Universitätsverlag Hildesheim (UV - Universität Hildesheim)
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Die Entwicklung des ostafrikanisch-iranischen Sklavenhandels im 19. Jahrhundert mit Fokus auf der britischen Interventionspolitik
Diese Arbeit befasst sich mit jenen Faktoren, die den ostafrikanisch-iranischen Sklavenhandel im 19. Jahrhundert in Hinblick auf Dynamik, Ausmaß und Charakteristik beeinflussten. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Rolle, welche die britische Interventionspolitik für die Entwicklung des ostafrikanisch-iranischen Sklavenhandels spielte. Zur Erörterung der Thematik wurden interdisziplinäre Fachliteratur sowie zeitgenössische Berichte herangezogen. Um den Untersuchungsgegenstand in seinen historischen Kontext einzuordnen, wird ebenfalls die Rolle der Sklaverei in der iranischen Geschichte thematisiert.
DOI 10.18442/hp-2-
Rezension zu: Philipp Strobl, Severin Cramm. Transkulturelle Geschichte im 21. Jahrhundert aus studentischer Perspektive – Methoden, Ansätze und Konzepte
Rezension zu: Philipp Strobl, Severin Cramm. Transkulturelle Geschichte im 21. Jahrhundert aus studentischer Perspektive – Methoden, Ansätze und Konzepte
DOI 10.18442/hp-2-1
Kulturerbe, Institutionalisierung und Nationalidentität: Yangge nach der chinesischen Kulturrevolution (1966-1976)
Dieses Buch präsentiert eine eingehende Analyse der Transformationsprozesse des chinesischen Yangge und seiner komplexen Verflechtungen mit politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen nach der chinesischen Kulturrevolution (1966-1976). Die Autorin verfolgt methodisch die historischen und politischen Rahmenbedingungen und engagiert sich als Ethnologin in der selbstreflexiven Musikethnologie. Durch die Verbindung von Insider- und Outsider-Perspektiven positioniert sich die Studie im Kontext einer postmodernen Musikethnologie und der Tradition der Cultural Studies. Das Resultat ist eine gründliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit drei Fallstudien des Yangge, die sich im Spannungsfeld zwischen den Polen der Globalisierung und der Nationalidentität bewegt.
DOI 10.18442/sim-
Armut und Klassismus in kindheitspädagogischen Organisationen ethnographisch erforschen
Bei Armut und Klassismus handelt es sich um multidimensionale Phänomene, deren Erforschung für eine differenz- und ungleichheitserforschende Kindheitspädagogik an Relevanz gewinnen. Der vorliegende Beitrag erkundet, inwiefern sich die ethnographische Forschung in besonderer Weise eignet, um Armut und Klassismus in kindheitspädagogischen Organisationen empirisch zu erschließen.
Ethnographien zeichnen sich durch die flexible Handhabe verschiedenster Methoden und eine offene Forschungshaltung aus; bringen aber auch durch ihre methodologischen Herkunftslinien und ihre Fokussierung auf die Mikroebene zahlreiche Setzungen mit sich, welche zur Reifizierung von Differenzen, Kulturalisierung von Armut und Klasse, zu Individualisierung von strukturellen Ungleichheitsverhältnissen sowie zur Universalisierung machtvoller (Fremd-)Deutungen der Forschenden führen können. Bezugnehmend auf eine ethnographische Studie (Kerle, 2023) und entlang ausgewählter Materialauszüge aus einer teilnehmenden Beobachtung und einem Feldgespräch werden diese Aspekte reflektiert und Potenziale und Grenzen einer klassismusreflektierenden Ethnographie zu Armut in kindheitspädagogischen Organisationen formuliert. Dadurch werden in diesem Beitrag methodologische und methodische Übersetzungen zu Klasse (verstanden als strukturelles Ungleichheitsverhältnis) für kindheitspädagogische Forschungen angeboten, sowie konkrete Einblicke in einen ethnographischen Forschungsprozess und die Forschungspraxis sowie damit einhergehender Reflexionen geleistet.
