Austrian Law Journal (Universität Graz)
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    Previous periods of employment in Austria in the framework of the European Union

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    Das Thema der Vordienstzeitenanrechnung in Österreich ist ein schier endloses. Bereits rund 20 Vorabentscheidungsverfahren wurden durch österreichische Gerichte initiiert – immer wieder liefen nationale Regelungen in Gesetzen oder Kollektivverträgen hinsichtlich der Anrechnung von in vorangehenden Arbeitsverhältnissen erbrachten Dienstzeiten dem Unionsrecht zuwider. Die Aktualität des Themas ebbt durch neue Vorlagen und teils weitreichende Entscheidungen des EuGH nicht ab, neue Perspektiven führen zu weiteren Fragen. Der durch den vorliegenden Beitrag versuchte Blick auf die Urteile aus der Vogelperspektive zeigt deutlich, dass sich ein Dogmatikwandel in der Argumentation des EuGH anbahnt. Während in den frühen 2000er Jahren eine beschränkte Vordienstzeitenanrechnung primär auf das damit einhergehende Problem einer potentiellen Ungleichbehandlung aus Gründen des Alters überprüft wurde, wird in der aktuelleren Judikatur des EuGH schnell eine verbotene Beschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit gesehen, die nicht selten in hypothetischen Sachverhalten erkannt wird, die keinen grenzüberschreitenden Bezug aufweisen. Der Beitrag versucht daher, eine Gesamtschau der Urteile unter den Gesichtspunkten Altersdiskriminierung und Arbeitnehmerfreizügigkeit zu bieten. Besonders auf die Urteile Bowman, SALK, EurothermenResort Bad Schallerbach und Krah wird intensiver eingegangen, da sie eine Vielzahl von Fragen aufwerfen, die in der Literatur bisher nur fragmentarisch bzw aufgrund ihrer Aktualität noch gar nicht behandelt oder nicht in einen gemeinsamen Kontext eingebettet wurden. Als besonders interessant erweist sich die in der Rs Krah geäußerte und somit für die Mitgliedstaaten bindende Aussage des EuGH, dass gleichwertige Vordienstzeiten stets zur Gänze auf das bestehende Dienstverhältnis anzurechnen sind, wenn eine derartige Berücksichtigung von Vordienstzeiten vorgesehen ist. Dies könnte schon bald eine „Ganz oder gar nicht-Politik“ nach sich ziehen, die abermals neue Probleme aufwerfen würde.This paper provides an overview of the ECJ\u27s mixed jurisdiction on the issue of the crediting of prior employment periods. Regulations in acts and collective agreements that provided for a limited crediting of periods of service completed in previous employment relationships were often age-discriminatory and constituted a violation or restriction of the free movement of workers. In order to understand these European guarantees and the extent to which the Austrian legal system was subject to reforms as a result of them, after the general definition of "previous periods of service", a general outline of the influence of the EU on Austrian labor law will first be discussed. Special attention must be paid in this consideration to the general prohibition of restrictions in Art 45 TFEU, since this also subjects indiscriminate national regulations to an examination by the ECJ. In the following, the examination of the numerous cases on this topic offers a collected overview of relevant ECJ rulings that have remained. These are briefly presented in tabular form in order to provide concise documentation of the facts and core statements, which appears useful in view of the subsequent assessment. In the main part of the work, the judgments are subjected to an overall review, taking into account the current opinions of the doctrine and judicature. The various decisions of the European Court of Justice are each considered from the perspective of age discrimination and the free movement of workers. Inconsistencies in the line of the ECJ\u27s case law decisions will be pointed out, similar cases will be related to each other, and a vague outlook will be attempted on what effects the case Krah in particular might have on the future of the system of Austrian’s system of crediting prior employment periods

    Affirmative Action in the United States and Positive Action in the EU and Austria – A Comparison

