims to generate research results on the quality of learning process support that are empirically evident (in a broad understanding of the term; see van Ackeren et al., 2013) and at the same time applicable and connectable to the school practice of teachers. In this way, suitable, transferable models of successful quality development are generated for transfer, which are related to enabling individual educational and developmental paths for pupils. Four schools with different profiles are working together with universities using the design-based research approach. The text presents the starting points, approaches and results of the locations in order to visualise the differences in practice as well as the similarities in the questions and approaches
Who is who in der CoP? Communities of Practice zur Bildung in der digitalen Welt in einer komplexen Akteurskonstellation
Dieser Beitrag fokussiert aus governanceanalytischer Perspektive die unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit der Community of Practice (CoP) Inklusionssensible Lehrer*innenbildung (CoP IL) im von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderten Projekt BiLinked (Bielefelder Lehrinnovationen für kollaborative Entwicklung digitaler Lehr-/Lernformate). Innerhalb der CoP gab es zahlreiche Arbeitsformen, die von Treffen der Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen bis hin zum bildungswissenschaftlichen Seminarformat Inklusionssensibler Unterricht in einer digitalen Welt (ausf. Trapp et al., 2024; Trapp & Wernicke, 2023) und Selbstlerneinheiten in einem Moodle-Kurs reichten (ausf. Trapp, 2026). Im vorliegenden Beitrag möchten wir darlegen, weshalb wir im Projekt eine derart komplexe Struktur der Sozialformen für die Zusammenarbeit, also eine derart ausdifferenzierte Projektgovernance gewählt haben – und dies, obgleich die Thematik selbst, verbunden mit dem Anspruch, diese inklusionsbezogen zu realisieren (Schuldt et al., 2023) und zugleich reflexiv im Kontext einer „Kultur der Digitalität“ (Stalder, 2021) zu verorten, schon ohne solche komplexen Formen der Interaktion droht, in Hyperkomplexität umzuschlagen (Trapp & Klewin, 2024). Im ersten Teil des Beitrags (Kap. 1 und 2) erläutern wir, weshalb aufgrund von inhaltlichen Erwägungen diese Komplexität aus unserer Sicht notwendig ist und welche standortbezogenen Kriterien für die Lehrer*innenbildung berücksichtigt wurden. Im zweiten Teil (Kap. 3 und 4) werden wir, ausgehend vom von uns diagnostizierten Hype um CoP-Arbeit in der Lehrkräftebildung, die Herausforderungen und Chancen einer solchen komplexen Akteurskonstellation unter der Perspektive der Zusammenarbeit in einer als CoP bezeichneten Gruppe diskutieren. Kritisch gehen wir der Frage nach, inwiefern Formen der Zusammenarbeit zu Recht oder zu Unrecht als „CoP-Arbeit“ gekennzeichnet werden. Hieraus werden Überlegungen für die Gestaltung einer Projektgovernance abgeleitet, wenn diese sich die produktiven Momente von CoP-Arbeit zunutze machen möchte.
This paper adopts a governance-analytic perspective to explore the diverse forms of collaboration within the Community of Practice (CoP) Inklusionssensible Lehrer*innenbildung (Inclusion-Sensitive Teacher Education) (CoP IL), developed as part of the BiLinked project (Bielefelder Lehrinnovationen für kollaborative Entwicklung digitaler Lehr-/Lernformate; Bielefeld Innovations in Teaching for the Collaborative Development of Digital Teaching and Learning Settings), funded by the Foundation Innovation in der Hochschullehre (Innovation in University Education). Within the CoP, a broad range of working formats emerged, including meetings of academic staff, the educational-scientific seminar “Inclusion-Sensitive Teaching in a Digital World” (Trapp et al., 2024; Trapp and Wernicke, 2023), and self-instruction units offered in a Moodle course (Trapp, 2026). The aim of this paper is to explain why we chose to establish such a complex configuration of collaborative social forms, and thus a highly differentiated project governance structure. This choice was made despite of the fact that the topic itself – combined with the ambition to approach it in an inclusion-oriented manner (Schuldt et al., 2023) and to situate it reflexively within the \u27culture of digitality\u27 (Stalder, 2021) – already risks creating a degree of complexity that could easily become overwhelming, even without such elaborated modes of interaction (Trapp & Klewin, 2024). In the first part of the paper (Chapters 1 and 2), we discuss why we consider this level of complexity not only justified but necessary, drawing on substantive considerations and institution-specific conditions in teacher education. In the second part (Chapters 3 and 4), taking as a starting point the current ‘hype’ surrounding CoP work in teacher education, we examine the challenges and opportunities that arise from such a multifaceted constellation of actors, viewed from the perspective of collaboration within a group designated as a CoP. We critically explore whether and under which conditions particular forms of collaboration can legitimately be described as CoP activity. Building on this analysis, we identify key considerations for establishing a project governance that seeks to benefit from the productive dimensions of CoP-based collaboration
Nacherfinden als Experiment: Pragmatische Perspektiven auf den Transfer von Wissen in der Lehrkräftebildung
Ziel dieses Artikels ist es, den Herausforderungen und Strategien des Transfers von Innovationen in der Lehrkräftebildung in der Logik des Experiments auf theoretisch-konzeptioneller Basis zu begegnen. Eine konzeptionell-praktische Rahmung findet sich bei Lau und Koisser (2023). Im Fokus steht der Begriff des „Nacherfindens“, der als Experimentationsprozess betrachtet wird, um mit der Unbestimmtheit von Veränderungen umzugehen. Hier erfolgt ein Bezug auf die Ansätze von Jürgen Kussau, John Dewey und Tanja Bogusz, um den Nacherfindungsprozess als eine gerichtete Form der Selbstaneignung zu konkretisieren. Dabei wird betont, dass Unterbrechungen von Routinen und die bewusste Hervorhebung von Unklarheiten in Fortbildungssettings eine Schlüsselrolle spielen. Diese pragmatische Neuordnung stellt den Versuch dar, den Implementationsbemühungen in Lehrer*innenfortbildungen einen produktiven Rahmen zu geben.