DOI 10.18442/falki-8-1-
Historia Prima Bd. 2: Studentisches historisches Jahrbuch Niedersachsen
Historia Prima versteht sich als die historiographische Fachzeitschrift für Studierende aller geschichtswissenschaftlicher Institute Niedersachsens. Ziel ist es, exzellente studentische Arbeiten nach einem gründlichen peer-review-Verfahren und einer genauen redaktionellen Überarbeitung zu publizieren und damit einer breiten Leserschaft zur Verfügung zu stellen. In dieser ersten Ausgabe finden sich sieben ausgewählte Beiträge, von der Antike bis in die neueste Geschichte, die sich mit aktuellen Fragen und Methoden in der geschichtswissenschaftlichen Forschung beschäftigen. In einem eigenen Rezensionsteil finden interessierte Leser:innen zudem Rezensionen zu publizierten wissenschaftlichen Abschlussarbeiten.
Zugehörige Forschungsdaten bei GRO.data veröffentlicht:
DOI 10.25625/JVYIHF
Athen als Beispiel griechischer Poleis in der antiken griechischen Poleiswelt und -gesellschaft
In der Moderne werden politische Gemeinschaften zwischen mehreren Individuen als Staat bezeichnet. In der Antike gab es ebenfalls Lebensgemeinschaft zwischen mehreren Individuen, die sich jedoch politisch, wirtschaftlich und sozial von modernen Staaten maßgeblich unterschieden. In antiken, durch die griechische Kultur geprägten Siedlungsräumen wurden besagte Lebensgemeinschaften als Polis bezeichnet. Die politische Struktur einer Polis war jedoch nicht überall gleich, sondern konnte sich in Abhängigkeit von der jeweiligen Ausgestaltung des Zusammenlebens der Einwohnerschaft durchaus unterscheiden. Die moderne griechische Hauptstadt Athen war eine der bekanntesten Poleis in der antiken griechischen Welt. Inwiefern sie als repräsentativ für die Poliswelt und -gesellschaft des antiken Griechenlands gelten kann, ist die Fragestellung der folgenden Untersuchung.
DOI 10.18442/hp-2-
Peatlands and Karst Hollows in the District of Hildesheim
Moorbildung in Karsthohlformen ist ein bisher wenig erforschtes und für den Landkreis Hildesheim unbekanntes Phänomen. Es kann am Beispiel des Hildesheimer Waldes gezeigt werden, dass die Bil-dung von Karsthohlformen wahrscheinlich einen direkten Einfluss auf die Moorbildung im Landkreis Hildesheim hat. Durch die Bestandsaufnahme und Analyse der vorhandenen Moorböden und Moorbi-otope im Landkreis Hildesheim wird in einer Karte vorgestellt, dass der Landkreis Hildesheim zwar über eine vergleichsweise geringe Moorfläche verfügt, dennoch kleinere Moorgebiete vorhanden sind, die eine wichtige Bedeutung für den Biotopschutz und die Kohlenstoffspeicherung haben. Viele der iden-tifizierten Moorgebiete sind eng mit der lokalen Gewässerdynamik von Leine und Innerste, aber auch mit den geologischen Besonderheiten der Region, wie Karsthohlformen und Erdfällen, verbunden. Im Hildesheimer Wald wurden insgesamt 123 Karsthohlformen mit einem DGM 1 kartiert. Diese Hohlfor-men, darunter Einsturzdolinen und Subrosionssenken, zeigen eine Verteilung entlang der geologischen Schichten und sind besonders häufig in Gebieten anzutreffen, in denen kalkhaltige Gesteine des Mu-schelkalks an der Oberfläche oder Zechsteinsalze im Untergrund anstehen. Dies zeigt, dass je nach Lage der Hohlform im Hildesheimer Wald wahrscheinlich eine andere Genese zu erwarten ist.