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    Gleichheit stellt einen der Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft dar. Gleichheit vor dem Gesetz bedeutet aber nicht automatisch, dass Personen die gleichen Möglichkeiten und Chancen  haben. "Affirmative Action" bzw positive DIskriminierungen können Maßnahmen zur Förderung einer breiteren sozialen und gesellschaftlichen Teilhabe sowie zur Bekämpfung bestehender struktureller Ungleichheiten und Diskriminierung  darstellen. In den Vereinigten Staaten wurde - und wird noch immer - der Einsatz von "affirmative actions", insbesondere auch hinsichtlich der Frage des Zugangs zur Hochschulbildung, kontrovers diskutiert. Aber auch in der Europäischen Union und in Österreich stellten die verfassungs- und unionsrechtlichen Grenzen positiver Maßnahmen ein kontrovers diskutiertes Thema dar. Daher zieht der vorliegende Beitrag einen Vergleich zwischen positiven Maßnahmen in den Vereinigten Staaten, der EU und Österreich, konkret vor dem Hintergrund der verfassungsrechtlicher Vorgaben und der bestehenden höchstgerichtlichen Judikatur.    Equality is a fundamental principle of democratic society. However, equality in law does not automatically mean equality in opportunity and chances. Insofar, affirmative or positive action measures can be used as a tool to promote broader social mobility and to remedy structural inequalities. In the United States, race-based affirmative action measures, especially regarding the admission to institutions of higher education, have been a controversially discussed topic. Also, in the EU and Austria, the extent of the use of positive action measures has not been without controversy. Thus, this article aims at drawing a comparison between affirmative action in the United States and positive action in the EU and Austria, in particular in light of constitutional law and the existing case law.&nbsp

    Causation and climate change litigation: ‘bridge too far’?

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    Das Phänomen der „Klimawandelstreitigkeiten“ ist in den letzten Jahren in den Vordergrund gerückt, da Aktivistinnen und Aktivisten zunehmend frustriert über die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft und der einzelnen Staaten sind, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Bestehende rechtliche Mechanismen, die privaten Parteien und anderen Einrichtungen, wie Nichtregierungsorganisationen (NGOs), zur Verfügung stehen, wurden als Mittel genutzt, um Regierungen und Umweltverschmutzer für die Auswirkungen des Klimawandels zur Verantwortung zu ziehen. Die physischen Auswirkungen des Klimawandels auf Leben und Eigentum sind durch Überschwemmungen und Waldbrände in allen Teilen der Welt deutlich. Ein Aspekt von Klagen zum Klimawandel konzentriert sich auf die Rolle, die unerlaubte Handlungen bei dem Versuch spielen könnten, zumindest einen Teil dieser Verluste zu entschädigen. Niemand würde behaupten, dass Maßnahmen dieser Art das Problem tatsächlich lösen können, aber sie können dazu dienen, Umweltverschmutzer usw zu beschämen, indem sie einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen ihren Aktivitäten und den greifbaren Folgen des Klimawandels herstellen. Solche Klagen führen jedoch zu erheblichen Kausalitätsschwierigkeiten. Dennoch könnten Entwicklungen bei der Zuschreibung von Extremwetterereignissen die konzeptionellen und theoretischen Hindernisse für die Geltendmachung solcher Behauptungen verringern. In diesem Artikel wird argumentiert, dass aus britischer Sicht bestehende Kausalitätstests in der Lage sein könnten, solche Beweise zu berücksichtigen, obwohl man sich der gegenteiligen politischen Erwägungen bewusst sein muss, die die Gerichte daran hindern könnten, einen solchen Ansatz zu verfolgen.The phenomenon of ‘climate change litigation’ has come to the fore in recent years as campaigners and activists have become increasingly frustrated at a perceived lack of action on the part of the international community and individual states in terms of getting to grips with the climate change problem. Existing legal mechanisms available to private parties and other bodies, such as non-governmental organizations (NGOs) have been used as a means of endeavouring to hold governments and polluters to account for the effects of climate change. The physical impact of climate change on life and property has been thrown into sharp relief by floods and wildfires in all parts of the globe. One aspect of climate change litigation focuses on the role that tort might play in attempting to secure compensation for at least part of such losses. No one would pretend that actions of this nature can actually solve the problem, but they may serve to shame polluters and so forth by establishing an actual link between their activities and the tangible consequences of climate change. However, such actions raise formidable causation difficulties which have, until recently, rendered such claims outlandish and highly speculative. Nevertheless, developments in extreme weather event attribution may be about to reduce the conceptual and theoretical barriers to bringing such claims. In this article it is argued that, from a UK perspective, existing causality tests may be capable of accommodating such evidence, although, one must be aware of countervailing policy considerations which may inhibit the courts from adopting such an approach

