Universitätsverlag Hildesheim (UV - Universität Hildesheim)
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    Gesamtausgabe Band 14

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    S.1 – 25: Julia Althoff & Jessica Hase, Nachhaltigkeit in aller Munde – und in Schülerköpfen? Ergebnisse einer geographiedidaktischen Interventionsstudie zu Schülervorstellungen zu Nachhaltigkeit. S.26 – 49: Hannah Nolte & Sabine Panzer-Krause, Mobilitätsverhalten naturbezogener Tagestourist:innen in ländlichen Destinationen und Potentiale für eine klimafreundlichere An- und Abreise – Das Beispiel Bad Harzburg. S.50 – 88: Andres Stucke, Influence of Geoecological Factors on Burgundy Truffle (Tuber aestivum var.uncinatum) in the Transition between the German Central Low Lands and Mid-Mountain Range. S.89 – 116: Max Epping, Kai Hobritz & Martin Sauerwein, Moore und Karsthohlformen im Landkreis Hildesheim

    Nachhaltigkeit in aller Munde – und in Schülerköpfen? Ergebnisse einer geographiedidaktischen Interventionsstudie zu Schülervorstellungen zu Nachhaltigkeit

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    Die Untersuchung von Schülervorstellungen hat sich in den vergangenen Jahren in der Geographiedi-daktik etabliert, konzentriert sich häufig jedoch auf physisch-geographische Phänomene. Schülervor-stellungen zu den geographischen Basiskonzepten sind hingegen noch weitgehend unerforscht – so auch Vorstellungen zum Nachhaltigkeitskonzept, zu dem trotz der großen Präsenz von Nachhaltigkeit sowohl im allgemeinen gesellschaftlichen Diskurs als auch speziell im Schulkontext bislang wenig Er-kenntnisse vorliegen. Die vorliegende qualitative Studie setzt an dieser Forschungslücke an, indem eine dreistündige Unterrichtseinheit zum Nachhaltigkeitsviereck in einer neunten Klasse einer niedersäch-sischen Realschule umgesetzt wird und die Vorstellungen der Lernenden in einem Prä-Post-Design ex-ploriert werden.Die Studie ergibt, dass Nachhaltigkeit von den Schüler:innen der untersuchten Lerngruppe im Sinne eines gesellschaftlichen Leitbilds aufgefasst wird, das eine Handlungserfordernis impliziert. Häufig wird Nachhaltigkeit insbesondere auf die ökologische Nachhaltigkeitsdimension bzw. auf Umweltschutz re-duziert, wenngleich auch ein Verständnis von Nachhaltigkeit als positive Lebensbedingungen für den Menschen implizierend zum Ausdruck kommt. Dass wirtschaftliche Belange und politische Rahmenbe-dingungen eine Rolle im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit spielen, scheint hingegen weniger intuitiv für die Schüler:innen zu sein – ebenso wie ein Verständnis von Nachhaltigkeit als weltweiter Gerech-tigkeit. Die Post-Erhebung zeigt eine recht hohe Beständigkeit der Ausgangsvorstellungen der Lernen-den auf, wobei ein (leichter) Conceptual Change hin zu einem fachkonzeptionellen Nachhaltigkeitsver-ständnis im Sinne des Nachhaltigkeitsvierecks festgestellt wird. Die Erkenntnisse der Studie werden zum Anlass genommen, praktische Konsequenzen für die Gestaltung von Lehr-Lernumgebungen zu Nachhaltigkeit (als Lerngegenstand bzw. Konzept) abzuleiten und eine weitere Erforschung von Schü-lervorstellungen zu den geographischen Basiskonzepten anzuregen. DOI 10.18442/higs-14-

    Mobilitätsverhalten naturbezogener Tagestourist:innen in ländlichen Destinationen und Potentiale für eine klimafreundlichere An- und Abreise – Das Beispiel Bad Harzburg

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    Tagesausflüge liegen im Trend. Jedoch wird bei der An- und Abreise verkehrsbedingt eine große Menge an Emissionen erzeugt. Um Handlungsempfehlungen für eine klimafreundlichere An- und Abreise im Tagestourismus in ländlichen Destinationen mit Fokus auf Naturtourismus zu formulieren, wurde das Mobilitätsverhalten naturbezogener Tagestourist:innen in Bad Harzburg mithilfe einer standardisier-ten Befragung analysiert. Von den 335 befragten Tourist:innen reisten knapp 80% mit dem Pkw an und ab. Der Pkw wurde vor allem bei größeren Reisedistanzen verwendet. Der Öffentliche Personenver-kehr (ÖPV) wurde hingegen vor allem in Verbindung mit Ticket-Rabatten genutzt. Die Verkehrsmittel-wahl war zudem altersunabhängig – jüngere Tagestourist:innen nutzten nicht signifikant häufiger kli-mafreundlichere An- und Abreisemöglichkeiten, wenngleich ihre prinzipielle Bereitschaft dazu höher war. Digitale Tools wurden von der Mehrheit der Tagestourist:innen unabhängig von ihrer Verkehrs-mittelwahl verwendet. Aus den Ergebnissen wurden folgende zentrale Maßnahmenbündel für eine Verkehrswende im naturbezogenen Tagestourismus mit Blick auf die An- und Abreise zu ländlichen Destinationen wie Bad Harzburg abgeleitet: (1) Attraktivitätssteigerung des ÖPV und Entwicklung in-termodaler sowie Alltag-Tourismus-verknüpfender Konzepte, (2) Ausbau von Elektromobilität und Car-Sharing, (3) Verzahnung klimafreundlicherer An- und Abreiseoptionen mit digitalen Anwendungen und transparente Informationspolitik. DOI 10.18442/higs-14-