The aim of this article is to address the challenges and strategies of transferring innovations in teacher training in the logic of an experiment on a theoretical-conceptual basis.
A conceptual-practical framework can be found in Lau and Koisser (2023). The focus is on the concept of “reinvention,” which is viewed as an experimental process for dealing with the uncertainty of change. This refers to the approaches of Jürgen Kussau, John Dewey, and Tanja Bogusz in order to concretize the reinvention process as a directed form of self-appropriation. It is emphasized that interruptions to routines and the conscious highlighting of ambiguities play a key role in continuing education settings. This pragmatic reorganization represents an attempt to provide a productive framework for implementation efforts in teacher training
Pädagogische Arbeit am Oberstufen-Kolleg im Spiegel der heterogenen Schüler*innenschaft: Ausgewählte Befunde aus zehn Jahren Verlaufs- und Absolvent*innenstudie am Oberstufen-Kolleg
Die Verlaufs- und Absolvent*innenstudie am Oberstufen Kolleg (VAmOS) ist ein dauerhaft angelegtes Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur schulinternen Evaluation und Qualitätssicherung und adressiert als eine der wenigen Längsschnittstudien zu Bildungsverläufen in der Oberstufe eine Lücke in schulbezogener Längsschnittforschung: Während nationale Projekte wie NEPS repräsentative Daten liefern, können sie die konkreten Kontextbedingungen von Einzelschulen als pädagogischen Handlungseinheiten nicht ausreichend abbilden. Im Rahmen von VAmOS werden neben individuellen Merkmalen der Schüler*innenschaft auch Dimensionen wie Unterrichtsformen und -qualität, Förder- und Unterstützungssysteme, Schul- und Sozialklima sowie Leitideen der Versuchsschule (z. B. Umgang mit Heterogenität, Wissenschaftspropädeutik) aus Sicht der Kollegiat*innen untersucht. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens werden konzeptionelle und methodische Grundlagen der Studie sowie ausgewählte Befunde zu Eingangsvoraussetzungen, Ausbildungsverläufen sowie zu Wahrnehmung und Bewertung der pädagogischen Arbeit am Oberstufen-Kolleg aus Sicht der Kollegiat*innen und Absolvent*innen präsentiert. Abschließend werden die zentralen Ergebnisse im Hinblick auf ihre Implikationen für Schulentwicklung und die Weiterführung von VAmOS diskutiert.
The longitudinal and graduate study at Oberstufen-Kolleg (Verlaufs- und Absolvent*innenstudie am Oberstufen-Kolleg; short: VAmOS) constitutes a long-term research and development project for internal school evaluation and quality management. As one of the few longitudinal studies on educational trajectories in upper secondary education, it addresses a gap in school-related longitudinal research: While national projects such as NEPS provide representative data, they are unable to adequately reflect the specific contextual conditions of individual schools as educational units. In addition to the individual characteristics of the student body, VAmOS also focuses on dimensions such as teaching methods and quality, support systems, school and social climate, and guiding principles of the experimental school (e.g., dealing with heterogeneity, scientific propaedeutics) from the perspective of the students. In the tenth year of the study, the conceptual and methodological foundations will be presented, along with selected findings on entry requirements, educational trajectories, as well as on perception and evaluation of pedagogical work at the Oberstufen-Kolleg from the perspective of the teaching staff and graduates. Finally, the key findings will be discussed with regard to their implications for school development and the further continuation of VAmOS
50 Jahre Oberstufe weiter denken: Forschungs- und Entwicklungsplan der Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg für das Jahr 2024
Im Forschungs- und Entwicklungsplan 2024 wird zunächst ein Rückblick auf die Veranstaltungen der Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg (WE_OS) zum Jubiläumsjahr geworfen. In vier Präsenzveranstaltungen und einer Reihe mit zehn Online-Impulsen wurden die Themen „Oberstufe weiter denken“ und „Kooperation von Praxis und Forschung“ intensiv diskutiert sowie der Austausch mit anderen Versuchs- und Universitätsschulen angeboten. Anschließend an diesen Rückblick werden die aktuellen Projekte des Forschungs- und Entwicklungsplans vorgestellt sowie die Entwicklungsbereiche der WE_OS aufgezeigt. Der Forschungs- und Entwicklungsplan endet mit einem Ausblick auf das Jahr 2025.
The Research and Development Plan 2024 begins with a look back at the events organised by the WE_OS to mark the anniversary year. During four in-person events and a series of ten online sessions, the topics “Rethinking Upper Secondary Education” and “Collaboration between Practise and Research” were thoroughly discussed, and opportunities for exchange with other experimental and university schools were offered. Following this retrospective, the current projects of the Research and Development Plan are presented, along with the development areas of the WE_OS. The plan concludes with a projection for the year 2025