    Climate Change and Sustainable Development: There is no one without the other in Legislative Reform

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    2020 war der Beginn des kritischen Jahrzehnts für den Klimawandel. Unter der United Nations Framework Convention on Climate Change, war das Paris Agreement eine Gelegenheit für die Länder, sich zu einem Temperaturanstieg von nicht mehr als 2 Grad Celsius zu verpflichten und gleichzeitig anzustreben, den Temperaturanstieg unter 1,5 Grad Celsius zu halten. Die Länder sollten ihre National Determined Contributions im Jahr 2020, während der ersten globalen Bestandsaufnahme, überprüfen und die Emissionsreduktionsziele für 2030 verstärken. In den ersten 5 Jahren des Paris Agreement gab es eine eher eingeschränkte Sichtweise auf die Verfahren zur Abschwächung des Klimawandels und zur Anpassung an den Klimawandel, und viele Länder haben es versäumt, ausdrückliche Gesetzesreformen oder nationale Pläne und Agenden vorzulegen, um die Kohlenstoffemissionen zu senken und die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen. Um eine sinnvolle und allumfassende Veränderung zu erreichen, muss es eine ganzheitliche Veränderung über alle gegenwärtigen und zukünftigen Gesetzesreformen hinweg geben. Die Abschwächung des Klimawandels und die Anpassung an den Klimawandel müssen in allen zukünftigen politischen und nationalen Agenda-Überlegungen berücksichtigt werden. Und die Covid-19-Erholung hat eine Gelegenheit dazu geschaffen. Während die Welt Wege findet, sich von der Covid-19-Pandemie zu erholen, gab es einen größeren Fokus und Versuche, die Ziele für Sustainable Development Goals und die Klimawandel-Agenda in die Pandemie-Erholungspläne einzubeziehen. Es sollten größere Anstrengungen unternommen werden, beide in ein einheitliches legislatives Instrument für Veränderungen einzubinden. Nachhaltige Entwicklung als Konzept schließt die Umweltentwicklung ein, und der Klimaschutz wird in Ziel 13 der Sustainable Development Goals ausdrücklich berücksichtigt. Bei der Formulierung von Gesetzen zur nachhaltigen Entwicklung als Werkzeug, um Entwicklungsagenden und Strategien zum Klimawandel anzugehen, wären die Nationen besser gerüstet, um sicherzustellen, dass Klimaüberlegungen in allen Formen der Entwicklung vorhanden sind. Unter Berücksichtigung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, des Paris Agreement sowie von Entwicklungsanreizen kann ein Gesetz für nachhaltige Entwicklung das Werkzeug sein, um den Schutz heutiger und zukünftiger Generationen bei der Abschwächung des Klimawandels und der Anpassung daran sicherzustellen. Eine Gesetzgebung zur nachhaltigen Entwicklung, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Belange zusammenführt, wäre von Vorteil, um nachhaltige Entwicklung und Klimawandel gleichzeitig und mit besserer Wirkung anzugehen.2020 was the beginning of the critical decade for Climate Change. Under the United Nations Framework Convention on Climate Change, the Paris Agreement was an opportunity for countries commit to temperature rises of no more than 2 degrees Celsius while aiming to keep rises in temperatures below 1.5 degrees Celsius. Countries were to revisit their National Determined Contributions in 2020, during the first Global Stocktake and strengthen emissions reduction targets for 2030. In the first 5 years of the Paris Agreement there has been a rather restricted way of viewing Climate Change mitigation and adaptation procedures and many countries have failed to provide express legislative reform or national plans and agendas to help decrease carbon emissions and curb the impacts of climate change. In order for there to be meaningful change that is all encompassing there must be wholistic change across all present and future legislative reforms. Climate Change mitigation and adaptation must be considered in all future policy and national agenda considerations. And Covid-19 Recovery has provided an opportunity to do so. As the globe finds ways to recover from the Covid-19 pandemic there has been greater focus and attempts to include Sustainable Development Goals and Climate Change agendas within pandemic recovery plans. There should be greater effort to incorporate the two into a uniform legislative instrument for change. Sustainable Development as a concept includes environmental development and Climate Action is expressly consider in Sustainable Development Goal 13. In formulating Sustainable Development legislation as tool to address development agendas and Climate Change strategies, nations would be better equipped to ensure that climate considerations are present in all forms of development. While considering the United nations Agenda 2030, the Paris Agreement as well as development incentives, a Sustainable Development Act may be the tool to ensure the protection of present and future generations in Climate Change mitigation and adaptation. Sustainable Development legislation that brings together economic; social and environmental concerns would be beneficial in addressing Sustainable Development and Climate Change simultaneously and with better effect