    Sprache und Lernen: Kurzbeiträge einer digitalen Arbeitstagung

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    Sprache ist als Lerngegenstand wie auch als Werkzeug für das Lernen in allen Fächern essentiell. Über alle Bildungsinstitutionen und -stufen hinweg spannt sich der Erwerb von Sprache, in erster Linie zwar mit Blick auf (Schrift-)Spracherwerb, aber auch über den Elementar- und Primarbereich hinaus sind schon Fragen des Literalitätserwerbs unerlässlich. Im Sinne des lebenslangen Lernens erwerben die Lernenden auch im Sekundarbereich sowie im Bereich der tertiären Bildung sprachliche Kompetenzen. Diese versetzen die Lernenden in die Lage, auf einer rezeptiven Ebene sich mit Inhalten, Fähigkeiten, Ansichten und Lebensweisen auseinanderzusetzen (Lese- und Hörverstehen) und sich auf der produktiven Ebene über diese mit anderen Personen auszutauschen (Sprech- und Schreibfähigkeit). Zahlreiche Konzeptionen sowie konkrete Maßnahmen für Lernsituationen sind daher in den vergangenen Jahren entwickelt worden, um Lernende in ihrem fachbezogenen (Schrift-)Spracherwerb zu unterstützen. Diese Maßnahmen und Konzeptionen gilt es nun in die Professionalisierungskontexte des Fachpersonals wie Lehrkräfte oder auch Erzieherinnen und Erzieher zu implementieren. Für eine breit aufgestellte und fundierte Professionalisierung in diesem Bereich ist es unerlässlich, die mitunter sehr disziplinbezogenen Maßnahmen und Kompetenzen interdisziplinär zu vergleichen und so ein vernetztes Lernen nicht nur für die Lernenden, sondern auch für das Fachpersonal zu ermöglichen. Die Tagungsbeiträge in diesem Heft zeigen, dass Zwecke und Ziele der bisher konzipierten und durchgeführten Maßnahmen breit gefächert sind. Zudem erwiesen sich Maßnahmen vielfach als sehr fach- oder situationsspezifisch. Insbesondere ein Transfer auf ein anderes Fach bedarf sorgfältiger fachspezifischer Anpassungen, ist jedoch auch nicht immer möglich oder sinnvoll. Im Sinne einer durchgängigen Sprachbildung in allen Fächern während der gesamten Schulzeit ist also auch nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der sprachlichen Anforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu fragen. Auf Seiten der Lehrkräfte steht die Frage nach einem möglichen Modell eines Pedagogical Language Knowledge als Teil des Professionswisssens sowie Möglichkeiten des Erwerbs entsprechender Kompetenzen während des Studiums im Vordergrund. DOI 10.18442/hibsu-s-

    Kinderfänger und Gruselspielplätze: Diskursanalytische Perspektiven auf räumliche Ordnungen gefährdeter Kindheit anhand von Datenmaterial aus Stadtteilbegehungen

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    Die Fragen, wie gefährdet Kinder ‚als Kinder‘ sind, und ob ihre Schutzbedürftigkeit ontologisch begründet oder in gesellschaftlichen Strukturen und Praktiken verankert liegt, werden in Debatten der internationalen Kindheitsforschung zu Vulnerabilität und Agency aktuell wieder virulent und kontrovers diskutiert. Der Beitrag geht diesen Fragen empirisch nach und setzt an der Sicht bzw. den Konstruktionen von Kindern selbst an. Das ausgewählte Datenmaterial stammt aus drei verschiedenen abgeschlossenen empirischen Forschungsprojekten zu Sichtweisen und Praktiken von Kindern in ihrem Alltag und wird hier einer Sekundärdatenanalyse unterzogen. Dabei wird eine diskursanalytische Perspektive eingenommen, die Äußerungen als diskursive Praktiken konzeptualisiert, die soziale Ordnungen strukturieren und durch diese strukturiert sind. Ziel ist es, damit eine methodologische Perspektive vorzustellen, die kritische Überlegungen zur Problematik der Authentifizierung von Kinderstimmen aufgreift und zugleich daran festhält, Kinder als kompetente Akteur*innen zu verstehen. Am Datenmaterial wird analysiert, wie diskursive Praktiken die Äußerungen der Kinder durchziehen und wie Kindheiten und Kinder dabei unter Gesichtspunkten von Gefahr und Sicherheit (re)produziert werden. Der Beitrag nimmt dabei eine spezifisch raumanalytische Fokussierung vor. DOI 10.18442/26