DOI 10.18442/higs-14-4Peat formation in karst hollows is a phenomenon that has been little researched to date and is un-known for the district of Hildesheim. Using the example of the Hildesheim Forest, it can be shown that the formation of karst hollows probably has a direct influence on peat formation in the district of Hil-desheim. By surveying and analysing the existing peat soils and peatland biotopes in the district of Hildesheim, a map shows that although the district of Hildesheim has a comparatively small area of peatland, there are still smaller areas of peatland that are important for biotope protection and carbon storage. Many of the identified peatlands are closely linked to the local water dynamics of the Leine and Innerste rivers, but also to the geological features of the region, such as karst hollows and sink-holes. In the Hildesheim Forest, 123 karst hollow forms were mapped with a DGM 1. These hollow forms, including collapse dolines and subrosion sinkholes, show a distribution along the geological lay-ers and are particularly common in areas where calcareous rocks of the Muschelkalk are present on the surface or Zechstein salts in the subsurface. This shows that, depending on the location of the hollow form in the Hildesheim Forest, a different genesis can probably be expect
Dinge – Räume – Körper: Zugänge zur Materialität der Familie anhand von Videografien und ethnografisch verdichteten Beschreibungen
Im Fokus dieses Beitrages steht die Frage, wie sich im Rahmen ethnografischer Forschung die spezifische Bedeutung der Materialität sozialer Praktiken erfassen lässt. Wir führen dies anhand eines Projekts aus, bei dem die Perspektive der Familie auf den Übergang des ersten Kindes in die Grundschule im Zentrum stand. Unsere Fragen lauteten u.a., wie sich in dieser Phase das Pädagogische in der Familie materialisiert und welchen Transformationen die sozio-materiellen Arrangements unterworfen sind. Für unsere Analysen legen wir im Anschluss an Bruno Latour einen ‚milden Materialismus‘ zugrunde: Wir möchten nachvollziehen, wie Familien nicht nur Dinge, Räume, sondern auch ihre Körper in situ gebrauchen und mit pädagogischer Relevanz versehen. Dazu greifen wir auf umfangreiches ethnografisches Material aus dem Forschungsprojekt zurück: neben Feldnotizen auch Interviews und Videografien. An einem Fallbeispiel führen wir unsere ethnografische Strategie des ethnografischen Schreibens vor, in dem wir die unterschiedliche Datensorten miteinander relationieren und zu dichten Fallportraits arrangieren.
DOI 10.18442/26
Musik, Erinnern und kulturelles Gedächtnis
Dieser Sammelband vereint musikethnologische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Thema Musik, Erinnern und kulturelles Gedächtnis. Er umfasst deutsch- und englischsprachige Beiträge, in denen Erinnerungsprozesse anhand konkreter musikalischer Praktiken und Genres untersucht sowie nationale und kanonische Erinnerungsdiskurse infrage gestellt werden.Die Autor*innen diskutieren in ihren Beiträgen unter anderem, wie musikalisch-klangliche Praktiken als Erinnerungsakte soziale Transformationen und Anerkennung bewirken oder wie Formen bzw. Medien der musikalischen Erinnerung angeeignet und legitimiert werden. Sie verfolgen dabei vielfältige und transdisziplinäre Ansätze – von der feministischen Forschung und Zeitzeug*innenschaft zum musikalisch-wirksamen Vergessen bis hin zu pädagogischen Umsetzungen.
DOI https://doi.org/10.18442/25
Kinder fotografieren ihren Kindergarten: Dokumentarische Interpretation von Fotografien
Im methodischen Zentrum des Beitrags steht die Interpretation von Fotos mit der Dokumentarischen Methode. Dafür wurden Fotos aus zwei verschiedenen Projekten ausgewählt, in denen Kinder dazu aufgefordert wurden, in den Außenräumen ihres jeweiligen Kindergartens für sie wichtige Orte zu fotografieren und ggfs. etwas zu diesen zu erzählen. Mit der Methode der Autofotografie bzw. der reflexiven Fotografie (photovoice) erzeugten Kinder damit selbst das empirische Rohmaterial und brachten ihren Orientierungsrahmen zur (Bild-) Sprache. Anhand der Fotos wird zum einen das mehrschrittige methodische Vorgehen der dokumentarischen Interpretation von Fotos nachvollziehbar demonstriert. Zum anderen wird die gegenstandstheoretische Frage bearbeitet, ob und wie sich Prozesse der Hervorbringung von bedeutungsvollen Orten im Sinne des Place-Makings in den Fotos der Kinder dokumentieren.
DOI 10.18442/26