    Eine modifizierte Digitalsteuer als Ergänzungssteuer zur Mehrwertsteuer zur Besteuerung der von dem Nutzer beigetragenen Wertschöpfung

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    Die von der EU-Kommission im Jahr 2018 vorgeschlagene Digitalsteuer ist höchst umstritten. Bislang konzentrierten sich die Diskussionen darüber auf die Besteuerung der von dem Nutzer beigetragenen Wertschöpfung aufgrund eines B2C-Modells, in dem Google und Co als der den digitalen Service leistende Unternehmer und die privaten Nutzer als Verbraucher in Erscheinung treten. Dieser Beitrag geht in die umgekehrte Richtung und untersucht, ob die vom Nutzer erzeugte Wertschöpfung aufseiten des Nutzers als die des private Daten anbietenden Dienstleistungsunternehmers besteuert werden kann, und wenn ja, ob als Ertragsteuer oder als Mehrwertsteuer. Im Ergebnis kann die vom Nutzer beigetragene Wertschöpfung aufseiten des Nutzers durch eine modifizierte Digitalsteuer als eine befristete Ergänzungssteuer zur Mehrwertsteuer erfasst werden, bevor die OECD in Zukunft möglicherweise eine neue „Signal-Vermittlungsservicebetriebstätte“ in Art 5 des OECD-Musterabkommens einführt

    Effectiveness of Tools of the Council of Europe against Democratic Backsliding: What Lessons can be learned from the "Greek case"