    Chang Dobin. History of Korean Thought (1925): 張道斌: 朝鮮思想史 (1925)

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    In 1925, during the Japanese rule, the Korean historian and resistance activist Chang Dobin (1888-1963) wrote the first history of Korean philosophy in the Korean language, History of Korean Thought. For Chang, the history of philosophy is a powerful tool for nation-building and anti-colonial resistance: the Korean people should be freed from the sinocentric burden of the past, in order to develop a form of historical subjectivity suitable for a modern nation-state. Chang constructs a linear narrative from prehistory to the 19th century, creating a prototype of Korean intellectual history as a dialectical competition between the Korean and the cultural Other. DOI 10.18442/hpgp-ii-

    (Re)Produktion von (Be-)Deutungen institutioneller Arrangements und Räume von Kindern in KiTas: Ein qualitativ-rekonstruktiver Zugang

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    Raum und Räumlichkeit sind genuiner Bestandteil respektive Ort institutionalisierter Bildungsangebote, auch von Angeboten der Pädagogik der Kindheit. Räume strukturieren pädagogische Arrangements je spezifisch, werden durch diese hervorgebracht und können als „konstitutive Dimension“ pädagogischen Handelns angesehen werden. In den, an die neuere sozialwissenschaftliche Kindheitsforschung anschließenden, children‘s geographies wird diese Charakterisierung erweitert und danach gefragt, welche Vorstellungen von Kindheit und Kindern sich in für Kinder produzierten Räumen abbilden und wie diese Raumkonstitutionen die Praktiken von Kindern strukturieren. DOI 10.18442/26

    Räume, Orte und Dinge des schulischen Raums in der Erfahrung von Kindern: Ein phänomenologischer Forschungszugang anhand narrativer Schulführungen

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    Am Beispiel des Dissertationsprojektes „Im Dazwischen bewegen. Ein phänomenologischer Zugang zur Schulraumforschung“ wird im Beitrag der Blick auf die Schulraumerfahrungen von Grundschüler_innen gerichtet. Zur Erforschung dieser wurde die Methode der narrativen Schulführungen eingesetzt. Vor dem Hintergrund der Phänomenologie als erkenntnistheoretischem sowie method(olog)ischem Bezugsrahmen werden sowohl das Vorgehen im Rahmen der Erhebung als auch der schrittweise Auswertungsprozess der Untersuchung vorgestellt und exemplarisch nachvollzogen. DOI 10.18442/26

    Warum ist der Stabilitätspakt gescheitert? : Europas Finanzen und Haushaltsregeln nach den Wahlen zum Europäischen Parlament mit einem Anhang rezenter Artikel, Interviews und Kommentaren

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    Prof. Dr. Jürgen Stark war von 2006 bis 2012 Chefvolkswirt und Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB). Am 9. September 2011 kündigte er an, „aus persönlichen Gründen“ zurückzutreten. Er sah im Ankauf von Staatsanleihen eine Mandatsüberschreitung der EZB, die seiner Auffassung nach dem Modell der Deutschen Bundesbank zufolge nicht politisch agieren, sondern primär der Geldwertstabilität verpflichtet sein sollte. Im Rahmen der Hildesheimer Finanz-, Wirtschafts- und Währungsgespräche wurde Jürgen Stark eingehend über die Geschichte und Entwicklung des Stabilitäts- und Wachstumspakts, zur europäischen Einheitswährung sowie zu seinem Rücktritt von der EZB befragt. Seine Kritik am Agieren unter ihren Präsidenten Jean-Claude Trichet und Mario Draghi sowie am Corona Wiederaufbaufonds („NextGenerationEU“) wird in diesem Expertengespräch sowie mit einem Anhang rezenter Beiträge in deutschen Printmedien dokumentiert. Wer über die Frage der Geschichte des Euro und die Finanzierbarkeit von Zukunftsaufgaben der Europäischen Union mehr und ungeschönt von einem Zeitzeugen und überzeugten Europäer erfahren will, dem sei dieses Buch nicht nur empfohlen, es ist ein Muss. DOI 10.18442/hfww-

    Histories of Philosophy and Thought in the Italian Language: A Bibliographical Guide from 1480 to 2024

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    The endeavor of this bibliographical guide is inscribed in the broader effort to reframe the discipline of Philosophy in a global perspective through the account of its history. With the present work readers will gain a broad overview of the materials available in Italian on the histories of philosophy in different regions of the world from the first editions, in the 15th century, to the present. Some of these materials are presented in the extensive introduction to the bibliography, which has been organized according to geographical regions, such as continents and nations, as well as thematic focuses, such as religions, doctrines, or disciplines. Moreover, two main topics will be discussed in the introduction, namely the strong historiographical tradition in Italy as a political issue and the histories of philosophy in schools. One outcome of the work is the mapping of leading research areas as well as underrepresented categories, and even the detection some blind spots. DOI 10.18442/hpgp-i-

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