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    Der "griechische Fall", der zur Suspendierung Griechenlands im jahnr 1969 führte war ein besonderer Teil der Geschichte des Europarates hinsichtlich des Schutzes von Menschenrechten und Demokratie. Dieser auf einem Vortrag bei einer Konferenz in Athen basierende Beitrag stellt die Frage, ob der damalige Geist und politischer Wille gegen massive Menschenrechtsverletzungen vorzugehen im Europarat von heute noch immer anzutreffen ist. So soll sein Einfluss auf die damalige Arbeit des Europarates untersucht und Schlussfolgerungen was daraus für heute gelernt werden kann gezogen werden. In diesem Kontext soll auch die Rolle der damals agierenden Persönlichkeiten hervorgehoben  werden.  Weiters soll die Bedeutung der zwischenzeitlich erfolgten  Erweiterung der Mitgliedschaft des Europarates für das Hochhalten seiner Werte in der Gegenwart untersucht werden. Die Einrichtungen und Instrumente gegen demokratische Rückschritte des Europarates als das demokratische Gewissen Europas  sollen hinsichtlich ihrer Effektivität einst und jetzt verglichen werden. In diesem Zusammenhang werden die Beispiele Russlands und der Türkei bezüglich der Herausforderungen durch anti-liberale Kräfte und den Autoritarismus für Demokratie und Menschenrechte wie auch die Verwendung des Ausnahmezustandes angesprochen. Welche Faktoren beeinflussen die sog. "Sozialisierung " von Mitgliedstaaten als Wächter über gemeinsame europäische Werte? Kann der Europarat seine Verantwortung gegenüber den europäischen Bürgern wahrnehmen? Dies führt zu einigen Schlussfolgerungen hinsichtlich des Erbes des "griechischen Falles" für eine angemessene Antwort auf die Herausforderungen der demokratischen Rückschritte und des schrumpfenden Raumes für Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit im Europarat von heute sowie einige Empfehlungen für die Zukunft.The “Greek Case” which led to the de facto suspension of Greece in 1969 was a very particular part of the history of the Council of Europe in the protection of human rights and democracy. This contribution, based on a keynote given at a pertinent conference in Athens, will ask whether the spirit and political will to confront major human rights violations existing at that time can still be found in the Council of Europe of today. It will investigate the impact on the work of the Council of Europe at the time and draw some conclusions on lessons learned for today. In this context it will highlight the role of personalities acting on behalf of the Council of Europe at the time. It will also analyse the impact of its enlarged membership on the upholding of its values today. The institutions and tools at the disposal of the Council of Europe as the democratic conscience of Europe against democratic backsliding then and today will be compared with a view to the question of their effectiveness. In this context the examples of the Russian Federation and of Turkey regarding the challenges from anti-liberal forces and authoritarianism for democracy and human rights will be addressed as will be the use of the state of emergency. Which factors influence the “socialization” of member states to become guardians of common European values? Is the Council of Europe able to meet its accountability towards the citizens of Europe? This will lead to some conclusions on the legacy of the “Greek Case” for a proper response to the challenges of democratic backsliding and a shrinking space for human rights and the rule of law in the Council of Europe today as well as some recommendations for the future

    Challenges of a Digital Single Market from an Austrian perspective – towards Smart Regulations

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    Dieser Beitrag erläutert verschiedene rechtliche Herausforderungen der Digitalisierung des Binnenmarkts. Im Mittelpunkt steht die Frage, wo der bestehende Rechtsrahmen zur Bewältigung dieser Herausforderungen ausreicht und wo neue Rechtsvorschriften erforderlich sind. Der dringendste Regelungsbedarf wird im Bereich der autonomen Entscheidungsfindung durch künstliche Intelligenz ausgemacht. Auch wenn die EU (und zunehmend auch der österreichische Staat) diesen Regelungsbedarf zunehmend erkennt, bleiben rechtliche Regelungen bisher die Ausnahmen. Zwar hat der Unionsgesetzgeber in der DSGVO bereits spezifische Regelungen betreffend den Einsatz von Algorithmen erlassen, ansonsten finden sich jedoch bislang kaum Regelungsansätze.Im Gegensatz dazu scheinen das Wettbewerbsrecht und das Produkthaftungsrecht bereits heute geeignet, den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen. Das betrifft insbesondere das Produkthaftungsrecht, das durchaus geeignet erscheint, die spezifischen Herausforderung der Konvergenz von Hardware und Software in "smarten Produkten" zu bewältigen.  Dennoch wäre es auf Grund von UNklarheiten über ihre Anwendbarkeit auf unkörperliche Sachen ratsam, die bestehenden Produkthaftungsregelungen zu präzisieren - was auch die Meining der Europäischen Kommission ist.Zwei weitere Rechtsbereiche sind auf Grund der sich wandelnden Bedürfnisse einer digitalisierten Gesellschaft erst kürzlich Gegenstand europäischer Gesetzgebungsmaßnahmen geworden: Zum einen der Postsektor, zum anderen das E-Government. In beiden Bereichen wurden erst kürzlich (teilweise) unmittelbar anwendbare Verordnungen der EU erlassen - ein merkbarer Gegensatz zum Bereich der selbstlernenden künstlichen Intelligenz.  Während die Umsetzung der neuen Verordnung über grenzüberschreitende Paketdienstleistungen jedoch keine größeren Probleme aufwerfen dürfte, wird die Verwirklichung des "Digital Single Gateway" im E-Government beachtliche Herausforderungen rechtlicher und organisatorischer Natur für nationale Verwaltungen mit sich bringen (insbesondere, wenn man den eher mäßigen Erfolg der Vorgängerregelungen zum Einheitlichen Ansprechpartner in der Dienstleistungsrichtlinie bedenkt).This paper discusses various legal challenges of the “digitisation of the single market”. The question arises to which extent the current regulatory framework appears suitable to deal with the presented challenges of digitisation and where additional regulation is required. In the field of autonomous decision-making by AI, we identified the most pressing need for new regulation. While the EU (and increasingly Austria, as well) is aware of this need, regulation to date remains scarce. Though the EU legislator has already taken specific precautions for the use of algorithms in the GDPR, such regulatory approaches are missing in most other fields of law. In contrast to this, antitrust law and product liability law already appear to be well suited to meet the challenges posed by digitisation. This is especially true for product liability law, which is in principle apt to cover the specific challenges of the convergence of software and hardware in smart products. However, uncertainty about its applicability to incorporate goods would make clarification of current product liability legislation advisable – a view shared by the European Commission. Two more fields very recently received some legislative attention due to the changing needs of a digital society: the postal sector on the one hand, and e-government on the other hand. In both fields, new legislation – tellingly in the form of (partially) directly applicable regulations – has recently been passed by the EU – a sharp contrast to the case of self-learning AI. However, while the integration of the new regulation on cross-border parcel delivery will probably not pose major challenges for domestic markets, the implementation of the Single Digital Gateway will raise serious organisational and legal challenges for national administrations (especially when taking into account the limited success of the previous related initiative on the points of single contact under the Services Directive)

    Die Aussetzung (§ 334 StPO) im System der österreichischen Geschworenengerichtsbarkeit – Problematiken und Lösungsansätze

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    Entgegen der herrschenden Ansicht, welche das Rechtsinstitut der Aussetzung einer geschworenengerichtlichen Entscheidung durch den Schwurgerichtshof als grundsätzlich sowie inhaltlich weitestgehend unproblematisch einstuft, treten bei näherer Betrachtung dieses Rechtsinstituts doch erhebliche Problematiken im System der österreichischen Geschworenengerichtsbarkeit auf. Der vorliegende Beitrag benennt und analysiert diese Probleme, und versucht Adaptierungs- und Lösungsvorschläge zu einer Neuinterpretation des § 334 StPO zu geben, welche dessem Sinn und Zweck mehr entsprechen als das derzeitige Verständnis der Vorschrift und welche sich systematischer, dogmatisch vertretbarer und im Ergebnis schlicht passgenauer in das derzeitige geschworenengerichtliche System einfügen lassen. Darüber hinaus sind jene unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten geeignet, eine (notwendige) Besserstellung der Normunterworfenen im Bereich der Aussetzung mit sich zu bringen.The suspension of a jury verdict by the presiding judges in a criminal case is classified as unproblematic by most scholars of Austrian law. In opposition to this prevailing opinion, the article announces, analyses and tries to solve the existing problems of the relevant norm of the criminal procedural code, § 334 StPO, and recommends a different understanding and a more reasonable approach to the referred rule. This new view on the suspension of a jury verdict leads to more systematic combatibility with the Austrian system of criminal procedure as a whole, and has a value for the rule of law as well, with positive effects for all possible defendants

    Finanzielle Sanktionen bei Nichterfüllung von Urteilen des Gerichtshofs der EU: Die Europäische Kommission muss ihre Methode zur Berechnung von Pauschalbeträgen und Zwangsgeld anpassen

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    Gemäß Art 260 Abs 2 AEUV kann der Gerichtshof bei Nichtbefolgung eines verurteilenden Erkenntnisses finanzielle Sanktionen (Pauschalbeträge oder Zwangsgelder) verhängen, deren Berechnung nach feststehenden Kriterien zu erfolgen hat. Bei der Erstellung ihres Sanktionsvorschlags berücksichtigte die Kommission dabei stets – zusätzlich zur Schwere des Verstoßes und seiner Dauer – das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des verurteilten Mitgliedstaates sowie die diesem im Rat der EU zugeteilten gewichteten Stimmrechte. Mit der Ersetzung des bisherigen Systems der Stimmenponderierung im Rat – für die Erreichung einer qualifizierten Mehrheit – durch das System der sogenannten „doppelten Mehrheit“ gemäß Art 3 des Protokolls (Nr 36) zum 1. April 2017 musste diese Berechnung aber angepasst werden, wie der Gerichtshof in seinem Urteil in der Rechtssache C-93/17 feststellte. Er berücksichtigt nunmehr, anstelle der gewichteten Stimmen im Rat, die Anzahl der Sitze, die jedem Mitgliedstaat im Europäischen Parlament zugewiesen sind. Darüber hinaus kumuliert der Gerichtshof seit seinem Urteil in der Rechtssache C-304/02 – entgegen der bloß alternativen Formulierung „oder“ in Art 260 Abs 2 AEUV – den Pauschalbetrag mit dem Zwangsgeld.Pursuant to Article 260 (2) TFEU, in the event of a Member State’s failure to comply with a judgment which condemns said State, the Court may impose financial penalties (lump sums or penalty payments) calculated in accordance with established criteria. When preparing its proposal for sanctions, the Commission takes into account the gravity and duration of the infringement; the gross domestic product (GDP) of the convicted Member State; and the weighted voting rights allocated to it in the EU Council. However, with the replacement of the existing system of vote-weighing in the Council, the methods for calculating sanctions also required adjusting, that is – for the attainment of a qualified majority – via the so-called "double majority", the system called for in Article 3 of the Protocol (No 36) had to be adjusted as per 1 April 2017. As stated by the Court in its judgment of Case C-93/17, the system now takes into account the number of seats allocated to each Member State in the European Parliament, instead of the weighted votes in the Council. Moreover, since its judgment of Case C-304/02 – and contrary to the word "or" in Article 260 (2) TFEU - the Court now cumulates the lump sum with the penalty payment

    Modernisierung des ABGB: Sachenrecht – Eigentumsrecht

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    In einem ambitionierten Projekt unternimmt es P. Bydlinski, die österreichische Zivilrechtskodifikation, die zu großen Teilen aus dem Jahr 1811 stammt, in eine moderne Sprache zu übersetzen. Auf einer Tagung an der Karl-Franzens-Universität Graz im März 2018 wurden die Entwürfe zur „Übersetzung“ der sachenrechtlichen ABGB-Bestimmungen vorgestellt und intensiv diskutiert. Der Verfasser hat in seinem Referat die eigentumsrechtlichen Vorschriften erörtert.In an ambitious project, P. Bydlinski undertakes to translate the Austrian codification of civil law, most of which dates from 1811, into a modern language. At a conference held at the Karl-Franzens-University Graz in March 2018, the drafts for the "translation" of the provisions of the Austrian Civil Code on property law were presented and intensively discussed. In his presentation, the author discussed the provisions of ownership law

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